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Empfindung und Ausdruck. Innen- und Außenmetaphorik bei Ludwig Wittgenstein

Title: Empfindung und Ausdruck. Innen- und Außenmetaphorik bei Ludwig Wittgenstein

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 21 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Peter Faulstich (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Beginnen möchte ich mit kurzen Erläuterungen zu Wittgensteins Methode und Verständnis von philosophischen Problemen sowie dem wichtigen „Gegenstand“ des Privatsprachenarguments, nämlich dem inneren Zustand. Daran anschließend die Frage, was das Innere nach Wittgenstein ist und in welchem Verhältnis es zum Äußeren steht. Nachdem der sprachphilosophische Ansatz Wittgensteins skizziert wurde, sollen kurz mögliche Einwände desselben angedeutet werden. II. Methode und Gegenstand.

Theorien, was denn die Seele oder das Innere sei, gibt es zahlreiche, von der antiken Philosophie angefangen, über Descartes bis hin zur Psychologie des 20. Jahrhunderts. Ihnen allen ist eines gemeinsam, sie beschreiben ihre Gegenstände der Untersuchung, innere Zustände, mit einer Sprache, die unabhängig von dem beschriebenen Gegenstand etwas zum Ausdruck bringen soll, nämlich was der zu untersuchende Gegenstand ist. Demzufolge steht auf der einen Seite die Sprache mit ihren Begriffen und Bezeichnungen, derer wir uns bei der Beschreibung des Objekts der Untersuchung und Formulierung einer Theorie bedienen und auf der anderen Seite steht der Gegenstand, der bezeichnet wird. Beide Seiten, Sprache und Bezeichnetes, werden so behandelt, als seien diese unabhängig voneinander, so als würde man den Gegenständen eine Namenstafel umhängen und dadurch erst eine Beziehung von Sprache und Gegenstand herstellen.

Was wäre aber, wenn wir in die zu untersuchenden Objekte durch die Sprache erst das hineinlegen, was wir eigentlich untersuchen wollen? Wie wäre es, wenn wir durch unsere Sprache „Gegenstände“ erzeugen, zu denen wir nur durch sie gelangt sind? Von welcher Art wären dann diese „Gegenstände“? Legen wir uns nicht mit einem bestimmten Blickwinkel durch die damit verbundenen Voraussetzungen bereits vor der Untersuchung fest, was schließlich heraus kommen soll? Solche, oder so ähnliche Fragen könnten Ludwig Wittgenstein geplagt haben und ihn dazu gebracht haben, es einmal anders zu versuchen a n philosophische Probleme heranzutreten. Eine bekannte Metapher, die seine Auffassung und Herangehensweise an philosophische Problemen wiedergibt, findet sich in den PU, die „Fliegenglas“ Metapher.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Methode und Gegenstand

III. Ausdruck des Inneren

IV. Was ist das Innere?

V. Schlussteil

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Empfindung und Ausdruck in Ludwig Wittgensteins Spätphilosophie, insbesondere im Kontext der sogenannten Privatsprachenargumente, um das traditionelle Verständnis von mentalen Zuständen als "innere Gegenstände" kritisch zu hinterfragen und zu dekonstruieren.

  • Analyse der Wittsteinschen Sprachphilosophie und der "Gebrauchstheorie der Sprache".
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Gegenstand-Bezeichnungsmodell.
  • Untersuchung der "expressiven" Funktion von sprachlichen Äußerungen über Empfindungen.
  • Gegenüberstellung von Introspektionstheorie und Behaviorismus im Lichte von Wittgensteins grammatischer Analyse.

Auszug aus dem Buch

§ 309 Was ist dein Ziel in der Philosophie? – Der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zeigen (PU)

Ein Fliegenglas hat in der Mitte nach unten hin einen Eingang durch den die Fliegen in das Glas hinein geraten, nun suchen sie nach einem Ausweg und rennen gegen das Glas nach oben und zur Seite an, um ihr Problem der Gefangenschaft zu lösen. Es gelingt ihnen nicht. Letztlich fallen sie erschöpft auf den Boden des Fliegenglases.

So wie die Fliege einen Ausweg sucht, sucht auch der Philosoph einen Ausweg aus seinem philosophischen Problem. Dabei rennt auch er mit seinem Denken an Grenzen an, die er nicht überwinden kann. Auch bei einem philosophischen Problem gibt es, wie bei einem Fliegenglas, einen Eingang – es ist die Sprache. Und es gibt nach Wittgenstein auch nur einen Ausgang, nämlich genau dort wo wir hineingekommen sind – durch die Sprache.

Eike von Savigny verweist in seinen Kommentaren zu den Philosophischen Untersuchungen in diesem Zusammenhang auf § 115 hin, um zu verdeutlichen, worin die Grenze oder das Verhängnis der Sprache besteht, wenn man sich in philosophische Probleme hinein begibt.

Ein Bild hat uns gefangen. Und heraus konnten wir nicht, denn es lag in unsrer Sprache, und sie schien es uns nur unerbittlich zu wiederholen. (PU § 115)

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in Wittgensteins Privatsprachenargument ein und skizziert die Problematik des Verhältnisses von Empfindung und Benehmen.

II. Methode und Gegenstand: Hier werden Wittgensteins Herangehensweise an philosophische Probleme und das Konzept der "Fliegenglas"-Metapher erläutert, um die Begrenztheit traditioneller Theorien über das Innere aufzuzeigen.

III. Ausdruck des Inneren: Dieses Kapitel behandelt die expressive Funktion von Sprache und analysiert, wie Schmerzausdrücke als Verhaltensformen und nicht als Beschreibungen innerer Zustände verstanden werden können.

IV. Was ist das Innere?: Hier wird der ontologische Status des Inneren untersucht und der Begriff der "grammatischen Fiktion" gegen behavioristische sowie introspektive Deutungen abgegrenzt.

V. Schlussteil: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont den Mangel einer einfachen Theorie des Mentalen bei Wittgenstein und würdigt die Bedeutung seiner Sprachlehre.

Schlüsselwörter

Ludwig Wittgenstein, Privatsprachenargument, Empfindung, Ausdruck, Innen und Außen, Sprachspiel, Grammatische Fiktion, Gegenstand-Bezeichnungsmodell, Philosophie der Psychologie, Philosophische Untersuchungen, Behaviorismus, Introspektion, Mentale Zustände.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Wittgensteins philosophische Untersuchung über das Verhältnis zwischen Empfindungen (dem "Inneren") und deren sprachlichem Ausdruck (dem "Äußeren") in seiner Spätphilosophie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das Privatsprachenargument, die Kritik an der Vorstellung mentaler Zustände als Gegenstände sowie die Untersuchung der logischen Struktur unserer Sprachspiele.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die verbreitete Auffassung zu dekonstruieren, dass Sprache der Beschreibung verborgener innerer Objekte dient, und stattdessen Wittgensteins Ansatz einer "grammatischen" Analyse vorzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die philosophische Exegese und Rekonstruktion von Wittgensteins zentralen Primärtexten, insbesondere der "Philosophischen Untersuchungen".

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Wittgensteins Methoden, die expressive Funktion von Sprachäußerungen und die ontologische Einordnung des "Inneren" unter Berücksichtigung von Behaviorismus und Introspektionstheorie diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Privatsprachenargument, grammatische Fiktion, expressive Funktion der Sprache und das Gegenstand-Bezeichnungsmodell.

Wie unterscheidet sich Wittgensteins Ansatz vom Behaviorismus?

Obwohl Wittgenstein das Innere nicht als einen greifbaren "Gegenstand" betrachtet, leugnet er im Gegensatz zum Behaviorismus die Existenz mentaler Vorgänge nicht, sondern ordnet sie einer anderen logischen Ebene zu.

Was bedeutet "grammatische Fiktion" in diesem Kontext?

Es bezeichnet eine Annahme, die sich aus einem missverstandenen Sprachgebrauch ergibt – in diesem Fall die falsche Vorstellung, dass jeder Begriff (wie "Schmerz") einen korrespondierenden "Gegenstand" im Inneren bezeichnen müsse.

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Details

Title
Empfindung und Ausdruck. Innen- und Außenmetaphorik bei Ludwig Wittgenstein
College
LMU Munich  (Philosophie)
Course
Wittgensteins "Philosophische Untersuchungen" - Privatsprachenargument §§ 243-315
Grade
sehr gut
Author
Peter Faulstich (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V30897
ISBN (eBook)
9783638320627
ISBN (Book)
9783656871170
Language
German
Tags
Empfindung Ausdruck Innen Außen Metaphorik Ludwig Wittgenstein Wittgensteins Philosophische Untersuchungen Privatsprachenargument
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Faulstich (Author), 2004, Empfindung und Ausdruck. Innen- und Außenmetaphorik bei Ludwig Wittgenstein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30897
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