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"China Shops" als Beitrag der Volksrepublik China zur Entwicklung Namibias?

Titel: "China Shops" als Beitrag der Volksrepublik China zur Entwicklung Namibias?

Bachelorarbeit , 2015 , 45 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jens Böhm (Autor:in)

Politik - Region: Afrika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die europäische und internationale Entwicklungshilfe setzt sich seit Jahrzehnten mit der Förderung des afrikanischen Kontinents auseinander. Trotz dieser Bemühungen befindet sich in Afrika die größte Anzahl der failed states.

Während sich die westliche Hemisphäre nach der Beendigung des Kalten Krieges anderen Schwerpunkten widmet, intensiviert China seine Bemühungen im wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Sektor. China bietet ein attraktives Gegenmodell zu den sanktionierten Forderungen des Westens. Während der westliche Ansatz die good gouvernance-Strategie verfolgt, setzt China auf die Politik der strikten Nichteinmischung.

Die unterschiedliche Herangehensweise beider Akteure hat sowohl positive als auch negative Folgen für die afrikanischen Staaten. Ziel dieser Arbeit soll es sein herauszufinden, ob das chinesische Modell der Entwicklungshilfe, Handel und Investitionen, nach dem oben genannten Prinzip der Nichteinmischung, die Entwicklung von Demokratie und Menschenrechten gefährdet oder stimuliert.

Dabei erfolgt die Auseinandersetzung dieser Problematik mit dem theoretischen Ansatz des good-gouvernance-Konzepts. Auf Grundlage von politischen Dokumenten wie den chinesischen Weißbüchern und der Auswertung von Primär- und Sekundärliteratur soll die sino-afrikanische Kooperation näher betrachtet werden.

Afrika ist durch Vielfalt gekennzeichnet, ebenso ist das chinesische Engagement in Afrika durch diese Vielfalt geprägt. Die Fülle allein würde den Rahmen der Arbeit erheblich sprengen, lediglich Angola wird im Rahmen des dritten Kapitels genannt, um das Set der chinesischen Entwicklungsstrategien näher zu erläutern. Wenn in dieser Arbeit von Afrika gesprochen wird, so werden lediglich Länder südlich der Sahara gemeint sein, von denen eine Vielzahl auf Entwicklungshilfe angewiesen ist. Die direkte Konkurrenz des westlichen Modells der Entwicklungshilfe und des chinesischen Pendants haben einen wesentlichen Einfluss auf die good gouvernance in Afrika.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. „Eine alte Freundschaft lebt wieder auf“ – Chinas Reorientierung nach Afrika

2.1 Historie in Kurzform

2.2 Die Prinzipien der chinesischen Auslandshilfe

2.2.1 Politische Strategien

2.2.2 Wirtschaftliche Strategien

2.2.2.1 Die chinesische Außenwirtschaftspolitik

2.2.2.2 Das schwarze Gold – Chinas Erdöldiplomatie

2.2.2.3 Chinas Exporte nach Afrika

2.2.2.4 Chinas Investitionen

2.2.2.5 Die Einwanderung von Chinesen nach Afrika

3. Institutionen und Instrumentarien der chinesischen Afrikapolitik

3.1 Institutionen und Organisationen der chinesischen Entwicklungshilfe

3.1.1. Das chinesische Wirtschaftsministerium (MOFCOM)

3.1.2 Das chinesische Außenministerium (MOFA)

3.1.3 Das chinesische Finanzministerium (MOF)

3.1.4 Die China EXIM Bank

3.2 Die Finanzierung der chinesischen Entwicklungszusammenarbeit

4. Auswirkungen der chinesischen Entwicklungshilfe auf Afrika

4.1 Allgemeine Auswirkungen

4.2 Auswirkungen der Konsumgüterausfuhr nach Afrika

5. Fallstudie: „China Shops“ in Namibia

5.1 Länderprofil Namibia

5.2. Die Beziehungen zwischen China und Namibia

5.2.1 Politische Beziehungen zwischen China und Namibia

5.2.2 Wirtschaftliche Beziehungen zwischen China und Namibia

5.2.3 Die Beziehungen zwischen China und Namibia in Bildung, Kultur und Gesundheit

5.2.4 Kurzresümee der chinesisch-namibischen Beziehungen

5.3 „China Shops“ in Namibia

5.3.1. Was haben „China Shops“ in Namibia mit Entwicklungszusammenarbeit zu tun?

5.3.2 „China Shops“ und ihr Wirken in Namibia

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Engagement Chinas in Namibia mit einem speziellen Fokus auf das Phänomen der „China Shops“. Sie analysiert, wie diese Einzelhandelsgeschäfte in das übergeordnete Gefüge der chinesischen Entwicklungszusammenarbeit eingebettet sind und bewertet die ökonomischen sowie sozialen Auswirkungen auf die namibische Bevölkerung.

  • Chinesische Außenwirtschafts- und Entwicklungshilfepolitik in Afrika
  • Institutionelle Akteure der chinesischen Afrikapolitik
  • Fallstudie zur ökonomischen Rolle der „China Shops“ in Namibia
  • Sozioökonomische Folgen für den lokalen namibischen Einzelhandel
  • Verhältnis zwischen chinesischer Entwicklungshilferhetorik und realen Auswirkungen

Auszug aus dem Buch

„China Shops“: Arbeitsplätze, Arbeitsbedingungen und Entlohnung

Die meisten „China Shops“ finden sich wie erwähnt im Norden des Landes. Speziell in der Stadt Oshikango, an der Grenze zu Angola. Durch die politische Stabilität Namibias ist es für ausländische Investoren sicherer, in Namibia zu investieren, statt in Angola. Viele Kunden der „China Shops“ in Oshikango kommen aus Angola. Pro Shop entstehen dort durchschnittlich zwei neue Arbeitsstellen für namibisches Personal. Dieses ist meistens unqualifiziert und wird als Wachpersonal oder im Verkauf eingesetzt. Ein in der Fachliteratur großer Kritikpunkt ist, dass ein Wissenstransfer in der Regel nicht stattfindet. Die namibischen Arbeitskräfte erhalten entweder während des Jobs Anleitungen oder werden aufgrund fehlender Kenntnisse wieder entlassen.

Arbeitnehmerrechte sind den meisten chinesischen Geschäftsmännern laut Niikondo und Coetzee unbekannt. So haben namibische Angestellte in der Regel keinen Urlaub, keine Mittagspause und keine Rentenansprüche. Viele chinesische Arbeitgeber verletzten somit das namibische Arbeitsrecht auch in diesem Bereich.

Eine staatliche Untersuchung hat zudem ergeben, dass die chinesischen Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer in der Regel weit unterhalb des namibischen Mindestlohns von 0,84 US-Dollar pro Stunde vergüten. Ein Durchschnittlohn von 0,27 bis 0,30 US-Dollar pro Stunde wurde festgestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der chinesischen Entwicklungshilfe in Afrika ein und legt das Ziel der Arbeit fest, das Engagement am Fallbeispiel der „China Shops“ in Namibia zu untersuchen.

2. „Eine alte Freundschaft lebt wieder auf“ – Chinas Reorientierung nach Afrika: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung und die strategischen Motive Chinas, insbesondere den Rohstoffhunger und die Suche nach neuen politischen Partnern.

3. Institutionen und Instrumentarien der chinesischen Afrikapolitik: Hier werden die zentralen chinesischen Institutionen wie MOFCOM, MOFA und die China EXIM Bank sowie deren Finanzierungsmethoden für Projekte in Afrika vorgestellt.

4. Auswirkungen der chinesischen Entwicklungshilfe auf Afrika: Dieses Kapitel analysiert die allgemeinen negativen und positiven Folgen des chinesischen Engagements, wie Wettbewerbsverzerrungen und Infrastrukturausbau.

5. Fallstudie: „China Shops“ in Namibia: Die Fallstudie beleuchtet die spezifischen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Namibia und untersucht kritisch die Rolle sowie das Wirken der „China Shops“ vor Ort.

6. Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die „China Shops“ aus namibischer Sicht weitgehend negativ bewertet werden, da sie lokale Arbeitsplätze gefährden und teilweise gegen Arbeitsrecht verstoßen.

Schlüsselwörter

China, Namibia, Entwicklungshilfe, China Shops, Afrikapolitik, Direktinvestitionen, Rohstoffe, Arbeitsbedingungen, Wettbewerbsverzerrung, Süd-Süd-Kooperation, Einzelhandel, ökonomische Auswirkungen, SWAPO, Beschäftigung, Beschäftigungseffekte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das chinesische Engagement in Afrika mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Fallstudie der „China Shops“ in Namibia und deren Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die chinesische Entwicklungshilfestrategie, der Einfluss chinesischer Direktinvestitionen, arbeitsrechtliche Aspekte und die Konkurrenz für den lokalen namibischen Einzelhandel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den tatsächlichen Beitrag des chinesischen Engagements – speziell der „China Shops“ – zur Entwicklung Namibias zu untersuchen und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung namibischer Presseberichte und der Einbeziehung vorliegender Fallstudien und Interviews aus der Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der chinesischen Afrikapolitik, die beteiligten Institutionen, die allgemeinen Auswirkungen auf Afrika und die detaillierte Fallstudie zu Namibia.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie China, Namibia, Entwicklungshilfe, China Shops, Arbeitsbedingungen und Wettbewerbsverzerrung charakterisiert.

Inwiefern beeinflussen die „China Shops“ den namibischen Arbeitsmarkt?

Laut der Untersuchung verdrängen sie einheimische Einzelhändler und bieten lediglich gering qualifizierte Arbeitsplätze zu oft unzureichenden Lohnbedingungen und unter Missachtung lokaler Arbeitsgesetze an.

Wie reagierte die namibische Regierung auf die Kritik an den chinesischen Läden?

Die Regierung reagierte unter anderem durch die schärfere Anwendung des „Foreign Investment Act“, was bedeutet, dass chinesische Unternehmer nun vor Geschäftsgründung eine Genehmigung durch das Ministerium für Handel und Industrie benötigen.

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Details

Titel
"China Shops" als Beitrag der Volksrepublik China zur Entwicklung Namibias?
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
2,0
Autor
Jens Böhm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
45
Katalognummer
V309127
ISBN (eBook)
9783668073791
ISBN (Buch)
9783668073807
Sprache
Deutsch
Schlagworte
china shops beitrag volksrepublik entwicklung namibias
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jens Böhm (Autor:in), 2015, "China Shops" als Beitrag der Volksrepublik China zur Entwicklung Namibias?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309127
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Leseprobe aus  45  Seiten
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