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Kriemhilds Akkumulation männlicher Handlungsmacht im Nibelungenlied

Titel: Kriemhilds Akkumulation männlicher Handlungsmacht im Nibelungenlied

Hausarbeit , 2015 , 36 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Selina Grund (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In meiner Hausarbeit widme ich mich dem zweiten Teil des Nibelungenliedes, anhand dessen ich dezidiert die Racheausübung Kriemhilds in Bezug auf ihre Akkumulation von männlicher Handlungsmacht analysieren möchte. Hierbei gilt es zunächst die essentiellen Voraussetzungen darzulegen, die eine konkrete Rachehandlung realisierbar machen.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Figur Kriemhilds als Frau im Mittelalter lediglich durch Männer handeln kann, muss sie sich deren Unterstützung bemächtigen. Unter dieser Bedingung möchte ich insbesondere die Figur des Hunnenkönigs Etzel akzentuieren, da dieser nicht nur die notwendigen Gegebenheiten für eine Rache schafft, sondern gleichwohl selbst zum Objekt des Missbrauchs wird und sich wie eine Marionette in den Fesseln seiner rachsüchtigen Gattin verfängt. Meine Arbeit soll also keine zeitliche Chronologie der 'Werkzeuge' abbilden, derer sich Kriemhild bedient, sondern zunächst gezielt zwei männliche Hilfsmittel vorstellen.

Die zweite Figur, die ich neben Etzel in meinem Beitrag vordergrundieren möchte, bildet der Markgraf Rüdeger, da sich dieser enorm gegen eine Unterstützung seiner Herrin sträubt, durch die unmittelbare Erfahrung der erheblichen Verfügungsgewalt Kriemhilds, unter Beihilfe ihres Handlangers Etzel, sich allerdings gezwungen sieht, ihren Forderungen nachzugehen. Schließlich möchte ich eine weitere Strategie Kriemhilds zur Instrumentalisierung von Männern aufgreifen, die sich simultan an viele verschiedene Personen richtet: Die Mobilisierung durch miete. Dieses Mittel möchte ich vor allem hinsichtlich seiner Effizienz ergründen.

Die Zielsetzung meiner Arbeit besteht demzufolge einerseits in der Demaskierung der notwendigen Voraussetzungen für die Akkumulation von Manpower, aber auch konkret für die Racheausübung, andererseits in der Darstellung der Suggestion Rüdegers und der Diskussion um die Strategie der „Bestechung“. Mein Interesse an der Fragestellung wurde v.a. durch die gegenwärtig fehlende Thematisierung dieses Aspekts als eigenständiges Sujet geweckt. Zwar gibt es vielerlei Werke zu übergeordneten Fragestellungen, wie beispielsweise der Rache Kriemhilds im Allgemeinen, aber keinerlei Publikationen, die sich explizit und ausschließlich auf diesen Gegenstand beziehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen für Kriemhilds Racheausübung

2.1. Recht auf Fehde

2.2. (Un-)gezielter Racheaufschub

3. Voraussetzungen für Kriemhilds Racheausübung

3.1. Wiederherstellung und Festigung der Macht

3.1.1. Heirat mit Etzel

3.1.2. Freigebigkeit als „Werkzeug“

3.1.3. Einladung der Burgunder an Etzels Hof

3.2. Mobilisierung Etzels

3.2.1. Etzel als vorbildlicher Gastgeber

3.2.2. Etzel als Handlanger Kriemhilds

4. Strategien zur Akkumulation von männlicher Handlungsmacht

4.1. Mobilisierung Rüdegers

4.1.1. Feudalgesellschaftliche Regelungen des Mittelalters

4.1.2. Rüdegers innerer Zwiespalt

4.2. Mobilisierung durch miete

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Racheausübung Kriemhilds im zweiten Teil des Nibelungenlieds mit einem Fokus auf die Akkumulation von männlicher Handlungsmacht. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie es Kriemhild gelingt, Männer zu instrumentalisieren, um ihr Ziel der Rache zu verwirklichen, und welche Rolle diese Strategien im Kontext mittelalterlicher Rechts- und Herrschaftsstrukturen spielen.

  • Analyse der Voraussetzungen für die Rache Kriemhilds.
  • Die Rolle der Heirat mit Etzel als Machtbasis.
  • Strategien der Instrumentalisierung männlicher Akteure (Rüdeger, Etzel).
  • Die Bedeutung von Freigebigkeit (milte) und Lohn/Bestechung (miete).
  • Kritische Diskussion der Geschlechterrollen und gesellschaftlicher Normen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Heirat mit Etzel

Während der langen Zeit, die Kriemhild trauernd und in sozialer Isolation verbringt, hört sie niemals auf, an Siegfried zu denken. Sie kann den Tod ihres Gatten nicht vergessen. Währenddessen verstirbt Helche, die Frau des Hunnenkönigs Etzel. Dieser möchte nun erneut heiraten und wählt auf Rat seiner Gefolgsleute Kriemhild als minne-Objekt aus.24

Da Etzels Vasall Rüdeger die Burgunder von Kindheit an kennt, soll dieser als Brautwerbungshelfer fungieren und Kriemhild von der Vortrefflichkeit seines Herrschers überzeugen.25

Obgleich die mittelalterliche Sitte der Witwe generell einen verhältnismäßig großen Handlungsspielraum einräumt und diese einer Wiedervermählung selbst zustimmen muss, wird Kriemhilds munt, in diesem Fall ihren Brüdern, dennoch eine erhebliche Bedeutung zugesprochen, weswegen sich Rüdegers Anliegen zunächst auf sie richtet.26

Sowohl ihre Mutter als auch ihre Brüder und deren Gefolgsleute befürworten die Heirat mit dem Hunnen. Hagen äußert als Einziger Bedenken angesichts der neuen Verbindung: `Daz ich daz wol bekenne, daz tuon ich iu kunt./ sol si nemen Etzel, gelebt si an di stunt,/ si getuot uns noch vil leide, swi siz getragt an./ jâ wirt ir dienende vil manic wætlicher man.´27

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Rache Kriemhilds und ihre Notwendigkeit, männliche Handlungsmacht zu akkumulieren.

2. Grundlagen für Kriemhilds Racheausübung: Analyse der mittelalterlichen Blutrache und der eingeschränkten rechtlichen Position der Frau.

3. Voraussetzungen für Kriemhilds Racheausübung: Untersuchung, wie Macht durch Heirat und strategische Einladung wiederhergestellt und gefestigt wird.

4. Strategien zur Akkumulation von männlicher Handlungsmacht: Detaillierte Analyse der Mobilisierung Rüdegers und der Anwendung von „miete“ als Mittel zur Gefügigmachung.

5. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der ambivalenten Rolle der Akkumulation männlicher Macht für das Scheitern oder Gelingen der Rache.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Kriemhild, Rache, Blutrache, Handlungsmacht, Etzel, Rüdeger, Mittelalter, milte, miete, Instrumentalisierung, Feudalgesellschaft, Geschlechterrolle, triuwe, Heldenepik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Rachestrategien Kriemhilds im Nibelungenlied unter dem spezifischen Aspekt, wie sie männliche Akteure und deren Handlungsmacht instrumentalisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die mittelalterliche Fehde, der Status der Frau im Personenverband, die Rolle der Heirat als Machtinstrument und die strategische Nutzung von Gaben und Bestechung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, die notwendigen Voraussetzungen für die Akkumulation von Macht durch Kriemhild zu demaskieren und zu belegen, wie sie Männer als Mittel zum Zweck einsetzt.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analyseansätze, um das Nibelungenlied hinsichtlich der Handlungsspielräume Kriemhilds zu interpretieren, unter Rückgriff auf einschlägige Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Instrumentalisierung von Etzel und Rüdeger sowie die verschiedenen Strategien zur Akkumulation von Einfluss, unterteilt in die Kapitel zu den Voraussetzungen und den konkreten Strategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Nibelungenlied, Kriemhild, Rache, Akkumulation von Handlungsmacht, milte, miete und die sozialen Bindungen des Mittelalters.

Warum spielt die Figur des Rüdegers eine so wichtige Rolle?

Rüdeger steht beispielhaft für den inneren Konflikt zwischen vasallitischen Pflichten gegenüber Etzel und verwandtschaftlichen bzw. freundschaftlichen Verbindungen zu den Burgunden.

Welche Bedeutung hat die „miete“ in der Argumentation?

Die „miete“ (im Sinne von Lohn oder Bestechung) dient als konkretes, zweckgebundenes Mittel Kriemhilds, um Kämpfer zu mobilisieren, nachdem die allgemeinere „milte“ nicht mehr ausreicht.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kriemhilds Akkumulation männlicher Handlungsmacht im Nibelungenlied
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Lehrstuhl für Deutsche Philologie des Mittelalters)
Veranstaltung
PS: Das Nibelungenlied
Note
1,0
Autor
Selina Grund (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
36
Katalognummer
V309163
ISBN (eBook)
9783668074682
ISBN (Buch)
9783668074699
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kriemhilds akkumulation handlungsmacht nibelungenlied
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Selina Grund (Autor:in), 2015, Kriemhilds Akkumulation männlicher Handlungsmacht im Nibelungenlied, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309163
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  36  Seiten
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