Schön und passiv? Zur Darstellung von Frauen in ausgewählten Disney-Filmen von 1937 bis 2013


Essay, 2015
14 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Methode

2. Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937)
2.1 Fakten zum Film:
2.2 Handlungsmacht und Gewalt

3. Dornröschen (1959)
3.1 Fakten zum Film:
3.2 Handlungsmacht und Gewalt
3.3 Parallelen zwischen Schneewittchen und Dornröschen

4. Arielle, die Meerjungfrau (1989)
4.1 Fakten zum Film:
4.2 Handlungsmacht und Gewalt

5. Mulan (1998)
5.1 Fakten zum Film:
5.2 Handlungsmacht und Gewalt

6. Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013)
6.1 F a kt e n zu m F i l m:
6.2 Handlungsmacht und Gewalt

7. Fazit
7.1 Schönheit
7.2 DieWahreLiebe :
7.3 Passivität :
7.4 Magie
7.5 Antagonistin

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Walt Disney Company, gegründet am 16. Oktober 1923 von den Brüdern Walt und Roy Disney (damals noch unter dem Namen „Disney Brothers Cartoon Studio“), ist ein US- amerikanischer Medienkonzern. Der Konzern erlangte internationalen Erfolg durch die Produktion von Zeichentrickfilmen für Kinder. Im Jahr 2014, war die Walt Disney Companie auf Platz 3 der am meist verdienenden Medienkonzernen Weltweit (Vgl. Statista.com). Daher kann man sagen, dass fast jeder Mensch in der westlichen Welt weiß, was mit dem Begriff „Disney“ gemeint ist. Die Disney-Filme haben viele Kinder geprägt und teilweise auch das darin vergebene Bild der Männer und Frauen verstärkt. In den meisten Disney-Filmen in denen eine Prinzessin vorkommt, funktioniert die Handlung nach dem gleichen Schema:

- Wunderschöne Prinzessin/Frau gerät in Not
- Ein tapferer Prinz versucht die Prinzessin/Frau zu retten, mit dem Risiko dabei selber zu sterben
- Der tapfere Prinz rettet die wunderschöne Prinzessin/Frau
- Sie lebten glück bis ans Ende ihrer Tage

Doch seit dem der erste Disney-Film im Jahr 1937 „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ erschien, hat sich die Gesellschaft stark verändert. Frauen handeln selbstbestimmter und fordern ein Gleichgewicht, sowohl im privaten als auch im gesellschaftlichen Umfeld. Findet sich diese Veränderung auch in den Disney-Filmen wieder? Anhand von mehreren ausgewählten Filmen, wird versucht dieser Frage auf den Grund zu gehen. Hierfür wurden 5 verschiedene Disneyfilme ausgewählt, die alle einem anderen Jahrzehnt entstammen.

1.1 Methode

Als Methode wurde für diese Arbeit die Filmanalyse gewählt. Es wird jedoch nicht auf jedes Detail geachtet, da der Umfang dieser Seminararbeit sonst zu groß werden würde. So wurden bewusst bestimmte stilistische Einlagen wie Gesang, Sprache oder Kleidung außer Acht gelassen.

2. Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937)

Das wunderschöne Schneewittchen wächst am Hofe ihres Vaters auf, zusammen mit ihrer Stiefmutter. Aufgrund ihrer liebenswerten, freundlichen Art als auch ihrem makellosen Erscheinungsbild macht sie sich schnell Freunde. Ihre Stiefmutter hingegen, die nicht nur sehr eifersüchtig ist, sondern auch über Kräfte der schwarzen Magie verfügt, will das junge Schneewittchen umbringen lassen, da ihr Zauberspiegel die Stiefmutter nicht mehr für die schönste Frau im Land hält. Selbst der Jäger bringt es nicht übers Herz die junge Frau umzubringen, und lässt sie in den Wald fliehen. Dort wird sie von Tieren zum Haus der sieben Zwerge geführt, mit denen sie sich schnell anfreundet und bei ihnen als eine Hausfrau lebt, putzt und kocht. Als die Stiefmutter erfährt, dass Schneewittchen noch am Leben ist, versetzt sie mittels eines vergifteten Apfels in einen tiefen Schlaf. Die Zwerge, verfolgen die böse Hexe auf einen Berg, wo diese dann von der Klippe fällt und stirbt. Der Prinz, der zu Beginn des Filmes schon in die Prinzessin verliebt war, erfährt davon und schafft es sie mittels einen Kuss zu erwecken. Zum Schluss, lebten der Prinz und die Prinzessin glücklich bis ans Ende Ihrer Tage.

2.1 Fakten zum Film:

- Es gibt nur 2 weibliche Protagonisten
- Schneewittchen ist eine wunderschöne Prinzessin. Ihre Schönheit ist auf der einen Seite der Grund dafür, dass sie sterben soll, auf der anderen Seite rettet ihr dieser das Leben.
- Es gibt keinen Kontakt zu den Eltern
- Die Antagonistin, ist nicht unbedingt hässlich, aber ist das Gegenteil einer liebenden
Mutterfigur, da sie sich den Tod ihrer Stieftochter wünscht
- Der Prinz muss nicht kämpfen, um die Prinzessin zu küssen reicht ein Kuss aus
- Die Hexe wird nicht umgebracht – sie stirbt bei einer Verfolgungsjagt (somit behalten die Zwerge ihren unschuldigen Charakter)
- Schneewittchen ist sehr passiv, deren einzigen Aktivitäten sind: Singen, Tanzen, Putzen und Kochen
- Sie findet die Erfüllung nur an der Seite des Prinzen
- In der letzten Szene, sitzt sie auf dem Pferd des Prinzen, der wiederum zu Fuß geht und das Pferd am Zaumzeug führt ( sie hat keine Entscheidung darüber wo es hingeht, hier zeigt sich wieder die Passivität der Prinzessin)

2.2 Handlungsmacht und Gewalt

Die erste Gewaltform die im Film auftaucht, ist die psychische und strukturelle Gewalt. Auch wenn man als Zuschauer nicht direkt weiß, ob Schneewittchen dieser ausgesetzt ist oder nicht, merkt man wie herablassend ihre Stiefmutter über sie spricht und schlussendlich auch ihren Tod wünscht. Daraufhin folgt auch schon die zweite Gewaltform: ein Jäger soll Schneewittchen umbringen. Da dieser es aber nicht übers Herz bringt, lässt er sie laufen. Schneewittchen verfügt hier über keinerlei Handlungsmacht und wehrt sich auch nicht, sie liegt lediglich am Boden. Im Haus der Zwerge übernimmt sie dann die Aufgaben einer Hausfrau: ihre Handlungen bestehen darin zu putzen und zu kochen. Sie wurde jedoch nicht von den Zwergen in diese Rolle gedrängt, sondern schrieb sich diese mehr oder weniger selber zu. Als die Hexe erfuhr, dass Schneewittchen noch am Leben sei, entschließt sie diese selber zu töten. Schneewittchen beißt in einen vergifteten Apfel, der sie in einen tiefen Schlaf fallen lässt. Eine direkte Form der Gewalt taucht ab diesem Zeitpunkt nicht mehr auf, da die Hexe nicht umgebracht wird, sondern nur von den Zwergen verfolgt wird und Schlussendlich von einer Klippe stürzt.

3. Dornröschen (1959)

Zum Ehren der Geburt der jungen Prinzessin Aurora (oder wie sie von den Feen genannt wird: Rösschen) ein Fest gegeben. Aus Frust darüber nicht eingeladen worden zu sein, belegt die böse Fee den Säugling mit einem Fluch (Sie wird sich an ihrem 16. Geburtstag im Turn des Schlosses an einer Nadel stechen und daran sterben). Die drei guten Feen beschließen Aurora zu beschützen, indem sie den Fluch abschwächen und sie sie als Findelkind im Wald aufziehen. Sie wächst dort zu einer wunderschönen, jungen Frau heran, die nachts immer von ihrem Traumprinzen träumt. Als die junge Aurora von ihrem Schicksal erfährt, beschließt sie ins Schloss zu laufen, wo das Schicksal seinen Lauf nimmt. Als sie in einen tiefen Schlaf fällt, versetzen die guten Feen das ganze Schloss in einen tiefen Schlaf. Der Prinz, der Aurora an ihrem Geburtstag besuchen wollte, gerät in einen Hinterhalt der bösen Fee und wird gefangen genommen, kann sich aber mit Hilfe der guten Feen befreien. Um Aurora zu retten, gewinnt er auch den Kampf gegen einen Drachen, bevor er die Prinzessin mit einem Kuss erwecken kann. Zum Schluss, lebten der Prinz und die Prinzessin glücklich bis ans Ende Ihrer Tage.

3.1 Fakten zum Film::

- Es gibt 6 weibliche Protagonistinnen, von denen 4 über magische Fähigkeiten verfügen
- Die Väter sind viel aktiver als die Mutter
- Die Prinzessin muss gerettet werden
- Die 3 guten Feen, sind alle klein und haben nur einander. In der Mutterrolle gehen sie alle auf. (Dies lässt vermuten, dass sie aufgrund ihrer Fähigkeiten niemals heiraten werden)
- Der Prinz braucht keine Magie um Aurora zu retten
- Die Feen schaffen es lediglich dank der Magie ihr Vorhaben durchzusetzen.
- Aurora ist sehr passiv
- Die Antagonistin ist sehr groß und hässlich

3.2 Handlungsmacht und Gewalt

Die Protagonistin Aurora, um die sich die ganze Geschichte dreht, verfügt kaum über Handlungsmacht. Die drei guten Feen sowie die böse Fee verfügen über weitaus mehr Handlungsspielraum. Aurora bekommt schon sehr früh Gewalt zu spüren: als sie noch ein Baby war, wird sie von der wutentbrannten bösen Fee verflucht. Sie selbst weiß nichts davon, aber wird fortan von den Feen im Wald großgezogen. An ihrem 16. Geburtstag nimmt das Schicksal seinen Lauf und Aurora fällt in einen tiefen Schlaf. Doch hier geht die Handlung nicht von ihr aus, da sie verhext wurde. Der Prinz muss seinen Mut und seine Tapferkeit beweisen in dem er sich bis zu ihr kämpft und damit auch die böse Fee besiegt.

3.3 Parallelen zwischen Schneewittchen und Dornröschen

Zwischen den beiden Filmen tauchen sehr viele Parallelen auf: Die Nebenfiguren (die Zwerge und die guten Feen) sind kleine, quirlige, lustige und liebenswerte Wesen, die alles zum Wohn der Hauptfigur tun und auch opfern würden (die Feen verzichteten darauf für 16 Jahre zu zaubern). Diese wenden keine Gewalt an, um ihr „unschuldiges Image“ zu wahren, aber verfügen gleichzeitig auch über mehr Handlungsspielraum. Der Prinz selbst, taucht nur selten auf: zu Beginn (bei Dornröschen wird er jedoch nur kurz erwähnt) und dann später, wenn es gilt die Prinzessin zu retten. Obwohl sie viel seltener in Erscheinung treten, üben sie merklich mehr Handlungen aus, als die Prinzessinnen. Die Antagonisten verfügen beide über magische Fähigkeiten, die diese ausnutzen um ihren Willen durchzusetzen und andere zu verletzen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Schön und passiv? Zur Darstellung von Frauen in ausgewählten Disney-Filmen von 1937 bis 2013
Hochschule
Universität Wien  (Soziologie)
Note
1
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V309170
ISBN (eBook)
9783668074422
ISBN (Buch)
9783668074439
Dateigröße
944 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
disney, disneyfilm, feminismus, frau im film, rolle der frau, rolle der frau im film
Arbeit zitieren
Verena Pichler (Autor), 2015, Schön und passiv? Zur Darstellung von Frauen in ausgewählten Disney-Filmen von 1937 bis 2013, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309170

Kommentare

  • Jana Wischmann am 9.6.2018

    Für meine Bachelorarbeit im Fach Germanistik habe ich mir diese "wissenschaftliche" Arbeit gekauft. Von Orthographie, Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck bin ich, gelinde gesagt, entsetzt und ich ärgere mich darüber, dass ich nicht vorher einen genaueren Blick in die Leseprobe geworfen habe. Diese Arbeit entbehrt sich so ziemlich jeglicher Vorstellung, die mir bei der Bewertung 1.0 eines wissenschaftlichen Essays vor Augen schwebt.
    Die grobe und in meinen Augen recht fahrlässige Analyse, die hier stattgefunden hat, kommt zwar in Ansätzen zu den richtigen Ergebnissen, blickt aber kaum über den Tellerrand und verdient in meinen Augen auch absolut keine 1.0 als Bewertung. Davon, dass die Disney-Filme mehr schlecht als recht und zum Teil sogar falsch am Anfang jedes neuen Kapitels zusammengefasst wurden, fange ich gar nicht erst an.

    Schade, dass ich dafür so viel Geld ausgegeben habe. Auf die Ergebnisse, die die Autorin hier zieht, bin ich ohne große Denkarbeit auch zuvor schon alleine gekommen. Ich frage mich, was für Hausarbeiten bei der/dem bewertenden Dozenten/in abgegeben wurden, dass so eine Ausarbeitung in ihren/seinen Augen eine 1.0 verdient... Unglaublich.

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