Bestimmungsgründe für das Beschäftigungsniveau


Hausarbeit, 2015
17 Seiten, Note: Sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung ... 2
Hoher Beschäftigungsgrad ... 3
Stabiles Preisniveau ... 4
Angemessenes und stetiges Wirtschaftswachstum ... 7
Außenwirtschaftliches Gleichgewicht ... 7
Lösungsansatz: bessere Qualifikation ... 8
Lösungsansatz: mehr Kontrolle ... 10
Lösungsansatz: zurückhaltende Lohnpolitik ... 13
Lösungsansatz: Senkung der Sozialabgaben ... 14
Zusammenfassung ... 15
Literatur ... 16

Einleitung

Das primäre Ziel der staatlichen Wirtschaftspolitik ist ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht. Dies wird durch einen hohen Beschäftigungsgrad, ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht, stabiles Preisniveau und ein angemessenes und stetiges Wirtschaftswachstum erreicht. In der volkswirtschaftlichen Literatur wird das Verhältnis zwischen diesen Faktoren als magisches Viereck bezeichnet; „Magisch darum, weil es quasi an Zauberei oder Magie grenzen würde, sämtliche Ziele gleichermaßen zu erreichen“. (http://www.rechnungswesen-verstehen.de/ bwl-vwl/vwl/magische-viereck.php)

In der Aufgabenstellung dieser Hausaufgabe werden als Bestimmungsgründe für das Beschäftigungsniveau Stellungnahmen getroffen zu Arbeitslosenzahl, Verbrauch von Konsumgütern privater Haushalte, Lohnpolitik oder Steuerpolitik; unterschiedliche Wirtschaftseinheiten (Unternehmen, private Haushalte, staatliche Betriebe) die in gegenseitiger Abhängigkeit stehen. Lösungsansätze für das Beschäftigungsniveau werden aufgezählt, die es für mich zu begründen gilt:

a. Bessere Qualifikation
b. Mehr Kontrolle
c. Zurückhaltende Lohnpolitik und
d. Senkung der Sozialausgaben.

Wie gehe ich vor? Eine Struktur, ein roter Faden bietet mir das sog. magische Viereck. Die vier Ecken bezeichnen vier zentrale gesamtwirtschaftliche Ziele; im Status der Aufgabenstellung sind in allen Punkten Beispiele wiederzufinden. So möchte ich in meiner Ausführung die Abhängigkeiten des Beschäftigungsniveaus anhand der vier Eckpunkte des sogenannten magischen Vierecks erläutern und im Anschluss die beschriebenen Lösungsmöglichkeiten begründen.

Darstellung: Das magische Viereck mit den vier zentralen gesamtwirtschaftlichen Zielen

Das magische Viereck: http://www.rechnungswesen-verstehen.de/bwl-vwl/vwl/magische-viereck.php

[Abb. in dieser Leseprobe nicht enthalten]

Hoher Beschäftigungsgrad

Ein Eckpunkt des magischen Vierecks ist ein möglichst hoher Beschäftigungsgrad bzw. Vollbeschäftigung und bezieht sich auf die Nutzung aller Produktionsfaktoren. Werden zum Zwecke der Produktion die Produktionsfaktoren nicht voll genutzt, so findet eine Ressourcenverschwendung statt.

„Ein hoher Beschäftigungsgrad liegt dann vor, wenn in einer Volkswirtschaft nahezu jeder, der für seine Tätigkeit geeignet und ausgebildet ist, auch eine entsprechende Beschäftigung zu einem angemessenen Lohn findet und bekommt.“ Volkswirtschaft, Zusammenfassung VWL S.34

Der Beschäftigungsstand eines Staates wird mit dem Indikator Arbeitslosenquote gemessen. Die Arbeitslosenquote ist der wichtigste Indikator für die Arbeitsmarktsituation. „Als arbeitslos bezeichnet man eine berufs- und arbeitsfähige Person, die keine Erwerbsarbeit findet, obwohl sie eine bezahlte Tätigkeit sucht.” http://www.vimentis.ch/d/lexikon/228/Friktionelle+ Arbeitslosigkeit.html

Die Arbeitslosenquote wird errechnet: Arbeitslose / Abhängig Erwerbspersonen (Beamte, Angestellte, Arbeiter, Arbeitslose). Forner: Volkswirtschaftslehre, S. 243

Ziel eines Staates ist eine möglichst niedrige Arbeitslosenzahl, da weniger Unterstützungsleistungen zu zahlen sind und Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge eingenommen werden. Es wird unterschieden zwischen:

- saisonal bedingter Arbeitslosigkeit (tritt im Verlaufe eines Jahres regelmäßig- eben saisonal auf)
- konjunktureller Arbeitslosigkeit (aufgrund schlechtem Wirtschaftsgang hervorgerufen und verschwindet bei entsprechendem Aufschwung wieder)
- Sockelarbeitslosigkeit ist von der Konjunktur abhängig und wird unterschieden in
1. friktionelle Arbeitslosigkeit (aufgrund von Stellenwechsel kurzzeitig)
2. strukturelle Arbeitslosigkeit (wenn das Arbeitsangebot nicht mit der Nachfrage übereinstimmt und der Arbeitsmarkt zu wenig flexibel ist, um dies auszugleichen)

Seit der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre, die zu Massenarbeitslosigkeit führte und vielen Familien die Existenzgrundlage raubte, steht ein hoher Beschäftigungsstand an oberster Stelle der staatlichen Wirtschaftspolitik.

„Das Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, hängt sehr stark mit der jeweiligen Qualifikation einer Peron zusammen.“ IAB-Kurzbericht, 11/2015, S.1

Es werden drei Qualifikationsebenen unterschieden:

- Geringqualifizierte = Personen ohne formale berufliche Qualifikation
- Beruflich Qualifizierte = Personen mit erfolgreichem Abschluss einer betrieblichen Ausbildung
- Hochqualifizierte = Personen mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss

„Die Rangfolge bei den Arbeitslosenquoten in den drei Qualifikationsebenen ist seit dem Jahr 1975 gleich geblieben. Das Niveau der Arbeitslosigkeit hat sich in diesem Zeitraum bei den Akademikern kaum, bei den beruflich Qualifizierten leicht, bei den Geringqualifizierten jedoch drastisch erhöht.“ IAB-Kurzbericht, 11/2015, S.2

Stabiles Preisniveau

Ein weiterer Eckpunkt des magischen Vierecks ist die Preisniveaustabilität. Der Preis hat zwei Aussagen:

· der in Geld ausgedrückte Gegenwert für ein Gut oder eine Dienstleistung und

· das Austauschverhältnis zwischen verschiedenen Wirtschaftsgütern

Geld ist also die Bezugsgröße, die den Tauschwert eines Gutes angibt oder die Menge die für ein Gut zu zahlen ist.

Kritische Überlegung zum Markt und Preis:

„Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas Geld zurücklegen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“

John Ruskin (1819 – 1900) englischer Schriftsteller und Sozialphilosoph, Quelle: http://www.bommi2000.de/wirtkunde/wk10_3.pdf

Durch Angebot und Nachfrage bildet sich der Preis für Güter oder Dienstleistungen (Marktwirtschaft). Der Marktmechanismus sorgt für den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage. Hierbei wird unterschieden zwischen der freien Preisbildung bei vollständiger Konkurrenz (Preisbildung auf vollkommenen Märkten) und der Preisbildung bei unvollständiger Konkurrenz (Preisbildung auf unvollkommenen Märkten).

„Der vollkommene Markt ist ein Markt, auf dem eine hundertprozentige Transparenz herrscht und alle Marktteilnehmer rational handeln. Der vollkommene Markt ist ein theoretisches Modell, welches in der Betriebswirtschaftslehre und in der Volkswirtschaftslehre für die Erklärung von Zusammenhängen genutzt wird.“ (http://www.rechnungswesen-verstehen.de/bwl-vwl/vwl/vollkommener-markt.php)

Der vollkommene Markt ist ein theoretisches Modell, da bestimmte Voraussetzungen in der Realität nicht zutreffen. Z. B. kennt nicht jeder Konsument die Konditionen der Anbieter, so dass die Transparenz großteils fehlt. Dennoch nutzt man dieses Modell zur Darstellung der Preisbildung und ist Grundlage für die Ermittlung des Marktgleichgewichtes.

Angebotsmenge und Nachfragemenge werden in Richtung Marktgleichgewicht gelenkt:

Wenn die Angebotsmenge größer ist als die Anzahl von Käufen (Angebotsüberhang), sinkt der Preis – solange wie die Käufer bereit sind, mehr oder auf Vorrat zu kaufen. Es sinkt oder steigt der Konsum von Haushalten. Dies wird als Marktmechanismus bezeichnet. Diese Marktform wird als Polypol bezeichnet- viele Anbieter treffen auf viele Nachfrager. Den Marktmechanismus bestimmen drei Marktfaktoren: Angebot, Nachfrage und Preis. Jede Änderung eines Faktors beeinflusst die Änderung eines anderen Faktors. Dabei stellt der Preis den Gleichgewichtsfaktor dar- gleicht aus. Das Gleichgewicht verändert sich ständig durch Wettbewerb der Marktpartner.

„Das Preisniveau ist der durchschnittliche Preis aller Güter einer Volkswirtschaft. Da es sich nicht ermitteln lässt, wird es mit dem durchschnittlichen Index der Lebenshaltungskosten ausgedrückt.“ (http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/preisniveau/preisniveau.htm)

Da also der Preis aller Güter einer Volkswirtschaft kaum addiert und durch die Anzahl dividiert werden kann stellt man die Entwicklung der Preise wichtiger Konsumgüter privater Haushalte im sog. Preisindex dar. Die Menge an Waren und Gütern, die statistisch den typischen Verbrauch eines privaten Haushalts innerhalb eines bestimmten Zeitraumes darstellt wird als Warenkorb bezeichnet. Der Warenkorb muss sich möglichst genau aus dem Verbrauch privater Haushalte zusammensetzen. Auch die Gewichtung der insgesamt 700 ausgewählten Waren und Dienstleistungen nach 12 Hauptverwendungsgruppen muss dem Anteil möglichst nahekommen, den der durchschnittliche Haushalt von seinem Einkommen für solche Waren aufwendet. Da sich die Konsumgewohnheiten eines Haushaltes verändern wird eine Anpassung des Warenkorbes vom statistischen Bundesamt alle fünf Jahre vorgenommen. (vgl. http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/21108/warenkorb)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Bestimmungsgründe für das Beschäftigungsniveau
Hochschule
Laudius Akademie für Fernstudium  (Laudius GmbH)
Veranstaltung
MBA-Basics-Fernlehrgang
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V309217
ISBN (eBook)
9783668078789
ISBN (Buch)
9783668078796
Dateigröße
568 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
MBA-Basics, Hausaufgaben Lernheft 2
Schlagworte
Bessere Qualifikation, Mehr Kontrolle, Zurückhaltende Lohnpolitik, Senkung der Sozialabgaben, Magisches Viereck, Hoher Beschäftigungsgrad, Stabiles Preisniveau, Wirtschaftswachsttum, Außenwirtschaftliches Gleichgewicht
Arbeit zitieren
Daniela Petzoldt (Autor), 2015, Bestimmungsgründe für das Beschäftigungsniveau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309217

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