Im Rahmen dieser Arbeit soll erörtert werden, ob in Deutschland die ungleichen Einkommensverhältnisse sachlich begründet sind und welche strukturellen Veränderungen sich auf dem Arbeitsmarkt im Rahmen der Profiorientierung entwickelt haben, die u.a. zu dieser Ungleichheit führten.
Mit der Vorgehensweise der Ausarbeitung entsteht ein Leitfaden von der Historie der strukturellen Wandlungen im Laufe der industriellen Revolution und der Finanzkrise 2008 in Kapitel 2. Die Entwicklung der Profitorientierung, die zum Großteil amerikanischen Ursprungs ist, wird in dieser Ausarbeitung kritisch erläutert. Die Thematik der Wirtschaftskrise ist präsent, es ist allerdings eine sehr umfassende Problematik, die Zusammenhänge zwischen den Finanzmarktoperationen und die darauf folgenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sollen mit dieser Ausarbeitung erläutert werden. Es werden die Ursachen und die Folgen der Wirtschaftskrise von 2008 beschrieben. Ebenso wird die Möglichkeit der flexiblen Gehaltsgestaltung in der Finanzdienstleistung kritisch betrachtet. Im darauffolgenden Kapitel 3 wird die Problematik des Niedriglohns behandelt, die u.a. eine Folge der Profitorientierung ist. Im Vergleich dazu wird das Lohnniveau der leitenden Angestellten in DAX-Unternehmen und der Finanzdienstleitungsbranche dargelegt, um die Ungleichheit der Einkommensverhältnisse herauszustellen. Anschließend werden die Formen der atypischen Beschäftigung in Kapitel 4 beschrieben, die aufgrund von Marktanforderungen weiter ausgebaut werden. Dazu wird zunächst die Entstehung dieser Beschäftigungsformen in Deutschland erläutert und anschließend die einzelnen Formen kritisch betrachtet. Die gewonnenen Informationen werden abschließend in Kapitel 5 zu einer Schlussfolgerung zusammengefasst und es werden Ausblicke und Lösungsansätze für die beschriebene Problematik dargelegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Geschichtliche Hintergründe
2.1 Industrialisierung – Die Soziale Frage
2.2 Weltwirtschaftskrise 2008
(a) Ursachen
(b) Folgen
3. Einkommensverhältnisse – Verteilungsgerechtigkeit
3.1 Niedriglohnsektor
3.2 Vergütung leitender Angestellte und Vorstände in der Finanzdienstleistung sowie DAX-Unternehmen
4. Flexibilisierung des Arbeitsmarktes/ Atypische Beschäftigungsformen
4.1 Entstehung
4.2 Formen der Flexibilisierung
(a) Zeitarbeit/ Befristung von Verträgen
(b) Minijobs
5. Zusammenfassung/ Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen Entwicklungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt seit der Weltwirtschaftskrise 2008 und hinterfragt, ob die bestehenden Einkommensverhältnisse sachlich begründet sind. Im Fokus steht dabei die Analyse der Zusammenhänge zwischen Profitorientierung, zunehmender Flexibilisierung durch atypische Beschäftigungsverhältnisse und der daraus resultierenden sozialen Ungleichheit.
- Historische Herleitung der sozialen Frage und der Finanzkrise 2008
- Kritische Analyse des Niedriglohnsektors und der Einkommensschere
- Untersuchung der Vergütungsstrukturen im Management von Finanzdienstleistern und DAX-Konzernen
- Bewertung atypischer Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit und Minijobs
Auszug aus dem Buch
2.2 Weltwirtschaftskrise 2008
(a) Ursachen
Der Höhepunkt der Finanzkrise ereignete sich am 15. September 2008, ausgelöst durch die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers sowie durch die Hypothekenkrise. Die Krise bewirkte die stärkste Rezession der Weltwirtschaft seit der Nachkriegszeit. Der US-Leitindex Dow Jones erlitt den stärksten Tagesverlust seit dem Jahr 2001. Auf der ganzen Welt sanken die Aktienkurse rapide. Der Dow Jones brach im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel ein, der FTSE 100 Index um 31,3 %, der DAX in Frankfurt um 40,4 %.4 Im Folgenden werden die wesentlichsten Gründe beschrieben:
Die Investmentbanker an der Wallstreet hatten immer mehr Risikopapiere verkauft, um höhere Bonuszahlungen zu erreichen. Die Risiken dafür wurden eingegangen, der monetäre Anreiz aufgrund variabler Vergütung war stark. Ein weiteres Problem war die fehlende Regulierung der Finanzwelt. Es wurden Zweckgesellschaften gegründet. In den USA fehlte es an einer funktionierenden Bankenaufsicht. Dem Problem der fehlenden Aufsicht liegen auch Interessenskonflikte zu Grunde. Verantwortliche Politiker und Mitarbeiter in den Aufsichtsbehörden wechselten immerzu in den Finanzsektor und umgekehrt. Es besteht die Gefahr, dass Warnungen erst ausgesprochen werden, wenn die Gefährdung bereits zu groß ist. Ratingagenturen bewerteten Papiere mit der Bestnote, die diese objektiv gar nicht verleihen bekommen dürften. Sie bewerteten Papiere von Unternehmen, die die Ratingagenturen dafür bezahlten. Daher steht die Frage der Objektivität im Raum. Die Ratingagenturen konnten für ihre Ratings nicht haftbar gemacht werden. Die Banker an der Wall Street hatten hoch komplizierte Finanzprodukte entwickelt, deren Funktion kaum jemand erörtern konnte. Dadurch verlor das ganze Geschäft an Transparenz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Problemstellung hinsichtlich Arbeitsmarktflexibilisierung und Einkommensungleichheit sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2. Geschichtliche Hintergründe: Beleuchtet die Entwicklung der sozialen Frage seit der industriellen Revolution und analysiert die Ursachen und Folgen der Finanzkrise von 2008.
3. Einkommensverhältnisse – Verteilungsgerechtigkeit: Untersucht das Lohngefälle zwischen dem Niedriglohnsektor und den hohen Bezügen in der Finanz- und DAX-Branche.
4. Flexibilisierung des Arbeitsmarktes/ Atypische Beschäftigungsformen: Analysiert die Entstehung und Ausbreitung von Zeitarbeit und Minijobs sowie deren Auswirkungen auf die Beschäftigungssicherheit.
5. Zusammenfassung/ Ausblick: Führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und diskutiert Lösungsansätze wie den Mindestlohn und die Regulierung von Managergehältern.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Niedriglohnsektor, Einkommensverteilung, Flexibilisierung, Arbeitsmarkt, Atypische Beschäftigung, Zeitarbeit, Minijobs, Gewinnmaximierung, Soziale Frage, Vergütungsstruktur, Mindestlohn, Managergehälter, Finanzdienstleistung, Einkommensungleichheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die strukturellen Veränderungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, insbesondere im Kontext zunehmender Profitorientierung und deren Auswirkungen auf die Verteilungsgerechtigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die historischen Hintergründe der sozialen Frage, die Finanzkrise 2008, die Problematik des Niedriglohnsektors sowie die Entwicklung atypischer Beschäftigungsformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu erörtern, ob die in Deutschland bestehenden ungleichen Einkommensverhältnisse sachlich begründet sind und welche Rolle die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes dabei spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Ausarbeitung basiert auf einem Leitfaden, der historische Wandlungsprozesse und aktuelle ökonomische Daten kritisch erläutert und durch Literatur- sowie Quellenanalyse fundiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Finanzkrise, die detaillierte Darstellung der Lohnungleichheit zwischen Sektoren und eine kritische Auseinandersetzung mit Zeitarbeit und Minijobs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Schlagworten gehören Finanzkrise, Niedriglohnsektor, atypische Beschäftigung, Verteilungsgerechtigkeit und Flexibilisierung.
Wie bewertet der Autor das Modell des Niedriglohnsektors?
Der Autor stuft den Niedriglohnsektor als volkswirtschaftlich kritisch ein, da er zu sozialer Ungleichheit führt, Transferleistungen notwendig macht und die Kaufkraft der Betroffenen schwächt.
Welche Rolle spielen Boni bei der Kritik am Finanzsektor?
Boni werden als Anreiz für risikoreiches Verhalten kritisiert; der Autor bemängelt, dass diese Zahlungen auch in wirtschaftlichen Krisenzeiten stabil blieben.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des Mindestlohns?
Der Autor sieht im Mindestlohn einen wichtigen Schritt, warnt jedoch vor Schlupflöchern und betont, dass er allein keine gerechte Vermögensverteilung garantieren kann.
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- Stefanie Runkel (Author), 2015, Eine Amerikanisierung des deutschen Arbeitsmarktes? Vergleich der Einkommensverhältnisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309322