Aufgrund der auf den ersten Blick naheliegenden Überschneidung der Kompetenzgebiete von Business Intelligence und Competitive Intelligence soll mit dieser Arbeit eruiert werden, ob die Notwendigkeit einer begrifflichen Unterscheidung existiert. In diesem Kontext sollen die folgenden Forschungsfragen beantwortet werden: Wie hoch ist die Überdeckung der Begriffsdefinitionen in der Literatur? Wie ähnlich sind die dahinterliegenden Prozesse? Können die Begriffe als Synonyme verwendet werden? Wenn ja/nein, warum?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Definitionen
2.1 Wissen
2.2 Business Intelligence
2.3 Competitive Intelligence
3 Business & Competitive Intelligence im Vergleich
3.1 Vergleich auf Prozessebene
3.2 Definitionsvergleich
3.3 Fazit
4 Folgen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Business Intelligence (BI) und Competitive Intelligence (CI), um zu eruieren, ob eine begriffliche Unterscheidung notwendig ist. Dabei werden die zugrunde liegenden Definitionen und Prozesse analysiert, um zu klären, ob die Disziplinen synonym verwendet werden können oder in ihren Zielen und Inhalten signifikant voneinander abweichen.
- Grundlagen von Daten, Information und Wissen
- Prozessuale Gegenüberstellung von BI und CI
- Vergleich der Begriffsdefinitionen und deren Deckungsgrad
- Analyse der Automatisierungsgrade und Datenquellen
- Zukünftige Entwicklungstrends im Bereich Intelligence-Systeme
Auszug aus dem Buch
2.3 Competitive Intelligence
Unter Competitive Intelligence wird ein systematischer Prozess über die Erhebung, Analyse und Anwendung von Informationen über Produkte, Wettbewerber, Lieferanten, Behörden, Partner und Kunden für die kurz- und langfristige Planung der Bedürfnisse einer Organisation verstanden (vgl. Michaeli, 2006, S. 1,3; Tyson und Group, 1986 zitiert nach Michaeli, 2006, S. 3; Vedder und Guynes, 2012, S. 49). Der Prozess beginnt mit der Beschaffung, Sichtung und Konsolidierung von Informationen aus dezentralen Informationsquellen und soll Entscheidern eine betriebliche Entscheidungsunterstützung liefern, um so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens erhalten (vgl. auch Fitzpatrick, 2003, S. 81; o.V., 2013). Ziel von CI ist es, Vorhersagen darüber treffen zu können, wie sich die externen Einflussfaktoren des Unternehmens entwickeln und darauf basierend Handlungsempfehlungen und Szenarien auszusprechen. Eine beispielhafte Darstellung des abstrahierten Gesamtprozesses findet sich in Abbildung 3 (vgl. auch (Calof und Wright, 2008; Kahaner, 1998; Wright, Eid und Fleisher, 2009, S. 942ff)).
Die Gesellschaft der Society of Competitive Intelligence Professionals (SCIP) definiert CI als den Prozess des ethischen Sammelns, der Analyse und Verbreitung von exakten, relevanten, spezifischen, zeitgerechten, vorausschauenden und verwertbaren Informationen über die Auswirkungen der Rahmenbedingungen für Unternehmen, Konkurrenten und Organisationen selbst (vgl. (Boncella, 2003, S. 327)). Hierbei bildet CI eine Möglichkeit, die Unternehmensstrategie und den daraus resultierenden Erfolg am Markt zu erhöhen. Dies wird durch eine höhere Sensibilität gegenüber den externen Unternehmenseinflüssen erreicht. (vgl. auch (Barson, 2002 & Lackman, Saban und Lanasa, 2000) zitiert nach (Trong Tuan, 2013, S. 221))
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Notwendigkeit von IT-gestützter Entscheidungsunterstützung ein und formuliert die Forschungsfragen hinsichtlich der begrifflichen Abgrenzung von BI und CI.
2 Definitionen: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu Wissen, Business Intelligence und Competitive Intelligence dargelegt, um ein einheitliches Verständnis der Begrifflichkeiten zu schaffen.
3 Business & Competitive Intelligence im Vergleich: Dieses Kapitel vergleicht die Prozesse und Definitionen beider Disziplinen und bewertet deren Deckungsgrad in der Literatur.
4 Folgen und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt, Handlungsempfehlungen für Unternehmen gegeben und zukünftige Trends, wie der Einfluss des Internets der Dinge, diskutiert.
Schlüsselwörter
Business Intelligence, Competitive Intelligence, Entscheidungsunterstützung, Wissensmanagement, Datenanalyse, Prozessvergleich, Marktbeobachtung, Strategische Planung, Datenqualität, Automatisierung, Internet der Dinge, Cloud, Wettbewerbsvorteil, Information, Unternehmensstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Verhältnis von Business Intelligence und Competitive Intelligence, um zu klären, ob die beiden Disziplinen trotz inhaltlicher Überschneidungen klar voneinander unterschieden werden sollten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit beleuchtet die Definitionen von Daten und Wissen, die prozessuale Gestaltung beider Intelligence-Ansätze sowie deren Anwendung in Unternehmen zur strategischen Entscheidungsfindung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit einer begrifflichen Unterscheidung zu eruieren, um festzustellen, ob BI und CI synonym verwendet werden können oder ob ihre unterschiedlichen Schwerpunkte eine Trennung erfordern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, bei der bestehende Begriffsdefinitionen und Prozessmodelle aus der Fachliteratur gegenübergestellt, verglichen und bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen definiert, die Prozesse beider Disziplinen in Tabellen und Abbildungen detailliert verglichen und der Deckungsgrad in Bezug auf Inhalt, Ziele und Automatisierung bestimmt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Business Intelligence, Competitive Intelligence, Datenqualität, Entscheidungsunterstützung und strategische Unternehmensplanung.
Warum können BI und CI nicht als Synonyme verwendet werden?
Obwohl die Prozesse ähnlich sind, fokussiert BI primär auf interne, vergangenheitsbezogene Daten, während CI externe Marktfaktoren und Wettbewerbsumfelder analysiert, was eine synonyme Verwendung ausschließt.
Welche Rolle spielt die „Technologiegläubigkeit“ in der Arbeit?
Der Autor warnt vor einer zu starken Fixierung auf technische Systeme, da diese die menschliche Urteilskraft und komplexe, nicht automatisierbare Zusammenhänge nicht vollständig ersetzen können.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Storch (Autor:in), 2015, Competitive Intelligence und Business Intelligence. Wo liegt der Unterschied?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309335