Diese Arbeit betrachtet das Integrationskonzept des Deutschen Fußballbundes näher. Der DFB Präsident Wolfgang Niersbach spricht dem Fußball eine wichtige Bedeutung bei der gesellschaftlichen Entwicklung bei: „Der Fußball trägt zur Charakterbildung ebenso wie zur Integration bei. Er mobilisiert beim Kampf gegen Diskriminierung (…) und vermittelt Kompetenzen, die auch außerhalb des Sportplatzes im schulischen und beruflichen Alltag verstanden werden.“
In einem eigenen Bericht widmet sich der DFB Präsident dem Thema Integration und erklärt, dass der Fußball auch auf der Integrationsebene aktiv sei. „Es spielt keine Rolle, ob jemand Mesut, Sami oder Miroslav heißt. Es geht nicht darum, ob er türkische, tunesische oder polnische Wurzeln hat. Es zählt alleine das Team. Der Zusammenhalt. Die Leidenschaft.“. Da sich der DFB seiner tragenden Rolle in Bezug auf die Integration bewusst ist, hat dieser eine Initiative des deutschen Integrationspreises mit dem Partner Mercedes-Benz ins Leben gerufen, welcher in den Bereichen ‚Fußballverein‘, ‚Schule‘ und ‚Freie kommunale Träger‘ verliehen wird. Somit ist der DFB auch außerhalb des Fußballs aktiv und belohnt Integrationstätigkeiten unterschiedlicher Vereine.
Inhaltsverzeichnis
1 Von der Migration zur Integration - Das Integrationskonzept des Deutschen Fußball-Bundes
1.1 Maßnahmen zur Verbesserung der Integration
1.2 Hürden im Fußball für ausländische Jugendliche
1.3 Kritische Auseinandersetzung mit Integrationspolitik
1.3.1 Der Kreisligist BV Altenessen II – Ein Beispiel Missglückter Integrationsarbeit im Amateurfußball
1.3.2 Sami Khedira, Miroslav Klose, Mesut Özil, Jérôme Boateng – Vorbilder der Integrationspolitik
2 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Integrationskonzept des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und analysiert, wie der Sport als Instrument zur sozialen Inklusion von Migranten eingesetzt wird. Dabei wird hinterfragt, inwieweit die offiziellen Bemühungen des Verbandes über die Ebene der Symbolpolitik hinausgehen und welche praktischen Barrieren sowie Herausforderungen – etwa im Amateurfußball – einer erfolgreichen Integration entgegenstehen.
- Struktur und Säulen des DFB-Integrationskonzeptes
- Barrieren für Jugendliche mit Migrationshintergrund im Sport
- Kritische Analyse von Integrationspolitik im Amateurfußball
- Die Rolle des Fußballs als Integrationsmotor und Identifikationsfläche
- Fallbeispiele gelungener und missglückter Integrationsarbeit
Auszug aus dem Buch
1.1 Maßnahmen zur Verbesserung der Integration
„Jeder zweite Nationalspieler dürfte bei der WM 2030 einen Migrationshintergrund haben.“ Das macht eine sehr intensive Betreuung der Menschen mit Migrationshintergrund unersetzlich. Das enorme Potential, welches sich im Sport in Bezug auf die Integration ergibt, wird durch den DFB mit Hilfe verschiedener Instrumente aktiv genutzt. Im Jahr 2008 wurde die Kommission Integration gegründet. Sie besteht aus Experten, die das Integrationskonzept des DFB ständig verbessert und an die Umwelt anpasst (aktuell viele Syrische Flüchtlinge). Zudem werden Netzwerke aufgebaut, die Integrationsbeauftragte in den Landesverbänden integriert, die auch andere Sportvereine mit in ihre Arbeit mit einbeziehen sollen.
Ein weiteres Highlight ist der seit 2007 verliehene und mit 150.000 Euro dotierte Integrationspreis. Er wird, wie bereits erwähnt, in den Kategorien ‚Schule‘, ‚Verein‘, sowie ‚Sonderpreis‘ vergeben. Hierbei ist es möglich, durch die Organisation von Vereinspartnerschaften, Straßenfußballturnieren oder etwa die Entwicklung neuer Integrationsstrategien diesen Integrationspreis zu gewinnen. Dazu begleiten noch diverse weitere Maßnahmen die Integrationsarbeit des DFB, wie die soziale Integration von Mädchen durch Fußball. Erfolgreiche Studien in den Pilotstätten Berlin, Hannover und Duisburg bestätigen die Arbeit. Gestützt wird das Projekt durch das Nachhaltigkeitsprogramm der Frauen WM 2011 in Deutschland. Im Rahmen des Programms wurden in vielen Schulen und Vereinen profiähnliche Strukturen aufgebaut, die es den Spielerinnen ermöglichen, auf einem der 1.000 Mini-Spielfeldern zu trainieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Von der Migration zur Integration - Das Integrationskonzept des Deutschen Fußball-Bundes: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des Fußballs als gesellschaftliche Integrationsinstanz und stellt die strategische Ausrichtung des DFB sowie dessen konkrete Initiativen vor.
1.1 Maßnahmen zur Verbesserung der Integration: Hier werden die instrumentellen Ansätze des Verbandes beschrieben, darunter die Kommission Integration, der Integrationspreis und spezielle Förderprogramme für Mädchen und Flüchtlinge.
1.2 Hürden im Fußball für ausländische Jugendliche: Dieses Kapitel thematisiert die Diskrepanz zwischen der hohen Sportaffinität von Migranten und der tatsächlichen Beteiligung in organisierten Vereinen aufgrund soziokultureller Hürden.
1.3 Kritische Auseinandersetzung mit Integrationspolitik: Der Abschnitt beleuchtet die Grenzen der DFB-Integrationspolitik und übt Kritik an der wahrgenommenen Symbolpolitik des Verbandes.
1.3.1 Der Kreisligist BV Altenessen II – Ein Beispiel Missglückter Integrationsarbeit im Amateurfußball: Ein konkretes Fallbeispiel veranschaulicht, wie trotz ausgezeichneter Projekte im Einzelfall schwerwiegende Integrationsprobleme und Gewaltexzesse auftreten können.
1.3.2 Sami Khedira, Miroslav Klose, Mesut Özil, Jérôme Boateng – Vorbilder der Integrationspolitik: Dieses Kapitel kontrastiert das Scheitern in der Breite mit der positiven Integrationsgeschichte prominenter Nationalspieler mit Migrationshintergrund.
2 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass der DFB zwar wichtige Impulse setzt, jedoch eine Professionalisierung und zusätzliche Ressourcen notwendig sind, um die Kluft zwischen staatlicher Integrationspolitik und der Realität im Vereinssport nachhaltig zu schließen.
Schlüsselwörter
DFB, Integration, Migration, Fußballverein, Integrationspolitik, Amateurfußball, Soziale Inklusion, Sportsoziologie, Flüchtlinge, Integrationspreis, Identifikation, Vereinsarbeit, Diskriminierung, Sportaffinität, Wertevermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Publikation analysiert die Strategien und Maßnahmen des Deutschen Fußball-Bundes zur Integration von Migranten und bewertet deren Wirksamkeit in der Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Integrationskonzepte des DFB, die statistische Sportbeteiligung verschiedener Bevölkerungsgruppen sowie die kritische Gegenüberstellung von erfolgreichen Vorbildern und Problemen im Amateurfußball.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen dem medialen Anspruch des DFB als "Integrationsmotor" und den tatsächlichen, teilweise problematischen Gegebenheiten an der Basis zu ergründen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Fachberichten, Studien zur Sportsoziologie, DFB-Dokumenten sowie die Auswertung von aktuellen medienwirksamen Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung des Integrationskonzepts, die Beschreibung konkreter Maßnahmen, eine Analyse von Barrieren für Jugendliche und eine kritische Diskussion der Integrationspolitik.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Integration, DFB, soziale Inklusion, Migration, Sportverein, Symbolpolitik und kulturelle Vielfalt.
Welche Bedeutung kommt dem BV Altenessen II im Text zu?
Der Verein dient als negatives Fallbeispiel, um aufzuzeigen, dass selbst mit Auszeichnungen prämierte Integrationskonzepte in der Realität der Amateurvereine an ihre Grenzen stoßen können.
Wie bewertet der Autor die Rolle prominenter Spieler wie Mesut Özil?
Die Spieler werden als positive Integrationsvorbilder angeführt, deren Werdegang belegt, wie gezielte Förderung zu einer gelungenen Identifikation mit dem Aufnahmeland führen kann.
- Quote paper
- Elmar Scholz (Author), 2015, Integration durch Fußball. Der DFB als Akteur sozialer und gesellschaftlicher Verantwortungspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309389