Die Bündnispolitik Hannibals während des Zweiten Punischen Kriegs

Ausblick auf die römische Neuordnung des hellenistischen Ostens


Essay, 2003
19 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Die Entwicklung vom Ersten Makedonischen Krieg bis Apameia

Fazit

Ausblick: Rom und der hellenistische Osten

Literaturliste

Einleitung

Als Hannibal (um 247 v. Ch.-183. v. Ch.) im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v. Ch.) entgegen den Erwartungen der Römer die Alpen überquerte und in aufeinanderfolgenden Schlachten die römischen Legionen auf eigenem Boden: sprich auf dem italienischen Festland besiegte, wobei die Kesselschlacht von Cannae (216. v. Ch.) den Höhepunkt dieser römischen Niederlagen darstellte und die Römische Republik in eine existenzielle Krise stürzte, sah er sich bald danach mit (der alten) bzw. einer neuen römischen Strategie konfrontiert[1]: Diese bestand darin, ihm keine neuen Feldschlachten mehr in Italien zu liefern, die die Gefahr erneuter Niederlagen in sich bargen und sich vielmehr darauf zu konzentrieren, ihm einen Belagerungskrieg aufzuzwingen und seine militärische Bewegungsfreiheit immer mehr einzuschränken. Zugleich kam es zu einer Verlagerung der Kriegsschauplätze: weg von Italien hin nach Sizilien und in einem etwas geringeren Maße: nach Griechenland.

In diesem kurzen Essay werde ich mich darum bemühen, eine Analyse des makedonischen Kriegsschauplatzes zu liefern. Der Schwerpunkt dieser Analyse liegt auf der Untersuchung der politischen Beziehungen zwischen Hannibal und dem Makedonenkönig Philipp V. (221-179 v. Ch.) bzw. der politischen Beziehungen zwischen Rom und seinen griechischen Bundesgenossen, insbesondere seinen ätolischen Alliierten. Der politische Fokus dieser Untersuchung ergibt sich aus dem militärgeschichtlichen Faktum, das sich Roms militärisches Engagement gegen Philipp V. (zumindest zum Zeitpunkt des Zweiten Punischen Krieges) in Grenzen hielt, weil Rom den Krieg gegen Philipp V. von Makedonien in erster Linie durch seine ätolischen Bundesgenossen führen ließ. Die Analyse der Nebenkriegsschauplätze und konkret des makedonischen Nebenkriegsschauplatzes hat hierbei nicht nur deswegen ihre Berechtigung, weil wie Goldsworthy[2] und auch andere Historiker richtigerweise herausgestellt haben, der Zweite Punische Krieg im Vergleich zum Ersten Punischen Krieg in wesentlich größerem Umfang ein Mehrfrontenkrieg war, sondern auch, weil die Entwicklung zum Zweiten Makedonischen Krieg (200-197 v. Ch.) ohne die Kenntnis des karthagisch-makedonischen Zusammengehens unmöglich wäre.

Die Entwicklung vom Ersten Makedonischen Krieg bis Apameia

Nach der Niederlage von Cannae stürzte die Römische Republik in eine existenzielle Krise. Diese Krise manifestierte sich im zunehmendem Defätismus der römischen Legionäre und in der konkreten Gefahr der Auflösung des römischen Bundesgenossensystems. Nichtsdestotrotz brachte die Kesselschlacht von Cannae den Karthagern nur eine kurzzeitige Entlastung. Das Versorgungsproblem blieb für Hannibal auch weiterhin das dominierende Problem, das durch die reichhaltige Beute aus dem römischen Lager keineswegs behoben war. In dieser Situation bemühte sich Hannibal darum, seine durch den römischen Strategienwechsel verursachten Schwierigkeiten durch eine zweigleisige Politik zu überwinden.

Zum einen versuchte er mittels der Entsendung einer Delegation unter der Führung seines Bruders Mago verstärkte Truppenhilfe aus Karthago zu erreichen[3]. Bemühungen allerdings, die in Karthago auf (aus Hannibals Perspektive betrachtet) völlig unzureichende Resonanz stießen. Denn die karthagischen Suffeten betrachteten die Situation in Spanien als wesentlich bedrohlicher und priorisierten den spanischen vor dem italienischen Kriegsschauplatz, womit sie entweder ihre Ignoranz oder aber ihre Entschlossenheit offenbarten, weitere Erfolge Hannibals im Ringen gegen Rom zu sabotieren. Dementsprechend fielen die am Ende gewährten „Verstärkungen“ für Hannibal aus: 4.000 zusätzliche Mann und 40 Elefanten[4]. Ein völlig unzureichender quantitativer Zuwachs, um dem Krieg gegen die Römer neue Impulse zu verleihen oder gar eine definitive Entscheidung zugunsten Karthagos herbeizuführen.

Zum anderen bemühte sich Hannibal um eine Ausweitung des Krieges und konkret: um eine Einbeziehung Siziliens im Kampf gegen Rom. Mit dieser avisierten Verlängerung der Kampflinien beabsichtigte Hannibal, den von den Römern auf ihn ausgeübten Druck abzumildern, in dem er römische Truppen auf Sizilien band. Zu diesem Zweck eröffnete er Verhandlungen mit Hieronymos (215-214 v. Ch.), dem jungen und unerfahrenen Enkel Hierons II. (um 270-216/215 v. Ch.), der sein Nachfolger in Syrakus geworden war, die schließlich in eine handfeste Allianz zwischen beiden einmündeten. In diesem Zusammenhang scheiterte auch ein letzter Vermittlungsversuch der Römer, um den drohenden Kriegseintritt von Syrakus auf Seiten Hannibals abzuwenden. Hannibal unterbreitete Hieronymus, der von Kriegsruhm und Schlachtenlärm träumte, wahrscheinlich das bessere Angebot: Konkret die Aussicht auf die Aufrichtung der syrakusanischen Herrschaft über ganz Sizilien durch gemeinsames militärisches Vorgehen[5]. Da Hieronymus den Machtinstinkt und den Pragmatismus seines Großvaters Hieron nicht geerbt hatte, der sich von einem Feind Roms zur loyalen Stütze römischer Herrschaft auf Sizilien gewandelt hatte und Hannibal nach Cannae ohnehin über ein unglaubliches Prestige verfügte, war diese Entwicklung der sizilischen Verhältnisse möglich geworden.

Allerdings konnte das unterzeichnete Abkommen seine Wirkung nicht entfalten. Denn bereits ein Jahr später (214 v. Ch.) fiel Hieronymus einem Mordanschlag zum Opfer[6] und Syrakus versank in inneren Machtkämpfen, wobei verschiedenste politische Gruppierungen um die Macht stritten. Neben einer pro-römischen Gruppierung, die an der Waffenbrüderschaft mit den Römern festhalten wollte und einer pro-karthagischen, die einen Kriegseintritt auf Seiten Hannibals favorisierte, gab es auch eine dritte Gruppe, die überhaupt die syrakusanische Monarchie abschaffen wollte und die Wiederherstellung der städtischen Autonomie befürwortete, insbesondere nach der Ermordung der gesamten königlichen Familie unter Adranodoros[7]. Schließlich gewannen die Hannibal-Emissäre Hippokrates und Epykides, die aus Syrakus vertrieben worden waren und gemeinsam mit den Karthagern in Spanien und Italien gekämpft hatten, die Oberhand und erwirkten den syrakusanischen Kriegseintritt gegen die Römer. Die Durchsetzung des Kriegseintritts gelang unter anderem durch die propagandistische Ausschlachtung der Einnahme Leontinois durch die Römer und der dabei von den Römern angeblich verübten Massaker. Von den Kriegsgräueln berichtete das nach Syrakus entkommene Brüderpaar Hippokrates und Epykides[8] !

Nach dem Kriegseintritt von Syrakus auf karthagischer Seite begannen die Römer fast umgehend mit der Belagerung der Stadt. Dank der starken Stadtmauern und der „Wunderwaffen“ des Archimedes (um 287-212. v. Ch.) gelang es den Verteidigern der Stadt, sich zwei Jahre lang der Angriffe der Römer zu erwehren. Aber im Jahre 212 v. Ch. fiel Syrakus in die Hände der Römer[9] und damit ging Hannibal ein wichtiger Verbündeter verloren. Auch eine direkte karthagische Militärintervention konnte am römischen Sieg in Sizilien nichts mehr ändern. Denn das durch die Landung des Himilco bei Heracleia Minoa (25.000 Fußsoldaten, 3.000 Reiter und 12 Kriegselefanten[10] ) und der Eroberung von Akragas entstandene kurzzeitige militärische Übergewicht blieb Episode und wurde immer mehr durch römische Waffenerfolge zurückgedrängt, bis der sizilische Krieg durch die römische Rückeroberung von Akragas im Jahre 210 v. Ch. endgültig beendet wurde[11]. Viele Faktoren trugen zur karthagischen Niederlage in Sizilien bei: Die Angst der später entsandten karthagischen Flotte unter Bomilcar, der römischen Blockadeflotte vor Syrakus direkt entgegenzutreten und damit eine gesicherte Versorgung der belagerten Verteidiger der Stadt zu erzwingen[12]. Schließlich Spannungen und Meinungsverschiedenheiten in der karthagischen Heeresführung, insbesondere zwischen dem von Hannibal dorthin entsandten Reiteroberst Muttines und Himilco bzw. später Hanno, die die Erfolgsaussichten der Karthager in Sizilien zusätzlich untergruben und die die gut informierten Römer beispielsweise bei der Eroberung von Akragas geschickt auszunutzen verstanden[13].

Die Allianz zwischen Philipp V. von Makedonien (221-179 v. Ch.) und Hannibal beruhte auf der gemeinsamen Gegnerschaft zu Rom. Dieses Bündnis war hingegen nicht das Resultat einer weitsichtigen makedonischen Außenpolitik, die in Erinnerung an die durch Alexander den Großen (356-323 v. Ch.) begründete Weltmachtstellung des Hellenentums diese durch einen Präventivkrieg wiederherzustellen versuchte. Die Philipp von Titus Livius (ca. 59 v. Ch.-um 17 n. Ch.) in diesem Zusammenhang unterstellten Weltherrschaftsambitionen entbehren jeder materiellen Grundlage, weil der Makedonenkönig vielmehr lokal begrenzte Ziele verfolgte[14]. Gleichwohl erhoffte sich Hannibal eine direkte makedonische Intervention bzw. eine makedonische Invasion auf dem italienischen Festland, um Rom endgültig niederzuringen. Diese Hoffnung Hannibals erklärt sich insbesondere vor dem Hintergrund einer unzureichenden Versorgung mit frischen Truppen durch die eigene karthagische Heimat.

Seit dem Ersten Illyrischen Krieg des Jahres 229 v. Ch. war Rom eine Macht im adriatischen Raum und daher mussten Philipps Ambitionen der Restitution der makedonischen Hegemonie über das Epirus und Illyrien fast zwangsläufig mit römischen Interessen kollidieren. Diese im Ersten Illyrischen Krieg errungene Stellung als adriatische Macht zeigte sich im römischen Besitz von Kerkyra (Korfu) und in der Tatsache, dass die Städte Apollonia und Epidamnos aber auch benachbarte Völker zu Roms Bundesgenossen bzw. Klienten zählten[15]. Zeitgleich mit der Stärkung der römischen Position in der Adria ging eine Schwächung der makedonischen Position dort ein. Die erfolgreiche römische Militärexpedition gegen Demetrios von Pharos im Jahre 219 v. Ch[16]. schwächte die makedonische Position dann auch noch im illyrischen Raum. Diese römischen Erfolge im adriatisch-illyrischen Raum verfehlten ihre Wirkung auch auf Philipp V. nicht. Denn als es Philipp V. im Jahre 216 v. Ch. unter dem Einfluss und aufgrund der Ermutigung durch den zu ihm geflohenen Demetrios von Pharos unternahm, durch eine Flottenexpedition die makedonischen Positionen in der Adria wiederherzustellen, blies er beim Eintreffen der Nachricht von der Sichtung römischer Kriegsschiffe die ganze Aktion wieder ab. Später stellte sich heraus, dass die panikverursachende römische Flotte aus 10 Schiffen bestand[17].

Trotz der hier kurz skizzierten Rückschläge auch in der Regierungszeit Philipps endete der kontinuierliche makedonische Machtverfall mit dem Herrschaftsantritt Philipps V. im Jahre 221 v. Ch. Denn dem neuen Makedonenkönig gelang es zunehmend, die makedonischen Positionen zu konsolidieren. Den Bundesgenossenkrieg gegen die Ätolische Liga, die ständig nach der Vergrößerung ihres Territoriums und der Ausweitung ihres Einflusses trachtete, beendete er mit einem günstigen Friedensschluss im Jahre 217 v. Ch. (Frieden von Naupaktos)[18]. Die römischen Niederlagen am Trasimenischen See und anschließend bei Cannae bewogen Philipp dann endgültig, im Verbund mit Hannibal die Realisierung der vormaligen antigonidischen Hegemonie über Griechenland, den Epirus und Illyrien zu suchen. Aus diesem Grunde entsandte er dann im Sommer 215 v. Ch. den Athener Xenophanes zu Unterhandlungen mit Hannibal, die in eine Allianz zwischen ihm und Hannibal einmündeten[19]. Die räumlich begrenzte Zielsetzung seiner politischen Vorstellungen manifestierte sich überdeutlich in der Aufnahme der Klausel, dass Karthago mit Rom nur unter der Bedingung der Aufgabe des illyrischen Herrschaftsbereiches durch Rom Frieden schließen würde[20]. Die Bemühungen um eine karthagisch-makedonische Annäherung erhielten allerdings einen Rückschlag, als der von Philipp V. zu Hannibal entsandte Xenophanes und die ihn begleitenden karthagischen Offiziere von den Römern gefangengenommen wurden. Der Versuch des Xenophanes sich als eine von Philipp V. entsandte, allerdings für Rom bestimmte Gesandtschaft zu präsentieren, scheiterte an der Eindeutigkeit der karthagischen Uniformen[21]. Als man dann auch noch bei der Durchsuchung des Gepäcks das „corpus delicti“, d. h. den für Philipp bestimmten Vertragsentwurf fand, waren die Römer gewarnt und gewannen hierdurch wertvolle Zeit, um sich auf eine eventuelle Invasion Italiens durch die Makedonen vorzubereiten. Zu den konkret von den Römern ergriffenen Sicherungsmaßnahmen gehörte die Verstärkung der vor Tarent ankernden Flotte und die Verlagerung des apulischen Heeres unter Laevinius nach Brundisium (Brindisi). Die Zeitverzögerung, die durch diesen für Makedonien ungünstigen Zwischenfall entstand, verhinderte denn auch ein gemeinsames militärisches Vorgehen Philipps und Hannibals gegen Rom.

[...]


[1] Nach der Niederlage am Trasimenischen See (Juni 217 v. Ch.) wählten die Zenturiatskomitien Quintus Fabius Maximus „Cunctator“ zum Diktator. Dieser setzte im Kampf gegen Hannibal auf eine Abnutzungsstrategie unter konsequenter Vermeidung einer Entscheidungsschlacht. Nach der Niederlage von Cannae wurde er dreimal hintereinander zum Konsul gewählt. Er hielt als Konsul natürlich an der Strategie fest, die er bereits als Diktator im Kampf gegen Hannibal verfolgt hatte. Siehe hierzu: Heftner, Herbert: Der Aufstieg Roms: Vom Pyrrhoskrieg bis zum Fall von Karthago (280-146 v. Ch.), Regensburg, 1997, S. 216-217; 248

[2] Goldsworthy, Adrian: The Punic Wars, London, 2000

[3] Lancel, Serge: Hannibal-Die Biographie, Düsseldorf, 2000, S. 187

[4] Ebenda, S. 188

[5] Zumindest ließen die Karthager Hieronymus in dem Glauben, sie würden ihm ganz Sizilien überlassen, wenn erst einmal der endgültige Sieg über Rom errungen sein würde. Ebenda, S. 198

[6] Titus Livius, XXIV, 4; zur Qualität der geschichtlichen Darstellung des Titus Livius (um 59 v. Ch.-um 17 n. Ch.) siehe Lancel, S.: Hannibal, S. 50-52

[7] Bei Adranadorus handelte es sich um einen der Schwiegersöhne des verstorbenen Hieron. Zugleich fungierte er Titus Livius zufolge nach dem Tode des romtreuen Hieron als einer von insgesamt 15 Vormündern des beim Ableben seines Onkels 15-jährigen Hieronymus. Der ein Bündnis mit Karthago befürwortende Adranadorus fiel den gleichen Verschwörern zum Opfer, die bereits die Ermordung Hieronymus organisiert hatten. Siehe hierzu: Titus Livius, XXIV, 4; 21

[8] Goldsworthy, A.: The Punic Wars, S. 261-262

[9] Zu Details der Belagerung von Syrakus siehe: Lancel, S.: Hannibal, S. 207-211; Goldsworthy, A.: The Punic Wars, S. 262-266

[10] Lancel, S.: Hannibal, S. 209

[11] Goldsworthy, A.: The Punic Wars, S. 267

[12] Die für Syrakus bestimmte karthagische Flotte bestand Ende 212 v. Ch. aus 700 Handelsschiffen, die unter dem Schutz von 150 Kriegsschiffen standen. Die rivalisierenden römisch-karthagischen Flotten standen sich vor Kap Pachynus gegenüber, ohne dass es zum Kampf kam. Denn als die römische Flotte nach einer Wetterberuhigung zum Angriff auf die karthagische ansetzte, entzog sich die karthagische Kriegsflotte unter der Führung des Bomilcar der Schlacht. Einer Schlacht, die bei günstigem Ausgang für die Karthager hätte dazu beitragen können, den Fall von Syrakus an die Römer abzuwenden. Ob Feigheit oder Risikoscheu hinter der Entscheidung Bomilcars standen, sei hier mal dahin gestellt. Zu dem Ereignis selbst: Goldsworthy, A.: The Punic Wars, S. 265

[13] Muttines half den Römern bei der Einnahme von Akragas, weil ihm seine militärischen Erfolge im Kampf gegen die Römer nicht die Anerkennung, sondern vielmehr die Eifersucht seines Vorgesetzten Hanno eintrugen. Dieser degradierte und demütigte ihn dadurch, dass er ihm das Kommando über die numidische Reiterei entzog und in einer demonstrativen Geste seinem Sohn übertrug. Ebenda, S. 267

[14] Ebenda, S. 256

[15] Ebenda, S. 255

[16] Demetrios von Pharos provozierte im Jahre 219 v. Ch. eine militärische Reaktion der Römer, als seine Raubzüge gegen römische Handelsschiffe die Ägäis erreichten. Um die Bedrohung der römischen Handelsschifffahrt in der Adria und der Ägäis durch (illyrische) Piratenkönige wie Demetrios zu beenden, entschlossen sich die Römer zum militärischen Eingreifen. Demetrios flüchtete sich vor den Römern an den Hof Philipps V. von Makedonien, der das Ansinnen der Römer nach dessen Auslieferung zurückwies. Demetrios fungierte fortan als ein enger Berater des Makedonenkönigs, insbesondere in illyrischen Angelegenheiten. Siehe hierzu: Greene, Peter: Alexander to Actium: The Historical Evolution of the Hellenistic Age, University of California Press, 1993, S. 286

[17] Goldsworthy, A.: The Punic Wars, S. 255

[18] Greene, P.: Alexander to Actium, S. 286-287; Goldsworthy, A.: The Punic Wars, S. 255

[19] Lancel, S.: Hannibal, S. 196

[20] Polybios (um 200-um 120 v. Ch.) VII 9 zufolge lautete der Vertragstext wie folgt: „(4) Der Feldherr Hannibal erklärt und (ebenso) alle Ratsmitglieder der Karthager in seinem Stab und alle Karthager, die mit ihm im Felde stehen: in Bezug auf alles, was euch und uns gut erscheint wollen wir diesen Eid leisten über Freundschaft und gutes Einverständnis, Freunde, Verwandte und Brüder (5) unter der Bedingung, dass geschützt werden von König Philipp und den Makedonen und den anderen Hellenen, die deren Bundesgenossen sind, die „Herren Karthager“ und der Feldherr Hannibal und seine Begleitung und die unter karthagischer Herrschaft stehenden, die dieselben Gesetze haben und die Uticenser und alle Städte und Stämme, die den Karthagern untertan sind und die Soldaten und die Bundesgenossen (6) und alle Städte und Stämme in Italien, im Kelten und im Ligurerland, mit denen uns Freundschaft verbindet und mit denen wir in diesem Land Freundschaft und Bundesgenossenschaft schließen werden.(7) Ebenso sollen König Philipp und die Makedonen und unter den anderen Griechen ihre Bundesgenossen geschützt und bewahrt werden von den Karthagern, die mit uns im Feld stehen und von den Uticensern und von allen Städten und Stämmen, die den Karthagern untertan sind und von den Bundesgenossen und Soldaten und von allen Städten und Stämmen in Italien und im Kelten und Ligurerland und von allen anderen, die in diesen Gegenden Italiens (künftig) unsere Bundesgenossen sein werden. (8) Wir wollen gegeneinander nichts Feindseliges planen, einander keine Fallen stellen, sondern mit allem Eifer und aller Loyalität, ohne Arglist und Intrige, Feind sein denen, die gegen die Karthager führen, mit Ausnahme derjenigen Könige und Städte und Häfen, mit denen uns (Vertrags-) Eide und Freundschaftsbande verbinden. (9) Und auch wir werden Feinde sein denen, die gegen König Philipp Krieg führen, mit Ausnahme der Könige und Städte und Stämme, mit denen uns Eide und Freundschaftsbande verbinden. (10) Ihr werdet ferner uns sein für den Krieg, den wir gegen die Römer haben, bis die Götter euch und uns den Sieg geben; (11) und ihr werdet uns helfen, wie es erforderlich ist und wie wir es vereinbaren werden.(12) Wenn die Götter uns den Sieg gegeben haben im Krieg gegen die Römer und ihre Bundesgenossen und wenn dann die Römer bitten, mit ihnen einen Vertrag über Freundschaft abzuschließen, dann werden wir ihn so abschließen, dass für euch die gleiche Freundschaft gelten soll (13) mit der Bedingung, dass sie gegen euch nie Krieg beginnen dürfen und dass die Römer nicht Herren sein sollen über die Kerkyraier, Apolloniaten, Epidamnier, auch nicht über Pharos, Dimale, die Parthiner oder Atintanien... (15) Wenn aber die Römer gegen euch Krieg beginnen oder gegen uns, wollen wir einander in diesem Krieg Hilfe bringen, wie es für einen jeden erforderlich ist,..“

[21] Goldsworthy, A.: The Punic Wars, S. 256

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Bündnispolitik Hannibals während des Zweiten Punischen Kriegs
Untertitel
Ausblick auf die römische Neuordnung des hellenistischen Ostens
Hochschule
Universität zu Köln  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Einführungsseminar
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V309395
ISBN (eBook)
9783668076808
ISBN (Buch)
9783668076815
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hannibal-Rom-Zweiter Punischer Krieg-Syrakus-Makedonien-Kynoskephalai-Apameia-Pydna
Arbeit zitieren
Magister Artium Suad Zumberi (Autor), 2003, Die Bündnispolitik Hannibals während des Zweiten Punischen Kriegs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309395

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