Die vorliegende Hausarbeit untersucht schwerpunktmäßig die für Lehrer relevanten psychosozialen Einflussmöglichkeiten ab der Sekundarstufe I für die Konzentrationsförderung von Kindern mit ADHS. Es ist die Absicht, unter wissenschaftlicher Fundierung empfohlene Vorgehensweisen für einen pädagogischen Umgang mit den Betroffenen zu präsentieren, wobei inhaltlich an verschiedene Sitzungen eines vom Autor besuchten Seminars angeknüpft wird. Im Vordergrund steht die Orientierung an dem Schwerpunkten „Grundlagen zur Leistungsmotivation“.
Zunächst wird eine über ADHS informierende Grundlage samt Symptomatik und Diagnosekriterien gegeben. Im Folgenden werden die Ursachen der ADHS und anschließend eine Fokussierung auf die Ursprünge und Entwicklung der Aufmerksamkeitsproblematik vorgenommen, wobei daraus resultierende schulische Probleme vorstellt und im Anschluss sinnvolle Strategien und Vorgehensweisen diskutiert werden, wie es gelingen kann, die Aufmerksamkeitssymptomatik von ADHS-SuS (Schülern und Schülerinnen) dem Unterricht situationsentsprechend anzupassen und diese positiv zu beeinflussen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Fragestellung
2. ADHS
2.1 Entstehung
2.2 Ursachen der Aufmerksamkeitsprobleme
2.2.1 Der Zusammenhang von Motivation und Aufmerksamkeit
2.2.1.1 Ablenkbarkeit
2.2.1.2 Intensität
2.2.2 Gründe geringer Motivation
2.2.3 Negative Leistungserlebnisse
2.2.4 Interaktion der Umwelt
3. Pädagogische Einwirkungen
3.1 Strukturen
3.2 Regeln
3.2.1 Positives Verhalten verstärken
3.2.1.1 Wenn- Dann- Pläne
3.2.1.2 Punkteplan
3.2.1.3 Verstärkerentzugssystem
3.3. Unterrichtsgestaltung
3.4 Mehr Aufmerksamkeit durch gute Leistungen
4. Diskussion
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Förderung der Konzentration auf Unterrichtsinhalte bei Schülerinnen und Schülern mit ADHS, um ihnen eine bessere Lernausgangslage zu ermöglichen. Der Fokus liegt dabei auf der wissenschaftlich fundierten Präsentation pädagogischer Strategien für Lehrer, ohne dabei den Anspruch eines allumfassenden Lösungshandbuchs zu erheben.
- Psychosoziale Einflussmöglichkeiten im Kontext Schule
- Die Bedeutung von Motivation für die Aufmerksamkeitsleistung
- Strukturelle Rahmenbedingungen und classroom-management
- Einsatz von Verstärkersystemen und Verhaltensregeln
- Methoden zur Förderung der Selbstregulation
Auszug aus dem Buch
3.2.1.1 Wenn- Dann- Pläne
Grundlage dieses Systems ist der Wunsch von SuS sich in einer bestimmten Weise zu verhalten und dem Problem, dies nicht umsetzen zu können – dieses Phänomen, die Diskrepanz zwischen Wollen und tatsächlichem Handeln, wird als Intention-Behavior-Gap bezeichnet. „Ein Wenn-Dann-Plan hat das Format „Und immer wenn die Situation X eintritt, dann führe ich Handlung Y durch“ – die Handlung Y ist eine zielführende Handlung, das heißt, sie führt zum Ziel Z“25. Zunächst wird hierbei gemeinsam mit dem Betroffenen ein konkretes und vor allem realistisches Ziel vereinbart. Anschließend wird gemeinsam nach Lösungen und Wegen gesucht, die Ziele zu erreichen. Dabei werden Handlungsmöglichkeiten vereinbart, die bei bestimmten Situationen durchgeführt werden, z.B. „immer wenn aus dem Fenster gucken möchte, dann schreibe ich eine Information, die der Lehrer gerade sagt, in mein Heft“. Das Vorgehen des Wenn-Dann-Planes ermöglicht es, Verhalten zu automatisieren. SuS haben somit eine plangemäße Hilfe, wie sie in bestimmten Situationen reagieren. Identifizieren sich SuS mit diesem System, etwa durch Mitbestimmung der Regeln, zeigen Kinder mit ADHS „eine verbesserte Inhibitionsleistung, einen verbesserten Aufgabenwechsel und ein verbessertes Arbeitsgedächtnis, wenn sie vor der Erledigung einer laborexperimentellen Aufgabe gebeten werden, einen relevanten Wenn-Dann-Plan zu bilden“26.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Fragestellung: Darstellung der persönlichen Unterrichtsbeobachtungen, Herleitung der Forschungsfrage zur Konzentrationsförderung bei SuS mit ADHS und Eingrenzung des methodischen Fokus.
2. ADHS: Definition des klinischen Störungsbildes sowie Erläuterung der neurobiologischen Ursachen und psychosozialen Faktoren, die Aufmerksamkeitsprobleme im Schulkontext begünstigen.
3. Pädagogische Einwirkungen: Vorstellung konkreter pädagogischer Maßnahmen wie der Schaffung stabiler Strukturen, der Implementierung von Regeln und der Anpassung der Unterrichtsgestaltung.
4. Diskussion: Kritische Reflexion der vorgestellten externen Motivationsmodelle und Plädoyer für einen Prozess, der die Selbstregulation stärkt und die Betroffenen mit den schulischen Anforderungen konfrontiert.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung, dass die Steigerung der Aufmerksamkeit von der Attraktivität der Aufgaben sowie dem Einsatz geeigneter Verstärkersysteme abhängt.
Schlüsselwörter
ADHS, Aufmerksamkeit, Konzentration, Lernmotivation, Pädagogik, Unterrichtsgestaltung, Selbstregulation, Operante Konditionierung, Verstärkersysteme, Verhaltensstörung, Schüler, Schule, Reizoffenheit, Lehrer-Schüler-Interaktion, Leistungsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Unterstützung von Schülern mit ADHS im Schulalltag, um deren Konzentrationsfähigkeit auf Unterrichtsinhalte zu steigern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Ursachen der ADHS-Symptomatik, Motivationsstrategien, die Gestaltung des Lernumfeldes durch Strukturen sowie den gezielten Einsatz von Verstärkersystemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Lehrern wissenschaftlich fundierte und praktisch anwendbare Wege aufzuzeigen, wie sie durch pädagogisches Handeln die Lernausgangslage für Schüler mit ADHS verbessern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der Fachliteratur und verknüpft dabei pädagogische Konzepte mit verhaltenspsychologischen Ansätzen wie der Theorie der operanten Konditionierung.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil behandelt neben der theoretischen Einbettung vor allem praktische Interventionen wie die Einführung von Regeln, die Nutzung von Wenn-Dann-Plänen, Punkteplänen und Techniken zur Unterrichtsgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie ADHS, Aufmerksamkeitsförderung, Selbstregulation, Motivation und pädagogische Strukturen im Schulalltag.
Warum wird der Begriff "Wenn-Dann-Pläne" hervorgehoben?
Das Konzept wird hervorgehoben, weil es Schülern hilft, die Lücke zwischen Wollen und Handeln zu schließen und das gewünschte Verhalten durch Automatisierung im Unterrichtsgeschehen zu erleichtern.
Welche Rolle spielt die Kooperation mit den Eltern?
Die Kooperation ist essenziell, um eine konsistente Rückmeldung über Erfolge sicherzustellen, wodurch die externe Verstärkung des Verhaltens unabhängig vom schulischen Umfeld wirksamer wird.
- Arbeit zitieren
- Dennis Wibran (Autor:in), 2014, ADHS-Schüler im Unterricht. Strategien der Konzentrationsförderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309413