Pharmakotherapie bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS


Hausarbeit, 2015
15 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. In Deutschland zugelassene Präparate
2.1. Stimulanzien
2.1.1. Methylphenidat
2.1.1.1. Methylphenidat mit kurzer Wirkdauer (immediate-release Methylphenidat)
2.1.1.2. Methylphenidat mit längerer Wirkdauer (extended-release Methylphenidat)
2.1.2. Dexamphetamin (d-I-Amphetamin)
2.2. Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer
2.2.1. Atomoxetin

3. Probleme bei der Behandlung
3.1. Methylphenidat
3.1.1. Nebenwirkungen
3.1.2. Missbrauch
3.2. Atomoxetin
3.2.1. Nebenwirkungen

4. Wirksamkeit und Anwendung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (im Folgenden als ADHS bezeichnet) gehört zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter (Pelz, Banaschewski, & Becker, 2008).

Laut Schätzungen des Barmer Ärztereportes aus dem Jahre 2013 wird bei etwa jedem vierten Jungen und jedem zehnten Mädchen in Deutschland im Lebensverlauf ADHS diagnostiziert (Grobe, Bitzer, & Schwartz, 2013). In den Jahren 2006 bis 2011 ist die ambulante Diagnoserate um 49% gestiegen und auch die Verschreibungen von bei ADHS zugelassenen Medikamenten sind mit 39% deutlich gewachsen (Grobe et al., 2013). Das Ärzteblatt berichtet schon von einer „Überdiagnose von ADHS“ (Aerzteblatt, 2012). Klar ist jedenfalls, dass hyperkinetische Störungen, wie ADHS, immer größere Bedeutung in unserer Gesellschaft erlangen.

Die Kernsymptome der ADHS belaufen sich auf Aufmerksamkeitsstörungen, Impulsivität und Hyperaktivität, welche hauptsächlich im Kindes- und Jugendalter auftreten, jedoch bis ins Erwachsenenalter erhalten bleiben können (Döpfner, Banaschewski, & Sonuga-Barke, 2008).

Sobald die Kernsymptome zu einem stark ausgeprägten und situationsunabhängigen Störungsbild führen und für den Patienten eine erhebliche Einschränkung des Alltags vorliegt, wird primär zu einer medikamentösen Therapie gegriffen (Döpfner et al., 2008).

Für eine primäre Pharmakotherapie stehen hauptsächlich zwei Wirkstoffgruppen zur Verfügung, die sich als potent erwiesen haben: Stimulanzien wie Methylphenidat oder Dexamphetamin und selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer wie Atomoxetin (Döpfner et al., 2008).

Welche verschiedenen Präparate zur Auswahl stehen, wie wirksam sie sind und wie eine Behandlung aussehen kann, falls konkret auf eine primäre Pharmakotherapie gesetzt wird, soll im Folgenden näher erläutert werden. Hierbei soll keine Hervorhebung der Pharmakotherapie gegenüber anderen Therapieformen der ADHS erfolgen, sondern lediglich die medikamentösen Möglichkeiten beleuchtet werden.

2. In Deutschland zugelassene Präparate

Die im Folgenden näher erläuterten Präparate sind jene, die zur Behandlung von ADHS in Deutschland zugelassen sind.

Darüber hinaus stehen Medikamente der dritten und vierten Wahl zur Verfügung, die allerdings nicht primär für die Behandlung von ADHS zu gelassen sind (Pelz et al., 2008). Dazu zählen beispielsweise trizyklische Antidepressiva, Antihypertensiva und Bupropion, die nur in Erwägung gezogen werden, wenn weder eine Therapie mit Stimulanzien noch mit Atomoxetin angeschlagen hat oder komorbide Störungen vorliegen (Pelz et al., 2008).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Übersicht über die derzeit in Deutschland primär für die Pharmakotherapie von ADHS zugelassenen Präparate (Pelz et al., 2008).

2.1. Stimulanzien

2.1.1. Methylphenidat

Das Psychostimulanz Methylphenidat gilt für die Behandlung von ADHS als Mittel der ersten Wahl und ist weltweit die am häufigsten eingesetzte Substanz (Trott & Wirth, 2000). Durch die Wiederaufnahmehemmung des Neurotransmitters Dopamin führt Methylphenidat zu einer erhöhten Dopaminkonzentration im präsynaptischen Spalt des zentralen Nervensystems (Trott & Wirth, 2000).

Da es sich hierbei um ein Betäubungsmittel handelt unterliegt der Verkehr wegen Missbrauch und Suchtgefahr strengen Kontrollen, die Verschreibung muss auf eigens dafür vorgesehenen Formblättern erfolgen (Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung, 1998). Zusätzlich dürfen Ärzte laut Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (1998) innerhalb von 30 Tagen maximal 2400 mg Methylphenidat verordnen.

Die im Folgenden näher beschriebenen Präparate sind nur für die Therapie von ADHS bei Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren zugelassen, darüber hinaus gibt es seit einigen Jahren auch für Erwachsene zugelassene Präparate, wie etwa Medikinet adult (Bopp & Herbst, 2010).

Methylphenidat wird einschleichend dosiert, wobei die Tagesdosis dann wöchentlich erhöht werden kann (Bopp & Herbst, 2010). Pro Tag sollten Kinder- und Jugendliche jedoch nicht mehr als 60mg einnehmen (Bopp & Herbst, 2010). Zur Auswahl stehen immediate-release Methylphenidat, das sofort seine Wirkung entfaltet, sowie extended-release Methylphenidat mit verzögerter Wirkstoff-Freisetzung (Banaschewski et al., 2006).

Besonders zu beachten bei der Therapie mit Methylphenidat sind Wechselwirkungen mit Monoaminooxidase-Hemmern, die zur Behandlung von Depressionen oder Parkinson eingesetzt werden (Bopp & Herbst, 2010). Darüber hinaus ist Methylphenidat bei schweren psychischen Erkrankungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Suchtvergangenheiten sowie Engwinkelglaukomen kontraindiziert (Bopp & Herbst, 2010).

2.1.1.1. Methylphenidat mit kurzer Wirkdauer (immediate-release Methylphenidat)

Methylphenidat mit kurzer Wirkdauer (immediate-release Methylphenidat) entfaltet bereits nach 20 Minuten seine Wirkung und zeigt innerhalb von drei bis vier Stunden klinische Effekte (Pelz et al., 2008). Problematisch ist diese kurze Wirkzeit besonders bei Schulkindern, da die Symptomatik der ADHS so bereits während des Schultages wieder zunehmen kann und eine wiederholte Einnahme erzwingt (Pelz et al., 2008).

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Pharmakotherapie bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS
Hochschule
Universität Ulm
Note
1,0
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V309541
ISBN (eBook)
9783668081673
Dateigröße
637 KB
Sprache
Deutsch
Reihe
Aus der Reihe: e-fellows.net stipendiaten-wissen
Schlagworte
adhs, aufmerksamkeitsdefizit, hyperaktiv, adhd, Aufmerksamkeitsstörung, Therapie, medikament, Pharmakotherapie, Methylphenidat, Dexamphetamin, Atomoxetin
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Pharmakotherapie bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309541

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