Die Sexualität männlicher Bewohner in Einrichtungen der stationären Altenhilfe. Fördernde und hemmende Faktoren

Die subjektive Sichtweise der Betroffenen


Masterarbeit, 2013
142 Seiten, Note: 2,1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

A. Einleitung

B. Theoretischer Teil
1. Begriffliche Annäherung
1.1 Sexualität
1.2 Einrichtungen der stationären Altenhilfe
2. Literaturstudie
2.1 Methodik der Literaturstudie
2.2 Tabuisierung von Sexualität in der Lebensphase Alter
2.3 Das Alter, eine asexuelle Lebensphase?
2.4 Veränderungen der Sexualität in der Lebensphase Alter
2.5 Veränderungen des Körpers
2.5.1 Der sexuelle Reaktionszyklus
2.5.2 Sexualphysiologische Veränderungen bei der Frau
2.5.3 Sexualphysiologische Veränderungen beim Mann
2.6 Der Einfluss von Gesundheit und Krankheit auf die Sexualität im Alter
2.6.1 Der Einfluss des Gesundheitszustandes auf die Sexualität im Alter
2.6.2 Der Einfluss von Erkrankungen und Medikamenten auf die Sexualität im Alter
2.6.3 Sexuelle Funktionsstörungen
2.6.3.1 Sexuelle Funktionsstörungen bei älteren Frauen
2.6.3.2 Sexuelle Funktionsstörungen bei älteren Männern
2.6.4 Einnahme von Medikamenten
2.6.5 Kardiovaskuläre Erkrankungen
2.6.6 Diabetes mellitus
2.6.7 Inkontinenz
2.6.8 Schlaganfall
2.6.9 Morbus Parkinson
2.6.10 Depression
2.6.11 Demenz
2.6.12 Krebserkrankungen
2.6.12.1 Krebserkrankungen bei Frauen
2.6.12.2 Krebserkrankungen bei Männern
2.7 Sexualität in Einrichtungen der stationären Altenhilfe
2.7.1 Sexuelle Aktivität von Pflegeheimbewohnern
2.7.2 Tabuisierung von Sexualität in Einrichtungen der stationären Altenhilfe
2.7.3 Einstellungen des Personals zur Sexualität der Heimbewohner
2.7.4 Intimsphäre und Privatsphäre
2.7.5 Fehlende Strategien im Umgang mit Sexualität
2.7.6 Rahmenempfehlungen und Leitlinien
2.7.7 Sexualassistenz

C. Methodisches Vorgehen
1. Symbolischer Interaktionismus
2. Kennzeichen qualitativer Forschung
3. Gütekriterien qualitativer Forschung
4. Generalisierung und Generalisierungsziele
5. Erhebungsmethode
5.1 Das problemzentrierte Interview
5.2 Einstiegsfrage und Vorstellung des Leitfadens
6. Datenanalyse
6.1 Qualitative Inhaltsanalyse
6.2 Computergestützte Datenauswertung
6.3 Sampling-Strategie
6.3.1 Feldzugang und Gewinnung von Probanden
6.3.2 Einschlusskriterien
6.4 Transkription
6.5 Datenschutz
7. Ethische Überlegungen
7.1 Ethische Überlegungen und Antrag an die Ethikkommission
7.2 Informed Consent

D. Darstellung der Ergebnisse
1. Rekrutierung der Studienteilnehmer
2. Rückmeldungen der angeschriebenen Einrichtungen
3. Beschreibung des Samples
4. Charakteristika der stationären Einrichtungen
5. Beschreibung des Analyseprozesses
6. Beschreibung der Einzelfälle
6.1 Herr Müller
6.2 Herr Braun
6.3 Herr Stromberg
6.4 Herr Fuchs
7. Darstellung der Ergebnisse anhand der Haupt- und Subkategorien
7.1 Adaption an die Situation
7.1.1 Hoffnung:
7.1.2 Abfinden / Resignation
7.1.3 Neupriorisierung
7.2 Biografie
7.3 Tabuisierung
7.4 Stereotype
7.5 Religion
7.6 Einstellungen zur Sexualität
7.7 Sexuelles Interesse
7.8 Sexuelle Aktivität
7.9 Weitere Ausdrucksformen von Sexualität
7.9.1 Nicht-genitale Berührungen
7.9.2 Fantasien
7.9.3 Verbale Äußerungen über Sexualität
7.10 Partnerschaft
7.10.1 Sexuelles Interesse der Partnerin
7.10.2 Liebe
7.11 Körperliche Veränderungen
7.12 Krankheit
7.12.1 Mobilitätseinschränkungen
7.12.2 Medikamente
7.12.3 Inkontinenz
7.12.4 Operationen
7.12.5 Erektionsprobleme
7.13 Heim / Institution
7.13.1 Regeln / Restriktionen
7.13.2 Räumliche Faktoren
7.14 Grenzen
7.15 Pflege als funktionale Handlung

E. Diskussion und Ausblick
1. Zusammenfassung
2. Diskussion
3. Kritische Methodenreflexion
4. Schlussfolgerungen für Forschung und Praxis

F. Literaturverzeichnis

Anhang I

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellungsverzeichnis

Darstellung 1: Schematische Darstellung des sexuellen Reaktionszyklus beim jungen und alten Mann nach Grond (2011:31)

Darstellung 2: Samplecharakteristika

Darstellung 3: Codesystem und Subcodes in MAXQDA 11

A. Einleitung

Mit der vorliegenden Masterthesis wird das Ziel verfolgt, Faktoren offenzulegen, die die Sexualität männlicher Bewohner in Einrichtungen der stationären Altenhilfe fördern oder hemmen können. Der Fokus liegt dabei auf dem subjektiven Erleben der betroffenen Personen. Dieses wird mit Hilfe eines qualitativen Forschungsdesigns in das Zentrum der Arbeit gestellt.

Der demografische Wandel stellt die alternde Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Tatsache dar, dass die Anzahl der pflegebedürftigen Personen steigen wird. Derzeit gelten in Deutschland ca. 2,5 Millionen Menschen im Sinne des elften Sozialgesetzbuches (SGB XI) als pflegebedürftig. Von diesen 2,5 Millionen Betroffenen werden 743.000 (30%) Pflegebedürftige in vollstationären Einrichtungen versorgt, 74% von ihnen sind weiblich (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2013b:8). Bis zum Jahr 2030 kann unter Fortschreibung des Status quo mit einer Zunahme der pflegebedürftigen Personen auf 3,37 Millionen gerechnet werden. Der Anteil der weiblichen Personen wird dabei voraussichtlich um 43% steigen, der Anteil der männlichen Pflegebedürftigen um 65% (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2010:27), was unter anderem auf eine steigende Lebenserwartung der Männer zurückgeführt werden kann.

Der starke Zuwachs von Pflegebedürftigen stellt die Sozialpolitik, aber vor allem auch die an der direkten Versorgung beteiligten Erbringer von Dienstleistungen vor besondere Herausforderungen. Neben gesetzlichen Gegebenheiten liegt das Entstehen dieser Herausforderungen in den speziellen Anforderungen der zu versorgenden Klientel und deren immanenten Bedürfnissen begründet. Waren zuvor nur wenige Männer in den Einrichtungen zu finden, werden es in Zukunft deutlich mehr sein – und damit werden sich auch die Anforderungen an die Einrichtungen ändern.

Für den Bereich der stationären Altenhilfe heißt dies, dass die Einrichtungen die Bedürfnisse der Bewohner erkennen müssen und Strukturen dafür schaffen oder verändern müssen, die zum Erfüllen der Bedürfnisse beitragen. In vielen Bereichen, die das Leben der Bewohner tangieren, ist dies bereits geschehen. Es steht jedoch primär das Erfüllen von physischen Bedürfnissen im Vordergrund und emotionale Bedürfnisse der in Heimen lebenden Personen werden weitgehend ausgeblendet (Zwettler, 2004:117).

Erst in den letzten Jahren gelangten Themen wie die Lebensqualität zunehmend in den Fokus der (deutschen) in Heimen Forschenden und damit auch zwangsläufig die Diskussion über die psychosozialen Bedürfnisse der Heimbewohnerschaft. Eines dieser Bedürfnisse ist die sexuelle Entfaltung. Dass dieses Bedürfnis oftmals ausgeblendet wird, kann unter anderem mit der zum Teil noch immer verbreiteten Annahme zusammenhängen, dass das Alter von asexueller Natur sei (Schultz-Zehden, 2013:53).

Zahlreiche Studien belegen jedoch, dass sich die Sexualität im Alter zwar verändert, aber nicht einfach aufgrund des Alters verschwindet – und dass die Sexualität nicht zwangsweise mit dem Einzug in eine Pflegeeinrichtung nachlässt (Elias & Ryan, 2011:1670).

Angesichts der Tatsache, dass alte Menschen nicht ohne Grund in eine Pflegeeinrichtung einziehen, geraten diese Bedürfnisse jedoch aus dem Blickfeld. So sind diese Personen multimorbid1 und in ihrer Alltagsfähigkeit eingeschränkt, wodurch sie hilfe- bzw. pflegebedürftig werden, jedoch das Bedürfnis nach Sexualität nicht verlieren, auch wenn dies für viele Menschen nicht verständlich ist (Zettl-Wiedner, 2011:126).

Durch das Leben in einer Einrichtung werden pflegebedürftige Menschen zumeist noch weiter eingeschränkt. Dies ist nicht zuletzt dadurch bedingt, dass das Leben in Altenheimen einen hohen Grad von Strukturierung aufweist und von „starren Abläufen dominiert“ ist, die „in engem Zusammenhang mit der pflegerischen Tätigkeit“ stehen (Müller, 2010:115). Bedingt durch diese Strukturierung sind die Einrichtungen mit dem Bedürfnis nach sexuellem Kontakt und Intimität häufig überfordert (Gatterer, 2011:191).

Weitere Einschränkungen ergeben sich dadurch, dass die Bewohner nie ganz alleine sind, da zu jeder Tages- und Nachtzeit andere Bewohner und Pflegekräfte anwesend sind, unter Umständen auch im eigenen Zimmer (Michelchen, 2008:11f.). Somit sind eine ausreichende Privat- und Intimsphäre nicht a priori gegeben. Die zuvor genannten Punkte entsprechen mitunter einigen Charakteristika „totaler Institutionen“ (vgl. Goffmann, 1973).

Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben, stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis mit den dort tätigen Pflegekräften und Angehörigen anderer Berufsgruppen. Sie sind abhängig von den Handlungen der Pflegenden, wie z.B. von Hilfestellungen bei der Körperpflege, bei der Ausscheidung, der Mobilität oder der Nahrungsaufnahme. Einige der Handlungen dringen in höchst intime Bereiche der zu pflegenden Bewohner vor; sie sind jedoch nötig, um die Pflege fach- und sachgerecht durchführen zu können (Michelchen, 2008:21).

Die in den Einrichtungen tätigen Pflegepersonen befinden sich im ständigen Konflikt zwischen dem Bewahren der Autonomie und der Kontrolle / Beaufsichtigung der Bewohner (Archibald, 1998). Und ebenso sind sie es, die mit ihren Einstellungen und Handlungen Einfluss auf die Sexualität der zu pflegenden Personen haben können, wenn sie die Privat- / Intimsphäre der Bewohner nicht wahren oder inadäquat reagieren, wenn sie von sexuellen Handlungen hören, diese beobachten oder gar selbst davon betroffen sind, wenn sie zum Lustobjekt werden (Frank, M., 2004:20).

In der vorliegenden Arbeit geht der Autor der Frage nach, welchen Einfluss die zuvor genannten Bedingungen auf die Sexualität der Bewohner haben können und wie diese von ihnen individuell erlebt werden. Neben dem Ermitteln der subjektiven Sicht der Betroffenen ist es ein weiteres Ziel der Arbeit, mit den Ergebnissen eine Sensibilisierung der Personen zu erreichen, die sich im täglichen Umgang mit den Betroffenen sehen und deren Lebensraum sowie deren Alltag mitgestalten.

Um die genannten Ziele zu erreichen, werden mit den in den Einrichtungen lebenden Bewohnern problemzentrierte Interviews (Witzel, 1985, 2000) geführt und diese werden anhand der qualitativen Inhaltsanalyse in Anlehnung an Mayring (Mayring, 2000, 2010) ausgewertet.

Grundlage für die Untersuchung bildet eine Literaturstudie, die neben der begrifflichen Annäherung den theoretischen ersten Teil der Arbeit bildet, während sich der zweite Teil der Arbeit mit den angewandten Methoden und mit den ihnen zugrunde liegenden methodologischen Überlegungen befasst. Im dritten Teil der Arbeit erfolgen die Darstellung der Ergebnisse. Den letzten Teil der Arbeit bildet schließlich eine Zusammenfassung der gewonnen Ergebnisse, die im Anschluss diskutiert werden. Desweiteren werden die angewandten Methoden kritisch reflektiert und ein Ausblick für Forschung und Praxis gegeben.

B. Theoretischer Teil

Der theoretische Teil der vorliegenden Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil findet eine notwendige begriffliche Annäherung an die Begriffe „Sexualität“ und „Einrichtungen der stationären Altenhilfe“ statt. Der zweite Teil der Theoriearbeit besteht aus einer Literaturarbeit. Ziel der Literaturarbeit ist es, bereits bekannte Faktoren zu ermitteln, die die Sexualität älterer Menschen beeinflussen können. Das erlangte Vorverständnis über den Untersuchungsgegenstand dient im nächsten Schritt der Konstruktion des Leitfadens für das problemzentrierte Interview.

1. Begriffliche Annäherung

In der folgenden begrifflichen Annäherung wird der Begriff „Sexualität“ näher bestimmt und des Weiteren erläutert, was unter dem Begriff „Einrichtungen der stationären Altenhilfe“ zu verstehen ist. Weiterhin findet eine Eingrenzung der Einrichtungen statt, die in dieser Arbeit zu den Einrichtungen der stationären Altenhilfe gezählt werden.

1.1 Sexualität

Der Begriff „Sexualität“ lässt sich kaum in wenigen Worten beschreiben. Definitionen, wie sie in vielen Lehrbüchern zu finden sind, sondieren das komplexe Phänomen der Sexualität nur an der Oberfläche. Das Verständnis von dem, was als Sexualität definiert wird, kann dabei different ausfallen und unterliegt meist einer starken ideologischen und normativen Prägung (Wrede, 2000:25). Lautmann (2002:20) gibt an, dass sich die meisten soziologischen Autoren eine Definition des Begriffs ersparen und stattdessen lieber auf das „intuitive Verstehen“ dessen setzen. Gott (2005:12) konstatiert, dass die meisten Autoren sich implizit oder explizit darauf beschränken, Sexualität über die Begriffe „sexuelle Aktivität“ oder „Geschlechtsverkehr“ zu definieren, wenn es darum geht, den Begriff „Sexualität“ für empirische Studien zu operationalisieren. Heidenblut und Zank (2012:441) wiederum merken an, dass Studien aus der gerontologisch-psychologischen Richtung vor dem Problem einer Definition des Konstrukts „Sexualität“ stehen, und werfen gleichzeitig die Frage auf, wie weit der Begriff gefasst werden muss, um das Phänomen adäquat abzubilden. In Bezug auf die Weite des zu definierenden Gegenstandes formuliert Lautmann (2002:24), dass der Gegenstand einer Beschreibung bedarf, „die nicht zu eng ist (also gerade einmal den eigenen Standpunkt zuließe) und die nicht zu weit ist (also alles und jedes sexualisierte)“. Im Zuge dessen definiert Lautmann (ebd.:24f.) Sexualität wie folgt: „Sexualität ist eine kommunikative Beziehung, bei der Akteure Gefühle erleben, die eine genitale Lust zum Zentrum haben, ohne sich darauf zu beschränken. Für das sexuelle Erleben ist ein Orgasmus weder notwendige noch hinreichende Bedingung, und extragenital festgemachte Emotionen gehören dazu“. Lautmann (ebd.) liefert somit eine Definition, die die Kommunikation zwischen den an der Sexualität beteiligten Akteuren betont, und stellt die genitale Lust in das Zentrum seiner Begriffsbestimmung. Er betont jedoch auch, dass diese nicht darauf zu reduzieren sei und Emotionen außerhalb der Genitalregion eine Rolle spielen. Auch Bamler (2008b:185) hebt hervor, dass heute existierende wissenschaftliche Bestimmungen des Sexualitätsbegriffs weiter gefasst sind und dass diese „Sexualität nicht auf Genitalien und Orgasmus reduzieren“. Sexualität wird, so Bamler (ebd.), „als prinzipiell lebenslanges Bedürfnis nach körperlicher, auch non-genitaler Berührung definiert [...] [und] beinhaltet auch sexuelle Träume, Vorstellungen und Fantasien“. Auch von Sydow (1994:9) merkt an, dass „Sexualität sich nicht nur in Handlungen manifestiert, sondern sehr eng mit dem Gefühlsleben und mit der Liebe verknüpft ist“. Die Konstruktion des Begriffs Sexualität steht weiterhin im Zusammenhang damit, in welchem gesellschaftlichen Kontext dieser produziert wird und welche Werte, Normen und sozioökonomischen Verhältnisse diesem zugrunde liegen (Wrede, 2000:32). Eine Beschreibung von Sexualität über soziokulturelle Dimensionen liefert Brigitta Wrede. Sie führt aus, dass Sexualität nicht ein Stück Natur sei, das jedem Menschen innewohne, „sondern ein historisch gewachsenes gesellschaftliches Konstrukt [ist], das sich über zwischenmenschliche Beziehungen herstellt und reproduziert“ (ebd.:39). Sie sieht Sexualität als „Produkt sozialer Interaktionen“, das davon abhängig ist, „wie Individuen Sexualität gelernt haben“ (ebd.). Neben den genannten gesellschaftlich verorteten Bedingungen sieht sie auch biografische Faktoren als verantwortlich dafür, wie Individuen Sexualität leben, sie verstehen, interpretieren und bewerten (ebd.)

Eine weitere Definition in Form eines Modells liefert Dailey (1981). Dailey versteht Sexualität als Konstrukt, das aus fünf einzelnen Teilen besteht, die sich überschneiden und ineinander integriert sind. Als Bestandteile führt er Sinnlichkeit, Intimität, sexuelle Identität, Reproduktion und Sexualisierung an. Sinnlichkeit lässt sich nach Dailey in vier Teilaspekte aufgliedern: Das Wissen um physiologische Bedingungen der Sexualität, die Befriedigung des Bedürfnisses nach Hautkontakt, die Fähigkeit zur Entspannung durch einen Orgasmus und das Nutzen der Phantasie und des Gedächtnisses in Bezug auf die Sexualität. Intimität bezeichnet in dieser Definition das Bedürfnis und die Fähigkeit, emotionale Nähe zu einer anderen Person zuzulassen und diese zurückzugeben. Intimität betont im Gegensatz zur Sinnlichkeit eine Ebene der Emotionen und Gefühle und kann auch ohne die physische Komponente des Geschlechtsverkehrs vorhanden sein. Ebenso kann Geschlechtsverkehr auch ohne das Gefühl der Intimität stattfinden. Identität stellt eine weitere Komponente der Sexualität einer Person dar. Das Herausbilden einer sexuellen Identität ist ein kontinuierlicher Prozess, dessen Bestandteile die Entwicklung einer Geschlechterrolle und das Entwickeln einer Geschlechteridentität sind. Reproduktive Aspekte der Sexualität beschäftigen sich mit Fruchtbarkeit, Empfängnis und Kindererziehung. Der Begriff der Sexualisierung wird von Dailey (ebd.) genutzt, um zu beschreiben, wie Sexualität dazu eingesetzt wird, andere zu beeinflussen, zu kontrollieren und zu manipulieren. Diese fünf Komponenten sind in den soziokulturellen Rahmen eingebettet, der eine Person umgibt. Konstitutive Bedingungen dieses Rahmens sind Familie, Ethnie, Religion und sozioökonomische Faktoren.

Angesichts dieser diversen Beiträge zur Begrifflichkeit „Sexualität“ lässt sich zusammenfassend feststellen, dass Sexualität als komplexes soziales Konstrukt betrachtet werden kann, an dessen Bildung handelnde Individuen beteiligt sind. Einen zentralen Bestandteil bildet der Geschlechtsverkehr, jedoch sollte Sexualität nicht auf diesen reduziert werden und dieser sollte auch nicht als alleiniger Ausdruck von Sexualität gesehen werden. Neben dem Geschlechtsverkehr spielen Gefühle, Emotionen und Nähe, die nicht ausschließlich genitaler Natur sein müssen, eine zentrale Rolle. Geprägt wird die Sexualität durch den jeweiligen soziokulturellen / sozioökonomischen Rahmen sowie durch die individuelle Biografie der jeweiligen Personen.

1.2 Einrichtungen der stationären Altenhilfe

Mit dem Sammelbegriff „Altersheime“ werden „unterschiedliche Formen institutionalisierten Wohnens, die in Abhängigkeit von Trägerschaft, Leitungsform, Personal, Serviceangeboten, sozialer Lage der Bewohner, baulichen Bedingungen, Größe etc. zu differenzieren sind“ (Backes & Clemens, 2008:247), zusammengefasst.

Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder definieren stationäre Pflegeeinrichtungen wie folgt: „Stationäre Pflegeeinrichtungen repräsentieren die Grundgesamtheit der Pflegeeinrichtungen, in denen Pflegebedürftige unter ständiger Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachkraft gepflegt werden und ganztägig (vollstationär) untergebracht und verpflegt werden können“ (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2013a).

Es lassen sich drei unterschiedliche Heimtypen unterscheiden:

- Altenwohnheime ermöglichen das relativ eigenständige Leben der dort lebenden Menschen in kleinen Wohnungen, die über eine eigene Küche verfügen. Altenwohnheime bieten jedoch auch die Möglichkeit, dass die Mahlzeiten in der Gesellschaft mit den anderen dort Lebenden eingenommen werden können.
- Altenheime ermöglichen es Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, ihren Haushalt selbstständig zu führen, pflegerische und hauswirtschaftliche Hilfeleistungen in Anspruch zu nehmen. Auch in diesen Einrichtungen besteht häufig die Möglichkeit, in einer eigenen Wohnung oder in einem eigenen Apartment leben zu können.
- Pflegeheime bieten pflegebedürftigen Personen ein umfassendes Dienstleistungsangebot in dessen Rahmen neben pflegerischen und hauswirtschaftlichen Leistungen auch Betreuungsleistungen erbracht werden. Die dort lebenden Personen leben zumeist in Doppel- oder Einzelzimmern, die häufig individuell möbliert werden können (Bundesgesundheitsministerium, 2013).

Die meisten Einrichtungen bieten heute eine Mischform aus den verschiedenen Wohntypen an und lassen sich nicht mehr so trennscharf voneinander abgrenzen (ebd.).

Im Rahmen dieser Untersuchung werden stationäre Pflegeeinrichtungen wie oben aufgeführt als vollstationäre Einrichtungen verstanden, in denen die dort lebenden Menschen ihren Lebensmittelpunkt haben und in denen sie in vollem Umfang versorgt werden. Sie entsprechen daher am ehesten dem aufgeführten Typus des Pflegeheims.

2. Literaturstudie

Der erste Teil der Literaturstudie nimmt sich in allgemeiner Form des Themas „Sexualität im Alter“ an und liefert einen Überblick über zentrale Befunde. Im zweiten Teil der Literaturstudie wird der Forschungsstand zum Themenbereich „fördernde und hemmende Faktoren für die Sexualität in stationären Pflegeeinrichtungen“ rekonstruiert.

2.1 Methodik der Literaturstudie

Zur Rekonstruktion des Forschungsstandes wurde im Juni 2013 eine Literaturrecherche in folgenden Datenbanken durchgeführt: Cumulative Index to Nursing and Allied Health Literature (CINAHL), PSYNDEX, PsycINFO, Medical Literature Analysis and Retrieval System Online (MEDLINE), Google Scholar und im Katalog GeroLit des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA). Die Suche in CINAHL, PSYNDEX und PsycINFO erfolgte über den Service des Anbieters EBSCO, die Suche in der Datenbank MEDLINE über den Anbieter PubMed, die Suche in GeroLit über die Seite des Anbieters. Zur Suche wurden die folgenden Schlagworte benutzt: sexuality, sexual behavior, nursing home, homes for the aged, long term care, residential facilities, intimacy, privacy, age und age*. Im Rahmen der Suche wurden die Datenbanken zunächst mit einzelnen Schlagwörtern durchsucht. Im Anschluss wurden die Schlagwörter mittels Boole’scher Operatoren2 logisch verknüpft. Die Suche wurde nicht zeitlich begrenzt. Als Limitierungen wurden für die Sprache der Artikel Englisch und Deutsch gesetzt.

Für die Suche nach Monographien und Sammelbänden wurden zusätzlich die elektronischen Kataloge der Technischen Universität Dortmund, der Privaten Universität Witten/Herdecke, der Hochschule für Gesundheit Bochum und Google Scholar herangezogen. Dort wurden die Suchbegriffe Alter, Altern, Sexualität, Sexualverhalten, Intimität, Privatsphäre, Pflegeheim, Pflege- und Altenheim in deutscher und englischer Sprache benutzt.

Zusätzliche Quellen wurden mittels Schneeballsystem aus den Literaturverzeichnissen der bereits vorhandenen Quellen identifiziert.

2.2 Tabuisierung von Sexualität in der Lebensphase Alter

„Sexualität im Alter war und ist ein schwieriges Thema“ (Otto & Hauffe, 2003:3), „wird zwischen den Generationen weitgehend tabuisiert“ (Gatterer, 2011:183) und ein Austausch über Gefühle und Bedürfnisse findet zwischen den Generationen nur selten statt (Michelchen, 2008:39). Auch in der Öffentlichkeit wird das Thema „Sexualität im Alter“ wenig thematisiert (ebd.) und nach Frank „trotz nicht zu leugnender positiver Entwicklungen [...] noch immer vernachlässigt und stiefmütterlich behandelt“ (2004:18). Jedoch ist anzumerken, dass eine schleichend zunehmende Thematisierung des Sachverhalts „Sexualität in der Lebensphase Alter“ zu beobachten ist, wie z.B. durch Filme wie „Wolke 9“ (Steinbeiß, 2011:143) oder das Buch „Nacktbadestrand“ von Elfriede Vavrik, in dem sie beschreibt, wie sie ihre Sexualität mit 79 Jahren wiederentdeckt. Vavrik (2011) berichtet, dass jüngere Menschen sie für ihren Mut, das Buch zu verfassen, beglückwünschten und sie von jüngeren Lesern deutlichen Zuspruch erfuhr, während manche älteren Frauen das Buch als „obszön“ oder „unmöglich“ bewerteten (Vavrik, 2011:99).

Bach (2011:160) sieht das Vorurteil, dass ein jugendlicher Körper zum Ausleben „befriedigender“ Sexualität nötig sei, als eine der Ursachen für die Tabuisierung von Intimität im Alter an. Dabei tritt der eigentliche Ursprung der Sexualität, „das menschliche Grundbedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit“, in den Hintergrund und wird abgelöst von einem modischen Leistungsdenken. Auch Schultz-Zehden (2013:55) sieht den „Zwang, immer fit zu sein und sexuellen Normen zu entsprechen“, als problematisch an.

Durch die medial idealisierte Darstellung von Sexualität im Hochglanzformat mit perfekten Körpern wird Jugendlichen ein falsches Bild von Sexualität vermittelt und dadurch der Umgang mit der natürlichen Sexualität erschwert. Durch diese verzerrte Darstellung der Realität kann es dazu kommen, dass Jugendliche ihren eigenen Körper als nicht perfekt ansehen, so dass das bestehende Verhältnis zu ihrem Körper und der eigenen Sexualität negativ belastet wird. Zwar wird in den Medien auch über die Sexualität alter Menschen berichtet, jedoch sind die vermittelnden Darsteller zumeist so gewählt, dass sie verbreiteten Schönheitsidealen nahekommen (Michelchen, 2008:38ff.).

Der Gedanke daran, dass ältere Menschen ihre Sexualität ausleben, kann bei jüngeren und auch älteren Menschen davon begleitet sein, dass sie Abscheu und Ekel empfinden und das Sexualverhalten Älterer als abnormal oder lächerlich bewerten. Dies kann darin begründet sein, dass eine Assoziation mit den umgebenden älteren Familienmitgliedern hergestellt wird und diese gedankliche Verknüpfung der eigenen Eltern oder auch Großeltern mit einem erfüllten Sexualleben dazu führt, dass ein Gefühl des Unbehagens ausgelöst wird (Bach, 2011:163). Die intergenerative Ablehnung von Sexualität im Alter innerhalb der Familie kann sich auch besonders dann zeigen, wenn die alten Eltern sich scheiden lassen und erneut heiraten (Rosenmayer, 1996:271).

Religiöse Moralvorstellungen können in der Entstehung des Tabus eine weitere Rolle einnehmen, die es zu berücksichtigen gilt. So gilt heute noch in einigen Religionen, dass die Ausübung von Geschlechtsverkehr aus purer Lust als Sünde gesehen wird und die Ausübung des Geschlechtsaktes lediglich der Reproduktion dienen sollte (Bach, 2011:163). Auch gilt es zu bedenken, „dass die heutige Generation der über 70-Jährigen nach den moralischen, religiösen und sexuellen Vorstellungen nach der Jahrhundertwende erzogen wurde[n]“ (Kolland, 2011:41). Wenn diese nun Sexualität im Alter für sich entdecken, befinden sie sich in einem potenziellen Konflikt mit „erworbenen und gegenwärtigen normativen Vorstellungen“ (ebd.). Jedoch beginnen sich die sexualmoralischen Einstellungen der Älteren denen der um 25 Jahre Jüngeren anzugleichen (Rosenmayer, 1996:271).

Mit zunehmender Bedeutung des Alters als eigenständiger Lebensphase unterscheidet sich diese von früheren Epochen und erhält mehr Aufmerksamkeit. Quantitativ erreichen immer mehr Menschen diese Lebensphase und sie ist von längerer Dauer. In qualitativen Aspekten wie in Bezug auf Sexualität „verharren die Älteren und Alten insofern noch im Stande der Handlungsunsicherheit und in einem Versuchsstadium, als eine anleitende kulturelle Tradition fehlt bzw. vorhandene ihnen das Sexuellsein erschwert“ (Lautmann, 2002:96). Der Begriff des Tabus scheint demnach ein passender zu sein, da die Sexualität älterer und alter Menschen nicht als moralisch verwerflich gesehen wird, sondern viel mehr gegen „eingewurzelte Vorstellungsweisen und kulturelle Selbstverständlichkeiten“ verstößt, was sich dadurch zeigt, dass die Ablehnung der Sexualität eher auf einer Ebene des Ästhetischen erfolgt als auf einer moralischen Ebene (ebd.:98).

Grond (2011:16) betont, dass mit der Generation der so genannten „Baby-Boomer“ eine Generation in den Ruhestand tritt, die gesünder ist als ihre Vorgängergeneration, wohlhabender ist, ein höheres Bildungsniveau aufweist und für die der Umgang mit Sexualität weniger belastend ist. Grond (ebd.) betont jedoch auch, dass sich diese Generation anderen Problematiken stellen muss, die zuvor nicht existierten, und nennt dazu „den Verlust des Arbeitsplatzes, den Verlust von Partnerschaften, den Angriff einer Gesellschaft, die noch immer im Jugend- und Schönheitswahn befangen ist“.

Der Diskurs über die Sexualität im Alter ist notwendig – auch deshalb, weil in den kommenden Jahren Generationen in ein höheres Alter kommen, die in Zeiten größerer sexueller Freiheit erzogen wurden. Auch wenn es in den letzten Jahren einen zunehmenden Trend zur Auseinandersetzung mit der Thematik gegeben hat, steckt ein „Umdenken im Bereich der Intimität und Sexualität von alten und sehr alten Menschen [...] erst in den Kinderschuhen“ (Bach, 2011:170).

2.3 Das Alter, eine asexuelle Lebensphase?

Dass Individuen ab einem bestimmten Alter als sexuell aktiv gesehen werden können, gehört zu den „normativen Lebensereignissen“. Frauen und Männer fallen jedoch ab einem bestimmten Alter wieder aus dieser Kategorie heraus, beziehungsweise wird ihnen die Zuschreibung von sexueller Aktivität wieder aberkannt. Dies kann damit zusammenhängen, dass alte Menschen zumeist mit negativen Merkmalen verbunden werden, die sich „u.a. in normierten Verhaltenserwartungen äußern können“ (Bamler, 2008a:16). Innerhalb dieser „internalisierten kognitiv-emotionalen Stereotype“ sind „relativ rigide alters- und gendergeprägte Vorstellungen in Bezug auf das Verhalten, Normen und Werte, Persönlichkeitseigenschaften alter Menschen“ enthalten. Diese führen dazu, dass das Alter mit Abbauprozessen assoziiert wird, die auch die Sexualität der Betroffenen berühren (ebd.).

Vorstellungen vom Altern und Alter, die sich an der Defizithypothese orientieren, führen dazu, dass eine Auseinandersetzung mit der Sexualität Älterer nicht stattfindet. Denn eine Orientierung daran bedeutet, dass Sexualität aufgrund von Abbauprozessen nicht stattfinden kann. Zum Teil wurde die Annahme eines asexuellen Alters durch die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung bereits revidiert (Schultz-Zehden, 2013:53).

Gatterer (2011:183) konstatiert, dass die meisten jüngeren Menschen sich ein erfülltes Sexualleben nach dem sechzigsten Lebensjahr nicht vorstellen können und dass älteren Männern ein reges Sexualleben zumeist nur in Verbindung mit einer jüngeren Partnerin zugeschrieben wird. Weiterhin merkt Gatterer (ebd.) an, dass unter Männern häufig die Annahme besteht, dass bei Frauen mit dem sechzigsten Lebensjahr die sexuelle Lust endet. Gerade Frauen werden vom „double standard of aging“ beeinflusst – einer gesellschaftlichen Zuschreibung, nach der „Frauen früher als Männer als unattraktiv, alt und asexuell wahrgenommen werden“ (Schultz-Zehden, 2013:53). Wenn ältere Personen diesen gesellschaftlich negativen Altersstereotyp für sich selbst übernehmen, kommt es dazu, dass sie sich selbst als asexuell definieren, obwohl ihr Empfinden ein anderes ist (ebd.). Bamler (2008a:17) merkt an, dass sich die Vorstellung eines asexuellen Alters hält und dies „die Diskrepanz zwischen gesellschaftlich definierten Vorstellungen von Alter und individuell erlebtem Alter“ verdeutlicht.

Zettl-Wiedner (2011:124) gibt zu bedenken, dass die Sexualität nicht mit dem Alter aufhört, sondern anders wird, was jedoch nicht bedeuten muss, dass es zu Veränderungen im negativen Sinne kommt. Vielmehr nimmt der Leistungsdruck ab und der eigentliche Geschlechtsakt rückt in den Hintergrund, während das Bedürfnis nach Geborgenheit zunimmt.

Dass das Alter keine asexuelle Lebensphase ist, steht fest. Sexuelle Wünsche und sexuelles Verlangen bleiben bis ins hohe Alter erhalten und sind eher abhängig von determinierenden Faktoren wie dem Gesundheitszustand, der sexuellen Beziehungsgeschichte sowie der Qualität der Partnerbeziehung (Schultz-Zehden, 2013:56).

2.4 Veränderungen der Sexualität in der Lebensphase Alter

Zuvor wurden die gesellschaftliche Tabuisierung von Sexualität im Alter und der Mythos der asexuellen Lebensphase Alter näher beschrieben. In den folgenden Abschnitten werden Faktoren beschrieben, die die Sexualität beeinflussen und die auf der Ebene des Individuums zu finden sind.

Schmidt und Matthiesen (2003:16) führen aus, dass der Begriff „Alterssexualität“ zu den Begriffen gehört, die man am besten abschaffen müsse, da dieser nahelegen würde, dass sich die Sexualität älterer Menschen klar von der anderer Erwachsener abgrenzen lasse. Weiterhin suggeriere der Begriff, dass sich die Sexualität im Alter vor allem durch das Merkmal Alter abgrenzen würde.

Jedoch entwickelt sich die Sexualität eines Menschen über seine gesamte Lebensspanne und die auftretenden Veränderungen sind multidimensional und interindividuell sehr unterschiedlich. Eingebunden sind diese in den jeweiligen historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext. Probleme in Partnerschaften, Trennungen vom Partner durch den Tod des Partners oder Scheidung vom Partner können die Sexualität ebenso beeinflussen wie gesundheitliche Einschränkungen. Die auftretenden Einschränkungen können dabei physischen und / oder psychischen Ursprungs sein (Bamler, 2008b:181).

In den folgenden Abschnitten werden die genannten Punkte weiter ausdifferenziert und dabei Männer und Frauen berücksichtigt. Eine isolierte Betrachtung der männlichen Sexualität scheint zum einen aus Gründen der Vollständigkeit des abzubildenden Forschungsgegenstandes nicht sinnvoll zu sein und zum anderen ist anzumerken, dass Frauen noch immer den größten Teil der in Heimen lebenden Menschen (74%) (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2013b:8) und auch der Personengruppe ab 60 Jahren in der Bundesbevölkerung stellen (51,4%) (Bundeszentrale für politische Bildung, 2012). Weiterhin ist davon auszugehen, dass Sexualität, wenn sie mit einem Partner stattfindet, meist in heterosexuellen Beziehungen stattfindet und dass auch bei der Partnerin Faktoren existieren können, die die Sexualität des Mannes / Paares beeinflussen.

2.5 Veränderungen des Körpers

Im Zuge des Alterungsprozesses treten körperliche Veränderungen bei Männern und Frauen auf. Einige dieser Veränderungen können die Sexualität beeinflussen. Während bestimmte Veränderungen des Körpers beide Geschlechter gleichermaßen betreffen, treten auch geschlechtsspezifische Veränderungen auf. Die Alterung der Haut, die sich verändernde Haarfarbe und der Verlust der Haare gehören dabei zu den Merkmalen, die optisch schnell offensichtlich werden. Auch eine veränderte Seh- oder Hörfähigkeit wird schnell erkennbar, wenn Hilfsmittel zur Kompensation getragen werden. Weiterhin unterliegt der Bewegungsapparat Veränderungsprozessen, die zu einer reduzierten Körperkraft und auch zu Haltungsveränderungen führen können. Neben äußerlichen Veränderungen kommt es auch zur Alterung der Organsysteme. Weiterhin haben vorhandene Erkrankungen und deren Therapien einen Einfluss auf die Sexualität (Schultz-Zehden, 2013:54; von Sydow, 1994:13).

2.5.1 Der sexuelle Reaktionszyklus

Masters und Johnson (1970:19ff.) haben den sexuellen Reaktionszyklus bei Mann und Frau in ihrem Buch „Die sexuelle Reaktion“ ausführlich beschrieben. Nach Masters und Johnson (ebd.) lässt sich der sexuelle Reaktionszyklus in vier Phasen unterteilen:

1. Erregungsphase,
2. Plateauphase,
3. Orgasmusphase,
4. Rückbildungsphase3.

Die sexuelle Reaktion verändert sich mit zunehmendem Alter. In Bezug auf die veränderte sexuelle Reaktion der Frau schreibt Grond (2011:29), dass die Phase der Appetenz und der Erregung im Alter verlangsamt und weniger intensiv ist. Die Fähigkeit, einen Orgasmus zu erleben, bleibt jedoch bis in das hohe Alter erhalten, wenngleich der Orgasmus kürzer erlebt wird und es länger dauern kann, bis dieser erreicht wird (ebd.; Niederfranke, 1999:40).

Der sexuelle Reaktionszyklus ist bei alternden Männern stärker betroffen als bei alternden Frauen (Niederfranke, 1999:40). Bei Männern verändert sich die sexuelle Reaktion dahingehend, dass Appetenz und Erregung verlangsamt und weniger intensiv sind, mit der Folge, dass es länger dauert, bis es zu einer Erektion kommt. Häufig benötigen ältere Männer manuelle Stimulation, um eine Erektion zu erreichen, die dann zumeist nicht vollständig und nur mit verringerter Steife erreicht wird. Die erreichte Erektion kann, ohne dass es zur Ejakulation kommt, über längere Zeit aufrechterhalten werden. Kommt es zur Ejakulation, ist die Menge der austretenden Samenflüssigkeit geringer als in jungen Jahren. Nach einem erfolgten Samenerguss dauert es beim älteren Mann zudem länger, bis eine erneute Erektion erreicht werden kann (Refraktärzeit). Wenn ein Orgasmus erreicht wird, wird dieser zumeist mit einer geringeren Intensität erlebt als in jungen Jahren (Grond, 2011:30f.; Niederfranke, 1999:40; Phanjoo, 2000:270).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 1: Schematische Darstellung des sexuellen Reaktionszyklus beim jungen und alten Mann nach Grond (2011:31)

2.5.2 Sexualphysiologische Veränderungen bei der Frau

Die geschlechtsspezifischen Veränderungen der Frau beginnen zwischen dem 45. und 52. Lebensjahr mit der Menopause. Durch eine hormonelle Umstellung setzt die Menopause ein, was zum Ausbleiben der Menstruation führt und weitere Schwangerschaften verhindert (von Sydow, 1994:14). Mit der verringerten Ausschüttung der Hormone Östrogen und Progesteron geht einher, dass die Wände der Vagina und Vulva dünner und empfindlicher werden (vaginale Atrophie). Als Folge dessen wird die Vagina verletzungsanfälliger und das Risiko für Infektionen steigt an. Ebenfalls wird die Lubrikation (das Feuchtwerden) der Vagina gemindert. Dies kann zur Folge haben, dass der Koitus mit Schmerzen verbunden ist (Dyspareunie) und dass nach dem Geschlechtsverkehr Schmerzen im unteren Becken auftreten. Auch kann nach dem Sexualakt das Wasserlassen schmerzhaft sein (Dysurie). Die Veränderungen im Genitalbereich müssen jedoch nicht dazu führen, dass Frauen in ihrer sexuellen Empfindung eingeschränkt werden. Die verringerte Ausschüttung des Hormons Östrogen kann mit der Folge verbunden sein, dass Frauen eine Osteoporose entwickeln, die mit Rücken- und Knochenschmerzen einhergeht. Auch dies kann wiederum eine Auswirkung auf die sexuelle Aktivität haben (Grond, 2011:27ff.; Masters & Johnson, 1970:198ff.; Niederfranke, 1999:40; von Sydow, 1994:14f.).

2.5.3 Sexualphysiologische Veränderungen beim Mann

Ähnlich wie bei der Frau finden auch beim alternden Mann hormonelle Veränderungen statt. Diese Änderungen sind jedoch nicht wie bei der Frau durch einen bestimmten Zeitabschnitt abgrenzbar, sondern haben beim Mann einen kontinuierlichen und prozesshaften Charakter (Berberich, 2009:48; von Sydow, 1994:14). Im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses reduziert sich der Spiegel des im Blut frei verfügbaren Testosterons (Phanjoo, 2000:270). Für den Mann ist dieses im Normalfall jedoch nicht spürbar, sondern höchstens im Labor messbar (Berberich, 2009:48).

Spürbar hingegen sind Veränderungen der Sexualorgane. Denn wie bei der Frau kommt es auch beim Mann zu einer Schrumpfung (Atrophie) der Geschlechtsorgane (Grond, 2011:30; Phanjoo, 2000:270). Grond (ebd.) gibt jedoch an, dass die Atrophie der Sexualorgane bei sexuell aktiveren älteren Männern geringer ausfällt.

2.6 Der Einfluss von Gesundheit und Krankheit auf die Sexualität im Alter

Nicht nur die zuvor dargestellten physiologischen Veränderungen des Körpers im Alterungsprozess und deren Auswirkungen haben Konsequenzen für die Sexualität eines Menschen, auch pathologische Ursachen und deren Therapien sind von nennenswerter Bedeutung. So ist das Alter häufig mit einer gesteigerten Prävalenz chronischer Erkrankungen, einer erhöhten Einnahme von Medikamenten und einer höheren Wahrscheinlichkeit für Operationen verbunden (Phanjoo, 2000:272). Auf den Einfluss von Gesundheit und Krankheit auf die Sexualität älterer Menschen wird im Folgenden eingegangen.

2.6.1 Der Einfluss des Gesundheitszustandes auf die Sexualität im Alter

Der Einfluss des Gesundheitszustandes auf das sexuelle Verhalten ist bereits häufig untersucht worden (von Sydow, 1994:19).

Persson (1980) untersuchte in einer repräsentativen Studie mit n=166 70-jährigen Männern und n=266 Frauen gleichen Alters die Prävalenz von Geschlechtsverkehr und die Bedeutung verschiedener Kontextfaktoren, zu denen auch die physische Gesundheit gehörte. Ein nicht genauer beschriebenes Interviewverfahren wurde angewendet und der objektive Gesundheitszustand wurde mittels einer körperlichen Untersuchung erhoben. In der Studie stellte sich heraus, dass die sexuelle Aktivität von Frauen in Partnerschaften höher war, wenn der Partner einen besseren physischen Gesundheitszustand hat. Die Aktivität war jedoch geringer, wenn die Frau im letzten Jahr unter einer neu erworbenen akuten Erkrankung litt. Geringer war die Aktivität ebenfalls, wenn sich eine bereits bestehende Erkrankung verschlechterte oder sich die Probandinnen subjektiv weniger gesund fühlten.

In einer neueren repräsentativen Querschnittsstudie von Klaiberg und Kollegen (2001) wurde bei n=1649 Frauen im Alter von 18 bis 92 Jahren untersucht, welche psychosozialen und soziodemografischen Faktoren die Zufriedenheit bezüglich Sexualität und Partnerschaft beeinflussen können. Im Rahmen der Untersuchung wurden verschiedene Selbstbeurteilungsinstrumente verwendet und die Teilnehmenden zusätzlich im Hinblick auf ihre sexuelle Aktivität und ihre subjektive Gesundheit befragt (Rating-Skalen). Die Untersuchenden berichten, dass Frauen eher mit der Sexualität und Partnerschaft zufrieden sind, wenn sie auch mit dem eigenen Gesundheitszustand zufrieden sind und weniger körperliche Beschwerden haben.

Buchner und Kollegen (2011) befragten in einer Pilotstudie (n=50) Frauen (n=32) und Männer (n=18) im Alter von über 65 Jahren ohne kognitive Einschränkungen über narrative Interviews und quantitative Instrumente zu ihrer Partnerschaft, Sexualität und weiteren medizinischen Aspekten. Rekrutiert wurden die Teilnehmer aus einer geriatrischen Rehabilitationsklinik und einer angeschlossenen Seniorenresidenz. Die Studie verfolgte das Ziel, „die Alterssexualität mit ihren Wechselbeziehungen zur Multimorbidität und Partnerschaft zu betrachten“ (ebd.:75f.). Eines der zentralen Ergebnisse dieser Untersuchung war, dass die untersuchten Personen trotz stark ausgebildeter Multimorbidität mit Fähigkeits- und Funktionseinschränkungen ihre Sexualität nicht von diesen abhängig machten bzw. diese nicht davon abhing. Der größte Teil der untersuchten Personen passte sich den Einschränkungen, die durch bestehende Erkrankungen entstanden, an, wenn diese weiterhin sexuell aktiv blieben (ebd.:93f.). Wie auch in der zuvor genannten Studie von Persson wurde neben dem eigenen Gesundheitszustand der Gesundheitszustand des eigenen Partners als wichtiger Faktor für sexuelle Aktivität identifiziert (ebd.:83).

Bucher und Kollegen führten im Jahr 2003 eine Fragebogenstudie durch. An dieser nahmen n=641 Männer und n=857 Frauen im Alter von 45 bis 91 Jahren teil. Dabei wurde die Sexualität „im Rahmen von psychosozialen Ressourcen und Belastungen, Gesundheit und Partnerschaft untersucht“ (Berberich, 2009:46). Als Ergebnis der statistischen Analyse ging unter anderem hervor, dass sich die Gesundheit als Determinante für sexuelle Zufriedenheit bei Frauen und Männern manifestierte, sich jedoch nicht auf das sexuelle Interesse und die sexuelle Aktivität auswirkte. Einzig der Medikamentenkonsum bei Männern hatte einen schwach negativen Effekt auf das sexuelle Interesse der Probanden. Die Untersuchenden merken jedoch an, dass die Ergebnisse verzerrt sein könnten, da es sich um ein überdurchschnittlich gesundes Sample handelte und die Gesundheit deshalb nur schwache Effekte auf die Sexualität hatte (Bucher, Hornung & Buddenberg, 2003:255ff.).

Gott und Hinchliff (2003) führten eine Studie mit n=69 Teilnehmern im Alter von 30 bis 92 Jahren durch. In der Publikation beschreiben sie die Ergebnisse der triangulierten4 Daten aus der qualitativen und quantitativen Erhebung, beziehen sich aber auf ein Subsample der 50 Jahre alten und älteren Personen. Sie berichten, dass auftretende gesundheitliche Probleme dazu führen können, dass ältere Menschen die Rolle der Sexualität in ihrem Leben neu priorisieren, und weiterhin, dass die eigenen gesundheitlichen Probleme und die des Partners einen Einfluss auf die Sexualität haben können.

In der Studie von Gunzelmann et al. (2004) wurden n=2604 Personen im Alter von 14 Jahren und älter im Rahmen einer Mehrthemenumfrage befragt und ein Subsample mit n=728 Personen der über 60-Jährigen gesondert analysiert. Die Befragung erfolgte bei dieser Untersuchung mit Hilfe strukturierter Interviews und einer Liste, die die Probanden selbst ausfüllten. Den Schwerpunkt der Publikation bildete die Nachzeichnung der Ergebnisse zur sexuellen Aktivität und zu wichtigen Bedingungen für Erotik (ebd.:16f.). Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Wahrnehmung von körperlichen Veränderungen oder auch Einschränkungen in der sexuellen Funktionsfähigkeit eine wichtige Rolle in Bezug auf den Rückgang der sexuellen Aktivität spielen. In diesem Zusammenhang ergab sich auch, dass diese Veränderungen vor allem bei Männern und ihrer sexuellen Aktivität ins Gewicht fallen (ebd.:18).

Auch Grond (2011:64) konstatiert, dass mit einem schlechteren Gesundheitszustand die sexuelle Aktivität geringer wird, bezieht sich dabei jedoch nicht auf konkrete Studienergebnisse.

2.6.2 Der Einfluss von Erkrankungen und Medikamenten auf die Sexualität im Alter

Neben dem objektiven und subjektiven Gesundheitszustand können diverse Erkrankungen, Operationen, Medikamente und physische Barrieren wie Pesare oder Katheter die Sexualität im Alter beeinflussen. Ebenso kann sich eine eingeschränkte Mobilität aufgrund von Arthritis oder als Folge eines Schlaganfalles auf die Sexualität auswirken (Kessel, 2001:122).

Bei Erkrankungen gilt es, zwischen akuten und chronischen Krankheiten zu differenzieren, wenn es darum geht zu prüfen, ob diese einen Einfluss auf die Sexualität älterer Menschen haben (Hillmann, 2008:291). Wenn eine akute Erkrankung auftritt, kehrt die Sexualität nach Abklingen dieser zurück, chronifiziert sie sich oder ist sie von einer längeren Zeit der Heilung begleitet, kann dies die Sexualität stärker beeinflussen. Die Art und Weise, in der die auftretenden Erkrankungen die Sexualität beeinflussen, kann interindividuell unterschiedlich ausfallen und ist nicht zuletzt davon abhängig, wie aufgeklärt eine Person über das Ausmaß ihrer Erkrankungen und die damit verbundenen Auswirkungen dieser auf die Sexualität ist (Gibson, 1984:10; von Sydow, 1994:19f.).

2.6.3 Sexuelle Funktionsstörungen

Grond (2011:49) berichtet, dass Erektionsstörungen die bei Männern am häufigsten auftretende sexuelle Funktionsstörung darstellen. Bei älteren Frauen sind dies Störungen der Appetenz, des Orgasmus und Dyspareunie. Der Autor (ebd.) merkt dabei an, dass die auftretenden Funktionsstörungen das sexuelle Erleben von Männern stärker beeinflussen als das von Frauen. Die auslösenden Faktoren können organischer und auch psychosozialer Natur sein.

Im Folgenden wird auf sexuelle Funktionsstörungen bei Männern und Frauen eingegangen, wobei deren Diagnostik und Therapie nicht berücksichtigt werden.

2.6.3.1 Sexuelle Funktionsstörungen bei älteren Frauen

Bei den sexuellen Funktionsstörungen der Frau kann zwischen Störungen der Appetenz, der Erregung, des Orgasmus und Dyspareunie unterschieden werden (Frank, E., Noyon, Höfling & Heidenreich, 2010:209).

Frank (ebd.) unterscheidet die Appetenzstörungen der Frau anhand der ICD-10-GM5 Klassifikation und differenziert dabei zwischen

a. dem Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen, der typischerweise mit einer Reduktion des sexuellen Interesses einhergeht, und
b. sexuellen Aversionen, bei denen schon die Vorstellung einer sexuellen Beziehung „stark negative Gefühle, wie Furcht, Angst oder Ekel hervorruft“ (ebd.:209f.).

Grunde für die Störungen der Appetenz kann ein Unterdrücken des Verlangens aufgrund von belastenden Erfahrungen, Beziehungskonflikten, körperlichen Krankheiten, Schmerzen, psychischen Erkrankungen, Stress und Störungen der Hormone sein. Weiterhin können auch Neuroleptika und Cortison eine verringerte Lust auslösen (Grond, 2011:52)

Bei weiblichen Erregungsstörungen setzt das Feuchtwerden der Scheide (Lubrikation) dauerhaft oder wiederkehrend aus. Ebenso fehlt das „Anschwellen der äußeren Genitalien als Zeichen genitaler Erregung“ oder kann nicht aufrechterhalten werden (Frank et al., 2010:210.).

Auslösende Faktoren für Erregungsstörungen bei alten Frauen können negative biografische Erfahrungen ebenso wie Erkrankungen sein, die dazu führen, dass es zu einer Atrophie (Schrumpfung) von Vulva und Scheide kommt (Grond, 2010:52).

In Bezug auf Störungen des weiblichen Orgasmus kommt es anhaltend oder wiederholt dazu, dass der Orgasmus nicht oder nur verzögert erreicht werden kann. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass „der Großteil der Frauen manueller Stimulation bedarf, um einen Orgasmus zu erreichen“ und das Erreichen eines Orgasmus interindividuell sehr unterschiedlich sein kann (Frank et al., 2010:210).

Nicht nur organische Ursachen wie die genannte Atrophie von Scheide und Vulva spielen eine Rolle, auch Neuroleptika, Antidepressiva, blutdrucksenkende Medikamente und Alkohol können zu einer Störung des Orgasmus führen (Grond, 2011:53).

Eine weitere Störung stellt die Dyspareunie dar. Unter dieser werden „unspezifischere genitale Schmerzen“ verstanden, die als Grund nicht eine Erregungsstörung oder weitere organische Ursachen, z.B. Narben, oder eine körperliche Erkrankung haben (Frank et al., 2010:210).

2.6.3.2 Sexuelle Funktionsstörungen bei älteren Männern

Die sexuellen Funktionsstörungen des Mannes lassen sich anhand der Störungen der Appetenz, der Erektion und des Orgasmus voneinander abgrenzen (ebd.:211; Berberich, 2009:87). Grond (2011:54) gibt an, dass ältere Männer häufiger unter sexuellen Funktionsstörungen leiden als gleichaltrige Frauen. Generell steigt jedoch mit dem Alter „die Wahrscheinlichkeit einer körperlichen Teilursache“. Frank et al. (2010:214) warnen davor, bei älteren Personen ausschließlich organische Bedingungen für die Störungen verantwortlich zu machen, und weisen auch darauf hin, dass Schwierigkeiten, deren Ursache in physiologischen Veränderungen des Körpers im Alter liegt, als sexuelle Störungen angenommen werden.

Weiterhin können organische und psychische Faktoren bei der Entstehung einer sexuellen Funktionsstörung miteinander verknüpft sein und auch gemeinsam auftreten (Berberich, 2009:87).

Eine häufige körperliche Ursache für auftretende sexuelle Funktionsstörungen beim Mann sind vaskuläre Störungen. Weitere auslösende Faktoren sind „neurologische Störungen, endokrinologische Veränderungen, Erkrankungen oder Missbildungen im Genitalbereich, Folgen von Operationen im Genitalbereich, toxische Einflüsse und Nebenwirkungen von Medikamenten“ (Frank et al., 2010:214).

Wie bei Frauen lassen sich auch bei Männern die Störungen der Appetenz in den Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen und die sexuelle Aversion unterteilen (Grond, 2011:54.). Grond (ebd.) merkt weiterhin an, dass die genannten Störungen bei alten Männern zunehmen.

Durch bessere Behandlungsmöglichkeiten von Störungen des Orgasmus und der Erektion ist davon auszugehen, dass verborgene Störungen der Appetenz, die ursächlich hinter diesen Erkrankungen stehen, nun besser erkannt werden können, was dazu führen kann, dass die Zahl der erkrankten Männer ansteigt (Frank et al., 2010:211).

Auslösende Faktoren für Störungen der Appetenz können neben organischen Faktoren wie „Arteriosklerose, Schlaganfall, Parkinson, Diabetes, Dialyse, Leberzirrhose nach Alkoholismus, Schilddrüsen-Unterfunktion“ auch Störungen des Hormonhaushalts sein, die durch die Behandlung mit Neuroleptika ausgelöst werden (Grond, 2011:54).

Unter einer erektilen Dysfunktion wird das Unvermögen verstanden, eine „für den Geschlechtsverkehr ausreichende penile Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten“. Das Entstehen kann dabei multifaktoriell sein. Als organische Ursachen können vaskuläre, endokrine oder neurologische Erkrankungen genannt werden. Weiterhin können erektile Dysfunktionen auch als Folge von psychischen Faktoren wie Angst, Depression und als Folge von Konflikten in der Paarbeziehung auftreten. Auch die Therapie mit Medikamenten, z.B. Antihypertensiva, Antidepressiva, Neuroleptika, Immunsuppressiva und Steroiden, kann ein auslösender Faktor sein (Walther & Mahlberg, 2004:42).

Erektionsstörungen können dabei „total“ sein, d.h. eine Störung tritt unabhängig von einer bestimmten Situation auf, sie kann aber auch „partiell“ sein. Bei partiellen Störungen tritt die Störung beispielsweise während des sich anbahnenden Geschlechtsverkehrs auf, jedoch nicht bei der Masturbation. Dies kann ein Anzeichen für eine psychische Ursache oder eine Problematik innerhalb der Paarbeziehung sein (Frank et al., 2010:211).

Die Orgasmusstörungen des Mannes lassen sich in drei Formen aufteilen:

1. Die vorzeitige Ejakulation (ejaculatio praecox), bei der der Samenerguss vor, während oder kurz nach Eindringen des Penis auftritt.
2. Die sehr späte oder ausbleibende Ejakulation (ejaculatio deficiens).
3. Die retrograde Ejakulation in die Blase (ebd.).

Unter den Störungen der sexuellen Funktion des Mannes ist der frühzeitige Samenerguss die häufigste und tritt bei 25% bis 40% der Männer auf. Besonders verbreitet ist der vorzeitige Orgasmus bei jüngeren, sexuell weniger erfahrenen Männern. Im Rahmen einer längeren und vertrauten Partnerschaft kann die Störung nachlassen, sie kann jedoch bei einer erneuten Partnerschaft wieder auftreten. Tritt die Störung bereits im Zuge der ersten sexuellen Erfahrungen auf, bleibt sie bestehen und verändert sich kaum, bezeichnet man diese als primären vorzeitigen Orgasmus. Bei älteren Männern kann sich „[d]urch die Neigung zur Reduzierung der sexuellen Stimulation und durch die altersbedingte Verlängerung der Refraktärzeit [...] zusätzlich eine Erektionsstörung herausbilden“ (Berberich, 2009:95). Von einem sekundären vorzeitigen Orgasmus spricht man, wenn ein Mann an Erektionsproblemen leidet und aufgrund einer „gestörten Wahrnehmungsrückkopplung zu einer Überstimulation neigt“ (ebd.:95f.)

Grond (2011:58) berichtet, dass der vorzeitige Orgasmus im höheren Alter soweit dekompensieren kann, dass dieser zur Erektionsstörung wird. Ursachen für diese Form der Orgasmusstörung können psychische Faktoren wie Angst und auch körperliche Ursachen sein, z.B. Diabetes oder Harnwegsinfekte.

Die Störung des gehemmten Orgasmus oder der verzögerten Ejakulation nimmt bei Männern im höheren Alter zu und ist als psychische Ursache in Ängsten begründet. Organische Ursachen können die Folgen von Operationen, Parkinson, Multiple Sklerose, Polyneuropathien und die Folgen von medikamentösen Therapien mit Neuroleptika sein (ebd.). Falls eine Störung des Orgasmus nach langjähriger Beschwerdefreiheit auftritt, müssen auch urologische Ursachen bedacht werden (Berberich, 2009:97).

Zuletzt sei erwähnt, dass auch die retrograde Ejakulation nach einer Prostataoperation die Sexualität des Mannes beeinflussen kann (ebd.)

2.6.4 Einnahme von Medikamenten

Viele ältere Menschen nehmen Medikamente ein und sind zumeist einer Mehrfachmedikation (Polypharmazie)6 ausgesetzt (vgl. Gosch & Roller, 2010; Kuhlmey, 2011).

Einige Medikamente können die Libido mindern, die Erregung beeinflussen oder die Erektionsfähigkeit stören (Phanjoo, 2000:273). Einige der Effekte auf die Sexualität können darauf zurückgeführt werden, dass es bei älteren Menschen zu einer veränderten Pharmakokinetik7 kommt (Kay & Neelley, 1982:41), während andere im direkten Zusammenhang mit der eingenommenen Medikation stehen (Phanjoo, 2000:273). Zu nennen sind besonders Antidepressiva, Mittel gegen Bluthochdruck, Alphablocker, Narkotika, Diuretika, Antipsychotika und Anticholinergika (Kay & Neelley, 1982:41; McNicoll, 2008:321). Jedoch können auch freiverkäufliche Medikamente und pflanzliche Medikamente zu Störungen der Sexualität führen oder die Sexualität Älterer beeinflussen (Hillmann, 2008:291)8.

2.6.5 Kardiovaskuläre Erkrankungen

Grond (2011:64) konstatiert, dass ältere Menschen, die an einer Hypertonie erkrankt sind, Ängste entwickeln können, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Diese können soweit gehen, dass die Personen Sexualität vermeiden (von Sydow, 1994:21). Weiterhin kann die Einnahme von blutdrucksenkenden Arzneien die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen (Grond, 2011:64).

Das Erleiden eines Herzinfarktes führt nach Grond (ebd.) dazu, dass ältere Menschen Angst bekommen, während des Geschlechtsverkehrs einen Reinfarkt zu erleiden, dass diese Angst jedoch ungerechtfertigt ist, da die Anstrengung während des Geschlechtsverkehrs der Anstrengung beim Treppensteigen entspricht. Hillmann (2008:291) führt in diesem Zusammenhang an, dass diese Ängste gerade dann entstehen, wenn Gesundheitsdienstleister dieses Thema nicht in adäquater Form ansprechen. Auch Kay und Neeley (1982:41) berichten über diese Ängste bei älteren Menschen und bemerken, dass Herzerkrankte bei adäquater Behandlung ihre gewohnte sexuelle Aktivität wieder aufnehmen können. Laut Berberich (2009:90) ist die Gefahr, beim Geschlechtsverkehr einen Infarkt zu erleiden, gering. Weiterhin können die koronare Herzkrankheit und Hypertonie zu Erektionsstörungen beim Mann führen (ebd.:90f.).

2.6.6 Diabetes mellitus

Sexuelle Störungen treten bei Diabetikern relativ häufig auf (von Sydow, 1994:21). Grond (2011:65) führt diesbezüglich aus, dass ein Viertel der Frauen, die unter einem Diabetes mellitus leiden, unter Störungen der Appetenz, der peripheren Nerven, des Feuchtwerdens der Scheide, des Orgasmus leiden und dass es zu Pilzinfektionen kommen kann, die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bedingen können.

Bei Männern kann die Erkrankung zu Erektionsstörungen führen, die durch „diabetogene Gefäßschädigungen“ entstehen (Berberich, 2009:91). Bei einer guten medikamentösen Einstellung kann sich dieses Symptom wieder bessern, es tritt jedoch bei länger bestehender Erkrankung und bei Spätfolgen des Diabetes häufiger auf (Grond, 2011:65).

2.6.7 Inkontinenz

Grond (ebd.:65f.) berichtet, dass 27% der über 60-jährigen Frauen und 18% der Männer gleichen Alters unter einer Inkontinenz leiden und dass jede zweite inkontinente Frau nicht mehr sexuell aktiv ist. Der Abgang des Harns kann durch das Einführen des Penis hervorgerufen werden oder durch gesteigerten Harndrang in der Erregungsphase. Jeder vierte Mann mit einer Dranginkontinenz leidet nach Grond (ebd.) unter Erektionsstörungen. Weitere Probleme entstehen durch eingelegte Dauerkatheter zum Ableiten des Urins. Auch die Einnahme von entwässernden Medikamenten (Diuretika) kann einen Einfluss auf die Kontinenz haben und somit auch auf die Sexualität (McNicoll, 2008:321).

Darüber hinaus können auch Operationen bei Männern und Frauen indiziert sein, die zu einer Inkontinenz führen und somit auch die Sexualität beeinflussen können. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang Operationen an der Prostata, dem Penis und der Blase beim Mann und Operationen an Blase, den Eierstöcken und der Gebärmutter bei der Frau (Grond, 2011:86f.).

Zettler-Wiedner (2011:124) konstatiert, dass es bei Inkontinenz „oft die Scham und das erwartete Ekelgefühl [sind], die Menschen dazu bringen, sich aus dem aktiven Sexualleben zurückzuziehen“.

2.6.8 Schlaganfall

In Deutschland erleiden nach Schätzungen jedes Jahr ca. 196.000 Menschen erstmalig einen Schlaganfall. Hinzu kommen ca. 66.000 Reinfarkte. Von den erstmalig Erkrankten sind 108.339 Frauen und 88.087 Männer. Die Altersgruppe der Personen in einem Alter von 75 bis 84 Jahren ist am häufigsten betroffen. Betroffen sind ca. 51.000 Frauen und ca. 39.000 Männer (Heuschmann et al., 2010:333f.). Schlaganfälle können einen Einfluss auf das Sexualverhalten einer Person haben, da z.B. Infarkte im Bereich des Stirnhirnes zu sexueller Enthemmtheit führen können (Grond, 2011:70). Weiterhin hängen die sexuellen Einschränkungen von dem Ausmaß der funktionellen Einschränkungen und dem Grad der Hirnschädigung durch den Schlaganfall ab (Wylie & Kenney, 2010:26). Wylie und Kenney (ebd.) geben an, dass sexuelle Enthemmtheit und eine gesteigerte Libido bei ca. 10% der Betroffenen auftreten. Korpelainen und Kollegen (1999:715f.) führten eine Studie mit n=192 Schlaganfallpatienten (117 Männer und 75 Frauen) mit einem Alter von 32 bis 79 Jahren und deren Partnern (n=94) durch, die mit einem Fragebogen realisiert wurde, den die Teilnehmenden selbst ausfüllen mussten. Mit dem Fragebogen wurde das Sexualverhalten vor und nach dem Schlaganfallereignis abgefragt. Als Ergebnis zeigte sich, dass es in allen gemessenen Sexualfunktionen (Libido, Häufigkeit des Verkehrs, Erektionsfähigkeit, Orgasmusfähigkeit, Lubrikation, Befriedigung) zu einem Rückgang bei den Betroffenen und auch deren Partnern kam. Als erklärende Faktoren dafür werden die Angst vor Impotenz, die fehlende Fähigkeit, über Sexualität zu sprechen, die veränderte Einstellung zur Sexualität und das Ablehnen von Sexualität genannt.

2.6.9 Morbus Parkinson

Bei Menschen mit einem Alter ab 65 Jahren liegt die Prävalenz der Parkinson Erkrankung bei 1% und steigt bis zu einem Alter von über 80 Jahren auf bis zu 3% an (Hy, 2000 zit. nach Nussbaum & Ellis, 2003:1357).

Grond (2011:70f.) berichtet, dass die Betroffenen aufgrund des Zitterns und durch Bewegungseinschränkungen Angst vor sexueller Begegnung entwickeln und dass die verabreichten Antiparkinsonmittel die Sexualität beeinflussen. Die Behandlung der Krankheit kann zur Folge haben, dass bei einem Teil der Behandelten eine Zunahme der sexuellen Aktivität erfolgt. Bei einem anderen Teil der medikamentös behandelten Personen nimmt die sexuelle Aktivität allerdings ab. Desweiteren können chronische Erkrankungen wie die Parkinson-Erkrankung einen negativen Einfluss auf Beziehungen haben und dazu führen, dass die sexuelle Zufriedenheit der Betroffenen und ihrer Partnerinnen beeinflusst wird (McInnes, 2003:263).

2.6.10 Depression

Depressionen gehören zu den am weitestem verbreiteten psychischen Erkrankungen weltweit. Die 12-Monats-Prävalenz der Depression liegt bei Frauen ab dem 65. Lebensjahr bei 7,9% und bei Männern gleichen Alters bei 3,0%. Weiterhin unterscheiden sich die Prävalenzraten nach dem Bildungsniveau und der Wohnregion (Bundesland) (Robert Koch-Institut, 2012:93f.).

Sexuelle Funktionsstörungen treten bei depressiv Erkrankten häufig auf und stellen ein Problem dar, weil sie einen Einfluss auf die Lebensqualität haben können.

Auch können sie die Ursache dafür sein, dass Menschen sich stärker emotional und sozial zurückziehen (Cohen, 2004:21). Im Verlauf einer Depression kann es dazu kommen, dass das sexuelle Verlangen bei den Erkrankten gemindert wird und belastende Situationen innerhalb von Paarbeziehungen auftreten, wenn die Erkrankten zu viel Nähe suchen (Grond, 2011:72).

Andersherum kann eine Depression jedoch auch als Folge einer Erektionsstörung auftreten und tritt bei mehr als der Hälfte der Erkrankten auf (Walther & Mahlberg, 2004:42). Das Erkranken an einer Depression kann eine medikamentöse Therapie notwendig machen, als deren Folge Nebenwirkungen auftreten können, die ebenfalls die Sexualität beeinflussen können. Therapien mit trizyklischen Antidepressiva, Monoaminooxidase-Hemmern und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern können zu einer Verminderung der Libido und zu Orgasmusstörungen führen. Störungen der Erektionsfähigkeit treten seltener auf (Cohen, 2004:21).

2.6.11 Demenz

Die mittlere Prävalenz der Demenz liegt bei unter 1,2% bei den 65- bis 69-Jährigen. Im Alter von 70 bis 75 Jahren liegt die Prävalenz bei 2,8% und steigt mit fortschreitendem Alter kontinuierlich an, bis sie schließlich in einem Alter von über 90 Jahren bei 34,6% liegt (Rothgang, Iwansky, Müller, Sauer & Unger, 2010:159). Je nach Alter werden ca. zwischen 40 % und 70 % der an einer Demenz erkrankten Personen in stationären Pflegeeinrichtungen versorgt (ebd.:13). Die Gesamtzahl der erkrankten Personen betrug am Ende des Jahres 2010 ca. 1.451.000 (Bickel, 2012:1).

Auch Demenzerkrankungen können wiederum zu Veränderungen des Sexualverhaltens führen und bedingen, dass es zu „exhibitionistischen Aktivitäten, exzessiver Masturbation oder zu verbalen oder tätlichen Angriffen auf andere Menschen“ kommt (von Sydow, 1994:29). Im Falle von sexueller Enthemmung ist nicht nur die jeweilige Person betroffen, sondern auch die Umwelt (ebd.).

Grond (2011:59) gibt an, dass auch Pflegekräfte von den Verhaltensweisen der erkrankten Personen betroffen sein können, und nennt unter anderem das „Begrabschen“ als eine dieser Verhaltensweisen. Weiterhin führt er aus, dass es bei Pflegehandlungen vorkommen kann, dass die Intimpflege von den Betroffenen als sexuelle Annäherung interpretiert wird.

In bestehenden Paarbeziehungen können Problemen entstehen, wenn die Partner ein asymmetrisches Bedürfnis nach Sexualität entwickeln oder sich die Rollen in Paarbeziehungen umkehren. Weitere Schwierigkeiten können sich ergeben, wenn die erkrankte Person nach Zuwendung bei anderen Personen als dem eigentlichen Partner sucht (Zettl-Wiedner, 2011:125).

Im Verlauf der demenziellen Erkrankung können sexuelle Bedürfnisse erhalten bleiben. Diese können sich jedoch aufgrund von Medikamenten wie etwa Neuroleptika verringern. Auch bei einer Abnahme des Wunsches nach Geschlechtsverkehr muss die Sexualität nicht völlig eingestellt sein, sondern kann sich auf andere Bereiche, zum Beispiel Berührungen, verlagern (ebd.). Grond (ebd.:63) berichtet weiterhin, dass Pflegekräfte sich durch sexuelle Verhaltensweisen gestört fühlen, die nicht den gültigen „Benimmregeln“ entsprechen und diese durch Medikamentenverordnungen zu unterbinden versuchen, anstatt dies im Team zu kommunizieren und mit einer Lösung das Ausleben der Sexualität der Betroffenen zu ermöglichen.

Mit einer Progression der Erkrankung kann einhergehen, dass die verbale Ausdrucksfähigkeit eingeschränkt wird und nur noch „simple Phrasen“ gesprochen werden können, woraus resultiert, dass Bedürfnisse nicht mehr verbal geäußert werden können (Förstl, 2011:54f.).

2.6.12 Krebserkrankungen

Die Diagnose und Behandlung einer Krebserkrankung (z.B. Brustamputation) kann einen Einfluss auf das Körperbild eines Menschen haben, speziell dann, wenn sich jemand mit der gesellschaftlichen Vorstellung von andauernder Jugendlichkeit und Perfektion auseinandersetzt (Hillmann, 2008:291). Im Folgenden wird auf die Auswirkungen von Krebserkrankungen auf die Sexualität bei Männern und Frauen eingegangen.

2.6.12.1 Krebserkrankungen bei Frauen

Zwischen zehn und zwölf von hundert Frauen in Deutschland erkranken im Laufe ihres Lebens an einem bösartigen Tumor der Brustdrüse (Robert Koch-Institut, 2010:78).

Die Brust als geltendes Symbol der Weiblichkeit, das Selbstwertgefühl und die Attraktivität können durch eine Operation zerstört werden. Nach der Operation können Schmerzen beispielsweise in Folge von Operationsnarben entstehen. Weiterhin kann die Operation die Betroffenen dahingehend beeinflussen, dass sie weniger sexuelle Kontakte haben. Auch kann es durch eine erfolgte Chemotherapie zu einem Verlust des Selbstwertgefühls kommen, da die Therapie zur Folge haben kann, dass den Behandelten die Haare ausfallen, es zu Störungen des Feuchtwerdens der Scheide, des Lustbedürfnisses (Appetenz) und des Orgasmus kommt. Nicht nur die weibliche Brust ist häufig von Krebserkrankungen betroffen, es kann auch an weiteren Körperstellen zu bösartigen Neubildungen kommen, die die Sexualität beeinflussen können. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang das Vulvakarzinom, das Ovarialkarzinom und das Uteruskarzinom (Grond, 2011:68f.).

2.6.12.2 Krebserkrankungen bei Männern

Prostatakrebs ist die am häufigsten vorkommende Krebsart bei Männern. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren (Robert Koch-Institut, 2010:99). Nur 10% der Patienten erlangen nach einer vollständigen Entfernung der Prostata ihre Erektionsfähigkeit zurück, bei schonenderen Verfahren sind es mehr. Bei 25% der Betroffenen kommt es zu einer Inkontinenz, die wie erläutert einen Einfluss auf die Sexualität haben kann. Zu erwähnen ist, dass nicht die Erkrankung selbst, sondern die operative Therapie zu Erektionsstörungen führen kann (Grond, 2011:69). McNicoll (2008:322) konstatiert, dass chirurgische Eingriffe bei Prostatakrebserkrankten häufig nicht behandelbare und irreversible erektile Dysfunktionen nach sich ziehen.

Eine Krebserkrankung des Penis kann zur Folge haben, dass eine Teilamputation des Penis nötig wird. Dies muss jedoch nicht immer bedeuten, dass der fortbestehende Teil keine Erektionsfähigkeit mehr besitzt. Bei Blasenkrebs kann eine Entfernung der Blase nötig werden und die neu angelegte Harnableitung kann so die Sexualität beeinflussen (Grond, 2011:69).

2.7 Sexualität in Einrichtungen der stationären Altenhilfe

Zuvor wurden Faktoren beschrieben, die auf der individuellen Bewohnerebene die Sexualität beeinflussen können. Danach wurde die gesellschaftliche Tabuisierung von Sexualität im Alter dargestellt. Im Folgenden wird auf Faktoren eingegangen, die auf der Ebene der Organisation einen Einfluss auf die Sexualität der in Heimen lebenden Menschen haben können. Zuvor jedoch soll die sexuelle Aktivität von Pflegeheimbewohnern beschrieben werden.

2.7.1 Sexuelle Aktivität von Pflegeheimbewohnern

Menschen, die in Pflegeheimen wohnen, sind zumeist krank und benötigen in vielen Abläufen des Tages Hilfestellungen. Dennoch wurde bereits festgestellt, dass das Alter keine asexuelle Lebensphase ist und dass diese Menschen trotz ihrer erschwerten Situation „noch das Bedürfnis nach Sexualität, Berührung, und Intimität haben soll[en]“, was allerdings zumeist Unverständnis verursacht (Zettl-Wiedner, 2011:126). Gleichwohl sind in Senioreneinrichtungen „alle Formen sexuellen Verhaltens“ beobachtbar und ähneln den Befunden aus der „allgemeinen Alternsforschung“ (Bach, 2011:166).

Daten zum Sexualverhalten, zum sexuellen Interesse und zur sexuellen Aktivität gehen aus der Studie von Bretschneider und McCoy (1988) hervor, in der n=100 Männer und n=102 Frauen mit einem Alter von 80 bis 102 Jahren (Durchschnittsalter = 86,1 Jahre) mittels Fragebögen befragt wurden. Alle Befragten wohnten in Einrichtungen für Senioren. Als Ergebnis zeigte sich, dass 63% der Männer und 30% der Frauen weiterhin sexuell aktiv waren. 14% der Frauen und 29% der Männer in der Studie waren noch verheiratet. 25% der befragten Frauen und 53% der befragten Männer gaben an, dass sie Partner für regelmäßigen Geschlechtsverkehr haben.

White (1982) führte eine qualitative Studie mit n=84 Bewohnern (durchschnittliches Alter 81 Jahre) und n=185 Bewohnerinnen (durchschnittliches Alter 83 Jahre) aus 15 Pflegeheimen in den USA durch. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Interviews lagen auf den Einstellungen zur Sexualität älterer Menschen, dem Wissen über die Sexualität älterer Personen und dem aktuellen und vorherigen Sexualverhalten. Ergänzend wurde ein quantitatives Instrument (Aging Sexuality Knowledge and Attitudes Scale – ASKAS) eingesetzt. Aus den Ergebnissen der Interviews (n=227) ging hervor, dass 91% der befragten Personen im Monat vor der Erhebung nicht sexuell aktiv waren. Von diesen Personen gaben 17% (n=41) an, dass sie zwar Interesse an sexueller Aktivität hätten, ihnen jedoch die Gelegenheit dazu fehlte, weil kein Partner vorhanden war oder sie in ihrer Privatsphäre eingeschränkt waren. 8% (n=21) Personen erklärten, dass sie im letzten Monat sexuell aktiv waren und auch sexuell interessiert sind. Weiterhin stellte sich heraus, dass im Sample ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Wissen und der Einstellung zur Sexualität und sexueller Aktivität besteht.

Die Ergebnisse der Studien zeigen ein weiteres Mal, dass auch die Phase des Lebens, in der eine Person in einer Einrichtung der stationären Altenhilfe lebt, nicht asexueller Natur ist bzw. sein muss.

2.7.2 Tabuisierung von Sexualität in Einrichtungen der stationären Altenhilfe

Der Wunsch nach intimen und sexuellen Kontakten ist ein Bedürfnis, welches auch von den institutionellen Rahmenbedingungen von Altenpflegeeinrichtungen nicht ganz unterdrückt werden kann (Landerer-Hock, 1997:36). Diese Bedürfnisse und Wünsche gilt es nicht nur zu akzeptieren, sondern auch als „Realität“ und „normal“ anzuerkennen (Schultz-Zehden, 2013:56). Jedoch werden diese Bedürfnisse in Altenpflegeeinrichtungen häufig ignoriert, die Sexualität der in Heimen lebenden Menschen auf den Geschlechtsakt reduziert (ebd.:53) und der Genitalbereich der Bewohner auf „die Ausscheidungsfunktion und die Sauberkeit reduziert“ (Gatterer, 2011:183). Auch kommt es dazu, dass das Thema Sexualität in Altenpflegeeinrichtungen abschätzig behandelt wird, auf humorvolle Art und Weise geringschätzig abgetan wird (Bach, 2011:160) und „wieder pubertären Charakter“ bekommt, wenn beschämt weggeschaut, getratscht und getuschelt wird (ebd.:166).

Werden Bewohner bei sexuellen Handlungen „erwischt“, kann dies auf beiden Seiten für eine Irritation sorgen; zumeist werden derartige „Vorfälle“ nicht weiter thematisiert. Das Nichtauflösen einer solchen Situation führt nach Bach (ebd.:167) jedoch dazu, dass das Thema nur verschoben wird und somit lediglich eine weitere Tabuisierung erreicht wird. Auch werden Gespräche über Sexualität tabuisiert, weil Sexualität als unsittlich oder unästhetisch gilt (Grond, 2011:81).

Frank (2004:20) betont, dass dem Ekel vor der Sexualität Älterer in Pflegeheimen eine Rolle zukommt und dass Pflegende beim Anblick der Erregung Älterer mit Abscheu und Verlegenheit reagieren würden. Frank (ebd.) führt weiterhin an, dass es nachvollziehbar sei, dass Pflegekräfte mit Abwehr reagieren, wenn sie mit Ausscheidungen verunreinigte Genitalien oder nach ihrem Empfinden unästhetische Körper sähen. Frank (ebd.) fordert jedoch, dass dabei die wertschätzende Haltung gegenüber den zu Pflegenden erhalten bleiben muss.

In manchen Heimen existieren zudem rigide Verhaltensregeln, die verbieten, dass eine Frau einen Mann besucht, und auch verbieten, dass Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit ausgetauscht werden. Dass Sexualität in manchen Heimen unerwünscht ist, zeigt sich auch durch entsprechende Regelungen, die in den Heimverträgen festgehalten sind (Grond, 2011:81).

Landerer-Hock (ebd.:33) betont, dass die Institution Altenpflegeeinrichtung nach einer „klinischen Arbeitsatmosphäre“ strebe, in der die Struktur der Arbeit an den Bewohnern vorbei geplant werde, was auch auf die „chronische Personalknappheit“ zurückzuführen sei. Auch Müller (2010:115) bemerkt, dass Seniorenheime „von eher starren Abläufen dominiert“ sind. Im Weiteren führt Frank (2004:20) aus, dass eine Enttabuisierung von Sexualität in Pflegeeinrichtungen nur gelingen kann, wenn die räumlichen Bedingungen und die Organisationstruktur dazu beitragen. Dies muss jedoch auch immer unter Beachtung der nötigen und zu verrichtenden Tätigkeiten geschehen.

Dass Sexualität in der Pflege weiterhin ein Tabuthema darstellt, sieht Michelchen (2008:48) unter anderem darin begründet, dass dem Thema eine zu geringe Aufmerksamkeit in der Aus- und Fortbildung der Pflegekräfte geschenkt wird. Die fehlende Kenntnis über den Sachverhalt führt letztlich dazu, dass die Pflegekräfte in ihrer späteren beruflichen Praxis keinen natürlichen und zwanglosen Umgang mit der Sexualität der Bewohnerschaft pflegen können.

2.7.3 Einstellungen des Personals zur Sexualität der Heimbewohner

Das Personal in Einrichtungen der Altenpflege wird besonders häufig mit der Sexualität der Bewohner konfrontiert (Bach, 2011: 167). Das Thema wird jedoch wie erwähnt in der Ausbildung von Pflegekräften und auch Medizinern kaum angesprochen und der Genitalbereich der Betroffenen wird auf die Funktionsfähigkeit hin reduziert, zumeist auf die Ausscheidungsfunktion (Gatterer, 2011:183). Hinzu kommt, dass Fortbildungen über Sexualität in vielen Heimen nicht geplant sind oder aus ökonomischen Gründen gestrichen werden (Grond, 2011:81).

Der Institution kommt häufig die Rolle eines Sittenwächters zu, der dafür sorgt, dass die bestehenden Regeln und Normen der Institution eingehalten werden. Einen wesentlichen, determinierenden Faktor für das Ausleben der Sexualität der Bewohner stellen dabei die immanenten Normen und Werte des Personals dar (Gatterer, 2011:191f.). Ebenso bewerten Pflegekräfte das Sexualverhalten der Bewohner anhand der geltenden Wertmaßstäbe in der Einrichtung (Grond, 2011:84).

Das Ausleben der Sexualität der Bewohner hängt jedoch maßgeblich von den Einstellungen der Pflegekräfte und auch der Leitungskräfte ab. Dass Pflegende dabei dem Thema Sexualität überhaupt eine Bedeutung zuschreiben, ist nicht a priori gegeben. Vielmehr messen Pflegekräfte anderen Tätigkeiten, wie z.B. dem Vermeiden von Stürzen oder Decubiti, einen höheren Stellenwert bei als einem Gespräch über die Sexualität (ebd.:81).

Roach (Roach, 2004) führte eine qualitative Studie mit Personal aus Pflegeeinrichtungen in Schweden und Australien durch. n=30 Personen wurden im Rahmen der Studie interviewt. n=18 Personen nahmen an Gruppendiskussionen teil. Die Auswertung der Studie erfolgte anhand der Grounded Theory. In der Studie wurden die Einstellungen der Pflegenden zu sexuellen Verhaltensweisen der Bewohner untersucht. Roach fand heraus, dass viele Pflegeeinrichtungen die Rechte auf das Ausleben von Sexualität nicht unterstützen und dass das Pflegepersonal sich unbehaglich fühlt, wenn Bewohner ihre sexuellen Bedürfnisse zeigen. Weiterhin zeigt die Studie, dass die Mischung von organisationalem „Ethos“ (Leitbild) und dem Gefühl der Pflegepersonen im Umgang mit der Sexualität der Bewohner die Sexualität beeinflussen. Roach differenziert – bezogen auf den „Ethos“ einer Einrichtung – zwischen Einrichtungen, die eher restriktiv oder aber reagierend auf die Bedürfnisse der Bewohner reagieren. In Bezug auf das Gefühl der Pflegenden unterscheidet die Untersucherin zwischen einem positiven und einem negativen Gefühl im Umgang mit der Sexualität. Mit Blick auf die Länder, in denen die Untersuchung durchgeführt wurde, stellte sich heraus, dass die schwedischen Einrichtungen eher dem Typus der reagierenden Einrichtungen angehören, die auf die sexuellen Bedürfnisse der Bewohner eingehen. Roach führt dies unter anderem darauf zurück, dass dort eine größere gesellschaftliche Akzeptanz für Krankheit und Alter existiert, als dies in Australien der Fall ist. Weiterhin führt die Untersucherin an, dass die schwedischen Bewohner ihre Apartments mieten und von daher mehr Rechte und Privatsphäre haben als in Australien.

Aus einer qualitativen Studie (Ehrenfeld, Bronner, Tabak, Alpert & Bergman, 1999), in der Beobachtungen durchgeführt wurden, ließen sich drei verschiedene Verhaltensweisen von Pflegekräften identifizieren, die sich zeigten, wenn Bewohner sexuelle Verhaltensweisen an den Tag legten. Wenn die Bewohner Verhaltensweisen zeigten, die liebend und fürsorglich waren, wurden diese von den Pflegekräften akzeptiert. Verhaltensweisen, die romantisch waren, verursachten gemischte Gefühle oder führten dazu, dass das Personal das Verhalten als amüsant bewertete und die Bewohner zum Teil kindlich abwertend behandelte. Erotische Verhaltensweisen lösten Zorn, Ablehnung und Ekel bei den Pflegenden aus und verursachten die stärksten Reaktionen bei diesen.

Aufgrund der steigenden Anzahl älterer Menschen ist es nötig, mehr über die Einstellungen und das Wissen von Pflegenden über die Sexualität alter Menschen zu erfahren, weil diese einen potenziellen Einfluss auf die Lebensqualität und das Selbstbild der Bewohner haben. Weiterhin gilt es, die Einstellungen der Pflegenden in den Blick zu nehmen, um potenzielle Defizite in der Ausbildung erkennen zu können (Mahieu, Dierckx de Casterlé, Van Elssen & Gastmans, 2013).

[...]


1 Als Multimorbidität wird „das gleichzeitige Auftreten und Bestehen mehrerer Erkrankungen, deren einzelne Bedeutung für die Wiederherstellung von Gesundheit nicht in eine Hierarchie gebracht werden kann“ (Kuhlmey, 2011:915) bezeichnet.

2 Boole’sche Operatoren dienen der Verknüpfung von Suchbegriffen innerhalb einer Suche, bei der mit mehr als einem Suchbegriff gearbeitet wird (Borger, Weschler und Panfil:2007:49f.).

3 Eine ausführliche Darstellung des sexuellen Reaktionszyklus und seiner Veränderungen im Alter findet sich bei Masters und Johnson (1970:197ff.).

4 Unter Triangulation wird „[d]ie Verwendung von zwei oder mehr Theorien, Methoden, Datenquellen, Forschern oder Analysemethoden in ein und derselben Studie“ (Burns & Grove, 2005:581) verstanden.

5 „Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification (ICD-10-GM) ist die amtliche Klassifikation zur Verschlüsselung von Diagnosen in der ambulanten und stationären Versorgung in Deutschland“ (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information, 2013).

6 Nach Jorgensen und Kollegen (2001:1004) spricht man von Polypharmazie, wenn gleichzeitig mehr als fünf Medikamente verordnet sind.

7 Unter Pharmakokinetik lässt sich die Veränderung „der Resorption, Verteilung, Metabolisierung und Elimination eines Wirkstoffs im Körper“ verstehen (Kralovec, 2007:43).

8 Für eine umfangreiche Liste von Medikamenten und ihren Wirkungen auf die Sexualität siehe Hillmann (2008).

Ende der Leseprobe aus 142 Seiten

Details

Titel
Die Sexualität männlicher Bewohner in Einrichtungen der stationären Altenhilfe. Fördernde und hemmende Faktoren
Untertitel
Die subjektive Sichtweise der Betroffenen
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
2,1
Autor
Jahr
2013
Seiten
142
Katalognummer
V309572
ISBN (eBook)
9783668078307
ISBN (Buch)
9783668078314
Dateigröße
1099 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sexualität, Alterswissenschaften, Alter, Gerontologie, Pflege, Altenpflege, Altenhilfe, Männergesundheit
Arbeit zitieren
Sebastian Riebandt (Autor), 2013, Die Sexualität männlicher Bewohner in Einrichtungen der stationären Altenhilfe. Fördernde und hemmende Faktoren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309572

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