Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Buchwissenschaft

Die ersten Jahrzehnte gedruckter Zeitung. Erfolgsfaktoren für Zeitungsperiodika im 17. Jahrhundert

Titel: Die ersten Jahrzehnte gedruckter Zeitung. Erfolgsfaktoren für Zeitungsperiodika im 17. Jahrhundert

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 24 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: David Kraus (Autor:in)

Buchwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Tageszeitung wird schon seit einigen Jahren ein schleichender Niedergang vorausgesagt. Die stetig abnehmenden Auflagen, der kleinen, wie auch der großen Zeitungen, sowie diverse Auflösungen, dokumentieren dies nachweislich.

Kein Wunder, denn in Zeiten von flächendeckendem Internetzugang, wo die Informationen im Web so zeitnah wie möglich präsentiert, und mithilfe von sozialen Netzwerken (beispielsweise Facebook) fast ebenso schnell über alle Grenzen hinaus verbreitet werden, ist die Abhängigkeit vom Druckwerk wohl mehr ein Hindernis, als wirklich eine Bereicherung. Die Webseiten der renommierten Zeitungsverlage (z. B. Frankfurter Allgemeine Zeitung) und deren Apps, steuern mit ihrem crossmedialen Ansatz ihr Übriges dazu bei, dass Untergangsprognose und Realität konvergieren. Dies kann desgleichen durchaus als ein stilles Zugeständnis für die technologische Aufbruchsstimmung des 21. Jahrhunderts, seitens der Verlage gesehen werden.

Aber selbst wenn jene Prognose zutreffen sollte, so wird dies per se in keiner Weise den Tod der Zeitung zufolge haben, denn ihre grundlegende Idee ist nicht unbedingt an ein bestimmtes Medium gebunden. Die Zeitung hat schon vor ihrer eigentlichen Geburt, bis heute immer wieder Entwicklungen durchgemacht, wobei sie in den unterschiedlichsten Formen in Erscheinung getreten ist; die Idee des massenmedialen Kommunikationsmittels hat jedes Mal überlebt.

Deswegen wäre eine vollständige Verdrängung der gedruckten Zeitung, durch eine rein online abrufbare Ausgabe, nur ein weiterer logischer Schritt von vielen. Dieser würde demnach schlicht und ergreifend dem heutigen Zeitgeist der Nachrichtenverbreitung entsprechen. Was sich nämlich nicht ändern wird, ist der Bedarf an seriösen Informationen in der Gesellschaft, seien sie in politischen, sportlichen oder anderen Themenbereichen angesiedelt. Diese Nachfrage ist ebenfalls die Ausgangslage zu Beginn der Frühen Neuzeit gewesen. Doch welche konkreten Faktoren waren zu Beginn des 17. Jahrhunderts überhaupt für den Erfolg der gedruckten Zeitung in ‚Teutschland’ entscheidend, damit sie sich letztendlich etablieren konnte?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen

2.1 Zeitungsperiodika

2.2 Geburt der gedruckten Zeitung

3 Merkmale und Limitationen des teutschen Zeitungswesens

3.1 Abgrenzungskriterien und typographische Standards

3.2 Standortabhängigkeit, Zensur und Privilegien

4 Erfolgsfaktoren des teutschen Zeitungswesens

4.1 Technische Faktoren

4.2 Politische Faktoren

4.3 Gesellschaftliche Faktoren

4.4 Wirtschaftliche Faktoren

5 Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Erfolgsfaktoren, die zur Etablierung der gedruckten Zeitung in Deutschland im frühen 17. Jahrhundert (ca. 1600–1650) geführt haben. Dabei wird analysiert, wie das Zusammenspiel technischer, politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen die Entwicklung des teutschen Nachrichtenwesens begünstigte.

  • Definition und Abgrenzung von Zeitungsperiodika
  • Entwicklung der frühen Druckmedien und typographische Standards
  • Einfluss von Standortabhängigkeit, Zensur und Privilegienwesen
  • Die Bedeutung von Buchdruck, Botensystemen und öffentlichem Informationsbedarf

Auszug aus dem Buch

2.2 Geburt der gedruckten Zeitung

Bevor das erste echte Zeitungsperiodikum in den Druck gegangen ist, hat es noch einen wichtigen Vorläufer gegeben: die Messrelation (siehe Abbildung 1-1). Diese hat der österreichische Drucker Michael von Aitzing erstmalig zur Frankfurter Buchmesse 1583 veröffentlicht – 1605 hat das leipziger Pendant nachgezogen. Messrelationen sind im Buchhandel erhältlich, und somit für jedermann zugänglich gewesen.

Es gibt mehrere Unterschiede zwischen den beiden Medien, was die Messrelationen allerdings maßgeblich von den frühen Zeitungsperiodika abhebt, ist die Aktualität. Denn erstere ist lediglich halbjährlich oder sogar jährlich erschienen, während bei letzterer mindestens ein wöchentlicher Rhythmus vorgeherrscht hat.

Die Straßburger Relation und der Wolfenbütteler Aviso markieren schließlich die Geburt der gedruckten Wochenzeitung, wobei die ‚Relation’ nach dem neusten Stand der Forschung bereits 1605, also vier Jahre früher als der ‚Aviso’ erschienen ist. Hierfür zeigt sich der straßburgische Drucker Johannes Carolus verantwortlich, der somit als erster überhaupt ein Zeitungsperiodikum publiziert hat. Leider macht es den Anschein, als sei die Ausgabe der ‚Relation’ von 1605 im Laufe der Geschichte verloren gegangen, so ist es nur möglich sich von der Ausgabe 1609 ein genaueres Bild zu machen. So verrät der Titel schon, worum es sich hier inhaltlich handeln wird, wenn von gedenkwürdigen Historien z. B. in Frankreich, Italien und England gesprochen wird (siehe Abbildung 1-2); nämlich nicht nur von nationalen bzw. regionalen, sondern desgleichen internationalen Nachrichten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den aktuellen Wandel der Zeitungslandschaft und führt in die Fragestellung ein, welche Faktoren das Überleben und den Erfolg gedruckter Zeitungen im 17. Jahrhundert ermöglicht haben.

2 Grundlagen: Dieses Kapitel klärt die terminologischen Definitionen von Zeitungsperiodika und beschreibt die Entstehung der Zeitung im Kontext ihrer Vorläufer wie der Messrelation.

3 Merkmale und Limitationen des teutschen Zeitungswesens: Hier werden die Definitionskriterien nach Groth sowie typographische Aspekte und die Rolle von Zensur und Privilegien im Alten Reich analysiert.

4 Erfolgsfaktoren des teutschen Zeitungswesens: Dieses Hauptkapitel untersucht detailliert die vier zentralen Säulen des Erfolgs: technische Innovationen, politische Strukturen, gesellschaftliche Bedürfnisse und wirtschaftliche Faktoren.

5 Schluss: Das Kapitel fasst die Ergebnisse in einer tabellarischen Übersicht zusammen und resümiert, dass erst das Zusammenspiel der verschiedenen Einflussfaktoren die erfolgreiche Etablierung des Zeitungswesens ermöglichte.

Schlüsselwörter

Zeitungsperiodika, Buchdruck, 17. Jahrhundert, Nachrichtenwesen, Frühe Neuzeit, Messrelation, Straßburger Relation, Wolfenbütteler Aviso, Zensur, Druckprivilegien, Nachrichtenhandel, Botenwesen, Massenkommunikation, Teutschland, Erfolgsfaktoren

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den Bedingungen für den Erfolg des frühen gedruckten Zeitungswesens in Deutschland während der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Zeitungsperiodika, die technischen Voraussetzungen des Buchdrucks, die Einflüsse von Zensur und politischer Zersplitterung sowie sozioökonomische Faktoren wie das Nachrichtenwesen und die Leserschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die spezifischen Faktoren zu identifizieren, die das Etablieren der gedruckten Zeitung im 17. Jahrhundert trotz schwieriger Rahmenbedingungen ermöglicht haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturgestützte Analyse durchgeführt, bei der medien- und buchwissenschaftliche Fachliteratur herangezogen wird, um die historischen Entwicklungen theoretisch zu fundieren und in einer Übersicht zusammenzuführen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Merkmale und Limitationen (z. B. typographische Standards, Zensur) sowie eine Untersuchung der vier Haupt-Erfolgsfaktoren (technische, politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Zeitungsperiodika, 17. Jahrhundert, Frühe Neuzeit, Buchdruck, Nachrichtennetzwerk, Zensurpolitik und das Alte Reich.

Welche Rolle spielt der Dreißigjährige Krieg für das Zeitungswesen?

Der Krieg wirkte laut der Arbeit paradoxerweise förderlich, da er als „Mutter der Zeitungen“ fungierte und durch das hohe Informationsbedürfnis der Bevölkerung einen stetigen Nachrichtenfluss generierte.

Warum war die territoriale Zersplitterung des Alten Reiches für das Zeitungswesen vorteilhaft?

Die territoriale Zersplitterung verhinderte die Etablierung eines einheitlichen, flächendeckenden Zensurwesens, was es Druckern an verschiedenen Orten erleichterte, Zeitungen zu veröffentlichen und zu verbreiten.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die ersten Jahrzehnte gedruckter Zeitung. Erfolgsfaktoren für Zeitungsperiodika im 17. Jahrhundert
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Buchwissenschaft)
Veranstaltung
Das Nachrichtenwesen der Frühen Neuzeit
Note
2,7
Autor
David Kraus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
24
Katalognummer
V309721
ISBN (eBook)
9783668080249
ISBN (Buch)
9783668080256
Sprache
Deutsch
Schlagworte
jahrzehnte zeitung erfolgsfaktoren zeitungsperiodika jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
David Kraus (Autor:in), 2015, Die ersten Jahrzehnte gedruckter Zeitung. Erfolgsfaktoren für Zeitungsperiodika im 17. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309721
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  24  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum