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Zur existenzialen Konstitution des Da. Befindlichkeit, Verstehen und Rede in Heideggers "Sein und Zeit"

Titel: Zur existenzialen Konstitution des Da. Befindlichkeit, Verstehen und Rede in Heideggers "Sein und Zeit"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Alexander Meyer (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Das Dasein ist seine Erschlossenheit.“ Mit dieser Bestimmung von Dasein eröffnet Heidegger in seinem frühen Hauptwerk "Sein und Zeit" (1927) einen aufgeschlossenen Möglichkeitshorizont von Dasein. Dabei stellt sich aber bereits die Frage, was er damit genau im Einzelnen meint. Was meint Heidegger, wenn er von Erschlossenheit spricht? Wie ist diese strukturiert?

Um diese Fragen der von Heidegger aufgezeigten Formen der Erschlossenheit soll es im Folgenden gehen, also um die Befindlichkeit, das Verstehen und die Rede als existenziale Strukturen des Daseins, durch welche sich dieses in seiner Erschlossenheit zeigt. Da diese drei Strukturen nur zusammen die unmittelbare Erfahrung des eigenen Seins ausmachen, d.h. sie sind nicht als eigenständige Strukturen zu betrachten, werden sie auch hier nur zusammengehörig zur Sprache gebracht.

Zunächst soll also die Befindlichkeit im Sinne Heideggers betrachtet und anschließend anhand der Furcht deutlicher herausgestellt werden.

Anschließend soll aufgezeigt werden, was Heidegger als Verstehen bezeichnet und inwiefern sich dieses Moment der Erschlossenheit auf die Befindlichkeit beziehen lässt. Daraufhin soll diese zweite Struktur der Erschlossenheit anhand der Auslegung und der Aussage vertieft demonstriert werden. – Es ist also bereits deutlich zu erkennen, dass diese vorliegende Arbeit dem strukturellen Aufbau Heideggers in "Sein und Zeit" folgt und folglich dessen Denkweg hinsichtlich der drei Formen der Erschlossenheit versucht nachzuvollziehen oder besser: mitzuvollziehen.

Durch diese zweite Form der Erschlossenheit des Daseins, d.h. durch das Verstehen, wird deutlich werden, worauf sich das Dasein versteht, nämlich auf sein eigenstes Sein im Sinne eines entwerfenden Seinsvollzugs.

Als drittes Moment der Erschlossenheit wird anschließend die Rede thematisiert werden. Dadurch wird sich zeigen, dass das Dasein durch die Rede hindurch die beiden zuerst untersuchten Erschlossenheitsstrukturen artikuliert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Erstes Strukturmoment der Erschlossenheit: die Befindlichkeit

1. Da-sein als Befindlichkeit

2. Ein Modus der Befindlichkeit: die Furcht

II. Zweites Strukturmoment der Erschlossenheit: das Verstehen

1. Da-sein als Verstehen

2. Auslegung

3. Ein Modus der Auslegung: die Aussage

III. Drittes Strukturmoment der Erschlossenheit: die Rede

1. Rede und Sprache

Schluss: Befindlichkeit, Verstehen und Rede – ein Dreigespann?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die existenziale Konstitution des „Da“ im Dasein nach Martin Heideggers Hauptwerk Sein und Zeit zu klären, indem sie die drei untrennbaren Grundstrukturen Befindlichkeit, Verstehen und Rede als ein zusammengehöriges Dreigespann untersucht.

  • Die Analyse der Befindlichkeit als fundamentales Existenzial und deren Modus der Furcht.
  • Die Untersuchung des Verstehens als aktiven Entwurfscharakter des Daseins.
  • Die Spezifizierung des Verstehens durch die Auslegung und den Modus der Aussage.
  • Die Rolle der Rede als ontologisches Fundament der Sprache und Artikulationsmedium.
  • Die wechselseitige Verschränkung dieser Strukturen als Konstituenten der Erschlossenheit.

Auszug aus dem Buch

3. Ein Modus der Auslegung: die Aussage

Durch die Analyse der Aussage als eines abkünftigen Modus der Auslegung soll im Grunde das Existenzial Verstehen deutlicher hervorgehoben werden. Die Aussage wird also von der Auslegung abgeleitet und bringt selbst ein bestimmtes Verstehen zum Ausdruck. Heidegger differenziert dabei zunächst drei verschiedene Bedeutungsstrukturen der Aussage, die jeweils untrennbar miteinander zusammenhängen und nur als Einheit das ganze Phänomen Aussage sichtbar machen.

Als erstes Strukturmoment wird die Aussage als „Aufzeigung“ sichtbar gemacht, d.h. „Seiendes von ihm selbst her sehen lassen“. Damit meint Heidegger, dass durch die Aufzeigung bzw. apophantische Aussage das Seiende selbst betroffen wird. Es wird dadurch gleichsam nur ein bestimmter Ausschnitt der Welt in den Blick genommen.

Eine Aussage kann aber auch als konkrete Bestimmung oder „Prädikation“ verstanden werden. – Das meint nun das zweite Strukturmoment der Aussage. Unter Prädikation versteht Heidegger also ein Moment der Aussage, wie es auch alltäglich verstanden wird: In einem Satz wird ein Subjekt näher durch ein Prädikat bestimmt. Hierbei wird allerdings deutlich, dass jede Prädikation zugleich auch immer schon eine Aufzeigung ist. Es wird also etwas über ein Subjekt eines Satzes ausgesagt bzw. aufgezeigt.

Als drittes und letztes Strukturmoment der Aussage rückt die Aussage als „Mitteilung, Heraussage“ in den Fokus. Dieses Moment zeichnet sich durch eine „pragmatische bzw. kommunikative Dimension“ aus, was zeigt, dass bei einer Aussage auch immer schon ein Anderer mitgedacht wird. Heidegger spricht deshalb auch von einem „Mitsehenlassen“, wodurch einem Anderen das Aufgezeigte sichtbar gemacht werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in Heideggers Bestimmung des Daseins als Erschlossenheit und Vorstellung der drei zentralen Existenzialien.

I. Erstes Strukturmoment der Erschlossenheit: die Befindlichkeit: Untersuchung der Befindlichkeit als grundlegende Geworfenheit des Daseins, exemplifiziert durch das Phänomen der Furcht.

II. Zweites Strukturmoment der Erschlossenheit: das Verstehen: Analyse des Verstehens als aktiven, entwerfenden Modus des Seins, ergänzt durch die Auslegung und die theoretische Form der Aussage.

III. Drittes Strukturmoment der Erschlossenheit: die Rede: Thematisierung der Rede als fundamentales Fundament der Sprache, die Befindlichkeit und Verstehen miteinander verknüpft.

Schluss: Befindlichkeit, Verstehen und Rede – ein Dreigespann?: Zusammenfassende Betrachtung der wechselseitigen Durchdringung der drei Existenzialien als konstitutive Einheit der Erschlossenheit.

Schlüsselwörter

Heidegger, Sein und Zeit, Dasein, Erschlossenheit, Befindlichkeit, Verstehen, Rede, Geworfenheit, Entwurf, Auslegung, Aussage, Existenzial, In-der-Welt-sein, Sprache, Vor-Struktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die „existenziale Konstitution des Da“ im Dasein basierend auf Heideggers Sein und Zeit und analysiert die Struktur der Erschlossenheit.

Welche drei zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die drei untrennbaren Grundstrukturen (Existenzialien) des Daseins: Befindlichkeit, Verstehen und Rede.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie diese drei Strukturen zusammenwirken, um die Erschlossenheit des Daseins als Ganzes zu konstituieren.

Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?

Die Arbeit folgt dem phänomenologischen und hermeneutischen Denkweg Heideggers, indem sie die existenzial-ontologischen Strukturen schrittweise freilegt und analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils eines der Existenzialien (Befindlichkeit, Verstehen, Rede) und deren Untermodi (z.B. Furcht, Auslegung, Aussage) detailliert behandeln.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den zentralen Begriffen zählen Dasein, Erschlossenheit, Geworfenheit, Entwurf, Sein-können sowie die drei genannten Grundstrukturen.

Inwiefern beeinflusst die Befindlichkeit das Verstehen?

Heidegger zeigt, dass Verstehen immer gestimmt ist; es gibt kein ungestimmtes Verstehen, da das Dasein stets aus einer Stimmung heraus in die Welt entwirft.

Was versteht Heidegger unter der "Zirkelhaftigkeit" des Verstehens?

Die Zirkelhaftigkeit beschreibt, dass die Auslegung sich bereits in einem vor-thematischen Verstehenskontext befindet. Heidegger wertet dies als positive „Vor-Struktur“, die den Zugang zum Phänomen erst ermöglicht.

Warum wird die Aussage als „abkünftiger“ Modus der Auslegung bezeichnet?

Die Aussage ist für Heidegger keine reine Erkenntnisquelle, sondern eine theoretische Modifikation der umsichtigen Auslegung, in der das Zeug aus seinem Gebrauchsbezug herausgelöst und als Ding „aufgezeigt“ wird.

Welche Rolle spielt die Rede für die Kommunikation?

Die Rede bildet das ontologische Fundament der Sprache. Sie ermöglicht nicht nur das Sprechen, sondern auch das Hören und Schweigen, wodurch das Dasein dialogisch mit anderen verbunden ist.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur existenzialen Konstitution des Da. Befindlichkeit, Verstehen und Rede in Heideggers "Sein und Zeit"
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Interpretationskurs: Heidegger, "Sein und Zeit"
Note
1,0
Autor
Alexander Meyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V309750
ISBN (eBook)
9783668080409
ISBN (Buch)
9783668080416
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konstitution befindlichkeit verstehen rede heideggers sein zeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Meyer (Autor:in), 2011, Zur existenzialen Konstitution des Da. Befindlichkeit, Verstehen und Rede in Heideggers "Sein und Zeit", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309750
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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