Vergleich von Onlineshops in der Kategorie Sportnahrung


Studienarbeit, 2015

36 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1 Besonderheiten der Branche
2.2 Vorstellung der verglichenen Onlineshops
2.3 Vorgehensweise

3. Bewertungssystem

4. Resultate
4.1 Branche
4.2 Online-Shops

5. Fazit
5.1 Verbesserungsvorschläge
5.2 Zukunftsausblick
5.3 Resümee

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang
7.1 Kriterienkataloge
7.2 Netzdiagramme
7.3 Resultate

Abbildungsverzeichnis

4.1 Zielerreichungsgrad in Prozent

4.2 Gesamtsieger

4.2.1 Screenshot Natural-Fitness24

4.2.2 Screenshot Natural-Fitness24

4.2.3 Screenshot Fitmart

4.2.4 Screenshot Body Society

4.2.5 Screenshot Sportnahrung24

4.2.6 Screenshot Fitness24

4.2.7 Screenshot Fitness24

4.2.8 Screenshot Fitness2002

Anhangsverzeichnis

3.1.1 Kriterienkatalog Marketing

3.1.2 Kriterienkatalog Service

3.1.3 Kriterienkatalog Abwicklung

3.1.4 Kriterienkatalog Qualität

3.1.5 Kriterienkatalog After Sales

4.1.1 Netzdiagramm Marketing

4.1.2 Netzdiagramm Service

4.1.3 Netzdiagramm Abwicklung

4.1.4 Netzdiagramm Qualität

4.1.5 Netzdiagramm After Sales

4.2.9 Resultate Marketing

4.2.10 Resultate Service

4.2.11 Resultate Abwicklung

4.2.12 Resultate Qualität

4.2.13 Resultate After Sales

1. Einleitung

In den letzten Jahren stieg die Zahl der Deutschen, die Waren über das Internet erworben haben stetig an. So kauften 2014 rund 73 % der deutschen Bevölkerung online ein - mehr als doppelt so viel als vor zehn Jahren.1 Gleichzeitig betätigen sich auch über 60 % aller Bundesbürger laut einer INJOY-Studie mindestens einmal wöchentlich sportlich.2 Im Zuge eines aktiven Lebensstils spielt natürlich nicht nur die sportliche Betätigung eine wichtige Rolle, sondern auch eine angepasste, gesunde Ernährung. Folglich hat sich eine ganze Branche aus diesem Bedarf heraus entwickelt, die dieses Bedürfnis decken will - die Sportnahrungsbranche wurde geboren. Aber was versteht man eigentlich unter dem Begriff Sportnahrung? Sportnahrung kann in drei Hauptkategorien aufgegliedert werden: Functional Food, kalorienreduzierte und diätische Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel. Unter Functional Food versteht man Nahrungsmittel, die mit zusätzlichen Inhaltsstoffen angereichert wurden, welche einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben sollen. Kalorienreduzierte und diätische Lebensmittel hingegen sollen vor allem der Gewichtsreduktion dienen. Nahrungsergänzungsmittel sind abschließend für einen erhöhten Stoffwechsel aufgrund hoher körperlicher Verausgabung ausgelegt. Sie nehmen eine Zwischenstellung zwischen Lebensmittel und Arzneimitteln ein. Angesprochen werden diverse Zielgruppen von Menschen, die einfach nur abnehmen wollen, über Hobbyathleten bis hin zu Leistungssportlern. Natürlich liegt es auf der Hand solche Artikel nicht nur lokal in Läden anzubieten, sondern auch in Online-Shops zu vertreiben.

Im Zuge dieser Studienarbeit werden diverse Online-Anbieter von Sportnahrung anhand eines speziell ausgearbeiteten Kriterienkatalogs verglichen. Darauf aufbauend wird der durchschnittliche Zielerreichungsgrad der Branche analysiert, um die derzeitige Marktsituation darzustellen. Anschließend werden die besten Shops gekürt und aufgezeigt, was besonders gut und schlecht umgesetzt wurde. Am Ende werden Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet, ein kleiner Blick in die Zukunft geworfen und ein kurzes Fazit gezogen.

2. Grundlagen

Zuerst werden im Folgenden die theoretischen Grundlagen geklärt. Besonderheiten der Branche werden erläutert und wie sie sich von anderen Wirtschaftszweigen unterscheidet. Im Anschluss werden kurz die verglichenen Onlineshops vorgestellt und warum sie ausgewählt wurden. Zuletzt wird die Vorgehensweise erläutert, wie die Shops anhand eines Kriterienkatalogs objektiv verglichen wurden.

2.1 Besonderheiten der Branche

In vielen Online-Shops anderer Branchen ist es üblich, dass stets wechselnde Produkte gekauft werden, um ständig variierende Bedürfnisse zu befriedigen. In der Sportnahrungsbranche hingegen ist es gang und gäbe die Produkte desselben Herstellers immer wieder erneut zu bestellen, wenn sie aufgebraucht wurden. So bestellt ein Athlet z.B. fast immer dasselbe Proteinpulver, jedoch in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Diese Markentreue projiziert sich jedoch nicht auf die Wahl des Shops. Kunden ist es wichtig oft neue Produktinnovationen ihrer favorisierten Hersteller zu testen, weil sich vor allem sportlich ambitionierte Kunden dadurch einen zusätzlichen Leistungsschub versprechen. Da die meisten führenden Anbieter in fast jedem Shop angeboten werden, sind die Kunden folglich nicht an einen Shop gebunden. Viele Sportler sind in Online-Communities angemeldet, wo ein gegenseitiger Austausch von Tipps und Erfahrungen stattfindet. Infolgedessen kommt es oftmals zu Bestellungen in anderen Shops, die dort empfohlen werden. Die Konkurrenz zwischen den einzelnen Shops findet daher nicht in erster Linie über den Preiskampf statt, sondern über die Öffentlichkeitsarbeit (engl. „public relations“, kurz „PR“). Das beruht vor allem darauf, dass viele Shops dieselben Zulieferer haben und deshalb nur geringe Gewinnmargen addieren können. Es ist wichtig für die Shops eine gewisse Kundenbindung zu erzeugen. Die Teilnahme an gängigen sozialen Medien ist somit ein elementarer Erfolgsfaktor. Ein weiterer Unterscheid zu anderen Branchen ist, dass es kaum Direktwerbung gibt. Durch das Sponsoring bekannter Athleten, die Unterstützung von Fitnessstudios oder das Vertreten sein auf wichtigen Messen wird eher indirekt für einen Shop geworben.

Folglich ist es wichtig für Shops in der Sportnahrungsbranche einen Zusatznutzen, der über den eigentlichen Zweck eines Shops hinausgeht, anzubieten. Worin dieser bestehen kann, wird im weiteren Verlauf geklärt.

2.2 Vorstellung der verglichenen Onlineshops

Im Folgenden werden 17 verschiedene Online-Shops vorgestellt, die Sportnahrung vertreiben. Die Spanne an Shops ist dabei breit gefächert, um einen möglichst großen Überblick der Branche zu bekommen. So werden Branchenführer mit großer Spannweite wie Andro-Shop, Bodybuilding-Depot oder Sportnahrung Engel mit Under Dogs wie Body Shop XL, Natural Fitness 24 oder Sportnahrung24 verglichen. Der Rest der Shops nimmt eine Zwischenstellung ein. Dadurch ist es leichter, Shops welche best bzw. worst practices ausüben, klar darzustellen.

2.3 Vorgehensweise

Um die Shops möglichst objektiv vergleichen und bewerten zu können, wurde zuerst ein Kriterienkatalog erstellt. So wurden die fünf Hauptkategorien Marketing, Service, Abwicklung, Qualität und After Sales gebildet. Diese werden im Folgenden wiederum, anhand ihrer Wichtigkeit aus Kundensicht, in Subkategorien unterteilt. Für jede Subkategorie gibt es jeweils 0 - 4 Punkte. Zur besseren Übersichtlichkeit findet die Punktevergabe über drei Spalten hinweg statt. In der ersten Spalte finden sich die Kriterien wieder, die ausschlaggebend dafür sind, ein Kriterium als schlecht umgesetzt zu beurteilen. Sie wird mit 0 Punkten bemessen. Die zweite Spalte erstreckt sich von 1 - 2 Punkten. Hier sind Kriterien aufgeführt, die als Branchenstandard angesehen werden. Den Abschluss bildet die dritte Spalte mit 3 - 4 möglichen Punkten. Hier werden klare Differenzierungsmerkmale aufgeführt, die darauf schließen lassen, dass ein Unternehmen gut bis sehr gut aufgestellt ist. Anhand diesem Bewertungsverfahren wird im Folgenden jedes Unternehmen benotet. Wenn nun ein Unternehmen in einer Kategorie mindestens die Hälfte der Kritikpunkte umsetzt, so erhält es 1 Punkt. Werden alle geforderten Maßnahmen erfüllt, 2 Punkte. Es kann durchaus sein, dass ein Unternehmen in Spalte 2 nur einen Punkt, in Spalte 3 hingegen sogar 2 erhält - was in der Addition 3 ergibt.

Die Wichtigkeit jeder Unterkategorie wird durch einen Multiplikator bemessen, mit dem die einzelnen Ergebnisse multipliziert werden. Dieser beginnt beim Faktor 2 und sinkt in 0,1er Schritten. So kann gewährleistet werden, dass wichtigeren Subkriterien mehr Beachtung geschenkt wird als nachrangigen Faktoren. Die Gesamtergebnisse wurden anschließend aufgrund der besseren Übersichtlichkeit gerundet.

3. Bewertungssystem

Im Folgenden wird der Bewertungskatalog, der dieser Studienarbeit zugrunde liegt, vorgestellt. Es wird erläutert, aus welchem Grund welches Subkriterium gewählt wurde. Der ausführliche Kriterienkatalog befindet sich unter Punkt 7.1 im Anhang.

Ein wichtiger Faktor, um Kunden überhaupt auf seinen Online-Shop aufmerksam zu machen ist das Marketing. Als wichtigstes Instrument hierfür dient ein hoher Suchmaschinenrang. Wenn sich ein Online-Shop nicht unter den Top-Ergebnissen auf der ersten Seite bei den Suchresultaten befindet, so ist die Chance, dass interessierte Kunden den Shop finden sehr gering.3 Dieser hohe Rang wird durch Suchmaschinenoptimierung (engl. „search engine optimization“ , kurz „SEO“) erreicht. Diese sollte sowohl direkt auf der Homepage („OnPage“), als auch abseits dieser („OffPage“) stattfinden. Optimierungen auf der Seite direkt können z.B. durch das Nutzen von Schlüsselwörtern („Keywords“) gewährleistet werden. Aber auch Aspekte wie ordentlich formatierte Inhalte erhöhen die Chancen auf ein hohes Suchmaschinen- Ranking. OffPage Optimierung ist schwieriger zu bewerkstelligen. Hierbei spielen Rückverweise („Backlinks“) auf die eigene Homepage eine wichtige Rolle. So ist es für Unternehmen wichtig, Partnerschaften mit anderen Websites der Branche einzugehen, die auf ihrer Homepage wiederum auf den Online-Shop verweisen. Aber auch Verweise durch soziale Medien (z.B. „Gefällt mir“-Angaben auf Facebook) können den Suchmaschinenrang beeinflussen. Außerdem ist es gegen Bezahlung möglich, direkt auf der Suchmaschinenseite Werbung zu schalten. Hierbei spricht man von sog. SEA-Maßnahmen (engl. „search engine advertising“). Dabei werden direkt neben den Suchmaschinenergebnissen passende Werbeangebote eingeblendet. Es gilt jedoch zu beachten, dass in Deutschland überdurchschnittlich viele Internetnutzer sog. Adblocker verwenden und so Werbung in ihrem Browser automatisch ausblenden.4 Dies zeigt, dass in erster Linie, der eigene Web- und Social Media-Auftritt perfektioniert werden sollten. Wenn nun Kunden auf die Website geführt worden sind, ist es wichtig, diese nicht direkt wieder zu verlieren. Folglich ist ein attraktives Homepagedesign wichtig. Dieses sollte modern gehalten sein und nicht zu trist wirken. So können z.B. Flash-Animationen das Interesse potentieller Käufer wecken. Es gilt, den Webauftritt einerseits weder zu überfüllt, noch zu spartanisch aussehen zu lassen. Es ist wichtig, nicht nur die Aufmerksamkeit seitens der Onlineshop-Besucher zu wecken, sondern auch Interesse zu erzeugen, welches letztendlich in einem Kaufwunsch samt Kaufhandlung resultiert („AIDA“-Prinzip; engl. „attention, interest, desire, action“). Wie bereits erwähnt, spielen soziale Medien eine wichtige Rolle bei der Auswahl eines Shops seitens der Kunden. Social Media Plattformen dienen hierbei sowohl dafür, um sich mit Kunden direkt auszutauschen und gleichzeitig als Werbeplattform. So werben vorhandene Kunden neue Kunden, nur durch das simple Weiterempfehlen von Shop-Homepages. Allein auf Facebook ist derzeit rund die Hälfte der deutschen Internetnutzer vertreten.5 Es wäre also fatal, soziale Medien zu ignorieren, um mit potentiellen Kunden in Kontakt zu treten. Die Top 1000 Online-Shops in Deutschland sollten hierbei als Vorbild dienen.6 Sie haben erkannt, dass soziale Vernetzung ein elementarer Erfolgsfaktor ist und bauen ihre Webauftritte in den Netzgemeinschaften stetig aus. Preisvergleichswebsites eignen sich auch für Unternehmen, die nicht hauptsächlich über den Preis konkurrieren. So bieten diese Homepages Unternehmen die Möglichkeit, Informationen (Inhaber, Sitz, Produkt usw.) über sich preiszugeben um den Internetnutzern erste Informationen über das Unternehmen zu liefern. Solche Einträge kosten i.d.R. manchmal etwas Geld, oftmals sind sie aber sogar kostenlos. Auch können hier potentielle Käufer oftmals schon erste Meinungen anderer Kunden einholen, dementsprechend gibt es meistens eine Funktion die Resultate nach Kundenbewertungen zu sortieren. Eine nachgeordnete Rolle spielt für den Onlinehandel hingegen die Öffentlichkeitsarbeit. Einige Kunden werden zwar durch die Unterstützung berühmter Athleten durch eine Firma überzeugt, der Großteil hingegen aber wird eher durch das allgemeine Meinungsbild über einen Shop zum Kauf verleitet. Ein weiterer nachrangiger Faktor ist, ob das Erscheinungsbild eines Unternehmens stimmig ist (engl. „Corporate Design“). So sollten z.B. Logos auf der Website mit den auf Messeauftritten verwendeten übereinstimmen, um den Wiedererkennungswert zu erhöhen.

Die nächste Hauptkategorie bei der Bewertung von Shops ist der Service. Der erste Schritt, den Kunden auf einer Website unternehmen, ist oftmals die Suche nach bestimmten Produkten. Viele Homepagebesucher wünschen sich hierfür eine „intelligente Suchfunktion“.7 Das bedeutet, dass Rechtschreibfehler bei der Eingabe korrigiert werden und man trotzdem zum gewünschten Produkt weitergeleitet wird. Gleichzeitig wird oftmals eine Autovervollständigungsfunktion gewünscht, so dass nur Herstellernamen eingegeben werden müssen und dann automatisch Produktvorschläge generiert werden. Das hilft vor allem bei undurchsichtigen Produktcodes oder Bezeichnungen in fremder Sprache. Die erzeugten Ergebnisse sollten strukturiert dargestellt werden. Kunden sollte überdies die Möglichkeit gegeben werden, Ergebnisse nach eigenen Präferenzen wie Preis, Kundenmeinungen, Lieferbarkeit etc. anzuordnen. Falls Fragen seitens der Interessenten aufkommen ist guter Support wichtig. Hier spielt es eine große Rolle, dass vor allem schnell auf Kundenfragen reagiert wird, da sonst Gefahr besteht, dass sich die potentiellen Käufer für einen anderen Anbieter entscheiden. Gleichzeitig achten viele Kunden beim Kauf neuer Produkte auf die Bewertungen, um eine Vorauswahl zu treffen. Vor allem ausführliche Erfahrungsberichte anderer Kunden können Helfen Unentschlossene zu überzeugen. Dabei vertrauen die potentiellen Käufern der Meinung fremder Personen als wäre es ein ihnen nahestehende Bekannte.8 Die Benutzerfreundlichkeit der Homepage spielt folglich eine große Rolle. Website-Nutzer wollen so wenig Zeit wie möglich auf der Seite des Online-Shops verbringen, deshalb ist eine gut strukturierte Website ein Muss für erfolgreiche Online-Shops. So sollten Produkte in sinnvollen Kategorien angeordnet sein. Gleichzeitig sollten alle Sub-Menüs durch wenige Mausklicks bzw. sogar nur durch bloßes Überschweben mit der Maus erreichen lassen. Ein intuitiver Bestellvorgang erleichtert die Abwicklung genauso. So sollten Kunden die Möglichkeit gegeben werden, im Bestellprozess zwischen den einzelnen Schritten hin- und herspringen zu können, ohne ausgefüllte Pflichtfelder (Adresse, Kontoverbindung etc.) nochmal neu eingeben zu müssen. Ebenso wünschen viele Kunden es sich speziell auf den Abschluss des Kaufes hingewiesen zu werden. Ebenfalls wünschen sich viele Benutzer eine bevorzugte Behandlung im Rahmen eines VIP-Programms, welches über die normale Mitgliedschaft einer Community hinausgeht. Auch Trainings- und Ernährungsleitfäden wünschen sich viele, weil sie den Gewichtsreduzierungs- bzw. sportlichen Erfolg immer weiter maximieren und sich dafür nicht extra erst im Internet oder in Zeitschriften informieren wollen. Weniger gefragt ist derzeit hingegen eine Unterstützung für mobile Endgeräte, weil der Großteil der Kunden lieber ein großes Display mit klassischer Tastatureingabe (Desktop-PC, Laptop) zum Onlineshopping verwendet.9 Längerfristig sollte M-Commerce jedoch nicht vollständig ignoriert werden. So haben rund 60 % aller Online-Käufer schon einmal über ein Tablet und über 32 % bereits einmal über das Smartphone bestellt - über 12 % mehr als noch vor zwei Jahren.10 Eine eigene App kann durchaus als Begleitmedium angeboten werden, wird aber i.d.R. von Kunden nicht als unbedingtes Entscheidungskriterium zum Kauf angesehen, weil zuerst ein Download in einem App Store nötig wäre. Eine Erinnerungsfunktion wird hingegen nur von wenig Kunden gewünscht. Ebenso ist eine Merkzettelfunktion in der Sportnahrungsbranche aus Kundensicht eher unwichtig. Wie bereits in Punkt 2.1 dieser Studienarbeit erläutert wurde, fallen Bestellungen meistens fast gleich aus.

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Shopauswahl ist das Kriterium der Abwicklung. Am wichtigsten ist hier das Kriterium der Versandbedingungen. So sollte eine kurze Lieferzeit (bis zu drei Tagen) Branchenstandard sein. Ebenso sind Käufer es von anderen Geschäftszweigen gewohnt, ihre Sendungen per Tracking-Nummer zurückverfolgen zu können und so die planmäßige Lieferung terminieren zu können. Das 2014 neu in Kraft getretene Widerrufsrecht, welches das bisherige Rückgaberecht ersetzt, legt fest, dass der Verkäufer ab einem Warenwert von 40 €, die Versandkosten tragen muss.11 Dennoch sind Kunden es darüber hinaus gewohnt, für den Versand - unabhängig vom Kaufbetrag - nichts bezahlen zu müssen. Kostenpflichtiger Versand wäre also ein Rückschritt, der nur durch das Angebot sonstiger Vergünstigungen oder Zusatznutzen teilweise ausgeglichen werden kann. Ein Beispiel hierfür wäre das Angebot zusätzlicher Zahlungsmethoden. Eine Studie seitens ibi research hat gezeigt, dass wenn ein Shop nur Vorauszahlung als Zahlungsmethode anbietet, rund 80 % der Interessenten noch vor dem Kauf abspringen.12 Je mehr Zahlungsmethoden also angeboten werden, desto größer ist der theoretische Käuferkreis. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die angebotenen Rabattsysteme. So werden oftmals Pseudo-Rabatte angeboten, bei denen suggeriert wird, dass der Preis eines Produktes vormals viel höher war und nun drastisch gesenkt wurde. Durch die Kostentransparenz des Internets führt diese Praxis jedoch eher dazu, dass Interessenten abgeschreckt werden, obwohl die Preise durchaus konkurrenzfähig wären. Kunden präferieren reale Rabatte in Form von Sonderangeboten bzw. saisonalen oder Mengenrabatten. Viele Kunden legen ebenso Wert auf ein gutes Retourenmanagement. Über die Hälfte der Kunden wechselt den Online-Shop, wenn sie die Kosten eventueller Retouren selbst tragen müssten.13 Aber auch andere Faktoren spielen hierbei eine wichtige Rolle. So sollten Kunden Retouren entlastet werden, indem Rücksendescheine dem Paket beigelegt werden. Eine eher untergeordnete Rolle spielt die Widerrufsfrist. Kunden wissen es zu schätzen, wenn Shops kulant sind und mehr als die gesetzlich beschlossene Frist von 14 Tagen anbieten.14 Letztendlich entscheidet, aber eine verlängerte Rückgabenfrist meistens jedoch nicht über die Wahl des Online-Shops. Ebenso ist es einigen Konsumenten wichtig, ihre Bestellung ohne gesonderte Registrierung tätigen zu können. Sie wollen ihre Privatsphäre schützen, indem sie verhindern, dass ihre Kontaktdaten längerfristig gespeichert werden.

Die vierte Hauptkategorie ist die Qualität. In Zeiten, in der Onlinekriminalität immer mehr zunimmt,15 ist es Kunden wichtig, dass die aufgerufene Website verifiziert wurde und ihre gesendeten Daten wie Adresse oder Bankverbindung verschlüsselt (SSL-Zertifikat) gesendet werden. Eine Studie seitens Initiative D21 und des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels besagt, dass knapp die Hälfte der Deutschen schon mindestens einmal aus Sicherheitsbedenken vom Onlinekauf abgesehen hat.16 Aber auch die Aussagen unabhängiger Firmen und Kunden ist vielen Interessenten wichtig. Deshalb legen sie auch großen Wert auf Gütesiegel, die der Shop vorzuweisen hat. Dadurch kann nachvollzogen werden, dass der Online-Store nach normierten Kriterien gewissenhaft überprüft wurde und wieviel Kunden ein Shop durchschnittlich hat. Dadurch können in der Folge unentschlossene Kunden überzeugt werden. Ein weiterer wichtiger Faktor in der Sportnahrungsbranche sind Reinheitsgutachten. Nur durch stetige Laboranalysen kann gewährleistet werden, dass Produkte den Standards der Branche entsprechen und frei von illegalen Substanzen sind - ein Faktor, der für Leistungssportler eine genauso große Rolle spielt wie für Nichtsportler. Eine kaum unwichtigere Rolle spielen genaue Inhaltsangaben zu den Produkten und Einnahmehinweise. Gleichzeitig erhoffen sich viele durch den Kauf zusätzlich vorgeschlagener, komplementärer Produkte noch mehr positive Effekte für ihre Gesundheit. Das Sortiment ist aus Sicht einiger Kunden ebenso wichtig. Sie wollen ihre Wunschprodukte aus einer Hand. Deshalb wählen sie meist den Shop, der all diese Produkte anbietet. Aus Kundensicht ist folglich ein breit gefächertes, tiefes Sortiment am besten. Gleichzeitig ist aber auch die Verfügbarkeit der Produkte wichtig, weil sich sonst Kunden für andere Shops entscheiden könnten.

Der letzte Erfolgsfaktor sind die sog. After Sales. Darunter versteht man vor allem Leistungen seitens der Shopbetreiber, die erst nach dem zustande gekommenen Kauf von Waren in Erscheinung treten und die Kundenbindung langfristig erhöhen sollen. Ein beliebtes Mittel ist hierbei die Kundenmeinungen direkt durch Umfragen zu ermitteln. Einerseits können Händler ihren Shop optimieren und andererseits können Kunden darauf hoffen, dass ihre Anliegen umgesetzt werden. Dadurch hätte sich für sie die Suche nach alternativen Shops erledigt. Viele Kunden wünschen sich auch kostenlose Zusatzprodukte zu ihren Bestellungen. So ist es z.B. sinnvoll bei Bestellungen von Pulvern einen kostenlosen Shaker beizulegen. Dadurch müssen die Kunden nicht extra für einen Mixer bezahlen. Ebenfalls kann die kostenlose Beigabe von Produktproben die Kundenzufriedenheit erhöhen. Ein E-Mail Service in Form eines Newsletters kann die Kundenbindung ebenfalls erhöhen, da so Kunden wieder auf einen Shop aufmerksam gemacht werden, den sie vielleicht schon vergessen haben. Wichtig ist jedoch auch eine automatisch generierte Bestellbestätigung. Dadurch können sich Kunden frühzeitig überzeuge, dass ihre Bestellung wirksam abgesandt wurde. Gleichzeitig können etwaige Fehlbestellungen rechtzeitig storniert werden. Viele Konsumenten wünschen sich ebenso Gewinnspiele. All diese Kriterien sind Bestandteile des Kundenbeziehungsmanagements (engl. „Customer-Relationship-Management“, kurz „CRM“). Hier steht der Gedanke im Mittelpunkt, eine längerfristige Beziehung zum Kunden aufzubauen. Aus Unternehmenssicht ist das wichtig, weil die Gewinnung von Neukunden bis zu fünf Mal teurer sein kann, als die bisherige Kundenbindung aufrechtzuerhalten.17

4. Resultate

Für Unternehmen ist es folglich wichtig, möglichst viel, der in Kapitel 3 dieser Studienarbeit vorgeschlagenen Kriterien umzusetzen, um eine hohe Gesamtpunktzahl zu erreichen. Im Optimalfall sollten sie also ihrer Konkurrenz in jedem Hauptkriterium überlegen sein. Ob das in der Realität zutrifft und ob es einen klaren Gewinner des Vergleichs gibt, sollen die folgenden Abschnitte zeigen.

4.1 Branche

Zuerst wird ein Überblick über das durchschnittliche Branchenergebnis aufgezeigt. Dazu werden in jeder Kategorie die von allen Shops im Durchschnitt erreichen Punkte denen vom jeweils besten Shop prozentual gegenübergestellt.

Aus folgender Grafik wird ersichtlich, dass die Branche im Mittel unterdurchschnittlich abschneidet. So werden in fast allen Kategorien außer Qualität weniger als die Hälfte der möglichen Punkte erreicht. Am schwächsten schneidet die Branche im After Sales-Bereich ab, wo nur ein Viertel aller möglichen Punkte erreicht wurde.

[...]


1 Vgl. Statista - das Statistik Portal (Umfrage 2015).

2 Vgl. INJOY International Sports & Wellnessclubs (Fitnessmonitor 2009).

3 Vgl. Stahl/Wittmann/Krabichler/Breitschaft (Leitfaden 2012).

4 Vgl. Faida. t3n (Untersuchung 2010).

5 Vgl. AllFacebook (Facebook 2013).

6 Statista (Anteil 2015).

7 Braun. eCommerce Lounge. (Shop-Suche 2011).

8 Vgl. Fuchs. t3n (Kundenmeinungen 2013).

9 Vgl. Berg. Bitkom (Trends 2014).

10 Vgl. Scholz. mobile zeitgeist (Studie 2014).

11 Vgl. Wilhelm. Der Handel (Gratis-Versand 2013).

12 Vgl. Stahl/Wittmann/Krabichler/Breitschaft (Leitfaden 2012).

13 Vgl. ECC Köln (Erfolgsfaktoren 2014).

14 Vgl. Wilhelm. Der Handel (Gratis-Versand 2013).

15 Vgl. Statista - das Statistik Portal (Cyberkriminalität 2015).

16 Vgl. Initiative D21 ( Vertrauen 2012).

17 Vgl. Bergmann (Kundenbindungsmanagement 1998), S. 38.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Vergleich von Onlineshops in der Kategorie Sportnahrung
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH - Campus Neumarkt  (BWL)
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
36
Katalognummer
V309862
ISBN (eBook)
9783668081475
ISBN (Buch)
9783668081482
Dateigröße
849 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine Seminardokumentation, die sich mit dem Vergleich von Online-Shops der Sportnahrungsbranche befasst und diverse Optimierungsmöglichkeiten vorstellt.
Schlagworte
vergleich, onlineshops, kategorie, sportnahrung
Arbeit zitieren
Stefan Reinpold (Autor), 2015, Vergleich von Onlineshops in der Kategorie Sportnahrung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309862

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Titel: Vergleich von Onlineshops in der Kategorie Sportnahrung



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