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Montaignes "De L'Amitié". Eine Analyse des Freundschaftsbegriffs im Wandel der Zeit

Title: Montaignes "De L'Amitié".  Eine Analyse des Freundschaftsbegriffs im Wandel der Zeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anja Freiberg (Author)

French Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Freundschaft als soziales Phänomen war schon zu Zeiten der Römer zu beobachten. Aber schon in der Antike wird der Begriff „Freundschaft“ eingegrenzt auf Männerfreundschaften in bestimmten sozialen Konstellationen. Freundschaftsbilder und Freundschaftsideale, so zeigt sich, repräsentieren die jeweiligen gesellschaftlichen Normen und Vorstellungen und unterliegen damit dem historischen Wandel.

Die vorliegende Arbeit soll sich vorwiegend mit dem Freundschaftsbegriff in Montaignes Essay „De L'Amitié“ beschäftigen. Zunächst wird der Begriff der Freundschaft genauer definiert und die aristotelischen Arten von Freundschaft näher erläutert. Daraufhin sollen drei Freundschaftsideale in chronologischer Reihenfolge näher beschrieben und analysiert werden: Cicero, Montaigne und Derrida. Dabei soll insbesondere auf Montaignes Freundschaftsbegriff eingegangen werden, da dieser zentralen Punkt der Untersuchung darstellt.

Es stellt sich die Frage, inwiefern Montaignes Verständnis von Freundschaft sich an bereits bestehenden Ideen von Freundschaft orientiert und, ob sich auch andere neuzeitlichere Konzepte an ihm orientieren oder ihm widersprechen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Freundschaft

3. Der Freundschaftsbegriff im Wandel der Zeit - von Cicero über Montaigne bis Derrida

3.1 Cicero (106-43 v. Chr)

3.2 Montaigne (1533-1592)

3.2.1 Einleitung des Essays

3.2.2 Der Hauptteil des Essays

3.2.3 Schluss des Essays

4. Derrida (1930-2004)

Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Transformation des Freundschaftsbegriffs von der Antike bis zur Postmoderne. Dabei steht die Analyse von Montaignes Essay "De L'Amitié" im Zentrum, um dessen Verhältnis zu klassischen Vorbildern sowie seine Rezeption durch Jacques Derrida kritisch zu hinterfragen.

  • Historische Entwicklung des Freundschaftsideals (Antike bis Moderne)
  • Aristotelische Freundschaftsklassifizierung
  • Montaignes Konzept der vollkommenen, exklusiven Freundschaft
  • Derridas Dekonstruktion des Freundschaftsbegriffs
  • Verhältnis von Freundschaft, Politik und Individualisierung

Auszug aus dem Buch

Der Hauptteil des Essays

Der Hauptteil des Essays lässt sich noch einmal in zwei Unterpunkte gliedern, zum einen die gewöhnlichen Verbindungen (oder außerfreundschaftlichen Verbindungen) und die vollkommene Freundschaft. Zunächst beschreibt Montaigne die Freundschaft als das vollkommenste, das die Gesellschaft hervorbringen kann (Vgl. ebd.) und sagt weiterhin, dass die vier alten Arten von Verbindungen sich nicht richtig zur Freundschaft eignen würden. «Ny ces quatre especes anciennes: naturelle, sociale, hospitaliere, venerienne, particulierement n'y conviennent, ny conjointement.» (ebd., 63), weil alle bei diesen Arten der Verbindung dazu gezwungen werden. Montaigne geht daraufhin auf alle vier Arten der Verbindungen genauer ein und beschreibt, warum genau sich diese nicht zur Freundschaft eignen.

Er beginnt dabei mit der Beziehung zwischen Eltern und Kindern (wobei diese beschränkt ist auf das Verhältnis zwischen Vätern und ihren Söhnen). Er bezeichnet diese Form der Verbindung eher als Ehrerbietung, weil es kaum Gemeinschaft gibt und eine Freundschaft die natürlichen Pflichten verletzen würde. „Das Verhältnis der Eltern zu ihren Kindern kann kein gänzlich offenes sein (...) wie es in der Freundschaft notwendig und möglich ist, [da dies] aufgrund des Generationenverhältnisses ausgeschlossen ist.” (Welter, 141) Bei der Verbindung zwischen Eltern und Kindern handelt es sich um ein Verhältnis auf Respektsebene, Pflichten der Freundschaft, wie sie nach Montaigne notwendig wären wie beispielsweise alle Geheimnisse zu entlocken oder dem Freund Warnungen und Hinweise zu geben, sind in dieser Verbindung ausgeschlossen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Freundschaftsbegriffs ein und definiert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich Montaignes Verständnis von Freundschaft im Vergleich zu antiken und neuzeitlichen Konzepten.

2. Definition von Freundschaft: Dieses Kapitel erläutert die aristotelische Einordnung der Freundschaft als Tugendethik und unterscheidet zwischen Nutzen-, Lust- und der vollkommenen Tugendfreundschaft.

3. Der Freundschaftsbegriff im Wandel der Zeit - von Cicero über Montaigne bis Derrida: Hier werden die spezifischen Freundschaftsideale von Cicero und Montaigne analysiert, wobei besonders der Essay "De L'Amitié" hinsichtlich seiner Struktur und seiner idealistischen Auffassung einer Seele in zwei Körpern untersucht wird.

4. Derrida (1930-2004): Das Kapitel befasst sich mit Derridas dekonstruktiver Analyse von Freundschaft und Politik, wobei insbesondere seine Kritik an Montaignes Konzept der Unteilbarkeit herausgearbeitet wird.

Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die historische Transformation des Freundschaftsbegriffs und die heutige Relevanz von Idealen angesichts digitaler Vernetzung.

Schlüsselwörter

Freundschaft, Montaigne, Aristoteles, Cicero, Derrida, De L'Amitié, Tugendfreundschaft, Unteilbarkeit, Verschmelzen, Sozialbeziehungen, Politik, Philosophie, Individualisierung, Ethik, Geschichte der Freundschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophische und historische Entwicklung des Freundschaftsbegriffs, ausgehend von der Antike bis hin zu zeitgenössischen Ansätzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Definition von Freundschaft, die Rolle von Tugendethik, die philosophische Metapher der Seelenverschmelzung sowie das Spannungsfeld zwischen persönlicher Bindung und politischer Dimension.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Montaignes spezifisches Verständnis von Freundschaft in seinem Essay "De L'Amitié" zu analysieren und dessen Einordnung zwischen antiken Traditionen und modernen, politischen Dekonstruktionen nach Derrida zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und philosophiehistorische Analyse angewandt, die durch den Vergleich primärer Texte und deren Sekundärrezeption arbeitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung des Freundschaftsbegriffs bei Cicero und Montaigne sowie der kritischen Auseinandersetzung Derridas mit diesen Konzepten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Freundschaft, Montaigne, Tugendfreundschaft, Unteilbarkeit, Verschmelzen, Politik und Derrida.

Wie bewertet Montaigne die Rolle der Frau in Bezug auf Freundschaft?

Montaigne schließt Freundschaften zu Frauen explizit aus, da er ihnen die notwendige emotionale Intimität und Beständigkeit abspricht und ihre Beziehungen als rein leidenschaftlich oder erotisch abtut.

Warum kritisiert Derrida das Konzept der vollkommenen Freundschaft?

Derrida kritisiert, dass Montaignes Ideal der Unteilbarkeit zu einem hierarchischen System führt und die Singularität sowie die notwendige Vielfalt menschlicher Beziehungen negiert.

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Details

Title
Montaignes "De L'Amitié". Eine Analyse des Freundschaftsbegriffs im Wandel der Zeit
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)
Course
Montaigne - Les Essais
Grade
1,0
Author
Anja Freiberg (Author)
Publication Year
2014
Pages
19
Catalog Number
V309887
ISBN (eBook)
9783668082182
ISBN (Book)
9783668082199
Language
German
Tags
Montaigne Freundschaft Freundschaftsideale De L'Amitie Les Essais Romanistik Französisch Literaturwissenschaft Literatur vor 1800 Literaturgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Freiberg (Author), 2014, Montaignes "De L'Amitié". Eine Analyse des Freundschaftsbegriffs im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309887
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