Der Gewinn liegt im Einkauf. Welche Vorteile bietet E-Procurement?


Seminararbeit, 2015
35 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Definitionen
1.3 Abgrenzung des Themas
1.4 Gang der Untersuchung

2. Erfolgreich Einkaufen
2.1 Wichtige Grundlagen für E-Procurement
2.1.1 Der traditionelle Einkauf wandelt sich
2.1.1.1 Geschichte
2.1.1.2 Einkauf ist Chefsache?
2.1.2 Beschaffungshebel und Potenziale
2.1.3 Die Auswirkungen auf die Rendite
2.1.4 Erfolgsgarant strategisch Einkaufen
2.1.4.1 Grundlagen
2.1.4.2 Beschaffung nach Total Cost of Ownership
2.1.4.3 Warengruppenstrategie
2.1.4.4 Verbundeinkauf
2.1.4.5 Global Sourcing
2.1.4.6 Single Sourcing, Multiple Sourcing und Modular Sourcing
2.1.5 Organisatorische Ansatzpunkte für KosteneinspArung
2.1.5.1 Qualifizierte Einkäufer
2.1.5.2 Maverick Buying reduzieren
2.1.5.3 Bündelung und Standardisierung
2.1.5.4 Kontinuierliches Anfragemanagement
2.1.6 Lieferantenpolitische Ansatzpunkte für Kosteneinsparung
2.1.6.1 Verhandlungsmacht
2.1.6.2 Preisverhandlung
2.1.6.3 Ausschreibungen
2.1.6.4 Rahmenvertrag vereinbaren
2.1.6.5 Lieferantenmanagement
2.2 Vorteile von E-Procurement
2.3.1 Grundlagen
2.3.1.1 Einordnung
2.3.1.2 Entwicklung
2.3.1.3 Möglichkeiten
2.3.2 Operative und Organisatorische Betrachtungsweise
2.3.2.1 Sell-Side-Lösung
2.3.2.2 Buy-Side-Lösung
2.3.2.3 Broker-Side-Lösung
2.3.2.4 Zusatzleistungen von Broker-Lösungen
2.3.2.5 Content Mangement
2.3.2.6 Angebotsvergleich
2.3.3 Vereinfachte Geschäftsprozesse
2.3.3.1 Prozesse vereinfachen
2.3.3.2 Datenauswertung
2.3.3.3 Elektronische Ausschreibungen
2.3.3.4 Elektronischer Katalogeinkauf
2.3.3.5 Electronic Collaboration
2.3.3.6 Reporting
2.3.4 E-Auktion

3. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Verzeichnis sonstiger Quellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die drei Haupthebel inklusive der Unterpunkte 10

Abbildung 2: Einkaufkostenreduzierung und die Auswirkungen auf die Umsatzrendite 11

Abbildung 3: Überblick über die typischen Elemente und Möglichkeiten des E-Procurement 22

Abbildung 4: Vorteile von E-Procurement 23

1. Einführung

1.1 Problemstellung

Der Markt verlangt immer mehr individuellere und komplexere Produkte. Die Anforderungen für Funktionalität, Lieferfähigkeit und Verfügbarkeit steigen. Zudem wächst die Variantenvielfalt der Produkte stark an. Gleichzeitig müssen Unternehmen immer flexibler agieren. Dies ist begründet durch ungewisse Absatzprognosen und den notwendigen schnellen Reaktionszeiten.1 Wie passt sich ein Unternehmen den gesteigerten Anforderungen an? Sichtbar ist auf jeden Fall, dass dem Einkauf in den vergangen Jahren zusehends mehr Bedeutung zugesprochen wurde. Die Potenziale und Möglichkeiten die im Einkauf verborgen sind, wurden erkannt. Mit Hilfe einer strategisch ausgerichteten Einkaufsorganisation ist es möglich, kurzfristige Erträge zu erhöhen, sowie nachhaltiges Wachstum zu generieren. Das strategische Agieren im Einkauf verspricht ein Wettbewerbsvorteil zu sein. Es ist nicht nur entscheidend bei dem Verkauf den höchsten Preisabschluss zu erzielen, sondern auch beim Einkauf. Die Auswirkungen des Einkaufs auf die Bilanzen sind immens. Dessen Einfluss ist allerdings noch nicht in allen Chefetagen angekommen.2 In der Vergangenheit konnten Einsparungen von circa 80 % erreicht werden.3 Heute sind solche Einsparungen nicht mehr vorstellbar, aber es lässt vermuten, das noch Potenzial vorhanden ist.4 Denn die Einsparungen, die im Einkauf verborgen sind, sind oft nicht klar ersichtlich.5 Die Veränderungen, denen Unternehmen unterliegen, treffen in vielen Fällen den Einkauf stärker als andere Unternehmensbereiche. Einkaufsorganisationen müssen sich anpassen und haben in vielerlei Hinsicht das Potenzial den globalisierten Beschaffungsmarkt für das Unternehmen positiv zu nutzen.6 Wertschöpfungsketten werden immer größer und komplexer. Dabei erhöht sich folglich auch das Risiko, dass ein Lieferant nicht liefern kann. Um diese Risiken zu managen, benötigt man jederzeit die Möglichkeit, schnellen Ersatz zu finden.7 Kann man durch modernes Beschaffungsmanagement dieses Risiko herabsenken? Übersättigte Märkte, Gewinnrückgänge und stetig steigender Wettbewerbsdruck sorgen dafür, dass der klassische Einkauf oft komplett neu ausgerichtet wird, hin zu einem modernen Beschaffungsmanagement.8 Doch welche Vorteile bietet es? Und welche Rolle hat E-Procurement im modernen Einkauf? Diese Seminararbeit verfolgt das Ziel, die Potenziale und die damit verbunden Vorteile, die mit E-Procurement erschlossen werden können aufzudecken und darzulegen. Um an diesen Aspekt heranzuführen, wird die alte Kaufmannsweisheit „Der Gewinn liegt im Einkauf“ thematisiert und wichtige Grundlagen erarbeitet, die zum Verständnis beitragen, wie E-Procurement einem Unternehmen nützt.

1.2 Definitionen

Da die Definitionen nicht eindeutig sind und um Missverständnisse zu vermeiden, werden hier kurz einige Definitionen erläutert.

Unter Einkauf versteht man die „operativen und strategischen Tätigkeiten“9 eines Unternehmens, die notwendig sind, um sich selbst mit physischen Gütern und Dienstleistungen zu versorgen. Das Bestreben dabei ist es, einen möglichst guten Preis für die gebotene Leistung zu erhalten. Der Einkauf setzt sich darüber hinaus mit der Einkaufspolitik auseinander. Außerdem werden die operativen Abwicklungen der Prozesse und die Kostenkontrolle geregelt. Der Begriff der Beschaffung wird abgegrenzt.10 Dieser ist umfassender gestaltet und setzt sich darüber hinaus noch mit logistischen Prozessen und Überwachungsaufgaben auseinander.11 E-Procurement bedeutet sinngemäß übersetzt elektronische Beschaffung. Definitionsgemäß bietet E-Procurement die Möglichkeit über „Nutzung digitaler Netzwerke“12 elektronisch einzukaufen. Hier werden strategische und operative Aufgabenfelder unterstützt.13 Darüber hinaus setzt es sich mit der Integration von „Informations- und Kommunikationsebenen“14 auseinander bis hin zur Verbindung von ERP-Systemen.15

1.3 Abgrenzung des Themas

Auch wenn E-Procurement mit elektronischer Beschaffung übersetzt wird, setzt sich die nachfolgende Arbeit mehr mit dem Begriff des Einkaufs, als der Beschaffung auseinander. Logistik und Kontrollaufgaben sind elementare Tätigkeiten einer Einkaufsorganisation, jedoch für die Thematik „Der Gewinn liegt im Einkauf“ weniger relevant. Aus diesem Grund wird sich in vorliegender Arbeit weniger mit diesem Punkt auseinandergesetzt, sondern vielmehr das Augenmerk auf operative und strategische Einflüsse gelegt. Der Begriff des Einkaufs umfasst zahlreiche Tätigkeiten und Funktionen. Um dem Umfang der Arbeit gerecht zu werden, werden deshalb einige Grundlagen wie das Lieferantenmanagement und die Einkaufsstrategien nicht detailliert betrachtet. Der Einkauf von Investitionsgütern wird nicht weiter behandelt, da die Voraussetzungen nicht den Kerngedanken eines E-Procurement-Ansatzes wiederspiegeln. Darüber hinaus werden technische Anforderungen und rechtliche Rahmenbedingungen als gegeben gesehen. Die der Arbeit zugrunde liegende Ausgangssituation beschreibt die Situation eines Käufermarktes, so wie Ihn auch Unternehmen seit einigen Jahren in der Realität wiederfinden.

1.4 Gang der Untersuchung

Die Gliederung wurde so unterteilt, dass man die Abschnitte unabhängig voneinander lesen kann. Das Thema und die Relevanz von E-Procurement für das erfolgreiche Einkaufen werden im Laufe der Arbeit immer weiter verdeutlicht. Zu Beginn wird die alte Kaufmannsweisheit dahingehend betrachtet, wieviel Wahrheitsgehalt sie heute noch hat. Danach wird die Relevanz des Themas durch die Stellhebel und die Auswirkungen auf die Umsatzrendite betrachtet. Anschließend folgt ein strategischer Überblick. Dabei werden diejenigen Punkte angesprochen, die als besonders wichtig für E-Procurement angesehen werden. Danach folgt die Vorstellung organisatorischer und lieferantenpolitischer Ansätze zur Kosteneinsparung im Einkauf. Anschließend geht es zum Kernthema, den Vorteilen die E-Procurement bietet. Dem vorangestellt werden Grundlagen zum Begriff des Procurement erläutert und dessen Entwicklung und Möglichkeiten dargelegt. In diesem Abschnitt gibt es zwei Abbildungen, die einen Überblick über die operativen und strategischen Wirkungspunkte von E-Procurement darstellen. Danach kommt eine operative und organisatorische Betrachtungsweise, in denen wichtige Lösungsansätze vorgestellt werden. Als nächster Punkt werden die Veränderungen auf die Geschäftsprozesse dargelegt. Abschließend findet man sich in dem Thema der E-Auktion wieder. Die Zusammenfassung am Ende rundet das Thema ab und erwähnt die wichtigsten Vorteile.

2. Erfolgreich Einkaufen

2.1 Wichtige Grundlagen für E-Procurement

2.1.1 Der traditionelle Einkauf wandelt sich

2.1.1.1 Geschichte

In den 80er Jahren war der Einkauf ein Organ, das fast ausschließlich operative Aufgaben übernahm und nur wenig Verantwortung hatte. In den 90ern wurde es üblich nicht mehr an einem Lieferanten festzuhalten. Globalisierung, schwankende Preise und immer kürzer werdenden Lieferzyklen sind dabei wesentliche Einflussfaktoren. Man begann anderen Lieferanten zu akquirieren, um überregional und global einzukaufen. Daraus resultierten Anforderungen, die die Unternehmen zwangen umzudenken und strategische Einkaufsprozesse zu implementieren. Preis, Qualität und andere Faktoren waren nicht mehr die alleinbestimmenden Kriterien. Es spielten auch Faktoren wie Lieferfähigkeit, gesteigerte Ansprüche der Kunden und Innovationsfähigkeit eine tragende Rolle. Dem Einkauf wird deswegen immer größere Bedeutung beigemessen, Lieferantenbeziehungen wurden aufgebrochen, internationaler Wettbewerb verstärkt und Lieferantenprozesse begutachtet und verbessert. Dadurch ergaben sich größere Einsparungspotenziale. Der Einkauf rückte langsam immer weiter in den Fokus des Managements. Heutzutage ist der Einkauf neben anderen Unternehmensbereichen eine elementare und sehr wichtige Messgröße für ein gut funktionierendes Unternehmen und lockt stärker denn je qualifiziertere Mitarbeiter an. Es wird versucht die Kommunikation und die Zusammenarbeit mit den Lieferanten stetig zu verbessern. Durch Wissensmanagement und Wissenstransfer sowie frühzeitige Einbindung des Einkaufs in Projekte werden Einsparungspotentiale frühzeitig realisiert und Potentiale ausgeschöpft. Wichtig ist es natürlich auch über alles so früh wie möglich informiert zu sein. Dazu wird sich bei Informationssystemen (Datenbanken wie SRM), die alle wesentlichen Informationen über Lieferanten speichern, bedient. Entwicklungs- sowie Einsparungspotentiale können so verfolgt und eruiert werden.16 Kritische Stimmen jedoch, trauen dem Einkauf keine großen Einsparungen zu. Die Argumentationen stützen sich hierbei auf den Zusammenhang aus Aufwand (Kosten einer Einkaufsabteilung) und Ertrag (im Einkauf Ratio genannt). Den Aufwand, den man betreibt, um den besten Preis zu erzielen, sei häufig nicht zweckmäßig.17 Selbstverständlich sollte generell der Nutzen gegenüber dem Aufwand – also in diesem Fall – dem Verhandlungsaufwand gegenüberstellt werden. Die Fragestellung: „Wie viel darf eine Einkaufsorganisation kosten“, kann in dieser Arbeit allerdings nicht erörtert werden. Im Allgemeinen muss sich die Einkaufsorganisation sowie jeder andere Unternehmensbereich die Frage stellen lassen, ob sie perfekt funktioniert und optimal leistungsfähig ist.18

2.1.1.2 Einkauf ist Chefsache?

Die Einkaufsorganisation kann zentral geführt sein oder dezentral agieren. Dabei werden Kompetenzen unterschiedlich vergeben.19 Beim Verkauf bedeutet eine höhere Marge immer einen höheren Gewinn. Das Gleiche gilt auch für den Einkauf, jeder eingesparte Euro wird direkt in der Marge spürbar. Häufig sind jedoch Anreizsysteme im Einkauf oftmals geringer budgetiert als in den Vertriebsabteilungen, obwohl der Einfluss auf die Bilanzen ebenfalls sehr hoch ist.20 Andere Unternehmensbereiche haben bei Weitem nicht so viele Möglichkeiten und Stellhebel wie der Einkauf, um die Umsatzrendite zu steigern. Dem Einkauf wird jedoch generell nicht die hohe Bedeutung beigemessen, die er verdient. Führende Unternehmen haben erkannt, wie groß das Potenzial im Einkauf ist und welche Kostensenkungen in dem Bereich möglich sind.21 Um diese Potenziale zu nutzen, werden Einkaufsvorgänge transparent gestaltet und die Bereiche identifiziert, in denen die größten Einkaufspotenziale zu finden sind.22 Eine unkomplizierte aber wichtige Erkenntnis ist, dass eine Einkauforganisation nur dann richtig funktionieren kann, wenn die Verantwortlichen mit einer ganzheitlichen Managementstrategie vertraut sind und das Management Kenntnisse besitzt, wie man den Einkauf erfolgreich steuert. Die Verbindung zwischen der obersten Entscheidungsinstanz, der Unternehmensführung und der Einkaufsabteilung ist in vielen Unternehmen hierarchisch schlecht verbunden. Das wirkt sich wiederum schlecht auf die Kommunikation aus. Diese ist besonders wichtig, um die verschiedenen Stellhebel und Potenziale des Einkaufes abzurufen.23 Die nachfolgenden Gliederungspunkte erlauben dem Leser selbst eine Bewertung, inwiefern Einkauf zur Chefsache werden sollte – oder auch nicht. Fakt ist, dass viele strategische Entscheidungen mit in das Aufgabengebiet des Einkäufers hineinfallen.

2.1.2 Beschaffungshebel und Potenziale

Es können im Einkauf über verschiedene Hebelmechanismen erhebliche Einsparungen erzielt werden. Es gibt 3 Hauptarten von Beschaffungshebeln. Auf der nachfolgenden Abbildung werden die verschiedenen Hebel mit ihren entsprechenden Unterpunkten dargestellt (vgl. Abb.1). Dabei wird zwischen kommerziellen, technischen und organisatorischen Hebeln unterschieden. Die einzelnen Punkte stellen jedoch lediglich eine grobe Orientierung dar und können von Unternehmen zu Unternehmen abweichend sein. Weiter existieren verschiedene andere Hebel, die hier aufgrund von mangelnder Relevanz und zugunsten der Übersichtlichkeit nicht aufgeführt sind. Gelingt es einer Einkaufsorganisation die dargestellten Mechanismen zu kombinieren, sind sehr hohe Kosteneinsparungen möglich.24

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die drei Haupthebel inklusive der Unterpunkte

Quelle: Büsch (2013), S. 153.

Ergänzend werden in anderer Literatur noch weitere Hebel genannt: Wettbewerb, International Sourcing, Systemlieferant, Know-How-Transfer und Lieferantenentwicklung. Diese hier einzufügen würde zu Überschneidungen führen und die Sinnmäßigkeit stören. Teilweise überschneiden sich diese mit der vorgehenden Abbildung. Die Punkte werden im späteren Verlauf der Arbeit noch einmal aufgegriffen. Darüber hinaus gibt es ungenutzte Potenziale. Sie spiegeln sich in Verbesserungsmöglichkeiten in der Einkaufsorganisation, im Einkaufscontrolling oder bei IT-Systemen, die aber für den Einkauf oft nicht optimal angepasst sind, wieder. Es kommt vor, dass die Daten nicht vollständig sind oder dass sie schlecht aufbereitet wurden. Darüber hinaus fehlt es an Zeit oder Ressourcen, um neue Einkaufsinitiativen zu starten.25

2.1.3 Die Auswirkungen auf die Rendite

Im Einkauf sind große Renditepotenziale verborgen. Der Einkauf ist für Gelder verantwortlich, die im Schnitt circa die Hälfte des Gesamtumsatzes entsprechen. Die Einkaufskostenreduktion kann die Umsatzrendite deutlich steigern.26 Nachfolgende Darstellung stellt kurz diesen Zusammenhang dar (vgl. Abb. 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Einkaufkostenreduzierung und die Auswirkungen auf die Umsatzrendite

Quelle: Kerkhoff (2011), S. 41.

Die jeweiligen Spalten stellen die unterschiedlichen Einkaufskostenreduzierungen dar, wie sie in der ersten Zeile angegeben sind. Weiter unten in der Abbildung wird die Auswirkungen auf den Gewinn, auf die Gewinnsteigerung und die Umsatzrentabilität dargestellt. Richtig umgesetzt bedeutet dies, dass die Rendite für ein Unternehmen in kurzer Zeit deutlich gesteigert werden kann, wenn die Ausgaben für die Materialienbeschaffung herab gesenkt werden. Vor allem im Vergleich zu anderen Möglichkeiten die Umsatzrendite zu steigern, ist der Einfluss der preiswerten Materialienbeschaffung sehr bedeutend. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass für die Steigerung der Gewinne in gleichem Maße der Umsatz verdoppelt werden müsste.27 Besonders bemerkenswert ist, dass der Einkauf und damit die Rentabilität durch sehr viele verschiedene Stellhebel beeinflusst werden kann. Allerdings ist die Erfolgsmessung generell keine einfache. Vermeidung von Kosten oder Realisierung von Einsparungen sind die wertgebenden Einflussfaktoren des Einkaufes. Verbrauchsmaterialien wirken sich direkt auf die Gewinn- und Verlustrechnung aus. Es sind aber nicht alle Kostenvorteile, die der Einkauf bietet leicht erkennbar. Vor allem kostenvermeidende Maßnahmen sind schwierig zuzuordnen.28 Es gibt vielfältige Einflussfaktoren, die es schwer machen dem Einkauf Einsparungen nachzuweisen. Es gibt zudem in manchen Unternehmen keine klaren Vorgaben, welche Ziele eine strategische Einkaufsorganisation zu erfüllen hat und wie groß die Budgetierung dazu ist.29

2.1.4 Erfolgsgarant strategisch Einkaufen

2.1.4.1 Grundlagen

Der operativen Tätigkeit sind strategische Vorüberlegen vorangestellt. Dabei werden Rahmenbedingungen festgelegt, die den Aktionsraum für das operative Geschäft vorgeben. Zunächst muss beispielsweise eine Make- or Buy-Entscheidung getroffen werden.30 Grundvoraussetzung für erfolgreiches Einkaufen ist, dass man strategisch agiert. Darunter fallen alle Einkaufsstrategien, die dazu beitragen, die Versorgung eines Unternehmens aufrecht zu erhalten und die Unternehmensstrategie zu unterstützen. Strategien sollten sich außerdem an veränderte Marktbedingungen anpassen lassen. Die einzelne Strategie sollte sich zwischen wichtigen Produkten und weniger wichtigen Produkten und wichtigen Unternehmenszielen und weniger wichtigen Unternehmenszielen unterscheiden lassen.31 Grundlegend bei strategischen Einkäufen ist das Risikomanagement. Sorgfältig ausgewählte Lieferanten sind zwar entscheidend, aber dennoch sollte immer auch eine Ausweichmöglichkeit bekannt und verfügbar sein.32 Unternehmen, die ein erfolgreiches Risiko-Management entlang ihrer Wertschöpfungskette etabliert haben, erzielen im Allgemeinen eine höhere Rentabilität.33 Die verschiedenen Strategietypen wirken sich auf das Beschaffungsmarketing aus. Ähnlich wie bei Absatzmarketing lassen sich hier Parallelen ziehen. Die fünf Teilbereiche Produktpolitik, Entgeltpolitik, Servicepolitik, Bezugs- und Kommunikationspolitik müssen sehr gut aufeinander abgestimmt sein, um den Markt zu beeinflussen.34 Dabei sollte beachtet werden, dass die sich die Politik der Teilbereiche auch auf das E-Procurement auswirkt. Es gibt vielfältige Einkaufsstrategien. Im Folgenden werden wesentliche Strategien dargelegt, die einen wichtigen Einfluss auf die Anwendung von E-Procurement haben.

[...]


1 Vgl. Bauernhansl (2014), S. 14.

2 Vgl. Kerkhoff (2011), S.20 - 22, 40, 46.

3 Vgl. Nekolar (2003), S. 23.

4 Siehe auch Nekolar (2003), S. 23.

5 Vgl. Mazumdar (2010), S. 45.

6 Vgl. Büsch (2013), S. 302 - 303.

7 Vgl. Locker/ Grosse-Ruyken (2013), S. 181.

8 Vgl. Kerkhoff (2011), S. 39.

9 Krieger/ Wischermann/ Sorge (o.J.).

10 Vgl. Krieger/ Wischermann/ Sorge (o.J.).

11 Vgl. Krieger (o.J.).

12 Kollmann/ Krieger (o.J.).

13 Vgl. Kollmann/Krieger (o.J.).

14 Kollmann/Krieger (o.J.).

15 Vgl. Kollmann/Krieger (o.J.).

16 Vgl. Schuh et al (2011), S. 33 - 40; Vgl. Kaufmann/ Breuer (2010), S. 165 - 167.

17 Vgl. Sicking (2008).

18 Vgl. Büsch (2013), S. 320.

19 Vgl. Weigel/ Rücker (2013), S. 33.

20 Vgl. Holtmann (2012), 38 S. 15.

21 Vgl. Gabath (2010), S. 147.

22 Vgl. Mazumdar (2010), S. 45 - 46.

23 Vgl. Schuh et al (2011), S. 30.

24 Vgl. Büsch (2013), S. 151 - 153.

25 Vgl. Simon (2012), S. 16.

26 Vgl. Schuh et al (2011), S. 34.

27 Vgl. Kerkhoff (2011), S. 34 - 35, 41; Vgl. Arnolds et al (2013), S. 13 - 14; Vgl. Büsch (2013), S. 317 - 318.

28 Vgl. Büsch (2013), S. 16 - 18.

29 Vgl. Hofmann et al (2012), S. 6 - 9.

30 Vgl. Arnolds et al (2013), S. 247.

31 Vgl. Weigel/ Rücker (2013), S. 3 - 4, 13.

32 Vgl. Schuh et al (2011), S. 72.

33 Vgl. Locker/ Grosse-Ruyken (2013), S. 60.

34 Vgl. Gabath (2008), S. 101 - 102.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Der Gewinn liegt im Einkauf. Welche Vorteile bietet E-Procurement?
Hochschule
Hochschule Heilbronn; Künzelsau
Veranstaltung
Seminar und Fallstudien zu aktuellen Aspekten
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
35
Katalognummer
V309899
ISBN (eBook)
9783668082328
ISBN (Buch)
9783668082335
Dateigröße
854 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E-Procurement, Gewinn liegt im Einkauf, Einkaufskostenreduzierung, Lieferantenmanagement, E-Auktion, Sell-Side Lösung, Buy-Side Lösung, Broker-Lösung, Grundlagen EInkauf, Zukunft Einkauf, Beschaffungshebel, Erfolgreich Einkaufen, Lieferantensuche, Lieferantenauswahl, Auftragsabwicklung, Reporting
Arbeit zitieren
Simon Hemmrich (Autor), 2015, Der Gewinn liegt im Einkauf. Welche Vorteile bietet E-Procurement?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309899

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