Das Recht auf Waffenbesitz in den USA ist scheinheilig

Was gegen private Massentötungen und School-Shootings wirklich hülfe


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2015
10 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Einleitung

Das Gefühl, persönlich bedroht zu sein und Gefahren nicht schutzlos gegenüberzustehen, ist der tiefste Grund für den Stolz der US-Bürger auf das Recht, privat Waffen tragen zu dürfen. 42 % der Waffen, die weltweit in Privatbesitz sind, lagern in amerikanischen Haushalten. Folglich sind bei Streitigkeiten Massenschießereien mit ein bis vier und mehr Toten alltäglich in den USA.

Mindestens 12 000 nach anderen Quellen bis zu 40 000 Menschen sterben dabei jährlich. Noch schlimmer sind die School-Shootings. So wurden z.B. 2012 zwanzig Schulkinder und sechs Erwachsene in der Grundschule Sandy Hook in Newton erschossen. Obama und andere Politiker versuchen mit stringenteren Waffengesetzen diese Gewaltspirale zu durchbrechen.

Sie scheitern aber seit Jahren an einer Mehrheit von Bürgern, die eher liberalere Waffenkontrollen will. Und an der Waffenlobby der einflußreichen NRA (national rifle associaation). Sie sieht in jedem Versuch, das Waffenrecht zu begrenzen, eine Angriff auf die Verfassung.

1791 wurde der Zusatzartikel zur Verfassung verabschiedet, in dem da Waffentragen geregelt wird. Aber erst ab 2008 interpretierte der oberste Gerichtshof der USA ihn so, dass er allgemeines Recht jeden Bürgers zum Waffenbesitz festlegt und nicht allein auf Angehörige der Miliz/Nationalgarde beschränkt.

Tatsächlich wird heute im privaten Recht, Waffen zu tragen, ein Schutz für die eigene Familie gesehen. Auch Kinder werden in den Staaten schon an Waffen ausgebildet, weil sie nur so sicherer aufwüchsen.

Das Risiko des privaten Waffenbesitzes und der privaten Verwendung soll minimiert werden mit dem Argument : es gibt nur einen Weg böse Menschen mit einer Waffe in der Hand zu stoppen und das ist ein guter Mensch mit einer Waffe. Und der darf dann töten ? Damit wird aber doch eine Gewaltspirale unbegrenzbaren Ausmasses in Gang gesetzt. Darüber berichten die Medien dann immer häufiger und immer wieder neu.

Ohnmacht als Übertragungserlebnis ist eine Kategorie der Tiefenpsychologie und findet sich z.B. bei den sog. frühen Störungen, Defiziten der frühkindlichen Betreuung.

Tiefenpsychologischer Background

Wir verdanken es jahrzehntelanger tiefenpsychologischer Forschung verlässlich zu wissen wie wichtig frühkindliche Erlebnisse mit den Eltern oder anderen Betreuungspersonen für die Charakterbildung, das innere Sicherheitsgefühl und die Beziehungsfähigkeit eines Menschen sind. Freud erkannte als Erster, an den vorsprachlichen Lebensabschnitt der ersten drei Jahre ist eine verbal-reproduktive Erinnerung nicht möglich. Das nannte er infantile Amnesie (Erinnerungslosigkeit).

Gleichwohl sind aber die damit verbundenen Gefühle unbewusst gespeichert (im limbischen System des Gehirns) und werden im späteren Leben agiert d.h. in Handlungen und Haltungen ausgdrückt wie er schrieb.

Die Selbstpsychologie (Kohut) und die Bindungstheorie (Bowlby) offenbarten die Gefühlsbomben des Unbewussten in Menschen, die in ihrer frühen Kindheit seelisch stark vernachlässigt wurden.

Sie neigen später zur Kränkung anderer. Viele entwickeln geradezu einen Hunger nach Rache, ein stets zur Wiederholung neigendes Verlangen, andere zu verletzen bis hin zur Rachsucht mit unheimlichen Wutausbrüchen. Damit verbunden ist oft eine auffällige Machtsucht, andere zu beherrschen und zu kontrollieren, um (unbewusst) eine Wiederholung der erlittenen Traumata zu vermeiden.

Mutterschutz und Müttersterblichkeit in den USA

In den USA gibt es keinen Mutterpass für Schwangere, keinen gesetzlichen Mutterschutz, keinen Kündigungsschutz für Schwangere, keine Elternzeit /Väterzeit, kein Eltern-, Kinder- oder Betreuungsgeld. Für Mütter, die berufstätig sein müssen, ist eine Vernachlässigung ihrer Kleinstkinder somit unvermeidbar.

Natürlich ist in den Staaten die Geburt Männersache (Obstetricians). Fragt man einen New Yorker Taxifahrer nach einer Hebamme (midwife), so weiss der gar nicht worum es geht, denn Hebammen wirken im Gegensatz zur gesetzlichen Auflage in Deutschland bei Klinikentbindungen in den USA gar nicht mit.

Mindestens 40 % der Geburten erfolgen als Kaiserschnitt und 85 % der Frauen entbinden in Periduralanaesthesie. Hausgeburten werden mancherorts bestraft.

Amnesty International hat 2010 unter dem Titel „Deadly Delivery, the Maternal Health Crisis in the USA“ einen Bericht veröffentlicht über die außerordentlich hohe Müttersterblichkeit in den USA : Platz 50 in der Weltstatistik „Maternal Mortality“ ! Frauengesundheit in Schwangerschaft und Geburt ist ein Menschenrecht fordert AI (Amnesty International) und tritt damit der Geringschätzung der Schwangeren und Mütter entgegen.

„Wer in seiner frühen Kindheit Bezugspersonen hatte, die immer im Stres waren, unzuverlässig betreuten, unberechenbar waren, lernt schon ganz früh, sich auf andere besser nicht allzu weitgehend zu verlassen. Solche Menschen entwickeln einen ambivalenten Bindungsstil, ein Hin- und Her zwischen Anziehung und Ablehnung gegenüber ihren Mitmenschen.

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Details

Titel
Das Recht auf Waffenbesitz in den USA ist scheinheilig
Untertitel
Was gegen private Massentötungen und School-Shootings wirklich hülfe
Note
1
Autor
Jahr
2015
Seiten
10
Katalognummer
V310016
ISBN (eBook)
9783668092204
ISBN (Buch)
9783668092211
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
recht, waffenbesitz, massentötungen, school-shootings
Arbeit zitieren
Prof. Dr. med. Hans E. W. W. Sachs (Autor), 2015, Das Recht auf Waffenbesitz in den USA ist scheinheilig, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310016

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