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Das Adverb im Französischen. Die sprachlichen Chamäleons 'oui', 'non' und 'si'

Titel: Das Adverb im Französischen. Die sprachlichen Chamäleons 'oui', 'non' und 'si'

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 28 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Hanna Schellhorn (Autor:in)

Französische Philologie - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es sind kurze, einsilbige Wörter, denen wir zwar im Alltag keine Aufmerksamkeit schenken und die trotzdem so viel Bedeutung für unsere Kommunikation haben. Ja, nein und doch – zu Französisch ‚oui‘, ‚non‘ und ‚si‘ – sind für die jeweilige Sprache wichtige Marker der Zustimmung, der Ablehnung oder des Widerspruchs. Sie werden fast schon inflationär im Gespräch oder auch in der Literatur gebraucht und tragen je nach Zusammenhang ihre spezifische Bedeutung. Wie ein Chamäleon passen sie sich ihrer Umgebung an.

Diese Kontextabhängigkeit ist für die Sprachwissenschaft von enormer Relevanz, denn sie hat zur Folge, dass ‚oui‘, ‚non‘ und ‚si‘ keine eigene Semantik haben, sondern es sich um Wörter handelt, „[…]die – um ihre Textbedeutung zu gewinnen – von einem kontextuell und situationell gegebenen Referenzelement abhängig sind“ (Wunderli 1976: 194).

Doch zunächst muss die Frage gestellt werden, um was für eine Wortkategorie es sich handelt. ‚Oui‘,‚non‘ und ‚si‘ sind sogenannte Antwortpartikel, die ihren Ursprung in der Antike haben. So entstand das heutige ‚si‘ aus dem lateinischen sic, was so viel bedeutet wie „So ist es!“. Das zeitgenössische ‚oui‘ entwickelte sich aus der Äußerung hoc ille, welche übersetzt etwa „Das tut er.“ heißt. ‚Non‘ hat sich keiner Veränderung unterzogen und existierte bereits in dieser Form im Lateinischen.

Wenn eine Sprache Antwortpartikel aufweist, ist es immer möglich, sie als Reaktion auf Entscheidungsfragen zu verwenden. Ob sie darüber hinaus auch nach Imperativen oder Assertionssätzen benutzt werden können, ist einzelsprachabhängig (vgl. Weydt 2001: 791). Diese Problematik wird in Bezug auf ‚oui‘, ‚non‘ und ‚si‘ im Laufe dieser Schrift noch untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Oui, non und si – Partikel, Adverb oder eine andere Wortart?

2 Definition nach dem Petit Robert

2.1 oui (vgl. Robert 2011: 1770)

2.2 non (vgl. Robert 2011: 1700)

2.3 Si (vgl. Robert 2011: 2367)

3 Funktion nach französischen Grammatiken

3.1 Grammaire Larousse du français contemporain

3.2 La grammaire du français

3.3 Grammaire méthodique du français

3.4 Le bon usage

4 Standardkonzeption des Systems oui-non-si

4.1 Ausnahmen

4.1.1 Oui statt si

4.1.2 Si statt oui

4.1.3 Oui statt non

4.1.4 Non statt oui

4.1.5 Si statt non

4.1.6 Non statt si

4.1.7 Oui, non und si als Frage

4.1.8 Oui und non am Ende eines Satzes

5 Analyse einer Unterhaltung (vgl. Eschmann 1984: 43-57)

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das französische Antwortsystem "oui-non-si" hinsichtlich seiner grammatikalischen Klassifizierung sowie seiner funktionalen Anwendung in verschiedenen Kontexten. Dabei wird hinterfragt, inwiefern die theoretischen Standardkonzepte dieser Morpheme durch tatsächliche Sprachpraxis und Ausnahmesituationen in der Kommunikation ergänzt oder in Frage gestellt werden.

  • Semantische und grammatikalische Einordnung von oui, non und si
  • Analyse der Standardkonzeption des französischen Antwortsystems
  • Untersuchung systematischer Ausnahmen und situativer Gebrauchsweisen
  • Empirische Überprüfung des Gebrauchs anhand einer transkribierten Unterhaltung

Auszug aus dem Buch

1 Oui, non und si – Partikel, Adverb oder eine andere Wortart?

Es sind kurze, einsilbige Wörter, denen wir zwar im Alltag keine Aufmerksamkeit schenken und die trotzdem so viel Bedeutung für unsere Kommunikation haben. Ja, nein und doch – zu Französisch oui, non und si – sind für die jeweilige Sprache wichtige Marker der Zustimmung, der Ablehnung oder des Widerspruchs. Sie werden fast schon inflationär im Gespräch oder auch in der Literatur gebraucht und tragen je nach Zusammenhang ihre spezifische Bedeutung. Wie ein Chamäleon passen sie sich ihrer Umgebung an. Diese Kontextabhängigkeit ist für die Sprachwissenschaft von enormer Relevanz, denn sie hat zur Folge, dass oui, non und si keine eigene Semantik haben, sondern es sich um Wörter handelt, „[…]die – um ihre Textbedeutung zu gewinnen – von einem kontextuell und situationell gegebenen Referenzelement abhängig sind“ (Wunderli 1976: 194).

Doch zunächst muss die Frage gestellt werden, um was für eine Wortkategorie es sich handelt. Oui, non und si sind sogenannte Antwortpartikel, die ihren Ursprung in der Antike haben. So entstand das heutige si aus dem lateinischen sic, was so viel bedeutet wie „So ist es!“. Das zeitgenössische oui entwickelte sich aus der Äußerung hoc ille, welche übersetzt etwa „Das tut er.“ heißt. Non hat sich keiner Veränderung unterzogen und existierte bereits in dieser Form im Lateinischen. Wenn eine Sprache Antwortpartikel aufweist, ist es immer möglich, sie als Reaktion auf Entscheidungsfragen zu verwenden. Ob sie darüber hinaus auch nach Imperativen oder Assertionssätzen benutzt werden können, ist einzelsprachabhängig (vgl. Weydt 2001: 791). Diese Problematik wird in Bezug auf oui, non und si im Laufe dieser Schrift noch untersucht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Oui, non und si – Partikel, Adverb oder eine andere Wortart?: Einleitung in die Bedeutung der Antwortpartikel und Erläuterung ihrer zentralen Rolle als kontextabhängige Sprachmarker.

2 Definition nach dem Petit Robert: Darstellung der lexikographischen Definitionen der drei Partikel sowie ihrer grundlegenden syntaktischen Einsatzmöglichkeiten.

3 Funktion nach französischen Grammatiken: Vergleich verschiedener grammatikalischer Ansätze zur Einordnung von oui, non und si in Kategorien wie "mots-phrases".

4 Standardkonzeption des Systems oui-non-si: Detaillierte Analyse des Standardmodells und Diskussion zahlreicher Ausnahmesituationen, in denen das System von den gängigen Regeln abweicht.

5 Analyse einer Unterhaltung (vgl. Eschmann 1984: 43-57): Praktische Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf ein transkribiertes Gespräch, um den situativen Gebrauch im Kontext zu verdeutlichen.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Ergebnisse und kritische Reflexion über die zukünftige Stabilität des dreigliedrigen Antwortsystems.

Schlüsselwörter

oui, non, si, Antwortpartikel, Adverb, französische Grammatik, Korpusanalyse, Konversationsanalyse, Kontextabhängigkeit, Sprachwandel, Mots-phrases, Entscheidungsfragen, Verneinung, Affirmation, Widerspruch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem französischen Antwortsystem aus oui, non und si und untersucht dessen grammatikalische sowie pragmatische Eigenschaften.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die linguistische Wortartenbestimmung, die Theorie der Antwortsysteme in französischen Grammatiken sowie die Analyse des tatsächlichen Sprachgebrauchs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das "System oui-non-si" zu durchleuchten und zu klären, warum das Standardmodell in der Praxis häufig durch Ausnahmen durchbrochen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer deskriptiven Korpusanalyse anhand transkribierter Unterhaltungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Definition, einen Vergleich verschiedener Grammatikwerke und eine detaillierte Auflistung von Ausnahmeerscheinungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind oui, non, si, Antwortpartikel, Mots-phrases, Kontextabhängigkeit und Korpusanalyse.

Warum wird si in der Analyse als das problematischste der drei Wörter identifiziert?

Die Analyse zeigt, dass si im Vergleich zu oui und non wesentlich seltener verwendet wird und stark an spezifische Widerspruchskontexte gebunden ist, was seine systemische Zukunft fragwürdig erscheinen lässt.

Welche Bedeutung kommt der "Selbstkorrektur" im untersuchten Korpus zu?

Die Selbstkorrektur durch non oder si in Gesprächen verdeutlicht, dass Sprecher ihre Äußerungen situativ anpassen und die Antwortpartikel nutzen, um den Gesprächsverlauf aktiv zu steuern.

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Details

Titel
Das Adverb im Französischen. Die sprachlichen Chamäleons 'oui', 'non' und 'si'
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Romanistik)
Veranstaltung
Hauptseminar Das Adverb im Französischen: Wortklasse, Grammatik und Korpusanalyse
Note
1,7
Autor
Hanna Schellhorn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
28
Katalognummer
V310031
ISBN (eBook)
9783668083592
ISBN (Buch)
9783668083608
Sprache
Deutsch
Schlagworte
adverb französischen chamäleons
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hanna Schellhorn (Autor:in), 2015, Das Adverb im Französischen. Die sprachlichen Chamäleons 'oui', 'non' und 'si', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310031
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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