Politisches Verhalten der Mittelschichten in Chile und Brasilien. Unterstützer von Demokratie?

Ein Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014
36 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

II. ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG UND THEORETISCHE GRUNDLAGEN

2. SCHLÜSSELMERKMALE ZUM VERSTÄNDNIS LATEINAMERIKANISCHER GESELLSCHAFTEN

3.POLITISCHES VERHALTEN DER MITTELSCHICHTEN IN CHILE UND BRASILIEN IM VERGLEICH
3.1. ENTSTEHUNGSKONTEXT DER MITTELSCHICHTEN
3.2. MITTELSCHICHTEN WÄHREND DER "DEMOKRATISCHEN ERFAHRUNG"
3.3. MITTELSCHICHTEN WÄHREND MILITÄRISCHER HERRSCHAFT
3.4. MITTELSCHICHTEN SEIT DER (ERNEUTEN) TRANSITION

4. SCHLUSSTEIL

5. QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 (Seite 7): Klassengröße und Einkommensverteilung in Lateinamerika gemäß unterschiedlicher Definitionen von Mittelschichten

Tabelle 2 (Seite 27): Einkommensspanne der Mittelschichten in US-Dollar

Tabelle 3 (Seite 27): Prozentualer Anteil der Bevölkerung, Einkommens- und Bildungsniveau

1. Einleitung und theoretische Grundlagen

Der Chefökonom der Weltbank Augusto De la Torre äußerte sich zum Ende des Jahres 2012 im Hinblick auf die wachsenden Mittelschichten in Lateinamerika fast schon euphorisch:

„The growth of the middle class in the past ten years is down to growth dynamics and job creation.”1

In der vergangenen Dekade sind die Mittelschichten Lateinamerikas um 50% gewachsen und machen nun 30% der Bevölkerung aus. In Anbetracht dieser anscheinend großartigen Entwicklungen stellen sich trotzdem vielfältige Fragen. Denn die sogenannten „neuen Mittelschichten“ scheinen trotz ihres jüngsten Wachstums unzufrieden zu sein. In Brasilien kündigten sich zum Weltereignis schlechthin, der Fußballweltmeisterschaft 2014, massive Proteste gegen die marode Infrastruktur, das Gesundheits- und Bildungssystem an, die die gesamte öffentliche Sicherheit zwischenzeitlich lahmlegten. In Chile fanden in der Vergangenheit ebenfalls - wenn auch mit wesentlich spezifischeren Inhalten - Proteste statt. Seit Jahren demonstrieren Schüler und Studenten gegen ein privates und somit äußerst kostspieliges Bildungssystem. Die Frage ist, auf was für Gründe derartige Proteste zurückzuführen sind. Auf der Suche nach Ursachen können einerseits die historisch- politischen Entwicklungen der verschiedenen Mittelschichten in Betracht gezogen werden, andererseits ist es auch die spezifische Zusammensetzung der Mittelschichten, die von Bedeutung sein kann.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der respektive den Mittelschicht(en) verläuft seit jeher sehr problematisch und widersprüchlich. Die Gründe dafür sind vielseitig. Einer der einfacheren ist, dass es unter den besonderen Beschäftigungsmustern und den geografischen Bedingungen Lateinamerikas schlichtweg schwieriger ist, die Mittelschichten präzise einzugrenzen als die Pole der Ober- und Unterschicht. In diesem Zusammenhang wird deshalb auch immer häufiger die Begriffe der „ sectores medios “ oder der „ clase media2 verwendet. Zeitgleich ist die Lage zwischen den Polen Arm und Reich ein wesentliches Charakteristikum der Mittelschichten.

Die Forschung zu den Mittelschichten Lateinamerikas lieferte in den 1980er und 1990er Jahren zum Teil auch aufgrund statistischer Engpässe recht vage Ergebnisse. Nikolaus Werz resümiert die Erkenntnisse der Wissenschaft wie folgt: Nach einem Aufstieg der Mittelschichten in den 60ern, folgte in den 70ern eine politische Krise der Mittelschichten und deren Spaltung. In den 1980ern war ein Rückgang der Mittelschichten festzustellen und im anschließenden Jahrzehnt konnte eine gewisse Stagnation beziehungsweise eher ein Rückschritt beobachtet werden.3 Jann Ley und Simone Schotte zufolge sind die Mittelschichten Lateinamerikas in der jüngeren Vergangenheit aber wieder enorm gewachsen.4

Häufig stand auch das politische Verhalten der Mittelschichten Lateinamerikas im Fokus der Betrachtungen. Der von John J. Johnson in „ Political Change in Latin America. The Emergence of the Middle Sectors “ prognostizierte politische (demokratiefreundliche) Aufstieg der Mittelschichten wurde in Anbetracht des späteren Militärputsch in Brasilien 1964 zumindest partiell ad absurdum geführt.5 Generell ist das politische Verhalten von Mittelschichten in verschiedenen Kontexten eine sehr umstrittene Thematik. Mittelschichten können scheinbar ebenso demokratische wie autoritäre politische Herrschaftsformen unterstützen.

„Politisch haben die Mittelschichten eine ambivalente Rolle eingenommen, d.h. sie können sich sowohl der Rechten als auch der Linken anschließen […].“6

Werz bezieht sich damit auf eine Schlussfolgerung von Ignacio Sotelos „ Soziologie Lateinamerikas “ aus dem Jahr 1973, welche besagt, dass Mittelschichten in erster Linie durch Ambi- und Polyvalenz gekennzeichnet sind.7 Ob dies tatsächlich der Fall ist, soll im Rahmen dieser Arbeit überprüft werden. Die Mittelschichten in Chile und Brasilien haben jeweils verschiedene Phasen unter verschiedenen Herrschaftsmodellen erlebt und sich derweil politisch sehr spezifisch verhalten. In beiden Staaten wurden Phasen der Demokratie wie auch der militärischen Regierung durchlaufen, was sie zu einem interessanten Vergleichsgegenstand macht. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede explizit herauszuarbeiten, soll das Interesse dieser Arbeit sein und bestenfalls zu übergreifenden Erkenntnissen über das politische Verhalten von Mittelschichten in Lateinamerika führen. Die zentrale Frage soll demnach sein, ob die Mittelschichten in Lateinamerika zur Unterstützung von

Tendieren die Mittelschichten in ihrem politischen Verhalten eher zur Unterstützung von autoritären Systemen? Eine Frage, die sich außerdem stellt, ist, wer überhaupt zu den Mittelschichten gehört.

„Die Versuche, die Mittelschicht in toto bestimmte Eigenschaften bzw. gesellschaftliche und politische Zielvorstellungen zuzuschreiben, leiden an einer Reihe methodischer und konzeptioneller Mängel.“8

Ein gewisses Maß an Spekulation ist somit schwer zu umgehen. Für Mittelschichten finden sich viele definitorische Interpretationsansätze. Diese sind sehr uneindeutig. Je nach der vorliegenden Definition von Mittelschichten können statistische Erhebungen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen. In der Sozialwissenschaft haben sich das Bildungsniveau, Berufsstand, und soziale Aufstiegschancen zu wesentlichen Indikatoren entwickelt. In der Wirtschaftswissenschaft gelten Einkommens- und konsumorientierte Ansätze, welche für länderübergreifende Vergleiche sehr nützlich sind. Drei verschiedene anerkannte Definitionen von Mittelschichten verdeutlichen die stellenweise großen Unterschiede.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Lay, Jann/Schotte, Simone: Lateinamerikas neue Mittelschicht: nachhaltiger Aufstieg? In: GIGA Institut für Lateinamerika Studien (Hg.): GIGA Focus Lateinamerika 8/2013. S.3.

Gemäß Castellani und Parent vom OECD kann das 0,5 bis 1,5-fache des Medianeinkommens eines Landes als relativer Indikator für die Zugehörigkeit zur Mittelschicht verwendet werden und es eignet sich daher um Ungleichverteilungen oder die Polarisierung von Einkommen anzuzeigen. Eine etwas verzerrende Wirkung hat die mittlere Definition von Tabelle 1, welche Menschen mit einem Einkommen zwischen 2 und 20 US-Dollar der Mittelschicht zurechnet und die Mittelschicht eher verbreitert. Beispielsweise die Mittelschichten Chiles sind demnach über 20% größer als den anderen Ansätzen folgend. Hinzu kommen Ansätze, die die Einkommensgrenzen als Vielfaches der jeweils zugrunde liegenden Armutsgrenze definieren (siehe Spalte 3 der Tabelle 1).9 Ein Ansatz der Weltbank wiederum betont die Stabilität des Einkommens und teilt die lateinamerikanische Population in vier Klassen ein: die Unterschicht (< 4 US-Dollar), die vulnerables (< 4-10 US-Dollar), die Mittelschicht (10-50 US-Dollar) und die Oberschicht (> 50 US-Dollar).10

Neben den nicht exakt bestimmbaren Mittelschichten sollen zur Theorie von Modernisierung grundlegende Bemerkungen gemacht werden. Zum soziologischen Schlüsseltheorem zwischen 1950 und 1970 gilt:

„Es basiert auf der Konstruktion zweier polarer entgegengesetzter Typen von Gesellschaft (der traditionellen und der modernen), die Anfangs- und (offene) Zielphase gesellschaftlicher Entwicklung in den Industrieländern im 19. und 20. Jh. sowie derzeit in den Entwicklungsländern kennzeichnen sollen. Die Transformationen der Modernisierungen münden ein in eine neue gesellschaftliche Qualität, die als erforderlich angesehen wird für die adäquate Integration und Konkurrenzfähigkeit der betreffenden Gesellschaft in der bestehenden Weltökonomie.“11

Soziale Prozesse der Modernisierung spielen sich unter anderem im Rahmen der Urbanisierung, Industrialisierung und der Expansion des Bildungswesens ab. Modernisierung sollte als Prozess begriffen werden und es sollte grundsätzlich beachtet werden:

„Stadientheorien wie Modernisierungstypologien sind kaum in einer empirischen Überprüfung zugänglich. Modernisierungstendenzen werden dagegen primär deskriptiv erfasst und lassen sich noch am ehesten empirisch ausmachen. Daher sollte sie als Ausgangspunkt für die Darlegung von Prozessen der Modernisierung dienen.“12

Nachdem einige notwendige Bemerkungen über die Gesellschaften Lateinamerikas getätigt wurden (Kapitel 2), soll es Ziel des dritten Kapitels sein, das politische Verhalten der Mittelschichten unter verschiedenen Herrschaftskonstellationen zu vergleichen, um daraus möglicherweise weiterführende Erkenntnisse zu filtern. Das vierte Kapitel ist dafür vorgesehen, die Erkenntnisse dieser Arbeit zusammenzufassen.

2. Schlüsselmerkmale zum Verständnis lateinamerikanischer Gesellschaften

In der ungleichen Verteilung des Bodens liegt in Lateinamerika eine nicht zu vernachlässigende Komponente, da sie eine „beherrschende gesellschaftliche Tatsache“13 ist. Agraroligarchien sind in Lateinamerika traditionell mit viel Macht ausgestattet. Hinzu kommt der Faktor des Militärs, das auch vor Eingriffen in die zivile Politik nicht zurückschreckt. Des Weiteren sind in Lateinamerika Elemente der sogenannten señoralen Gesellschaft zu berücksichtigen.

„Der prototypische Señor ist unumschränkter Herrscher auf der Hacienda oder Fazenda, die er sein eigen nennt. Sein Wille ist Gesetz, die ferne Staatgewalt kümmert ihn nicht, ihre örtlichen Vertreter gehorchen seinem Wink, und sie leben nicht schlecht dabei.“14

Rechenschaft beziehungsweise funktional eingeschränkte Ämter stellen für Politiker, Polizeigewaltige und Industrielle ebenso wie für den Señor eher eine Last dar und müssen beim Verständnis lateinamerikanischer Politik berücksichtigt werden.15 Dieses Selbstverständnis spiegelt sich ebenso im Verständnis von politischer Legitimität wider.

„In der jungen Einwanderungsbevölkerung Argentiniens und Uruguays - ethnisch gesehen mediterranen Klein-Europas in Amerika - gibt es ein anderes Selbstverständnis als im multikulturellen und vielrassigen Brasilien.“16

Auch in Chile spielte eine europäische Einwanderungswelle eine Rolle, doch aufgrund einer fehlenden systematischen Kolonialpolitik in Brasilien darf dieser Aspekt im Vergleich auch nicht überbewertet werden. Natürlich dürfen diverse Parallelen auch nicht zu einfach pauschalisiert werden, doch die Gemeinsamkeiten des Latifundismus, der weit verbreiteten Armut sowie die politisch aktiven Militärs sind durchaus prägnant.17 Brasilien bietet eine ungemeine Rassenvielfalt, allerdings sorgt die Größe des Landes auch immer wieder für Parzellierung. Das Land ist ebenso durch ein enormes Gefälle gekennzeichnet: Während im Südosten nahezu europäische Verhältnisse vorherrschen, ist der Nordosten vorwiegend durch Elend geprägt.

Die Gemeinsamkeit, dass beide Länder auf dem südamerikanischen Kontinent liegen ist ebenso augenscheinlich wie die zugrunde liegenden oligarchischen Verhältnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Was Brasilien und Chile ebenfalls teilen, ist ein riesiges Rohstoffvorkommen. Während Brasilien mit seinen gigantischen Gold-, Wasser-, Erdöl-, und Erdgasvorhaben gar als „Schatzkammer der Welt“18 gilt, besitzt Chile hauptsächlich ein reiches Kupfervorkommen, von dem seine Wirtschaft traditionell dominiert wird. Dennoch muss festgehalten werden, dass sich diese Parallelen auf einem völlig unterschiedlichen Niveau abspielen. Während sich die nachfolgenden Beobachtungen in Brasilien auf einer Ebene von 201 Millionen Einwohnern und insgesamt 47% des Territoriums Südamerikas abspielen19, umfassen die territorialen Ausmaße Chiles nicht einmal zehn Prozent Brasiliens. Die gleiche Relation gilt für die Bevölkerung: Laut dem Auswärtigen Amt hat Chile 16.3 Millionen Einwohner.20 Dies schlägt sich natürlich auf dem Binnenmarkt nieder, welcher in Brasilien über ganz andere Kapazitäten und Potenziale verfügt.

3. Politisches Verhalten der Mittelschichten in Chile und Brasilien im Vergleich

3.1. Entstehungskontext der Mittelschichten in Chile und Brasilien

Während in den 1870ern in Chile die politische Macht noch unter wenigen oligarchischen Familien aufgeteilt wurde, wuchs in den Folgejahren bis 1900 ein Bürgertum mit liberalen Interessen heran. Zwischen 1880 und 1930 besaß Chile eine nahezu monopolistische Stellung im weltweiten Handel mit dem Rohstoff Salpeter. Seit jedoch in Europa ein synthetisches Entwicklungsverfahren entstand, war diese Monopolstellung rückläufig. Auch die Kupferindustrie wurde weitgehend von amerikanischen Konzernen beherrscht, sodass nur wenig für die Chilenen nur wenig wirtschaftlicher Profit daraus entsprang.21

„Die Bevölkerung lebte unter unmenschlichen Bedingungen […].“22

Wirtschaftliche Entwicklungsmodelle oder Staatsintervenismus konnten dieser Situation auch nicht effektiv gegenübertreten. Es war offensichtlich, dass der oligarchische Staat sein Ende gefunden hatte und dies wurde gleichzeitig zur Geburtsstunde der Technokraten. Sie spielten in den weitreichenden Reformen, die von Arturo Alessandri und Carlos Ibáñez zwischen 1920 und 1934 durchgeführt wurden eine essentielle Rolle. Sie wurden zum fundamentalen Bestandteil der rapiden Modernisierung des Staatsapparates. Das Staatsunternehmen Corporaci ó n de Fomento de la Producci ó n (CORFO) wurde 1939 zum Ausgangspunkt einer industriellen Entwicklungsstrategie.23 Es sollte der Beginn eines sozioökonomischen Aufstiegs werden, bei dem auch die Mittelschichten eine wesentliche Rolle spielten. Sotelo sieht den Druck der Mittelschichten als wesentliche Ursache für die staatliche Industrialisierungspolitik der Volksfrontregierung.24 Als Ergebnis der staatlich forcierten Modernisierung setzte sich ein rascher Urbanisierungsprozess in Gang. Zwischen 1932 und 1952 erstreckte sich der Staatsinterventionismus auch zunehmend auf die soziokulturelle Ebene und parallel zu einer steigenden Alphabetisierungsrate wuchsen die Mittelschichten.25 Zwar dominierte noch lange rein numerisch die Anzahl der Arbeiter im landwirtschaftlichen Sektor, jedoch änderten sich die Berufsstrukturen gravierend und vor allem der Dienstleistungssektor nahm immer mehr Beschäftigte auf. Eine „neuartige städtische Mittelschicht“26 entstand. In einem Zeitraum, der enorm von einem „keynesianisch- planerischem Denken“27 durchsetzt war, verstärkte sich der Einfluss der Technokraten im Rahmen der Expansion des Staatsapparates weiterhin. Umgesetzt wurde dies in neu geschaffenen Institutionen wie der Corporaci ó n de la Reforma Agraria oder dem Oficina de Planificaci ó n.

„Zu diesem Zeitpunkt nahmen Technokraten eine ideologische Funktion ein, indem sie Reformen zur Förderung der importsubstituierenden Entwicklung propagierten. In der CEPAL und den Universitäten befürworteten sie den sogenannten Strukturalismus, der ein aktives staatliches Handeln unterstützte.“28

Das zuvor exportorientierte Wirtschaftsmodell galt demnach als überholt.

Eine Frage, die sich nun stellt, ist, was haben die sogenannten Technokraten mit Mittelschichten zu tun? Anders als in anerkannten Studien von zum Beispiel Jean Meynaud 1964 ( „ Technocratie: Mythe ou Realite? “ ) 29 , in der Technokraten sinngemäß als auserlesene Teile einer elitären gesellschaftlichen Schicht verstanden werden, scheint dies in Chile nicht angemessen. Dafür ist der Zugang zu höheren (ausländischen) Bildungssystemen ein zu großes Luxusgut gewesen. In Chile war stattdessen die Verbindung zwischen den Sektoren der Mittelschicht und dem Bildungsbürgertum sehr eng.

„Der Durchmarsch von Mittelschichtsangehörigen in Politik und Wissenschaft existiert in Chile bis zum heutigen Tage.“30

Beispielsweise die politischen Karrieren von Lastarria und Letelier, die an öffentlichen Schulen ausgebildet wurden, demonstrieren die Durchlässigkeit des chilenischen Systems.

„Die chilenische Technokratie hat sich dabei im Umfeld der Mittelschicht herausgebildet, anstatt eine Klasse ‚an sich‘ zu konstituieren. Die Hauptelemente der technokratischen Ideologie in Chile stimmen allgemein mit den Hauptprinzipien der Mittelschichten überein.“31

Vorrangig sind damit antioligarchische und meritokratische Züge gemeint und daher besitzt der allgemeine aber auch weiterführende Zugang zu Bildung hohe Priorität. Eher als die „einfachen“ Arbeiter profitierten vor allem Angestellte von umfangreichen Bildungsreformen und auch als Wähler waren die Mittelschichten mittlerweile gefragt.

„Der Anteil der Mittelschicht an der chilenischen Gesellschaft stieg zu jener Zeit nachhaltig, und diese entwickelte sich zum Motor des soziokulturellen Wandels.“32

In Brasilien hatte bis 1930 formal die sogenannte „Milchkaffee-Politik“33 Bestand. Die bevölkerungsreichen Staaten Minas Gerais (Milchproduzent) und São Paulo (Kaffeeproduzent) wechselten sich bei der Besetzung der Zentralregierung ab und diese oligarchische Ordnung wurde unter anderem durch geringe politische Partizipation (nur 5% der Bevölkerung hatte das Wahlrecht) erleichtert. In Folge des Börsencrash 1929 nahmen die Exporteinnahmen der Kaffeebarone jedoch enorm ab und eine Politik der Importsubstitution wurde unumgänglich. Die „Neue Republik“34 wurde von Vargas angeführt. Dies sorgte für eine Öffnung in regionaler und partizipatorischer Hinsicht.

„Vargas entmachtete die Großgrundbesitzer nicht völlig, sondern band sie, gemeinsam mit dem aufstrebenden städtischen Bürgertum sowie der jungen Industriearbeiterschaft, in einen populistischen Sozialpakt ein.“35

Es bildeten sich zunehmend urbane Arbeiterschaften und gebildete Mittelschichten, die sich von den Agraroligarchien bevormundet sahen. 1937 wurde eine Verfassung verabschiedet, die Vargas diktatorische Vollmachten verlieh. Vargas verfolgte eine paradoxe Politik. Er verkörperte zum einen den „Vater der Armen“ und etablierte ein erstes Arbeitsgesetz sowie ein Pensionssystem, zum anderen verfolgte er politische Mobilisierungen und bevormundete Gewerkschaften strikt. Allerdings radikal war der Umbruch des „Estado Novo“ nicht. Trotz der Zentralisierung blieben gesellschaftliche Interessen im Staat vertreten

„Unter sozioökonomischem Aspekt bedeutete der Estado Novo ein Bündnis aus zivilem und militärischem Beamtenapparat und der industriellen Bourgeoisie, deren unmittelbares gemeinsames Ziel es war, die Industrialisierung des Landes ohne größere soziale Verwerfungen zu fördern.“36

Die öffentliche Verwaltung sollte zum Faktor der Modernisierung werden. Die Beamtenelite sollte regimetreu, aber von der Parteipolitik losgelöst, effizient, wirtschaftlich und rational handeln. Diese neuen Eliten fanden sich im 1938 gegründeten Departamento Administrativo do Serviço Público wieder. Angehörige der Mittelschichten hatten zwar formal die Möglichkeit, in derartige Positionen zu gelangen, die attraktiven Stellen des bürokratischen Apparates wurden jedoch primär durch Vertrauenspersonen des Präsidenten oder der Minister besetzt. Eine besonders breite Beamtenschicht blieb so aus.37

„Aus der Staatsmaschinerie und auf Initiative des Beamtenapparates, von Vargas selbst und der Intervenienten in den Bundesstaaten entstand im Juni 1945 die Sozialdemokratische Partei, der Partido Social Democratico (PSD).“38

In der Folgezeit gründeten sich zudem die Brasilianische Arbeiterpartei (PTB) und die Nationale Demokratische Union (UDN), die vor allem intellektuelle Teile der Mittelschichten anzog. Auch die PCB (Partido Comunista do Brasil) war nun mehr wieder legal. Nikolaus Werz kennzeichnet den vorliegenden Nationalpopulismus von Vargas durch eine insgesamt sehr breite Zustimmung. Bei den zugewanderten ländlichen Unterschichten fand eine recht vage national-revolutionäre Ideologie ebenso Unterstützer wie bei den Mittelschichten, den staatlichen Angestellten und sozialreformerischen nationalistischen Offizieren. Sie wurden wirtschaftlich und politisch aufgewertet. Industrialisierung, Schutzzölle, der Ausbau des Staatssektors sowie eine gerechtere Einkommensverteilung wurden angestrebt, doch die Besitzverhältnisse im Agrarbereich sollten dabei unverändert bleiben.39

Die zugrundeliegenden oligarchischen Verhältnisse sorgten zwar für einen ähnlichen Ausgangspunkt, aber in ihrer Entstehung sind die Mittelschichten in Brasilien und Chile grundlegend zu unterscheiden. Vor allem im Staatsapparat fanden viele Chilenen einen attraktiven Aufstiegskanal, welcher in Brasilien aufgrund der ideologischen Maßgaben Vargas nicht in diesem Ausmaß vorlag. Im Kontext dieser „fairen Aufstiegschance“ erreichte die Bildung in Chile bereits hohe Priorität. Beschäftigte der Dienstleistungssektoren stellten zu großen Teilen die Mittelschichten Chiles dar und lebten im Einklang mit dem Regime, das ihnen einen gewissen Standard sicherte. In Brasilien lagen von Beginn an eher zersplitterte Mittelschichten vor, die sich in den früh gegründeten Parteien mehr oder weniger aufteilten und sich durch große Heterogenität auszeichneten. Der Populismus von Vargas hatte großen Anteil daran. Die Mittelschichten in Chile sind zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise wesentlich breiter als in Brasilien.40

3.2 Mittelschichten während der „demokratischen Erfahrung“

Unter anderem Mangelernährung oder das Entstehen von Armutsvierteln durch abgewanderte perspektivlose Landbewohner prägten die Situation in Chile zum Ende der 1960er. Eduardo Frei versprach Reformen unter dem Slogan „Revolution in Freiheit“41.

„Prägend für die politische Entwicklung Chiles war der Wahlsieg der Christdemokraten Eduardo Frei Montalva im Jahr 1964.“42

Als Partei des Zentrums verstanden sich die Christdemokraten als Vermittler zwischen Sozialisten, welche zu diesem Zeitpunkt kontinuierlich an Gewicht zulegten, und liberalen Vertretern des Kapitalismus. Frei sorgte für eine Teilverstaatlichung des Kupferbergbaus, eine Vermögenssteuer, eine Landreform oder auch die zunehmende Organisation von urbanen und ländlichen Unterschichten in Stadtteilorganisationen. Dennoch hatte die Bevölkerung eine größere Tragweite der Reformen erhofft und bei der Präsidentenwahl 1970 siegte der für das Parteienbündnis Unidad Popular (UP) kandidierende Sozialist Salvador Allende. Möglich wurde dieser Triumph erst durch Unterstützer aus breiten Teilen der Mittelschichten. Insbesondere waren dies Lehrer, Studenten und Bankangestellte. Des Weiteren war von Bedeutung, dass politische Parteien in Chile immer eine enge Bindung zur Bevölkerung besaßen und die vom Staat unabhängigen Gewerkschaften es breiten Bevölkerungsteilen ermöglichten, ihr Handeln zu kanalisieren.43

Allende setzte auf gezielte Umverteilung und führte von Frei begonnene Landreformen in Form von Enteignungen von Großgrundbesitzern fort. Hinzu kamen die weitere Verstaatlichung des Kupferbergbaus und die sog. Nationalisierung privater Betriebe. Vor allem zielte seine Politik aber auf eine bessere Versorgung und Bildung der armen Bevölkerungsteile ab. Mit seinen wirtschaftlichen Maßnahmen stieß Allende auf massive Widerstände - auch aus der Mittel- und Oberschicht, der eigenen Partei oder den Rechten, welche auch einen gewaltsamen Umsturz in Betracht zogen.

„.Entscheidend waren aber die enormen Kosten des wirtschaftlichen Umbaus. Der Preis war eine galoppierende Inflation und eine Verknappung der Versorgungsgüter.“44 Es fand eine regelrechte Spaltung der Gesellschaft in Pro und Contra Allende statt.

„Die Technokraten mussten in einer sehr politisierten Gesellschaft operieren. Deshalb war ihre vermittelnde Rolle eines der wichtigsten Charakteristika ihrer Funktionsweise. Tatsächlich waren der der hohe grad an Politisierung und der fehlende Konsens charakteristisch für die chilenische Demokratie vor 1973.“45

Parallel zu diversen erfolgreichen Volksorganisationen wie den „ cordones “ organisierten sich die Mittelschichten in sog. „ gremios “. Verschiedene Angehörige der Mittelschichten wie Ärzte, Anwälte, kleine Ladenbesitzer, Taxifahrer und sämtliche nicht-manuelle Berufsgruppen schlossen sich zusammen, mit dem Ziel, der Regierung Allende die Stirn zu bieten. Stellenweise gingen sie dabei sogar so weit, sich selbst zu bewaffnen.46 Zentral organisiert wurden diese mehreren Hundert „ gremios “ von der „ Comando Nacional de Defenca Gremial “ .

„Es gelang der Unidad Popular trotz Allendes unablässiger Bemühungen […] nie die Unterstützung dieser Gruppen aus dem Mittelstand zu gewinnen.“47

Die Fabrik- und Landbesetzungen sowie die allgemeine Mangelwirtschaft sorgten dafür, dass die kleinen Geschäftsleute - keineswegs geschlossen - ihre Interessen eher bei den Rechten vertreten sahen. Hinzu kamen die entlassenen Angestellten des Staatsapparates, die gemeinsam mit den gremios einen massiven Widerstand bildeten. Dem Einfluss zunehmender Verstädterung, wachsender Bildung und einer fortschreitenden Politisierung war das damalige Wirtschaftsmodell schlichtweg nicht mehr gewachsen. Die UP stieß immer wieder mit dem an Konsens orientierten Demokratiegedanken aneinander und betrieb die ausschweifenden Reformen ohne den breiten Rückhalt der Gesellschaft. Insbesondere fehlte die Unterstützung der Christdemokraten. Die verschiedenen Reformansätze der Parteiblöcke trieben zu diesem Zeitpunkt immer weiter auseinander.48

„Der Mittelstand, der sich in der Gesellschaft einen politischen Freiraum und eine soziale Position erobert hatte, sah in dem Versuch Allendes, eine sozialistische Ordnung aufzubauen, einen direkten Angriff auf seinen Status. Die Angst vor der Zukunft, die Unsicherheit, vor dem, was noch kommen würde, ließ ihn dazu neigen, ein Bündnis mit Oligarchie einzugehen. Es waren die Mittelschichten, die die Bewegung gegen Allende trugen.“49

Neben der ansteigenden Inflation spielte vorrangig politische Gewalt eine entscheidende Rolle bis 1973. Statt der vorher 8,3 gewalttätigen Vorfälle pro Monat steigerte sich diese Zahl unter Allende auf 34,9.50 So „waren die politisch bedeutsamen Mittelschichten durch Versorgungsengpässe, […], die ausgeprägten Mobilisierungen und die gesellschaftliche wie politische Polarisierung stark verunsichert.“51

In Brasilien blieb der heterogene Charakter der Mittelschichten auch in Zeiten der „demokratischen Erfahrung“52 erhalten.

„One of the striking political developments of post-World War II Latin America has been the urban middle sectors tardy attainment of an influential position on the national level in Brazil.“53

Die PSD, welche die Partei der herrschenden Klasse mit Hilfe von Vargas konservativen Verbündeten wurde, und die PTB, bei welcher er selbst führend tätig war, prägten gemeinsam mit der UDN das politische Geschehen. Die UDN agierte dabei als „Feind der nationalistischen Kräfte“54 und hatte viele kleinbürgerliche Anhänger. Diese Parteien vereinten 70% der Parlamentssitze auf sich. Auch die zwischenzeitlich verbotene PCB kam hinzu, welche vor allem Intellektuelle anzog.

„In fact, it would appear that the majority within the middle sectors has tended to associate itself with the elements in the P.S.D. and U.D.N. who look askance at the political emergence of workers.”55

Dennoch ist eine geschlossene Politisierung der Mittelschichten nicht erkennbar.

„What happened was that, rather than creating a new party […], the middle segments vied with the traditional ruling groups for the leadership of the existing political organizations.”56

Die Regierung Dutra betrieb eine massive Liberalisierung der Wirtschaft, die nach und nach für unzufriedene industrielle und landwirtschaftliche Arbeiter sorgte. Die Regierungszeit Dutras wurde so bereits 1951 beendet. Bei seiner Wiederwahl hatte Vargas Teile der Mittel- und Unterschichten erfolgreich mobilisiert.

Vielmehr als in Chile sind es in Brasilien zu diesem Zeitpunkt (industrielle und landwirtschaftliche) Organisationen, die politisch von Bedeutung sind, da sie in der populistischen Politik von Vargas eine tragende Rolle zur Unterstützung spielten. Folglich betonte man sogar die „Notwendigkeit, ein autonomes Wirtschaftssystem zu schaffen“57 Vargas als „Sprecher der Armen“ verfolgte im Hinblick auf die Bevölkerungsstruktur eine kluge Taktik. Bis 1959 waren über 50%58 der Beschäftigten im landwirtschaftlichen Sektor angestellt. Der Bereich der Dienstleister (einem typischen Mittelschichtensektor) stieg zwar allmählich an, jedoch bis 1959 waren nicht mehr als 21% der Beschäftigten in diesem Sektor tätig. Mittelschichten konnten sich mit Vargas Politik gewissermaßen arrangieren. Im Bereich der Bildung war man aber recht rückständig.

„Brazil has dedicated itself to the education of its masses and the population is becoming more illiterate, but the fact remains that every other Brazilian is still an illiterate […].”59

Der 1956 von Kubitschek angestrebte Mittelweg der Wirtschaft mit einer ausgeglichenen Mischung aus staatlichem Einfluss und ausländischem Kapital war zwar wirtschaftlich sehr erfolgreich (Ford, Volkswagen, General Motors siedelten im Großraum Sao Paolo an), jedoch politisch problematisch. Nationalisten und Kommunisten attackierten ihn massiv unter dem Deckmantel, er würde die Souveränität der Nation an Banken verkaufen.60

Enteignete Bauern begannen zwischen 1950 und 1964, sich zu organisieren, was aufgrund der Fülle an ruralen Gebieten sehr bedeutsam war. Auch die industriellen Gewerkschaften wurden zunehmend durch ihre Anführer politisiert.61 Das machte sich vor allem kurz vor dem erneuten Militärputsch bemerkbar. Der 1963 amtierende Präsident Goulart, der mit radikalen sozialistischen Reformen gegen eine massive Inflation steuerte, „reagierte nicht, als die Gewerkschaften den Kongreß [sic!]] mit der Drohung eines Generalstreiks zur Befürwortung einer Reihe von radikalen Reformen zwingen wollten […]“.62 Die Rechte hatte zudem die gemäßigt Konservativen für ihre Ansicht gewonnen, dass nur eine Revolution die Demokratie reinigen könnte. Es lag auch in Brasilien eine ausgeprägte politische Polarisierung vor.63 Die Mittelschichten fürchteten im Zuge der Reformen vorrangig die städtische Reform, welche besagt hätte, dass ihre Immobilien an Mieter verloren gegangen wären. Auch war eine Änderung des Steuersystems und des Wahlrechts (nun auch für die zahlreichen Analphabeten) vorgesehen. Die Unterstützung einer militärischen Herrschaft wurde so auch für die Mittelschichten eine Option, die sie - wenn auch wieder nicht geschlossen - unterstützten.

„His stabilization measures were […] strongly opposed by the usual interest groups of businessmen, workers, middle-class professionals, civil servants, and even military officers all of whom wanted to avoid paying their share of the cost of stabilization.”64

Bei der vergleichenden Betrachtung der Entwicklungen in Chile und Brasilien unter weitgehend demokratischen Bedingungen muss zunächst die zeitliche Differenz dieser berücksichtigt werden. Während sich in Chile das Militär 1973 an die Macht putschte, passierte dies in Brasilien schon 1964. Logischerweise waren die Modernisierungsprozesse unterschiedlich weit vorangeschritten und die Mittelschichten unterschiedlich weit herausgebildet.

„Wo transnationale Konzerne die industrielle Produktion weitgehend kontrollieren, sind die Aufstiegsmöglichkeiten für einheimisches Personal begrenzt. Dies sieht anders aus, wo Nationalisierungsprogramme durchgeführt werden.“65

Diesem Muster folgend können in Chile und Brasilien interessante Beobachtungen gemacht werden: Insbesondere unter Kubitschek wuchs die Liberalisierung der Wirtschaft in Brasilien auf ein beträchtliches Ausmaß. Die politische Mobilisierung der Bauern und Industriearbeiter war von enormer Bedeutung, insbesondere auch durch die Gewerkschaften beziehungsweise die Bauernligen ab Mitte der 1950er. Die Nationalisten versuchten, diese Bevölkerungsteile für sich einzuspannen. Populismus spielte somit in Brasilien eine wesentliche Rolle und war strategisch sinnvoll. Die Mittelschichten waren mehr oder weniger zu fragmentiert und in ihrer Gesamtheit zu marginal, um sich politisch bedeutsam zu organisieren. Ignacio Sotelo zählte zu diesem Zeitpunkt lediglich 15% der Brasilianer zu den Mittelschichten (Stand 1973). In Chile hingegen war die Situation anders. In Chile zum Vergleich zählten für Sotelo bereits 30%66 der Bevölkerung zu den Mittelschichten. Sie waren wesentlich breiter und hatten als „Konsensbeschaffer“ eine politische Bedeutung. Dennoch reichten die Nationalisierungsbestrebungen Allendes nicht aus, um weiter die Rückendeckung der Technokraten zu erhalten. Vor allem die ausufernde politische Gewalt und das sichtlich wankende Wirtschaftsmodell sorgten für Verunsicherung bei den Mittelschichten. Teile der Mittelschichten begannen, sich in gremios gezielt zu organisieren. Es fehlte so mehr oder weniger das vermittelnde Element zwischen den enorm polarisierten Gesellschaftsteilen. Das für Ordnung und Sicherheit stehende Militär wurde so zur attraktiven Alternative. In Chile genauso wie in Brasilien waren Mittelschichten nicht bereit, ihre Privilegien aufs Spiel zu setzen. Als Parallele bleibt festzuhalten, dass es vor allem die (existentiellen) Befürchtungen eines vermeintlich rückläufigen Wirtschaftsmodells sind, die die Mittelschichten dazu tendieren lassen, ein auf Sicherheit ausgelegtes System zu befürworten.

3.3. Mittelschichten während militärischer Herrschaft

„Am 11.09.1973 wurde Allende durch einen Militärputsch gestürzt. Die Verfassung einschließlich die Grund- und Freiheitsrechte, wurde außer Kraft gesetzt jegliche Tätigkeit politischer Parteien verboten und eine neooligarchische Restauration eingeleitet.“67

Zugleich war dies die Geburtsstunde der „Chicago-Boys“68, einer Gruppe von in Chicago ausgebildeten Wirtschaftswissenschaftlern, die für die wirtschaftlich ideenlosen Militärs eine wirtschaftliche Rundumerneuerung auf den Weg brachte.

„Der staatliche Sektor sollte deutlich reduziert werden, die Öffnung der Wirtschaft für den freien Handel würde Chiles komparative Vorteile maximieren, eine Stärkung der Privatwirtschaft würde die Unterstützung für die Regierung festigen, und die Regulierung der Löhne durch die Marktkräfte würde die Position der Gewerkschaften schwächen.“

Preise wurden freigegeben und Zölle aufgehoben. Die neoliberale „Schocktherapie“69 der „Chicago-Boys“ ab 1975 sorgte international für vielfältige mediale Lobpreisungen, tatsächlich war das Bild von einer „völlig ungestörten liberalen Volkswirtschaft ein gut gepflegter Mythos.“70 Denn es änderte sich hauptsächlich der Charakter staatlicher Intervention. Dieser war nun mehr nicht auf soziale Gerechtigkeit ausgerichtet, sondern auf die Öffnung neuartiger Marktbeziehungen. Die blanken Zahlen sprachen für die Chicago-Boys und ihr neues Modell. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf stieg zwischen 1970 und 1980 von 840 US-Dollar auf 2100 US-Dollar an. Das Bruttoinlandsprodukt wurde in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt (von 8.167 Mio. US-Dollar zu 28.080 Mio. US-Dollar).71 Der Modernisierungsprozess sorgte jedoch auch für eine massive soziale Umstrukturierung und die Mittelschichten waren davon vielfältig betroffen. Zunehmend prägten Financiers das Bild der technokratischen Führungseliten und die Arbeitslosigkeit stagnierte über Jahre auf einem Wert von 15%.

„Im Bereich der Mittelschichten wirkt sich einerseits die Verkleinerung des staatlichen Sektors und andererseits die Vergrößerung des tertiären Sektors (Handel, Banken, Versicherungen, Kommunikation) aus.“72

Betriebe vernetzten sich zunehmend mit dem Weltmarkt und waren sehr kapitalintensiv. Der Neoliberalismus prägte sich in den folgenden Jahren stark aus.

Freihandelsabkommen sorgten dafür, dass einheimische Schutzzölle abgebaut wurden, sodass die Transnationalen schlussendlich die nationalen Unternehmungen auskonkurrierten. Die Fäden dieses Akkumulationssystems lagen bei internationalen Banken und Finanzinstituten - lateinamerikanische Banken verkamen zu „Handlangern des internationalen Kapitals“.73 Die Leidtragenden des Auskonkurrierens und einer einsetzenden Weltwirtschaftskrise 1980 kamen vorwiegend aus den Mittelschichten und der Unterschicht, die fortwährend in die Arbeitslosigkeit rutschten. Auch die Bildung war davon vielfältig betroffen, da staatliche Schulen zum Teil drastischen Etatkürzungen verordnet bekamen.

„Vorreiter der Privatisierung des Bildungssystems war Chile. Das Andenland ist mit Abstand am weitesten gegangen, was die Merkantilisierung der Bildung betrifft.“74

Die unter den Reformen Freis und Allendes zurückgegangenen sozialen (armen) Marginalgruppen wuchsen wieder bedrohlich an. 1987 lebten 38% der Haushalte unter der Armutsgrenze.75 Dem entstandenen Haushaltdefizit wurde hauptsächlich auf Kosten von Arbeitsstellen und Löhnen des öffentlichen Dienstes entgegengetreten. Es kam folgerichtig zu einem Einbruch des stetigen Wachstums der Mittelschichten in Chile. Zwischen 1974 und 1980 wurden etwa 100.000 Personen aus dem Staatsdienst entlassen.

Die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes führte zur Entrechtung der Arbeitnehmer und nachhaltigen Schwächung der Gewerkschaften. Massendemonstrationen der sog. pobladores wurden zumeist repressiv niedergeschlagen, jedoch spielte auch die „wachsende Distanz der Mittelschichten, bei denen die Propaganda des Regimes von den ‚gewaltbereiten Massen‘ und einer Rückkehr zum Chaos der Unidad Popular auf fruchtbaren Boden fiel“76 ein Rolle.

„Während das Regime durch eine geschickte Werbekampagne die Vorzüge der Markt- und Verbraucherpreise anpries, wuchs die Mittelschicht zunächst die Gewißheit[sic!], dass die Zukunft Wohlstand und Fortschritt für alle versprechen würde.“77

Nach dem Bank- und Finanzkrach 1983 begriffen aber auch große Teile der Mittelschichten, dass der freie Markt nicht dauerhaft ihren sozialen Status absichern würde. Sie fühlten sich vom Staat betrogen und ihre Unzufriedenheit wuchs. Das Regime verlor so nach und nach seine wesentliche Vertrauensbasis: die Mittelschichten. Mittelständische Verbände schlossen sich nun immer häufiger Protesten der Opposition an. Statt der Möglichkeiten der freien Marktpolitik wurden zunehmend die individuellen Risiken und die fehlende soziale Absicherung gesehen. Ein starker Staat in Wirtschaft und Gesellschaft wurde gefordert. Es setzte erneut große Unsicherheit und Zukunftsangst bei den Mittelschichten ein.78

Es wurde der Reichtum aus den Händen der breiten Mittel- und Unterschichten in die Hände von Oligopolisten und Geldspekulanten verlegt. Die monatlichen Einkünfte der Mittelschichten entwickelten sich von 98.000 Pesos79 (1970) auf 72.000 Pesos (1984), während die der Oberschicht im gleichen Zeitraum von 241.000 Pesos auf 308.000 Pesos stiegen. Es ist so auch in Chile ein enormes Gefälle zwischen Arm und Reich entstanden. Herbert Berger spricht in diesem Kontext von „einer anonyme[n] Macht, die sich eher den Spekulationsgeschäften internationaler Börsenmakler unterordnete als dem Willen und den Interessen der eigenen Bevölkerung.“80

In Brasilien setzten die Militärs auf ein nationales Entwicklungsprojekt, das auf Basis einer assoziierten Industrialisierung ablief. Die Plano de A ç ao Econ ô mica de Governo sorgte dabei für eine Inflationskontrolle und eine Austeritätspolitik. Damit einher ging eine massive Entrechtung der Arbeiter. Das Paradoxe dabei war, dass Elemente intensiver Akkumulation durch externe Finanzierung abgesichert wurden. Das neue Modell war somit charakterisiert durch: massive Auslandsinvestitionen bei einer staatlichen Wirtschaftsplanung, Exportorientierung, Enge des Binnenmarktes bei einer hohen Einkommenskonzentration, und die Aufnahme von billigen Auslandskrediten.81

„Die Regierung Medici vertiefte das Entwicklungsmodell der abhängigen und assoziierten Entwicklung, das in dieser Phase seinen Höhepunkt erreichte und sich durch die feste Integration des Kleinbürgertums und der nationalen Bourgeoisie in den Block an der Macht verfestigte.“82

Zu einem wesentlichen Teil erfasste Medici damit auch Mittelschichten. Ein Wirtschaftswachstum von über elf Prozent zwischen 1968 und 1974 war für die Systemstabilität sehr förderlich. Gewerkschafts- und Unternehmerverbände waren zu diesem Zeitpunkt verboten und Industriearbeiter wurden zunehmend ausgebeutet, während Ober- und Mittelschichten dem Konsum frönten. Dennoch war diese Stabilität nicht von Dauer. Ab 1974 lehnten sich Unternehmerverbände gegen den Nichtangriffspakt von staatlichem, nationalem und ausländischem Kapital auf.

„Gleichzeitig nahm in der Mittelschicht die Ablehnung des repressiven Vorgehens gegen Oppositionelle zu.“83

Ein begrenzter Öffnungs- und Liberalisierungsprozess verbesserte die Artikulationsfähigkeit demokratischer Bewegungen.

„Konzentrationstendenzen, die multinationale Unternehmen und die staatlichen Firmen einseitig begünstigten, hohe Auslandsverschuldung, Lohnunzufriedenheit und Inflation führten dazu, dass sich der Protest der wieder erstarkten Gewerkschaften in Streikbewegungen manifestierte und auch in den Mittelschichten der Wunsch nach Partizipationsrechten und einem Wechsel in der Wirtschaftspolitik aufkam.“84

Eine entscheidende Problematik wurde zunehmend deutlicher:

„Die Arbeiterschaft und selbst die unteren Mittelschichten hatten zu keiner Zeit Anteil am Wirtschaftswunder gehabt, im Gegenteil. 80% der Brasilianer wurden noch ärmer, als sie schon waren.“85

Eine enorme Einkommenskonzentration war die Folge. Brasilianische Großstädte waren zwar reich besiedelt, jedoch war dies vor allem explodierenden Armutsvierteln geschuldet. 70 Millionen der ärmsten Brasilianer kamen zusammen auf den gleichen Anteil am Volkseinkommen wie die 700.000 Reichsten.86 Dass jedoch die Mittelschichten in der Breite weiterhin nicht sonderlich ausgeprägt waren, legt die damalige Staatsquote nahe. Im Jahr 1949 wurden 19,1% des Bruttoinlandsprodukts für den staatlichen Sektor investiert. Im Jahr 1980 war dieser Wert nahezu identisch (20,8%).87 Insgesamt sind die Mittelschichten in Brasilien ab den 1970ern in Brasilien eher geschrumpft.88

Der Kongress bestand während der Militärherrschaft aus zwei Parteien, die der militärischen Kontrolle unterstanden und einer reibungslosen Gesetzgebung dienlich waren. Anfang der 1980er gründeten sich wieder unabhängige Parteien - zum Teil auch in Nachfolge der vom Militär kontrollierten Parteien (PDS). Die erstarkte Opposition, die PMDB, wurde zur Partei von vielen sozialen Bewegungen. Dies galt ebenso für die linksgerichteten PT, PDT, und PSDB. Unter dem Motto „ Direitas J á “ forcierte die Opposition Direktwahlen des Präsidenten 1982 und Mittelschichten schlossen sich den Oppositionsforderungen immer häufiger an, jedoch ein gewaltvolles Vorgehen des Regimes fand nicht mehr statt. Spätestens die Amtseinführung Sarneys bedeutete die Abkehr von der Militärherrschaft.

Im Vergleich der Entwicklung der Mittelschichten unter den jeweiligen Militärapparaten ist vor allem eine Betrachtung interessant, die die sinkenden Löhne der Mittelschichten als Ausgangspunkt hat.

„Diese Heterogenisierungsprozesse, die Unsicherheit in Form von Angst vor bzw. Erfahrung von sozialen Abstieg mit sich bringen, behindern damit auch die auf Seiten der Mittelschichten kollektive Mobilisierung und Organisation.“89

Zunächst ist es auffällig, dass trotz zum Teil unterschiedlicher Wirtschaftspolitik eine enorme Einkommenspolarisierung in beiden Ländern noch weiter verschärft wurde, die diverse Gefühle des Betrugs durch den Staat hervorrief. Die chilenischen Mittelschichten waren von der Reduzierung des Staatsapparates und dem Auskonkurrieren durch internationale Kapitalisten umfangreich betroffen. Aufgrund der Breite der Mittelschichten bestand demnach ein sehr großes Frustrationspotenzial. Auch in Brasilien hatten die Mittelschichten am Wirtschaftswunder keinen Anteil, aber einerseits verlief die Neoliberalisierung nicht so radikal wie in Chile und andererseits waren die Mittelschichten nicht so breit aufgestellt. In Chile wirkte lange Zeit die Propaganda des Regimes, die eine sichere Zukunft versprach, relativ effizient. Die Versprechung, den sozialen Status Quo zu erhalten, war über viele Jahre ausreichend. Erst als die soziale Position real gefährdet wurde und zudem die Gewalt durch das Regime sich steigerte, nahmen Mittelschichten an Demonstrationen der Opposition und Industriearbeiter teil. Insofern manifestiert sich die Unsicherheit der Mittelschichten (in zweierlei Hinsicht: vor Gewalt und vor sozialem Abstieg), welche anscheinend notwendig ist, um Mittelschichten politisch zu mobilisieren, als zentrales Merkmal. Denn auch die nicht so breiten und heterogenen Mittelschichten Brasiliens sensibilisierten sich, als die Repression stärker wurde und die Gewalt des Regimes gegen die Opposition zunehmend zu Tage trat. Aufgrund der Fragmentierung und generell recht dünnen Ausprägung der Mittelschichten in Brasilien war es aber nicht verwunderlich, dass kaum Organisationen der Mittelschichten am Ende des Militärregimes aktiv mitarbeiteten.

3.4. Mittelschichten seit der (erneuten) Transition

Mit dem Ende des Militärregimes setzte in Chile unter Patricio Aylwin eine erneute Demokratisierung ein. Diese hatte den zentralen Grundsatz, „ein Gleichgewicht zwischen Wachstum, makroökonomischer und finanzpolitischer Lenkung, Modernisierung der Dienstleistungen und sozialer Entwicklung zu finden.“90 Das sich steigernde Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,3% (1990) auf 8,3% (1995) bescheinigte den positiven wirtschaftlichen Trend. Auch die Inflation entwickelte sich im gleichen Zeitraum von 27,3% auf 8,2% prächtig.91 Seinem wesentlichsten Problem wurde Chile aber damit nur bedingt Herr und es gelten bis heut ähnliche Problemlagen wie sie schon 1990 galten:

„Das Modell war im Sinne des Wirtschaftswachstums erfolgreich, aber es entstand eine tiefe Kluft zwischen Armen und Reichen.“92

Verschiedene Regierungen der Concertacion, einem Bündnis aus Christdemokraten, Sozialdemokraten und Sozialisten suchten kontinuierlich vergeblich nach Antworten auf die Fragen der sozialen Ungleichheit. In Anbetracht der weiterhin enormen Wachstumsraten fehlte es an einer Politik, die effizient auf gesellschaftliche Umverteilung abzielte.

„Die reichsten 20% der Bevölkerung erhalten 51% des Einkommens, die ärmsten 20% nur 5,4%.“93

Die Mittelschichten sind somit kaum mehr das Zentrum der Gesellschaft. Die Mittelschichten in Chile stehen vielmehr für sozioökonomische Anfälligkeit und Unsicherheit. Während im Jahr 1990 noch 38,6% der Bevölkerung ärmeren Schichten angehörten, waren dies 2009 nur noch 15,1%.94 Hauptsächlich verantwortlich für diesen Trend ist das ungebrochene Wirtschaftswachstum. Die Frage ist jedoch, inwiefern diese Zahlen tatsächliche Gegebenheiten verzerren. Denn: Chiles Gini- Koeffizient, welcher die (un)gleiche Verteilung von Einkommen in Staaten darstellt, im lateinamerikanischen Vergleich weit vorn und dies stößt zunehmend auf Protest.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle Tabelle 2: Barozet, Emmanuelle/Fierro,Jaime: Die Mittelschicht in Chile. Merkmale und Entwicklungen 1990-2011. In: KAS Auslandsinformation 12/2011.

Wie Tabelle 2 zeigt, handelt es sich in Chile um verhältnismäßig recht arme Mittelschichten und die unteren Teile von ihr wandern an der Schwelle zum erneuten sozialen Rückschritt. Diese problematische Struktur der Mittelschichten wird auch in Tabelle 3 deutlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle Tabelle 3: Barozet, Emmanuelle/Fierro, Jaime: Die Mittelschicht in Chile. Merkmale und Entwicklungen 1990-2011. In: KAS Auslandsinformation 12/2011.

Im C3-Segment, welches als untere Mittelschicht zu verstehen ist, befinden sich 24,7% der Bevölkerung. Segment D, welches nur zum Teil noch zu den unteren Mittelschichten zählt, macht 36,5% aus. Weitere 9,7% befinden sich in Segment E. Sehr interessant ist zudem die direkte Korrelation zur Bildung. Während die Oberschicht zwischen 17 und 20 Jahren in der Ausbildung verbracht hat, haben die Segmente D und E zwischen sechs und zehn respektive weniger als fünf Jahre der Bildung hinter sich. Da diese simplen Sachverhalte auch Chiles Einwohnern zugänglich sind und traditionell Bildung in Chile einen hohen Stellenwert besitzt, werden die anhalten Bildungsproteste objektiv nachvollziehbar.

„Weite Teile der chilenischen Mittelschicht sind überzeugt von Aufstieg und sozialer Vorherrschaft durch individuelle Leistung und betrachten Bildung entsprechend als hohes Ziel und als Schlüssel zum sozialen Aufstieg.“96

Traditionelle Teile der Mittelschichten wissen insbesondere den Zugang zu Kultur sehr zu schätzen. Die neuen Mittelschichten hingegen sind eher durch Verunsicherung und Konsumorientierung gekennzeichnet. Einerseits drängen sie zu weiterem sozialen Aufstieg, andererseits ist ein großer Teil auch damit beschäftigt, den erreichten Status Quo zunächst zu sichern. Vor allem die sozialen Sicherungssysteme sind noch nicht ausreichend ausgebaut und Krankheit oder Arbeitslosigkeit können umgehend wieder zum sozialen Abstieg führen. Die chilenischen Mittelschichten sind wenig krisenresistent und gerade die unteren Mittelschichten laufen kontinuierlich Gefahr, immer wieder in die Schicht der Unterprivilegierten zurückzufallen.97 Es herrscht eine aufwärts gerichtete soziale Mobilität, die vor allem in der verringerten Armut zu begründen ist. Es kann von einer verbreiterten Basis der Mittelschichten gesprochen.

Armutsreduzierung hat somit in Chile zwar erfolgreich stattgefunden, jedoch muss durch gezieltere Politik ein soziales System geschaffen werden, dass der vielfältig aufgezeigten Verwundbarkeit der Mittelschichten entgegen tritt. Die Sozialpolitik erweist sich als stagnierend. Auch unter dem enormen Wachstum ist es erstaunlich, dass im Jahr 1990 (12,3% des BIP) nahezu genauso viele Ausgaben für die soziale Angleichung stattfanden wie 2008 (13,7% des BIP).98 Auch unter dem Stichwort Bildung stagniert man in dieser Statistik seit 2000 zwischen drei und vier Prozent. Das ein profitorientiertes Bildungswesen zunehmend den Zorn der Mittelschichten auf sich zieht, ist nachvollziehbar. Zwar wurden insbesondere von Bachelet verschiedene Pensions-, Bildungs-, und Gesundheitsreformen angestoßen, jedoch bleibt festzuhalten:

„Ein Wachstum mit sozialem Ausgleich, mit dem die post-diktatorischen Regierungen angetreten sind, blieb [bisher] uneingelöst.“99

In Brasilien änderte sich seit Ende der Militärherrschaft in einem langwierigen Prozess die Zusammensetzung der Mittelschichten. Vor allem im tertiären Sektor gab es eine deutliche Zunahme: So wuchs der Anteil qualifizierter Arbeiter im Dienstleitungssektor von 53,9% auf 70,9%. Zeitgleich sank der Anteil der qualifizierten Arbeiter im sekundären Sektor von 46,1% auf 17,9%.100 Es gelang den subalternen Sektoren der 1980er und 1990er kaum, die Mittelschichten für ein alternatives Projekt zu begeistern und so blieben sie im hegemonialen Block eingebunden.

„Neu ist wo und wie diese neue Mittelschicht ihr Geld verdient: Es ist nicht mehr der Staat, der sie mit Jobs versorgt. Die Staatsunternehmen wurden privatisiert. […] Heute gelingt den meisten Brasilianern der Aufstieg im Privatsektor. Überdurchschnittlich viele der Aufsteiger sind Unternehmer.“101

Hauptgründe dafür sind die mangelnde soziale Absicherung und ein Mangel an Alternativen. Deshalb ist jeder achte Brasilianer Unternehmer. Trotzdem blieb die Einbindung der Mittelschichten in den hegemonialen Block auch nach den Militärs ein Merkmal.

„Entgegen dem vergleichsweise geringen Umfang der Mittelklasse und deren relativ heterogener Zusammensetzung nahm diese die Rolle der Königsmacher in den Wahlen ein. Die Mittelschichten schwankten in ihrer politischen Wahrnehmung zwischen einer generellen Ablehnung und einer partiellen Übernahme der politischen Programmatik der erstarkten Arbeiterbewegung.“102

Die subalternen Sektoren schafften es kaum die Mittelschichten in den 1980ern und 1990ern in ein alternatives Projekt einzubinden. Mittelschichten wurden stattdessen durch gezielte Kampagnen angesprochen, die auf kurzfristige materielle Interessen ausgerichtet waren oder auf ihrer diffusen Kapitalismuskritik beruhten. Diese Kritik beinhaltet eine klare Absage an Korruption und Opportunismus und kann sinngemäß als Befürwortung eines „sauberen“ Neoliberalismus verstanden werden. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass 1989 Collor de Mello gewählt wurde, der zuvor mit einer Antikorruptionskampagne um Stimmen warb und Luiz Inácio Lula da Silva als Radikalen darstellte, der das (wirtschaftliche) Chaos zurückbringen würde.

Mittelschichten überzeugte dieses antietatistische vor Populismen strotzende Programm.103 Der 1994 gewählte Cardoso punktete schließlich mit einer effizienten Korruptionsbekämpfung und seinem Plano Real, der sich „strong middle class support for (an idealized) neoliberalism“104 erfreute. Mit der Finanz- und Währungskrise 1998/1999 verschwand dieses Vertrauen der Mittelschichten in den Neoliberalismus wieder relativ schnell und Luiz Inácio Lula da Silvas (Partidos dos Trabalhadores - PT) Kritik daran fand viel Unterstützung. Zu den vielfältigen Reformversprechen kamen vor allem zwei Aspekte, die die Mittelschichten auf seine Seite zogen: Zum einen die Akzeptanz der Bekämpfung der Inflation als primäres Wirtschaftsziel, zum anderen die Übernahme des moralisch aufgeladenen Diskurses durch Slogans wie „Ich will ein anständiges Land“. Es gelang somit, das mit Chaos assoziierte Image grundlegend abzulegen und ein Wahlsieg mit über 61% war die Folge.105

Durch die interne Umwandlung der PT gelangen viele Mittelschichtenangehörige in hohe Staatsämter.106 75% der PT-Mitglieder sind im Staatsapparat oder selbst (professionelle) Politiker und trotz dieser (relativ einheitlichen) Konstellation sind weiter genügend Spannungsfelder vorhanden, die das politische Verhalten unberechenbar machen. So wollen sie einerseits (durch Inflationsbekämpfung und Abzahlung der Auslandsschulden) Ordnung und Stabilität, zum anderen stehen sie sozialen Reformen skeptisch gegenüber, sobald sie sie selbst betreffen. Infolge der Erhöhung des Renteneintrittsalters für Staatsbedienstete radikalisierten sich direkt Teile der Mittelschichten nach links.107 Insofern ist ein gewisses Maß an Gespaltenheit in den Mittelschichten auszumachen.

“Brazilians’ motivation to move up in life comes as no surprise. Brazil’s middle class growth of over 40 percent is the region’s fastest.”108

Seit dem Jahr 2002 gelang 35 Millionen Brasilianern der Aufstieg in die Mittelschichten, welche heutzutage mehr als die Hälfte der Population ausmachen.

Während zuvor vor allem existenzielle Bedürfnisse von der Politik abgedeckt wurden, sind es nun Berufsausbildung, Studienförderung und Kreditmöglichkeiten, die Bedürfnisse der neuen Mittelschichten ausmachen. Die Sicherung des erworbenen Standards prägt die Bedürfnisse der Mittelschichten. Seit 2009 leben nur noch 23,9% unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Der Ginikoeffizient entwickelte sich von 0,533 (2001) auf 0,5 (2011) und hat sich somit zwar verbessert, aber die Ungleichheit ist weiterhin exorbitant hoch. Es sind nun 104 Millionen Brasilianer Teil der Mittelschichten. Dennoch gilt sie bis heute als extrem heterogen und ethnisch vielfältig.109

4. Schlussteil

Beim Rückblick auf die jeweiligen Entwicklungen der Mittelschichten in Chile und Brasilien ist vor allem eines deutlich geworden: Mittelschichten zielen mit ihrem politischen Verhalten auf eines ab: Sicherheit. Dies haben die in ihrer Zusammensetzung sehr unterschiedlichen Mittelschichten belegt. Sicherheit meint in diesem Zusammenhang auf einer ersten Bedeutungsebene die Sicherung des eigenen sozialen Status. Auf einer zweiten Bedeutungsebene konnte ebenso beobachtet werden, dass der Aspekt Sicherheit sich auch auf die Ebene des körperlichen Wohlergehens erstreckt. Es waren in Chile unter Allende (1973) gewaltsame Auseinandersetzungen der polarisierten politischen Lager, die den Mittelschichten erst den entscheidenden Impuls gaben, sich selbst zu organisieren (gremios) und den Protesten anzuschließen. Weitere Aspekte, die dafür sprechen, sind unter anderem die lange Zeit wirkende Anti-Chaos-Propaganda des Pinochet- Regimes sowie das Streben der Mittelschichten in Brasilien unter Goulart nach der „sicheren“ und Ordnung versprechenden Machtübernahme des Militärs. Dennoch wäre es nicht korrekt, die Mittelschichten als Befürworter militärischer Herrschaft darzustellen. Denn wie eingangs erwähnt, ist es vorrangig die Wahrung des sozialen Status, die Priorität bei den Mittelschichten hat - die Herrschaftsform ist dabei zweitrangig. Erst wenn dieser ernsthaft in Gefahr gerät, so wechseln die Mittelschichten, wenn auch keineswegs geschlossen und oft erst nach langer Krisenzeit, das politische Lager. Dies gilt auch unter militärischer Herrschaft, da dessen repressiven Maßnahmen gegen die Opposition ebenso Verunsicherung auf die Mittelschichten ausstrahlen wie die Folgen einer neoliberalen Wirtschaftspolitik während der „Wirtschaftswunder“ in Brasilien und Chile (Gefühle der Ungerechtigkeit und massive Einkommenseinbußen). Insofern kann das von Sotelo aufgestellte Theorem der ambi- und polyvalenten Mittelschichten nur bestätigt werden. Sandra Weiss bringt diesen Aspekt auf den Punkt:

„Die Mittelschicht scheint ein klassisches Wechselwählerpotenzial zu bergen, das auf Veränderung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sensibel reagiert und dies nicht nur an den Urnen ausdrückt, sondern zur Not auch auf der Straße.“110

Bei der konkreten Betrachtung der chilenischen und brasilianischen Mittelschichten ist ein weiterer Aspekt bemerkenswert. Wie in der Einleitung dargestellt, gibt es zwar weitreichende Proteste in Brasilien und Chile, dennoch unterscheiden sich diese im Detail. Während in Brasilien die Inhalte der Proteste vielfältig sind (Infrastruktur, Gesundheitssystem, Bildung), konzentrieren sich die chilenischen Demonstranten eher auf einen Aspekt: den kostenfreien Zugang zu Bildung. Ein großer Teil - wenn auch längst nicht alle - der vorhandenen Bedürfnisse der chilenischen Mittelschichten konnten im Rahmen einer langfristigen Entwicklung bereits ausgehandelt werden. Während in Chile bereits Anfang des 20. Jahrhunderts eine massive Erweiterung des Staatsapparates erfolgte und dies bereits für recht breite Mittelschichten sorgte, die Bildung priorisierten, hat diese Entwicklung in Brasilien erst zur Jahrtausendwende um Luiz Inácio Lula da Silva und die PT stattgefunden. Zuvor waren die Mittelschichten in Brasilien in erster Linie durch Heterogenität gekennzeichnet, die ihren Ursprung in den populistischen Regimen hatte, und halbwegs einheitliche politische Forderungen nahezu unmöglich machte. So ist es wenig überraschend, dass die Forderungen der „neuen“ Mittelschichten nun relativ gebündelt eingefordert werden. Bildung genoss in Chile in der Vergangenheit bereits einen höheren Stellenwert, da sie traditionell als wesentliche Voraussetzung zum sozialen Aufstieg begriffen wurde. Und das trotz der Privatisierung der Bildung, die unter Pinochet stattfand. Dennoch kämpft die chilenische Gesellschaft mit diesen Altlasten bis heute an, wie die über Jahre andauernden Bildungsproteste beweisen.

Es wird in den kommenden Jahren deshalb spannend sein, zu beobachten, wie Roussef und Piñera den politischen Balanceakt vollbringen, die notwendige Reformpolitik zu betreiben, die auf weitere soziale Angleichung abzielt, ohne dabei die Bedürfnisse der (neuen respektive traditionellen) Mittelschichten aus den Augen zu verlieren. Denn sie bilden in Brasilien wie auch in Chile gleichermaßen als die Wählerschaft, die es zu überzeugen gilt.

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1 World Bank: Latin America: Middle Class hits historic High. In: http://www.world-

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2 Werz, Nikolaus: Das Konzept der „clase media“ und die Mittelschicht in Lateinamerika. In: Becker, Bert/ Rüland, Jürgen/ Werz, Nikolaus (Hg.): Mythos Mittelschichten. 1999 Bonn. S.96f.

3 Vgl. ebd.

4 Vgl. Lay, Jann/ Schotte, Simone: Lateinamerikas neue Mittelschicht: nachhaltiger Aufstieg? In: GIGA Institut für Lateinamerika Studien (Hg.): GIGA Focus Lateinamerika 8/2013. S.1-7.

5 Vgl. Johnson, John: Political Change in Latin America. The Emergence of the Middle Sectors. Stan- ford 1958. S. 192ff.

6 Werz, Nikolaus: Lateinamerika. Eine politische Landeskunde. Baden-Baden 2013. S. 64.

7 Sotelo, Ignacio: Soziologie Lateinamerikas. Stuttgart 1973. S. 147ff.

6

demokratischer Herrschaft tendieren. Auch die Gegenfrage soll überprüft werden:

8 Boeckh, Andreas: Internationale Beziehungen. Theorien - Kultur - Entwicklung. In: Nohlen Die- ter/Waldmann, Peter (Hg.): Pipers Wörterbuch zur Politik. München 1988. S.357.

7

9 Castellani, Francesca/ Parent, Gwenn:: Being „Middle-Class“ in Latin America. In: OECD Develop- ment Center (Hg.): Working Paper No. 305. Paris 2011. S.14.

10 Ferreira, Francisco/ Messina, Julian/ Rigolini, Jamele/ Lopez-Calva, Luis-Felipe/ Lugo, Maria Ana/ Vakis, Renos: Economic Mobility and the Rise of the Latin American Middle Class. Washing- ton D.C. 2013. S.29ff.

11 Nohlen. Dieter/ Waldmann, Peter: Dritte Welt. Gesellschaft - Kultur - Entwicklung. In: Nohlen Die- ter/ Waldmann, Peter: Pipers Wörterbuch zur Politik. München 1988. S.359.

12 Nohlen. Dieter/ Waldmann, Peter: Dritte Welt. Gesellschaft - Kultur - Entwicklung. In: Nohlen Die- ter/Waldmann, Peter: Pipers Wörterbuch zur Politik. München 1988. S.365.

8

13 Hartmann, Jürgen: Vergleichende Politikwissenschaft. Frankfurt am Main 1995. S. 137.

14 ebd.

15 Vgl. ebd.

16 ebd. S. 159.

17 Vgl. ebd.

18 Merz, Esther-Marie/ Landbo, Camilla: Südamerika. Zwischen Armut und Wirtschaftsboom. Wien 2011. S. 84.

19 Auswärtiges Amt: Länderinformation zu Brasilien. In: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussen- politik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Brasilien_node.html (21.08.2014)

20 Auswärtiges Amt: Länderinformation zu Chile. In: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpo- litik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Chile_node.html (21.08.2014)

21 Vgl. Rinke, Stefan: Das politische System Chiles. In: Stüwe, Klaus/ Rinke, Stefan (Hg.): Die politi- schen Systeme in Nord- und Lateinamerika. Wiesbaden 2008. S. 138.

22 Straßner, Veit: Die offenen Wunden Lateinamerikas. Vergangenheitspolitik im postautoritären Ar- gentinien, Uruguay und Chile. Wiesbaden 2007. S.228.

23 Vgl. Silva, Patricio: Die Technokratie in der chilenischen Politik. In: Boris, Dieter/ Gerstenlauer, Therese/ Jenss, Alke/ Schank, Kristy/ Schulten, Johannes (Hg.): Sozialstrukturen in Latein- amerika. Wiesbaden 2008. S. 74.

24 Vgl. Sotelo, Ignacio: Soziologie Lateinamerikas. Stuttgart 1973.S. 153.

25 Vgl. Rinke, Stefan: Das politische System Chiles. In: Stüwe, Klaus/ Rinke, Stefan (Hg.): Die politi- schen Systeme in Nord- und Lateinamerika. Wiesbaden 2008. S. 138.

26 Rinke, Stefan: Kleine Geschichte Chiles. München 2007. S. 100.

27 Silva, Patricio: Die Technokratie in der chilenischen Politik. In: Boris, Dieter/ Gerstenlauer, Therese/ Jenss, Alke/ Schank, Kristy/ Schulten, Johannes (Hg.): Sozialstrukturen in Lateinamerika. Wiesbaden 2008. S. 74.

28 Silva, Patricio: Die Technokratie in der chilenischen Politik. In: Boris, Dieter/ Gerstenlauer, Therese/ Jenss, Alke/Schank, Kristy/ Schulten, Johannes (Hg.): Sozialstrukturen in Lateinamerika. Wiesbaden 2008. S. 75.

29 Vgl. Meynaud, Jean: La Technocratie: Mythe ou Realite?. Paris 1964.

30 Silva, Patricio: Die Technokratie in der chilenischen Politik. In: Boris, Dieter/Gerstenlauer, The- rese/Jenss, Alke/Schank, Kristy/Schulten, Johannes (Hg.): Sozialstrukturen in Lateinamerika. Wiesbaden 2008. S. 75.

31 ebd.

32 Rinke, Stefan: Kleine Geschichte Chiles. München 2007. S. 100.

33 Costa, Sergio: Das politische System Brasiliens. In: Rinke, Stefan/Stüwe, Klaus (Hg.): Die politischen Systeme in Nord- und Lateinamerika. Wiesbaden 2008. S. 115.

34 ebd. S.115

35 Lühr, Volker: Brasilien. In: Politisches Lexikon Lateinamerika. München 1992. S. 61.

36 Fausto, Boris: Kurze Geschichte Brasiliens. Würzburg 2013. S. 217.

37 ebd. S. 225.

38 ebd. S. 230.

39 Vgl. Werz, Nikolaus: Lateinamerika. Eine politische Landeskunde. Baden-Baden 2013. S.120f.

40 Fausto, Boris: Kurze Geschichte Brasiliens. S. 237.

41 Hofmeister, Wilhelm: Chile: Option für die Demokratie. Die Christlich-Demokratische Partei (PDC) und die politische Entwicklung in Chile 1964-1994. Paderborn 1995. S.58.

42 Straßner, Veit: Die offenen Wunden Lateinamerikas. Vergangenheitspolitik im postautoritären Ar- gentinien, Uruguay und Chile. Wiesbaden 2007. S.228.

43 Vgl. Sotelo, Ignacio: Soziologie Lateinamerikas. S. 159.

44 Rinke, Stefan: Das politische System Chiles. In: Stüwe, Klaus/Rinke, Stefan (Hg.): Die politischen Systeme in Nord- und Lateinamerika. Wiesbaden 2008. S. 141.

45 Silva, Patricio: Die Technokratie in der chilenischen Politik. In: Boris, Dieter/Gerstenlauer, The- rese/Jenss, Alke/Schank, Kristy/Schulten, Johannes (Hg.): Sozialstrukturen in Lateinamerika. Wiesbaden 2008. S. 88.

46 Nohlen, Dieter: Feuer unter der Asche. Chiles gescheiterte Revolution. 1974 Baden-Baden. S.105.

47 Angel, Allan: Chile seit 1920. In: Tobler, Hans Werner/Bernecker, Walter (Hg.): Lateinamerika im 20. Jahrhundert. Stuttgart 1996. S. 867.

48 Koch, Max: Unternehmen Transformation. Sozialstruktur und gesellschaftlicher Wandel in Chile. Frankfurt am Main 1998. S. 31.

49 Friedmann, Reinhard: Chile unter Pinochet. Das autoritäre Experiment. Freiburg 1990. S. 104.

50 ebd. S.229.

51 ebd.

52 Fausto, Boris: Kurze Geschichte Brasiliens. Würzburg 2013. S. 237.

53 Political Change in Latin America. The Emergence of the Middle Sectors. Stanford 1958. S. 153.

54 Die brasilianischen Arbeitergewerkschaften, ihre Organisation und ihre politische Funktion. Frank- furt am Main 1972. S. 175.

55 Political Change in Latin America. The Emergence of the Middle Sectors. Stanford 1958. S. 178.

56 ebd.

57 Fausto, Boris: Kurze Geschichte Brasiliens. Würzburg 2013. S. 243.

58 Alle Daten aus: Wöhlcke, Manfred: Abhängige Industrialisierung und sozialer Wandel: Der Fall Bra- silien. München 1981. S. 143.

59 Political Change in Latin America. The Emergence of the Middle Sectors. Stanford 1958. S. 178.

60 Fausto, Boris: Kurze Geschichte Brasiliens. Würzburg 2013. S. 260.

61 Vgl. ebd. S. 258.

62 Wöhlcke, Manfred: 500 Jahre Brasilien. Die Entstehung einer Nation. Freistadt 2000. S.105.

63 Vgl. Fausto, Boris: Kurze Geschichte Brasiliens. Würzburg 2013. S. 274.

64 Cohen, Youssef: Democracy from Above: The political Origins of the Military Dictatorship in Brazil. In: World Politics Volume 40. Cambridge 1987. S. 38.

65 Nohlen. Dieter/Waldmann, Peter: Dritte Welt. Gesellschaft - Kultur - Entwicklung. In: Nohlen Die- ter/Waldmann, Peter: Pipers Wörterbuch zur Politik. München 1988. S.362.

66 Vgl. Sotelo, Ignacio: Soziologie Lateinamerikas. S. 143.

67 Fernandez-Baeza/Nohlen, Dieter: Chile. In: Waldmann, Peter/Krumwiede/Heinrich-Wilhelm (Hg.) Politisches Lexikon Lateinamerika. München 1992. S.77.

68 Werz, Nikolaus: Lateinamerika. Eine politische Landeskunde. Baden-Baden 2013. S. 150.

69 Rinke, Stefan: Das politische System Chiles. In: Stüwe, Klaus/Rinke, Stefan (Hg.): Die politischen Systeme in Nord- und Lateinamerika. Wiesbaden 2008. S. 141.

70 ebd.

71 Vgl. Fernandez-Baeza/Nohlen, Dieter: Chile. In: Waldmann, Peter/Krumwiede/Heinrich-Wilhelm (Hg.) Politisches Lexikon Lateinamerika. München 1992. S.74f.

72 Fernandez-Baeza/Nohlen, Dieter: Chile. In: Waldmann, Peter/Krumwiede/Heinrich-Wilhelm (Hg.) Politisches Lexikon Lateinamerika. München 1992. S.81.

73 ebd.

74 Weiss, Sandra: Wo Katzen (fast) Bürgermeister werden. Die neuen Mittelschichten in Lateiname- rika. In: http://www.ipg-journal.de/kolumne/artikel/wo-katzen-fast-buergermeister-werden/ (24.08.2014)

75 Thibaut, Bernhard: Soziale Entwicklung und Demokratie in Lateinamerika zu Beginn der neunziger Jahre. In: Junker, Detlef/Nohlen, Dieter, Sangmeister, Hartmut (Hg.): Lateinamerika am Ende des 20. Jahrhunderts. München 1994. S. 128.

76 Fischer, Karin: Chile: Vom neoliberalen Pionier zum Vorzeigemodell für Wachstum mit sozialem Ausgleich? In: Lateinamerika Analysen 17,2/2007. S. 160f.

77 Friedmann, Reinhard: Chile unter Pinochet. Das autoritäre Experiment. Freiburg 1990. S. 106.

78 Vgl. ebd. S. 107.

79 Friedmann, Reinhard: Chile unter Pinochet. Das autoritäre Experiment. Freiburg 1990. S. 66.

80 Berger, Herbert: Die Gewalt des Neoliberalismus. Chile: Die Abwahl der Mitte - Neoliberalismus versus Kosmovision. In: Gabriel, Leo/Berger, Herbert: Lateinamerikas Demokratien im Um- bruch. Wien 2010. S. 10.

81 Vgl. Schmalz, Stefan: Brasilien in der Weltwirtschaft. Münster 2008. S. 62ff.

82 ebd. S. 66.

83 ebd. S. 68.

84 Werz, Nikolaus: Lateinamerika. Eine politische Landeskunde. Baden-Baden 2013. S. 148.

85 Pfirter, Dieter: Bundesstaat Brasilien. Historische, juristische und territoriale Entwicklung. Baden- Baden 1990. S. 94.

86 Vgl. ebd. S. 97.

87 Vgl. Weise, Herbert: Brasilien. Wirtschaftliche Grundlagen und Perspektiven. Bremen 1987. S. 165.

88 Vgl. Busch, Alexander: Wirtschaftsmacht Brasilien. Der grüne Riese erwacht. Bonn 2010. S. 24

89 Wolff, Jonas: Turbulente Stabilität. Die Demokratie in Südamerika diesseits ferner Ideale. Baden- Baden 2008. S. 106.

90 Fernandez Beaza, Mario: Der Wandel des politischen Systems in Chile seit 1990. In: Hofmeister, Wilhelm/ Thesing, Josef (Hg.): Der Wandel politischer Systeme in Lateinamerika. Frankfurt am Main 1996. S.189.

91 Alle Daten aus: ebd. S.188.

92 Berger, Herbert: Die Gewalt des Neoliberalismus. Chile: Die Abwahl der Mitte - Neoliberalismus versus Kosmovision. In: Gabriel, Leo/ Berger, Herbert: Lateinamerikas Demokratien im Um- bruch. Wien 2010. S.27.

93 ebd. S.29.

94 Gobierno de Chile: Casen 2009. Encuesta de Caracterizatión Socioeconómica Nacional. In: http://www.ministeriodesarrollosocial.gob.cl/casen2009/RESULTADOS_CASEN_2009.pdf (01.09.2014) beträgt 52,1 (100=totale Ungleichheit, 0=totale Gleichheit).

95 Damit liegt Chile selbst

95 Vgl. World Bank: Gini index. In: http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.GINI (25.08.2014)

96 Barozet, Emmanuelle/Fierro, Jaime: Die Mittelschicht in Chile. Merkmale und Entwicklungen 1990- 2011. In: Konrad Adenauer Stiftung (Hg.): KAS Auslandsinformation 12/2011. S.33.

97 Vgl. ebd.

98 Fischer, Karin/Leubolt, Bernhard: Auf dem Weg zu mehr Gleichheit? Sozialpolitik in Brasilien und Chile nach dem „Linksruck“. In: Momentum. Zeitschrift für sozialen Fortschritt Vol. 1, No.1.

99 Fischer, Karin: Chile: Vom neoliberalen Pionier zum Vorzeigemodell für Wachstum mit sozialem Ausgleich? In: Lateinamerika Analysen 17,2/2007. S. 168.

100 Schmalz, Stefan: Brasilien in der Weltwirtschaft. Die Regierung Lula und die neue Süd-Süd-Koope- ration. Baden-Baden 2008. S. 96.

101 Busch, Alexander: Wirtschaftsmacht Brasilien. Der grüne Rise erwacht. S. 24.

102 Schmalz, Stefan: Brasilien in der Weltwirtschaft. Die Regierung Lula und die neue Süd-Süd-Koope- ration. Baden-Baden 2008. S. 96.

103 Vgl. ebd. S. 96.

104 O’Dougherty, Maureen: The Devalued State and Nation. Neoliberalism and the Moral Economy Discourse of the Brazilian Middle Class 1986-1994. In: Latin American Perspectives 25:1. 1998. S. 153.

105 Vgl. Schmalz, Stefan: Brasilien in der Weltwirtschaft. Die Regierung Lula und die neue Süd-Süd- Kooperation. Baden-Baden 2008. S. 97.

106 Lingenthal, Lukas/ Schotte, Simone: Brasiliens Mittelklasse wächst - was sind die politischen Fol- gen? In: Konrad Adenauer Stiftung (Hg.): http://www.kas.de/brasilien/de/publications/33999/ (25.08.2014)

107 Vgl. Schmalz, Stefan: Brasilien in der Weltwirtschaft. Die Regierung Lula und die neue Süd-Süd- Kooperation. Baden-Baden 2008. S. 98.

108 World Bank: Latin America: Middle Class hits Historic High. In: http://www.world- bank.org/en/news/feature/2012/11/13/crecimiento-clase-media-america-latina

109 Vgl. Lingenthal, Lukas/Schotte, Simone: Brasiliens Mittelklasse wächst - was sind die politischen Folgen? In: Konrad Adenauer Stiftung (Hg.): http://www.kas.de/brasilien/de/publica- tions/33999/ (25.08.2014)

110 Weiss, Sandra: Wo Katzen (fast) Bürgermeister werden. In: http://www.ipg-journal.de/kolumne/ar- tikel/wo-katzen-fast-buergermeister-werden/ (26.08.2014)

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Politisches Verhalten der Mittelschichten in Chile und Brasilien. Unterstützer von Demokratie?
Untertitel
Ein Vergleich
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Politik)
Veranstaltung
Mittelschichten in Iberoamerika
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
36
Katalognummer
V310172
ISBN (eBook)
9783668085510
ISBN (Buch)
9783668085527
Dateigröße
863 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelschichten, Lateinamerika, Sotello, Chile, Brasilien, Chicago Boys, Proteste, politisches Verhalten, vergleich
Arbeit zitieren
Erik Sabas (Autor), 2014, Politisches Verhalten der Mittelschichten in Chile und Brasilien. Unterstützer von Demokratie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310172

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