Das Konsumverhalten und die Verschuldung der Generation Y

Gelangen junge Erwachsene in den Jahren 2002 bis 2014 häufiger in eine Verschuldung? Welche Konsequenzen zieht das nach sich?


Hausarbeit, 2015

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Konsumverhalten der Generation Y
2.1 Definition: Generation Y
2.2 Definition: Konsumverhalten
2.3 Warum geben junge Erwachsene überwiegend das Geld aus?

3 Mögliche Einflussfaktoren
3.1 Werbung
3.2 Freunde/Gruppenzwang (Dazugehörigkeit in einer Peer Group)
3.2.1 Definition Peer Group
3.2.2 Kennzeichnung und Entwicklungspsychologische Bedingungsfaktoren des Einflusses der Gleichaltrigen auf das Konsumverhalten von jungen Erwachsenen

4 Wofür geben junge Erwachsene überwiegend das Geld aus?

5 Sparen - Verschulden? Welcher Trend ist sichtbar?

6 Wie können Jugendliche ihre Schulden los werden?

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Junge Erdenbürger, bei denen das Leben gerade erst anfängt, werden schnell von der Wirtschaft vereinnahmt. Der Konsum von Gütern wird heutzutage durch das Internet vereinfacht und beschleunigt. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn Jugendliche dem Kaufrausch verfallen. Durch die Werbeflut, der man sich kaum entziehen kann, werden die Jugendlichen schnell beeinflusst und wollen stets die neuste Technik, die gerade auf dem Markt angesagt ist, oder die neuen modischen Kleider. Sieht so die Realität aus? Diese Ausarbeitung soll sich damit auseinandersetzen, wie die Generation Y mit dem Geld umgeht.

Gelangen junge Erwachsene in den Jahren 2002 bis 2014 häufiger in eine Verschuldung? Welche Konsequenzen zieht das nach sich?

Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff der Generation Y und dessen Konsumverhalten. Anschließend sollen mögliche Einflussfaktoren näher erörtert werden. Hierzu gehören z.B. die Werbung oder die Dazugehörigkeit in einer Peer Group. Infolgedessen ist es interessant zu wissen, wofür junge Erwachsene das Geld ausgeben und ob sie eher dazu geneigt sind, das Geld anzusparen oder sich zu verschulden. Welcher Trend macht sich in den Jahren von 1990 bis 2014 sichtbar? Den Abschluss sollen mögliche Entschuldungsstrategien bilden, um Jugendlichen helfen zu können, die in eine Verschuldung geraten sind und gerne aus der misslichen Situation heraus möchten, sowie das Fazit.

In der vorliegenden Arbeit wird die Generation Y auch als junge Erwachsene sowie Jugendliche bezeichnet, da es nur einen groben Zeitpunkt des Geburtsjahres für die Generation Y gibt. Die meisten Studien beziehen sich auf das Alter von 15 bis 25 Jahren. Die Zeitspanne von 2002 bis 2014 ist bewusst gewählt worden, da viele Befragungen aus dem Jahr 2002 stammen, bis hin zur aktuellsten Studie aus dem Jahr 2014.

2 Konsumverhalten der Generation Y

2.1 Definition: Generation Y

Der Begriff Generation Y wird weltweit eingesetzt, aber die Definitionen zwischen den einzelnen Generationen der zugehörigen Geburtsjahre sind oft unterschiedlich. Lexikon Gründerszene sieht die Generation Y in den Jahrgängen von 1980-1995.1 „Der Begriff GENERATION Y (Y steht für das englische Wort „why“) wurde 1993 in der Fachzeitschrift Ad Age zum ersten Mal verwendet und bezieht sich auf junge Menschen, die zwischen 1975 und 1990 geboren sind. [...] Wobei die Abgrenzung von Lektüre zu Lektüre variiert.“2 Eine genaue und internationale Einteilung gibt es nicht. Letztendlich ist jedoch die grobe Entscheidung zwischen den einzelnen Genrationen von Bedeutung.

2.2 Definition: Konsumverhalten

Unter Konsum werden „sämtliche Aktivitäten von Einzelpersonen oder privaten Haus- halten verstanden, die auf die Entnahme von Gütern oder Dienstleistungen aus dem Markt gerichtet sind. [...] Soziologisch gesehen, ist Konsum soziales Handeln mit umfassenden gesellschaftlichen und individuellen Funktionen.“3 „Das Käuferverhalten umfasst das Verhalten von Nachfragern beim Kauf, Ge- und Verbrauch von wirtschaftlichen Gütern bzw. Leistungen. Hiervon abzugrenzen und enger gefasst ist das Konsumentenverhalten, welches sich auf das Verhalten von Endverbrauchern beim Kauf und Konsum von wirtschaftlichen Gütern bzw. Leistungen bezieht.“4

2.3 Warum geben junge Erwachsene überwiegend das Geld aus?

Nachdem nun die Verbraucher und das Konsumverhalten definiert worden sind, sollen die Ursachen, warum junge Erwachsene überwiegend das Geld ausgeben, geklärt werden. Ein bekanntes Sprichwort heißt: „Sehen und gesehen werden“. Nach diesem Sprichwort zu urteilen, kann gesagt sein, dass viele Jugendliche auf ihr Äußeres viel Wert geben. Akzeptanz von Freunden, Kameraden und Kollegen kann für viele Leute eine große Bedeutung haben. Die Zeitschrift „Was geht?“ beschreibt dieses so: „Hinter der Prioritätensetzung („Sehen und gesehen werden“) steht vor allem das Bedürfnis, in der Gruppe akzeptiert und respektiert zu werden, sowie das Bedürfnis, herauszustechen und als charismatisch zu gelten. Das daraus resultierende Konsumverhalten wird in der Soziologie „demonstratives Konsumverhalten“ genannt.“5

Unter „demonstratives Konsumverhalten“ wird ein Kauf- und Konsumverhalten verstanden, das in erster Linie das soziale Bedürfnis nach Liebe, Zuneigung und sozialer Anerkennung zu befriedigen sucht.6

Des Weiteren muss erwähnt werden, dass viele Jugendliche einen falschen Umgang mit ihren Ersparnissen aufweisen. Einer Studie zur Folge, gaben 40% der Befragten, im Alter zwischen 15 und 24 Jahren an, ineffizient zu handeln und ihre gesamten Ersparnisse oder sogar noch mehr für Konsumzwecke auszugeben.7 Davon sind insbesondere Studierende betroffen, da ihre Einkünfte oft sehr gering sind und somit kein Geld zum Sparen bleibt.

Nach der Betrachtung, warum junge Erwachsene ihr Geld ausgeben, stellt sich die Frage, woher der Ursprung stammt? Welche Einflussfaktoren spielen eine Rolle? Dieses Problem soll im folgenden Kapitel erläutert werden.

3 Mögliche Einflussfaktoren

Wie schon oben erwähnt, spielen hierfür mehrere Einflussfaktoren eine entscheidende Rolle. In diesem Kapitel sollen die Werbung und die Peer-Group der Jugendlichen näher untersucht werden. Diese sind zwar nicht allein ausschlaggebend, doch gehören sie nach Auffassung des Autors zu den am häufigsten vorkommenden Ursachen.

3.1 Werbung

Das vorliegende Kapitel befasst sich mit den möglichen Einflussfaktoren, die den jungen Erwachsenen dazu bewegen soll, ihre Ersparnisse für verschiedenste Konsumgüter auszugeben. Ein große Rolle könnte die Werbung spielen. Die Deutschen werden nahezu überflutet von Werbeblöcken, Werbespots oder Ähnlichem. „Ein geeignetes Strukturierungsraster für die nachfolgenden theoretischen Erörterungen bildet zunächst die bekannte LASSWELL-Formel8:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darauf aufbauend ist festzustellen, daß die uns interessierenden Kommunikatoren hauptsächlich wirtschaftliche Organisationen sind. Sie senden Konsuminformationen vornehmlich über audio-visuelle Medien (Fernsehen, Hörfunk, Film) und Printmedien (Zeitungen, Zeitschriften) an Kinder und Jugendliche, um damit deren (mentale) Dispositionen (Konsumkenntnisse, - einstellungen, -interessen) und (offenes) Verhalten (Kauf) zu beeinflussen.“9

Aufgrund der umfangreichen Informationen, kann auf die Werbung nur kurz eingegangen und grob dargestellt werden. Die Generation Y ist mit der modernen Technik aufgewachsen und sehr vertraut. Da ein Leben ohne Fernsehen, Smartphone und Tablet für die meisten Menschen vermutlich nicht mehr vorzustellen ist, kann daraus zu schließen sein, dass die Werbung, die besonders an Jugendliche und jungen Erwachsenen gerichtet ist, oft, vielleicht sogar unbewusst, besonders im Internet oder im Fernsehen zu finden ist. Auch soziale Netzwerke, wie z.B. Facebook, können ebenso eine gute Plattform sein, um viele Menschen mit der Werbung zu erreichen.

Richard Roth beschreibt die Bedeutung der Massenmedien folgenderweise in seinem Buch: „Die funktionale Bedeutung der Massenmedien im Konsumkontext ist darin zu sehen, daß sie dem Publikum mit Hilfe von Symbolen, Zeichen und natürlichen Personen (Kommentatoren, Sängern, etc.) konsumrelevante Informationen vermitteln. Diese Informationsfunktion umfaßt einen technisch-instrumentellen Aspekt (Demonstration des Umgangs mit Konsumprodukten) und einen reflexiven Aspekt. Der zweite Gesichtspunkt bedeutet, daß ein Rezipient massenkommunikativer Botschaften weiß, „daß nicht nur er, sondern auch andere diese Aussage rezipiert haben oder haben können; jeder weiß also, was die anderen wissen können oder sogar: daß sie wissen können, daß er weiß, was sie wissen.““10

Es wird ein großes Budget in die Werbung gesteckt, besonders in den Medien, da laut einigen Studien die jungen Erwachsenen mindestens einmal pro Tag im Netzwerk sind. „Zwei Drittel der 20 bis 29-Jährigen sind laut der Onlinestudie 2012 von ARD und ZDF mindestens einmal am Tag in ihrem Netzwerk unterwegs. Im Schnitt verbringen sie 62 Minuten täglich auf Facebook - dazu kommt die Zeit auf anderen Plattformen wie Youtube, Wikipedia oder Blogs.“11 Eine exzellente Möglichkeit, auf solchen Plattformen Werbungen zu schalten, da, wie bereits erwähnt, zwei drittel der Generation Y jeden Tag online unterwegs sind. Es lässt vermuten, dass die jüngere Generation (Z) das

Netzwerk noch intensiver nutzt. Die Vermutung geht aufgrund der Vielzahl an

verbreiteten Smartphones, selbst bei den Grundschulkindern, hervor. Ist da nur die Werbung der Einflussfaktor oder spielen da die Freunde oder die Dazugehörigkeit in einer Gruppe auch eine mögliche Rolle?

3.2 Freunde/Gruppenzwang (Dazugehörigkeit in einer Peer Group)

3.2.1 Definition Peer Group

Ich halte es für sinnvoll, in diesem Kapitel vorerst eine Definition aufzuführen, bevor die weiteren Aspekte untersucht und aufgeführt werden. Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert die Bezeichnung Peer Group so: „soziale Gruppe von gleichaltrigen Jugendlichen, in der das Individuum soziale Orientierung sucht und die ihm als Bezugsgruppe dient. Peer Groups haben eigene Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen. Diese sind geprägt durch Unabhängigkeit von den Werten und Erwartungen der Erwachsenen. Peer Groups weisen jedoch eine starke Konformität gegenüber den Verhaltensnormen der eigenen Gruppe aus und akzeptieren die Führungsrolle von Meinungsführern. Die Zugehörigkeit zu Peer Groups bestimmt entscheidend das Konsumverhalten der Jugendlichen.“12

3.2.2 Kennzeichnung und Entwicklungspsychologische Bedingungsfaktoren des Einflusses der Gleichaltrigen auf das Konsumverhalten von jungen Erwachsenen

Richard Roth unterteilt die Peer-Gruppen-Beziehungen in drei Bereiche. Es ist eine von vielen Möglichkeiten, die Gruppen in folgenderweise zu kennzeichnen.

- relativ lose, informelle Gruppen (Cliquen in der Schule, Straße und Nachbarschaft),
- Gruppen in Institutionen und Vereinigungen (Sport-, Jugendclubs),
- klar abgegrenzte und definierte Freundschaftsbeziehungen.13

„Die Peers werden zu Orientierungspunkten für Vergleiche und Beurteilungsprozesse des Heranwachsenden im Hinblick darauf, was der andere an Konsumgüter besitzt, wie er damit umgeht und welche Wirkungen er damit erzielt. Die Peers sind somit eine Quelle von Informationen über eine breite Palette verschiedener Konsumprodukte und damit verbundener Verhaltensmodi.“14 Dadurch wird an Status gewonnen, wodurch auch der soziale Wert an Bedeutung zunimmt. Somit wächst die normative Kraft der Gleichaltrigen zur Beeinflussung von Konsumverhaltensmustern, die dem Jugend-

[...]


1 Vgl. Lexikon Gründerszene

2 Dr. Steffi Burkhart (2014), S. 3

3 Schneider 2000, S. 11f

4 Gabler Wirtschaftslexikon

5 Vgl. Zeitschrift „Was geht?“. Markenbewusstsein und Konsumverhalten von Jugendlichen, S. 2

6 Vgl. Lange (2004), S. 126

7 Lange (2004), S. 83f. 850 Jugendliche Befragte im Alter von 15-24 Jahren

8 Lasswell (1963), S. 117

9 Roth (1983), S. 269

10 Roth (1983), S. 271

11 impulse

12 Gabler Wirtschaftslexikon

13 Vgl. Roth (1983), S. 245f

14 Roth (1983), S. 250

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Konsumverhalten und die Verschuldung der Generation Y
Untertitel
Gelangen junge Erwachsene in den Jahren 2002 bis 2014 häufiger in eine Verschuldung? Welche Konsequenzen zieht das nach sich?
Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V310214
ISBN (eBook)
9783668084766
ISBN (Buch)
9783668084773
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konsumverhalten, verschuldung, generation, gelangen, erwachsene, jahren, welche, konsequenzen
Arbeit zitieren
Stefan Günter (Autor), 2015, Das Konsumverhalten und die Verschuldung der Generation Y, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310214

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