Ich habe mir zur Bearbeitung das Thema der Frauenmystik gewählt, weil ich denke, dass dies eine wichtige Zeit für die Frauen war. Die Frauen suchten während dieses Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs nach neuen Zielen und Lebensinhalten.
Ich habe die einzelnen Bereiche, wie oben genannt, in dieser Reihenfolge bearbeitet, weil ich zu erst erklären möchte, was Mystik bedeutet und wie die Frauen damit in Berührung gekommen sind. Außerdem werde ich im zweiten Punkt darstellen, was für Motive es für die Frauen gab, sich mit der Mystik und der Religion zu beschäftigen und warum die Frauen ins Kloster eingetreten sind.
Ein weiterer Punkt, der auch im Referat angesprochen wurde, ist die Bildung der Frauen und woher diese Bildung kam. Ich nenne diesen Punkt mit Absicht „Die Bildung im Kloster“, da sich nicht nur die Frauen, sondern auch die Kinder und Mönche im Kloster gebildet haben. Zum Abschluss der Arbeit werde ich das Leben einiger Mystikerinnen näher beschreiben. Dazu habe ich mir die wichtigsten Vertreterinnen herausgesucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Mystik im Mittelalter
3. Die Frauenmystik
3.1. Die Motive für den Eintritt ins Kloster
3.2. Die Erscheinungsformen der Mystik
3.3. Die Beginen
4. Die Bildung im Kloster
4.1. Die Mittel des Wirkens
5. Die Vertreterinnen
5.1. Hildegard von Bingen
5.2. Elisabeth von Schönau
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Rolle und Bedeutung der Frauenmystik im Mittelalter zu untersuchen und aufzuzeigen, wie Frauen in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs durch religiöse Lebensformen neue Wege der Selbstbestimmung und Bildung suchten.
- Entwicklung und Bedeutung der Frauenmystik im Hochmittelalter
- Motive für den klösterlichen Eintritt und die Flucht aus gesellschaftlichen Zwängen
- Die Rolle der Bildung und der verschiedenen Wirkmittel mystischer Frauen
- Besondere Lebensformen am Beispiel der Beginen
- Biografische Skizzen bedeutender Mystikerinnen (Hildegard von Bingen, Elisabeth von Schönau)
Auszug aus dem Buch
3.2. Die Erscheinungsformen der Mystik
Die typische Phänomene, welche bei den Mystikerinnen auftraten, waren: Ekstasen, Trancen, Visionen, Erscheinungen und Tränengabe, welche auch als Zeichen der Heiligkeit galten. Der Autor und Bischof Jakosbus von Vitriaco (1180-1254) schreibt dazu an den Bischof von Toulouse: „Du hast auch einige Frauen gesehen, die in so besonderer und wunderbarer Liebesergriffenheit zu Gott aufgehen, daß sie vor Verlangen krank wurden und sich durch viele Jahre nur selten vom Bett erheben konnten. [...] Um wie vieles sie im Geister gestärkt wurden, um so vieles wurden sie am Leib geschwächt. [...] Die eine aber empfing eine so große Gabe der Tränen, daß, sooft Gott in ihrem Denken war, der Tränenstrom von Andacht aus ihren Augen floß, so daß an den Wangen Tränenspuren durch das häufige Herabfließen erschienen. [...] Die anderen aber wurden von solcher Geistestrunkenheit aus sich entrafft, daß sie in jener heiligen Stille fast den ganzen Tag über ruhten, solange, der König an seinem Tafelplatz war und sie weder Wort noch Sinn für irgendein Äußeres hatten. Der Friede Gottes überwältigte und begrub ihre Sinne nämlich so, daß sie bei keinem Geschrei aufwachen konnten und sie überhaupt keine körperliche Verletzung, sogar wenn sie heftig gestoßen wurden, spürten. [...]“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt die Motivation für das Thema dar und erläutert die gewählte Struktur der Arbeit, die von der Definition der Mystik bis hin zur Vorstellung bedeutender Mystikerinnen reicht.
2. Die Mystik im Mittelalter: Dieses Kapitel definiert die Mystik des 12. und 13. Jahrhunderts als „Erlebnismystik“ und beschreibt ihren Kontext in einer Zeit des emotionalen und religiösen Wandels.
3. Die Frauenmystik: Es wird die historische Entstehung der Frauenmystik seit dem Frühmittelalter sowie deren zunehmende Institutionalisierung im 12. und 13. Jahrhundert nachgezeichnet.
3.1. Die Motive für den Eintritt ins Kloster: Hier werden soziale und gesellschaftliche Gründe wie die Flucht vor der Ehe oder das Streben nach Bildung als Antrieb für den Eintritt in Frauenkonvente analysiert.
3.2. Die Erscheinungsformen der Mystik: Dieses Kapitel thematisiert phänomenologische Aspekte wie Visionen, Ekstasen und Tränengabe sowie die besondere Sprachwahl der Mystikerinnen.
3.3. Die Beginen: Die religiöse Laienbewegung der Beginen wird als alternative Lebensform zum Klosterleben vorgestellt, die durch Armut, Keuschheit und soziale Tätigkeiten gekennzeichnet war.
4. Die Bildung im Kloster: Es wird untersucht, wie Klöster als Bildungszentren fungierten und welches Wissen (Latein, Medizin, Theologie) den Frauen dort zugänglich gemacht wurde.
4.1. Die Mittel des Wirkens: Die Autorin kategorisiert verschiedene Methoden, mit denen Mystikerinnen Einfluss ausübten, wie Gebet, Briefwechsel und Konventgründungen.
5. Die Vertreterinnen: Dieses Kapitel widmet sich den Biografien und spirituellen Erfahrungen von Hildegard von Bingen und Elisabeth von Schönau.
5.1. Hildegard von Bingen: Detaillierte Betrachtung des visionären Lebens und Wirkens der bedeutenden Äbtissin und Gelehrten.
5.2. Elisabeth von Schönau: Darstellung der spirituellen Krisen und visionären Schriften von Elisabeth von Schönau unter dem Einfluss von Hildegard von Bingen.
6. Fazit: Eine abschließende Reflexion darüber, wie die Frauenmystik zur Emanzipation und zur individuellen Selbstbestimmung der Frau im Mittelalter beigetragen hat.
Schlüsselwörter
Frauenmystik, Mittelalter, Kloster, Äbtissin, Visionen, Bildung, Hildegard von Bingen, Elisabeth von Schönau, Beginen, Religiosität, Emanzipation, Selbstbestimmung, Frömmigkeit, Konvent.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Bewegung der Frauenmystik im Mittelalter, deren soziale Wurzeln und der Bedeutung für die Lebensentwürfe von Frauen in dieser Zeit.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den zentralen Themen gehören die klösterliche Bildung, die verschiedenen Lebensformen von Mystikerinnen und Beginen sowie die Motive der Frauen für ihre religiöse Hingabe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mystik den Frauen im Mittelalter neue Freiräume für Bildung und eine eigene Identität abseits gesellschaftlicher Konventionen eröffnete.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung historischer Quellen und Briefe bedeutender Mystikerinnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Eintrittsmotiven, der phänomenologischen Erscheinung von Mystik, alternativen Lebensmodellen wie dem Beginenwesen und der Rolle von Bildung in Klöstern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Frauenmystik, Selbstbestimmung, Konventbildung, Visionen und Bildung im Mittelalter.
Welchen Einfluss hatte die körperliche Verfassung auf die Visionen der Mystikerinnen?
Die Arbeit beschreibt, dass Visionen oft von physischen Leiden begleitet wurden, die von Zeitgenossen als "Strafen" oder göttliche Zeichen gedeutet wurden, wenn sich die Frauen gegen die Offenbarung ihrer Visionen sträubten.
Warum war der Übergang zur eigenen Muttersprache für Mystikerinnen so bedeutsam?
Im Gegensatz zu den Männern, die zumeist Latein nutzten, drückten sich Mystikerinnen in ihrer Muttersprache aus, was ihren Erlebnissen einen persönlicheren und unmittelbaren Charakter verlieh.
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- Yvonne Rodenberg (Author), 2005, Die Frauenmystik im Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31028