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Vaterhass oder Vaterliebe? Der innere Konflikt Karl Duscheks in Franz Werfels "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig"

Titel: Vaterhass oder Vaterliebe? Der innere Konflikt Karl Duscheks in Franz Werfels "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 42 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Moderne Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Gefühlskonflikt des Sohnes Karl Duschek gegenüber seinem Vater in der Novelle "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig" von Franz Werfel.
Es soll untersucht werden, worin der Zwiespalt von Liebe und Hass gegenüber dem Vater begründet ist.

Dazu wird der Novellentext in Hinblick auf mehrere Einzelaspekte befragt, die Aufschluss über den zentralen Vater-Sohn-Konflikt geben können. Zunächst wird dafür im zweiten Kapitel eine Charakteristik des Vaters angefertigt, um die Ausgangssituation zu verdeutlichen und das Bild des Sohnes vom Vater darzustellen. Anschließend wird die innere Zerrissenheit Karls genauer betrachtet werden.

In Kapitel 3.1 sollen dafür die Rolle des Vaters zwischen Vorgesetztem und Familienvater und die damit einhergehenden Gefühle Karls untersucht werden. Danach folgt eine Auseinandersetzung mit dem Machtkampf zwischen Vater und Sohn. In welchem Zusammenhang Karls widersprüchliche Bestrebungen nach Versöhnung und Kampf mit dem Vater mit dessen Verhalten stehen, soll in Kapitel 3.3 geklärt werden. Abschließend wird näher erläutert, inwiefern sich der Sohn von seinem Vater abgrenzt, ihn aber auch nachahmt und welche Schlüsse daraus für Hass und Liebe gegenüber dem General gezogen werden können.

Da Franz Werfels Novelle der expressionistischen Bewegung zugeordnet werden kann, innerhalb derer der Vater-Sohn-Konflikt ein viel bearbeitetes Motiv darstellt, soll in Kapitel 4 das literarische Motiv im zeitlichen Kontext untersucht werden, um Rückschlüsse auf den Untersuchungsschwerpunkt dieser Arbeit ziehen zu können. Abschließend sollen im Fazit die gewonnen Erkenntnisse gebündelt und die Fragestellung beantwortet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Charakteristik des Vaters

3 Ambivalenz der Gefühle Karl Duscheks - Hass oder Liebe?

3.1 Der Vater als Vorgesetzter

3.2 Das Spiel mit der Macht

3.3 Karls Ziel: Kampf oder Versöhnung mit dem Vater?

3.4 Der Sohn zwischen Abgrenzung und Nachahmung

4 Der Vater-Son-Konflikt als literarisches Motiv des Expressionismus

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert den komplexen Gefühlskonflikt des Sohnes Karl Duschek gegenüber seinem Vater in Franz Werfels Novelle "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig". Ziel ist es, die Ursachen für den tiefen Zwiespalt zwischen Hass, Angst und einer existentiellen Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung aufzudecken sowie die Rolle des Vaters als Vorgesetzter und Repräsentant einer autoritären Weltordnung kritisch zu hinterfragen.

  • Charakterisierung des autoritären Vaters und dessen militärischer Rollenprägung
  • Analyse der Ambivalenz in Karl Duscheks Gefühlswelt (Hass vs. Liebe)
  • Untersuchung des Machtkampfes und der vergeblichen Suche nach Versöhnung
  • Kontextualisierung des Vater-Sohn-Konflikts als zentrales Motiv im Expressionismus

Auszug aus dem Buch

Der Vater als Vorgesetzter

Wie in der vorangegangenen Charakterisierung des Vaters bereits festgehalten wurde, versteht dieser seine Vaterrolle gänzlich hinsichtlich der militärischen Vorbildfunktion und nimmt innerhalb dieser die Position eines Vorgesetzten ein (vgl. ebd., S. 99). Als Knabe verbindet Karl jun. damit vor allem Gefühle der Angst und Unterdrückung sowie den Wunsch nach Lob und Anerkennung.

Denn ich mußte Punkt halb elf in der Bataillonskanzlei vor meinem Vater stehen, der mich mit dienstlich verächtlichem Blicke maß und anfuhr: ‚Korporal, wie stehn Sie da?‘ Das wiederholte sich jedesmal. Meine Knie schlotterten dann, und mit Anspannung aller Kräfte nahm ich strammer Stellung. […] Niemals ein Lob, immer aber flogen mir Kommißschimpfworte an den Kopf (FW, S. 6; Auslassung: TMK).

So wenig wie der Vater als Privatperson agiert, so wenig darf der kleine Karl Kind sein. Am Mittagstisch empfindet der Sohn jede Unterhaltung als Prüfung seines Wissens und seiner Fähigkeiten (FW, S. 8). Deshalb ist er maßlos überrascht, als der Vater dieses Muster aufbricht und sich nach einem erfolgreichen Manöver nach seinen Ferien erkundigt (vgl. FW, S. 10). Insgesamt stellt sich der Junge eher als ängstlich als den Vater hassend dar. Wie stark seine Liebe den Hass unterdrückt, zeigt sich im Anblick des Vaters in ziviler Kleidung, bei dem er „[e]ine ungeheure Welle von Wärme und Mitleid für ihn“ (FW, S. 14) in sich aufsteigen fühlt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Vater-Sohn-Konflikts in Franz Werfels Novelle ein und skizziert das methodische Vorgehen der Untersuchung.

2 Charakteristik des Vaters: Dieses Kapitel zeichnet das Bild des Vaters als leidenschaftlicher Militär, dessen gesamtes Auftreten von militärischer Etikette, Disziplin und strengen Hierarchien geprägt ist.

3 Ambivalenz der Gefühle Karl Duscheks - Hass oder Liebe?: Hier wird der emotionale Zwiespalt des Sohnes beleuchtet, der zwischen dem Wunsch nach väterlicher Anerkennung und der Ablehnung der autoritären Rolle des Vaters schwankt.

3.1 Der Vater als Vorgesetzter: Dieser Abschnitt untersucht, wie der Vater durch seine militärische Vorgesetztenrolle Ängste und Minderwertigkeitsgefühle beim Sohn erzeugt.

3.2 Das Spiel mit der Macht: Der Fokus liegt auf dem ständigen Wechsel von Macht und Ohnmacht sowie dem Triumph und der Erniedrigung innerhalb der Vater-Sohn-Beziehung.

3.3 Karls Ziel: Kampf oder Versöhnung mit dem Vater?: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Versuche des Sohnes, durch Konfrontation oder Unterordnung eine Veränderung seines Status oder eine Versöhnung zu erreichen.

3.4 Der Sohn zwischen Abgrenzung und Nachahmung: Der Abschnitt deckt den Widerspruch auf, dass Karl einerseits die väterliche Welt ablehnt, andererseits jedoch in seinem Verhalten, seiner Kleidung und seinen Sehnsüchten unbewusst dem Vater nacheifert.

4 Der Vater-Sohn-Konflikt als literarisches Motiv des Expressionismus: Das Kapitel ordnet die Novelle in den historischen und literarischen Kontext des Expressionismus ein und beleuchtet das Motiv als Ausdruck eines gesellschaftlichen Generationenkonflikts.

5 Fazit: Das Fazit bündelt die Ergebnisse und stellt fest, dass die Auflehnung des Sohnes letztlich in einem Kreislauf mündet, in dem die Blutsverwandtschaft und die Wiederholung generationeller Muster die Loslösung erschweren.

Schlüsselwörter

Vater-Sohn-Konflikt, Franz Werfel, Expressionismus, Autorität, Macht, Ohnmacht, Generationenkonflikt, Identitätssuche, Ambivalenz, Entfremdung, Blutsverwandtschaft, Militär, Unterdrückung, Versöhnung, Rebellion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit untersucht den psychologischen und emotionalen Gefühlskonflikt des Sohnes Karl Duschek in Franz Werfels Novelle "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig" im Hinblick auf seine schwierige Beziehung zum Vater.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Charakterisierung des Vaters als Militär, die Ambivalenz der Gefühle des Sohnes (Hass vs. Liebe), Machtverhältnisse in der Familie sowie der Einfluss der expressionistischen Epoche auf das Motiv des Vater-Sohn-Konflikts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Gründe für den Zwiespalt des Sohnes zu ergründen und aufzuzeigen, wie sich der Wunsch nach Versöhnung mit dem Vater und der Drang zur Abgrenzung gegenseitig beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Novellentextes, gestützt auf fachspezifische Sekundärliteratur zur Charakterisierung, Motivgeschichte und werkanalytische Studien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Charakterisierung des Vaters, die detaillierte Analyse der Gefühlswelt des Sohnes, die Untersuchung des Machtgefüges sowie die kritische Betrachtung des Spannungsfeldes zwischen Abgrenzung und unbewusster Nachahmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Vater-Sohn-Konflikt, Macht, Ambivalenz, Identitätsbildung, militärische Erziehung und die thematische Einordnung in den literarischen Expressionismus.

Wie unterscheidet sich die "menschliche" Vaterrolle von der "militärischen"?

Der Text arbeitet heraus, dass Karl Liebe für den Vater empfindet, wenn dieser seine Schwächen zeigt oder als Privatperson auftritt. Sobald der Vater jedoch die militärische Rolle des "Generals" einnimmt, reagiert der Sohn mit Angst, Wut und Minderwertigkeitsgefühlen.

Warum gelingt dem Sohn trotz seiner Rebellion keine dauerhafte Befreiung?

Die Arbeit argumentiert, dass Karl die vom Vater vorgelebten Normen und Verhaltensmuster – trotz expliziter Ablehnung – verinnerlicht hat. Selbst in seiner Rebellion gegen den Vater übernimmt er oft dessen autoritäre Strukturen, was eine echte Loslösung verhindert.

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vaterhass oder Vaterliebe? Der innere Konflikt Karl Duscheks in Franz Werfels "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig"
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Prager deutsche Literatur
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
42
Katalognummer
V310330
ISBN (eBook)
9783668087231
ISBN (Buch)
9783668087248
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Germanistik Literatur Franz Werfel Expressionismus Vater-Sohn-Konflikt Prager deutsche Literatur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2014, Vaterhass oder Vaterliebe? Der innere Konflikt Karl Duscheks in Franz Werfels "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310330
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Leseprobe aus  42  Seiten
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