„Kirchen erzählen vom Glauben“ – so lautet der Name einer Projektgruppe des Gemeindekollegs der VELKD. Kirchen erzählen aber auch von Geschichte, Kunst und Kultur. Dies birgt ein enormes Potenzial für schulische Bildung.
Die Verknüpfungsmöglichkeiten mit dem Religionsunterricht sind offensichtlich, aber auch fächerübergreifende Chancen bietet ein Kirchenbesuch mit kirchenpädagogischer Gestaltung. Zunächst soll in Kapitel 2 das außerschulische Lernen vorgestellt werden, um anschließend die Kirche explizit als einen solchen außerschulischen Lernort präsentieren zu können.
Dafür wird das Phänomen „Kirche“ in Kapitel 3 definiert und in Kapitel 4 als außerschulischer Lernort für das Fach Religion legitimiert. Da Religions- und Kirchenpädagogik in diesem Zusammenhang notwendig zusammengehören, wird unter 5.1 kurz auf die Ursprünge der kirchenpädagogischen Strömung und ihren konzeptionellen Ansatz eingegangen. Abschließend erfolgt eine knappe Darstellung der Prinzipien der Kirchenpädagogik (5.2) sowie ihrer Ansätze und Methoden (5.3).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Außerschulisches Lernen
3 Begriff „Kirche“
4 Bedeutung der Kirche als außerschulischer Lernort
5 Kirchenpädagogik
5.1 Ursprünge und Konzept
5.2 Didaktische Prinzipien
5.3 Ansätze und Methoden
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Potenzial der Kirche als außerschulischer Lernort im Rahmen des Religionsunterrichts und beleuchtet das Konzept der Kirchenpädagogik als methodischen Ansatz zur ganzheitlichen Erschließung sakraler Räume.
- Grundlagen des außerschulischen Lernens in der Pädagogik
- Definition und Bedeutung des Kirchenraums für die schulische Bildung
- Entwicklung und Konzept der Kirchenpädagogik als Teildisziplin
- Didaktische Prinzipien für die Gestaltung von Kirchenbesuchen
- Methodenvielfalt in der kirchenpädagogischen Praxis
Auszug aus dem Buch
5.1 Ursprünge und Konzept
In den 1990er Jahren entwickelte sich die Kirchenpädagogik als Teildisziplin der Praktischen Theologie und findet seither vor allem in den Bereichen der Pastorallehre und der Religionspädagogik Anwendung (vgl. Rupp, 2008b, S. 10). Sie ist eng mit der Museumspädagogik verwandt und leitete sich davon ab. In beiden Disziplinen wird eine ganzheitliche, erfahrungsbezogene Erschließung eines Kunstwerkes, im Falle der Kirchenpädagogik eine originale Begegnung mit dem Kirchenraum, angestrebt (vgl. ebd., S. 14). Für die Entstehung und das immer größer werdende Interesse an der Kirchenpädagogik können vielfältige Gründe angeführt werden. Der ‚Traditionsabbruch‘ unserer säkularisierten Gesellschaft ist wohl einer der wichtigsten Faktoren. Traditionelle christliche Symbole können oftmals nicht mehr verstanden und gelesen werden, sind den Menschen ohne Hilfe nicht mehr zugänglich (vgl. ebd., S. 10).
Trotzdem zählen die Kirchen immer mehr Gäste. Oftmals sind Bildungsinteressen bezüglich der Architektur, Kunst und Geschichte die Motivation, aber auch die Bewunderung der Gestaltung und Wirkung der Kirchen als Erfahrungs- und Erlebnisräume zieht die Menschen an. Häufig ist ein Kirchenbesuch mit religiösen und spirituellen Wünschen oder der eigenen Biografie (Hochzeiten, Erinnerung an christliche Verwandte) verbunden (vgl. Neumann, 2003, S. 14 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz von Kirchen als Lernorte für die schulische Bildung und gibt einen Überblick über den inhaltlichen Aufbau der Arbeit.
2 Außerschulisches Lernen: Dieses Kapitel verortet das außerschulische Lernen in der reformpädagogischen Tradition und beschreibt dessen Ziele sowie Anforderungen an die Vor- und Nachbereitung.
3 Begriff „Kirche“: Es erfolgt eine sprachliche und inhaltliche Herleitung des Begriffs „Kirche“ sowie eine Darstellung der typischen baulichen und funktionalen Elemente eines Kirchenraums.
4 Bedeutung der Kirche als außerschulischer Lernort: Dieses Kapitel begründet die Legitimation der Kirche als Lernort für das Fach Religion unter Berücksichtigung historischer, ästhetischer und spiritueller Aspekte.
5 Kirchenpädagogik: Der Hauptteil erläutert die Entstehung der Kirchenpädagogik, ihre didaktischen Grundprinzipien und die verschiedenen methodischen Ansätze zur Erschließung des Kirchenraums.
Schlüsselwörter
Außerschulisches Lernen, Kirchenpädagogik, Religionsunterricht, Kirchenraum, Reformpädagogik, Sakrale Kunst, Didaktische Prinzipien, Ganzheitliches Lernen, Religionsdidaktik, Kirchenführung, Kompetenzentwicklung, Lebensweltbezug
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Nutzung von Kirchen als Lernorte außerhalb des klassischen Klassenraums für den Religionsunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte und Theorie des außerschulischen Lernens, die Definition des Kirchenraums sowie die kirchenpädagogischen Konzepte und Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Mehrwert des Kirchenbesuchs für die Schülerinnen und Schüler darzustellen und aufzuzeigen, wie Kirchenpädagogik als Vermittlungsinstanz fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Aufarbeitung didaktischer Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Lernorts, die Definition des Begriffs Kirche und die detaillierte Vorstellung kirchenpädagogischer Didaktik und Methoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kirchenpädagogik, Außerschulisches Lernen, Religionsunterricht und Ganzheitliche Erschließung geprägt.
Worin liegt der Unterschied zwischen einer herkömmlichen Kirchenführung und der Kirchenpädagogik?
Während herkömmliche Führungen oft auf einer reinen Wissensvermittlung von Daten und Fakten basieren, setzt die Kirchenpädagogik auf subjektive Aneignung, Sinnenhaftigkeit und Ganzheitlichkeit.
Welche Bedeutung haben die "didaktischen Prinzipien" bei einem Kirchenbesuch?
Sie dienen als Richtlinien für die Lehrkraft, um sicherzustellen, dass der Kirchenbesuch nicht nur ein passives Betrachten ist, sondern eine aktive Auseinandersetzung mit dem Raum und seiner Bedeutung ermöglicht.
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- Anonym (Author), 2014, Außerschulischer Lernort Kirche. Ein Einblick in das Konzept der Kirchenpädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310334