Slavoj Žižek gehört zu den wenigsten Denkern, die sich mit den verschiedensten philosophischen Bereichen auseinandersetzen. Gerade den Gesichtspunkt der heutigen medialen Welt, nimmt Zizek genauer unter die Lupe. Themen wie Cyberspace, den Anschlag vom 11. September, Religionen, oder Sex stehen in seinen Werken insbesondere im Fokus. Dabei beruht seine Philosophie auf früheren erworbenen Ergebnissen alter Philosophen wie Lacan oder Freud. Auch Slavoj Žižek stützt sich auf die Psychoanalyse oder den Deutschen Idealismus von Hegel in seinen Werken.
Im ersten Abschnitt meiner Seminararbeit werde ich eine kurze Biographie über Slavoj Žižek geben. Anschließend werde ich auf das triadische Modell von Žižek eingehen, dass sich aus dem Reale, dem Symbolischen und Realen zusammensetzt, Žižek eingehen.
Das nächste Kapitel definiert zunächst den Begriff des Phantasmas, welcher sich über das ganze Werk von Slavoj Žižek zieht.
Insbesondere werde ich in meiner Seminararbeit ein Hauptaugenmerk auf „Die 7 Schleiern der Phantasie“ legen. Dieses Kapitel wird mit Beispielen von Slavoj Zizek untermalt. Den Inhalt meiner Seminararbeit werde ich mit Zitaten auf Englisch aus dem Originalwerk von Slavoj Žižek “The Plague of Phantasie“ unterstützen.
Am Schluss folgt eine kurze Zusammenfassung.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 KURZE BIOGRAPHIE ÜBER SLAVOJ ŽIŽEK
3 DAS REALE, DAS SYMBOLISCHE, DAS IMAGINÄRE
3.1 Das Reale
3.2 Das Symbolische
3.3 Das Imaginäre
4 „DIE PEST DER PHANTASMEN“ VON SLAVOJ ZIZEK
4.1 Begriffsdefinition: Was sind „Phantasmen“?
4.2 „Die sieben Schleier der Phantasie“
4.3 Der transzendale Schematismus der Phantasie
4.4 Intersubjektivität
4.5 Der narrative Einschluss der Antagonismen
4.6 Nach dem Fall
4.7 Der unmögliche Blick
4.8 Die inhärente Überschreitung
4.9 Die leere Geste
5 SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Werk von Slavoj Žižek, insbesondere „Die Pest der Phantasmen“, mit dem Ziel, die psychologischen Konzepte des Realen, Symbolischen und Imaginären auf moderne mediale Phänomene anzuwenden und die Funktion von Phantasmen in der gesellschaftlichen Realitätswahrnehmung zu analysieren.
- Anwendung des triadischen Lacan-Modells (Reales, Symbolisches, Imaginäres) auf Medientheorie.
- Analyse des Begriffs „Phantasma“ und dessen Rolle bei der Konstruktion von Identität.
- Untersuchung der „sieben Schleier der Phantasie“ anhand gesellschaftlicher und kultureller Beispiele.
- Dekonstruktion von Ideologie durch Mechanismen wie Nichtidentifizierung und Überidentifikation.
- Darstellung der „leeren Geste“ als Mechanismus zur Aufrechterhaltung der symbolischen Ordnung.
Auszug aus dem Buch
4.3 Der transzendale Schematismus der Phantasie
Für Zizek ist Phantasie nicht einfach ein Begehren aus halluzinatorischer Sicht. Viel mehr beschreibt er Phantasie folgens: „Fantasy is similar to that of Kantian transcendental schematism: a fantasy constitutes our desire, provides its co-ordinates; that is, it literally teaches us how to desire“ . Um dieses Zitat näher zu erklären, geht er auf das Beispiel nach dem Verlangen eines Menschen nach einem Erdbeerkuchens ein. Dabei geht es in erster Linie bei der Phantasie nicht darum, dass man beispielsweise keinen Kuchen bekommt, und deshalb darüber phantasiert, sondern es geht um die Frage des Verlangens, bzw. der Begierde. Mit dem Zitat „How do i know that i desire a strawberry cake in first place?“ zeigt er auf, dass es darum geht, dass dieses Verlangen die Phantasie hervorruft. Dabei stützt er sich zusätzlich auf die Philosophie von Descartes, welche besagt, das die Phantasie zwischen der formalen symbolischen Struktur und der Positivität der Objekte, die wir in der Realität entdecken, vermittelt.
Auch erklärt Zizek die Phantasie anhand sexueller Beziehungen. Da es kein einheitliches „Schema“ für zwischenmenschliche Beziehungen gibt, muss jeder Mensch seine eigene Phantasie für das sexuelle Miteinander finden. Mit folgendem Zitat „...because of the lack of this universal formula, every subject has to invent fantasy of his or her own, a „private“ formula for the sexual relationship...“ umschreibt er den Mangel der universellen Formel für sexuelle Beziehungen, weshalb jeder Mensch sich seine eigene „private Formel“ finden muss um die Sexualität auszukosten. Diese entsteht für Zizek aus der Phantasie heraus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Philosophie Žižeks ein, betont den Einfluss Lacans und definiert die zentralen Begriffe sowie die methodische Ausrichtung der Arbeit.
2 KURZE BIOGRAPHIE ÜBER SLAVOJ ŽIŽEK: Dieses Kapitel zeichnet den akademischen Werdegang Žižeks nach und beleuchtet seine wichtigsten Werke und philosophischen Schwerpunkte.
3 DAS REALE, DAS SYMBOLISCHE, DAS IMAGINÄRE: Hier werden die drei Kernkategorien nach Lacan erläutert, die Žižeks theoretisches Fundament zur Analyse der menschlichen Psyche und Realität bilden.
4 „DIE PEST DER PHANTASMEN“ VON SLAVOJ ZIZEK: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert Žižeks Thesen zu Phantasmen, Ideologie und den sieben Schleiern der Phantasie anhand verschiedener kultureller und gesellschaftlicher Beispiele.
5 SCHLUSS: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und bekräftigt die zentrale Rolle der Phantasmen bei der Konstitution von Identität und gesellschaftlicher Ordnung.
Schlüsselwörter
Slavoj Žižek, Psychoanalyse, Jacques Lacan, Phantasmen, Ideologie, Das Reale, Das Symbolische, Das Imaginäre, Identität, Intersubjektivität, Begehren, leere Geste, Medien, Gesellschaft, Antagonismen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Werk „Die Pest der Phantasmen“ von Slavoj Žižek und untersucht, wie moderne Medien und gesellschaftliche Prozesse durch phantasmatische Strukturen geprägt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das triadische Modell nach Lacan, die Funktion von Phantasmen in der Gesellschaft, die Rolle von Ideologie und die Bedeutung von Begehren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Žižeks komplexe philosophische Überlegungen verständlich darzulegen und deren Relevanz für das Verständnis der heutigen Realitätswahrnehmung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der psychoanalytischen Interpretation von Primärtexten und der Anwendung dieser Konzepte auf gesellschaftliche Beispiele basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einführung des Lacan’schen Modells und die detaillierte Analyse der „sieben Schleier der Phantasie“ sowie spezifische Mechanismen wie die „leere Geste“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Psychoanalyse, Phantasmen, Ideologie, das Reale, das Symbolische, das Imaginäre und Intersubjektivität.
Was versteht Žižek unter der „leeren Geste“?
Die „leere Geste“ bezeichnet eine Handlung, die primär dazu dient, ein Angebot abzuweisen, während sie gleichzeitig die soziale Ordnung aufrechterhält, indem sie den Schein einer Wahlmöglichkeiten wahrt.
Warum ist das Beispiel der Menschenrechte für das Verständnis der „leeren Geste“ wichtig?
Das Beispiel zeigt, wie durch historische Exklusionen ungeschriebene Regeln definiert wurden, die eine „erzwungene Wahl“ zur universellen Norm machten, obwohl sie faktisch privilegierten Gruppen vorbehalten war.
Wie definiert Žižek das „Objet petit a“?
Das „objet petit a“ fungiert als das unergründliche Objekt-Ursache des Begehrens, welches dem Subjekt Identität verleiht, jedoch selbst nicht fassbar ist.
- Arbeit zitieren
- Olivia Mazur (Autor:in), 2015, Slavoj Žižeks "Die Pest der Phantasmen: Die Effizienz des Phantasmatischen in den neuen Medien". Begriffserklärung und Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310335