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Ein-Kind-Politik und was dann? Folgen der chinesischen Bevölkerungspolitik für Arbeitsmarkt und Wohlstand

Title: Ein-Kind-Politik und was dann? Folgen der chinesischen  Bevölkerungspolitik für Arbeitsmarkt und Wohlstand

Pre-University Paper , 2015 , 17 Pages , Grade: 10 Punkte

Autor:in: Alexander Püttner (Author)

Economics - Job market economics
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Chinas Population wuchs von 582 Millionen in 1953 auf knapp über eine Milliarde in 1982. Experten prophezeiten Überbevölkerung, Hungersnöte und Aufstände. Um diese Entwicklung aufzuhalten wurde 1979 die Ein-Kind-Politik eingeführt. Nach über drei Jahrzehnten beschloss die Regierung nun, Ende Oktober 2015, die selbige aufzugeben und jeder Frau zwei Kinder zu erlauben.

Was ist also in der Zwischenzeit geschehen? Zum einen hat sich die durchschnittliche Kinderzahl von 6 Kindern pro Frau auf eine Fertilitätsrate von 1,55 verringert. Zum anderen ist China älter geworden. Etwa 30% der 1,3 Milliarden Einwohner sind über 50 Jahre alt. China erlebt nun den demographischen Wandel.

Neben den weitreichenden sozialen Problemen, die auf die Ein-Kind-Politik zurückzuführen sind, sind auch die Folgen für die chinesische Wirtschaft bedeutend und beginnen sich nun zu zeigen. Die Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter sank 2012 erstmals um etwa 3 Millionen und läutete somit eine Wende auf dem chinesischen Arbeitsmarkt ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Bevölkerungspolitik im Extremen: Die Ein-Kind-Politik

2 Die Ein-Kind-Politik: Hintergründe und Durchführung

2.1 Anfänge der Ein-Kind Politik und ihre Vorgänger

2.2 Mechanismen der Ein-Kind-Politik

2.2.1 Kontrazeptiva, Sterilisation und Abtreibungen

2.2.2 Materielle Anreize und Sanktionen

3 Demographische Auswirkungen

3.1 Geburten

3.2 Veränderungen in der Geschlechterstruktur

3.3 Veränderungen in der Altersstruktur

4 Folgen für Arbeitsmarkt und Wohlstand

4.1 Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

4.2 Auswirkungen auf den Wohlstand

5 Abschaffung der Ein-Kind-Politik – Chinas Antwort auf die Frage „Und was dann?“

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die Implementierung sowie die weitreichenden demographischen und ökonomischen Konsequenzen der chinesischen Ein-Kind-Politik und analysiert deren Einfluss auf den Arbeitsmarkt sowie das soziale Wohlstandssystem Chinas.

  • Historische Kampagnen und rechtliche Grundlagen der chinesischen Bevölkerungspolitik
  • Bürokratische Kontrollmechanismen und staatliche Sanktionssysteme
  • Demographische Verschiebungen in Geburtenraten, Geschlechterverhältnis und Altersstruktur
  • Arbeitsmarktfolgen durch schrumpfendes Erwerbspersonenpotenzial
  • Sozioökonomische Herausforderungen der Altersvorsorge und Rentenfinanzierung

Auszug aus dem Buch

2.2 Mechanismen der Ein-Kind-Politik

Über die Jahrzehnte, in der die Ein-Kind-Politik durchgeführt wurde gab es immer wieder Veränderungen in der genauen Ausführung der Direktiven der Kommunistischen Partei. Auch ist zu beachten, dass Anweisungen von oberster Stelle bewusst vage gehalten wurden, um den Regierungen in den einzelnen Provinzen die Möglichkeit zu geben, sie so umzusetzen, wie es für die lokale Situation am geeignetsten scheint. Durch die Größe und Diversität des Landes haben sich also verschiedenste Methoden entwickelt, die Bevölkerung zur Ein-Kind-Familie hin zu bewegen und nicht zuletzt auch zu zwingen.11

In der chinesischen Kultur sind Heirat, Familie und vor allem männlicher Nachwuchs außerordentlich wichtig. Traditionsgemäß wurde auch entsprechend früh geheiratet, Frauen heiraten etwa mit 15 Jahren, Männer etwa mit 17 Jahren. Obwohl eine gewisse Erosion dieser Tradition bereits begonnen hatte, war eine frühe Heirat dennoch weit verbreitet. Diese frühen Heiraten führten in der Regel auch zu Kindern in jüngerem Alter und zu mehr Kindern in der Familie insgesamt. Es ist deshalb leicht nachzuvollziehen, warum die Kommunistische Partei und der Staatsapparat gesetzlich festgelegte Mindestaltersgrenzen für die Heirat als Maßnahme zur Geburtenkontrolle einführten und deren Einhaltung rigoros kontrollierten.12

Eng mit diesen Regulationen sind die Vorschriften zu späteren Geburten verbunden. Frauen, die unter dem Mindestheiratsalter eine Heiratserlaubnis wünschten, mussten eine ‚Stellungnahme zur Einhaltung der Regeln zur späten Geburt‘ unterzeichnen und durften dementsprechend vor ihrem 24. Lebensjahr keine Kinder zur Welt bringen. Dies führt effektiv zu einer Duldung von Heiraten im Alter von 20-23 Jahren, solang kein Nachwuchs daraus hervorgeht.13

Zusammenfassung der Kapitel

1 Bevölkerungspolitik im Extremen: Die Ein-Kind-Politik: Einführung in die demographische Notwendigkeit staatlicher Eingriffe in China und Vergleich mit der globalen Alterungsproblematik.

2 Die Ein-Kind-Politik: Hintergründe und Durchführung: Darstellung der historischen Kampagnen zur Geburtenkontrolle sowie der bürokratischen und repressiven Mittel zur Durchsetzung der Ein-Kind-Norm.

3 Demographische Auswirkungen: Analyse der statistischen Folgen hinsichtlich sinkender Geburtenraten, des zunehmenden Ungleichgewichts in der Geschlechterverteilung und der beschleunigten Überalterung.

4 Folgen für Arbeitsmarkt und Wohlstand: Untersuchung der ökonomischen Konsequenzen, insbesondere des schwindenden Arbeitskräftepotenzials und der steigenden Belastung des Rentensystems.

5 Abschaffung der Ein-Kind-Politik – Chinas Antwort auf die Frage „Und was dann?“: Bewertung des Paradigmenwechsels und Diskussion, warum die Lockerung der Politik bisher keine demographische Entwarnung liefert.

Schlüsselwörter

Ein-Kind-Politik, Volksrepublik China, Geburtenkontrolle, Bevölkerungspolitik, Demographischer Wandel, Arbeitsmarkt, Rentensystem, Altersvorsorge, Fertilitätsrate, Geschlechterstruktur, Bevölkerungspyramide, Materielle Anreize, Sanktionen, Sozialsystem, Überalterung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Genese, Durchführung und die tiefgreifenden demographischen sowie wirtschaftlichen Folgen der chinesischen Ein-Kind-Politik.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bevölkerungspolitik, dem Arbeitsmarktpotenzial, der demographischen Struktur Chinas und den Herausforderungen für das soziale Wohlstandssystem.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse der Auswirkungen staatlicher Geburtenlenkung auf die ökonomische Leistungsfähigkeit und die soziale Stabilität Chinas.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine deskriptive Analyse auf Basis von Datenmaterial der Vereinten Nationen, Zensus-Ergebnissen und fachwissenschaftlicher Literatur zur Bevölkerungsentwicklung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Hintergründe, die administrativen Durchsetzungsmechanismen, die demographische Datenanalyse und die ökonomische Folgeabschätzung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die zentralen Begriffe sind Ein-Kind-Politik, Demographischer Wandel, Arbeitsmarktpotenzial, Rentenlast und Bevölkerungspyramide.

Was besagt das sogenannte "4-2-1 Problem"?

Es beschreibt die soziale Belastungssituation, bei der ein einziges Kind die Verantwortung für die Versorgung von zwei Elternteilen und vier Großeltern trägt.

Warum führte die Ein-Kind-Politik zu einem Ungleichgewicht im Geschlechterverhältnis?

Aufgrund der kulturellen Präferenz für männliche Nachkommen und der Möglichkeit zur vorgeburtlichen Geschlechtsbestimmung kam es zu einer systematischen Benachteiligung von Mädchen.

Hat die Abschaffung der Ein-Kind-Politik das demographische Problem sofort gelöst?

Nein, da gesellschaftliche Faktoren wie hohe Lebenshaltungskosten in Städten und veränderte Lebensentwürfe die Geburtenrate auch nach der Lockerung auf einem niedrigen Niveau halten.

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Details

Title
Ein-Kind-Politik und was dann? Folgen der chinesischen Bevölkerungspolitik für Arbeitsmarkt und Wohlstand
Grade
10 Punkte
Author
Alexander Püttner (Author)
Publication Year
2015
Pages
17
Catalog Number
V310348
ISBN (eBook)
9783668168879
ISBN (Book)
9783668168886
Language
German
Tags
ein-kind-politik folgen bevölkerungspolitik arbeitsmarkt wohlstand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Püttner (Author), 2015, Ein-Kind-Politik und was dann? Folgen der chinesischen Bevölkerungspolitik für Arbeitsmarkt und Wohlstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310348
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