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Der Wirklichkeitseffekt in Benito Pérez Galdós Roman "Tristana"

Titel: Der Wirklichkeitseffekt in Benito Pérez Galdós Roman "Tristana"

Hausarbeit , 2013 , 9 Seiten

Autor:in: Sandra Pein (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Als einer der wichtigsten Vertreter des spanischen Realismus wird Benito Pérez Galdós gezählt, der mit seinen Romanen das bürgerliche Leben in Spanien beschrieb und den Lesern vermittelte. Vor allem sein Werk "Tristana" ist ein Paradebeispiel für diesen Realismus. Die Geschichte der jungen Frau beschreibt Galdós in aller Ausführlichkeit, ganz nach dem Konzept des Realismus. Anhand einiger Textausschnitte möchte ich in dieser Arbeit zeigen, wie er dies mit Hilfe des Wirklichkeitseffekts, ein Begriff der von dem Franzosen und Strukturalisten Roland Barthes geprägt wurde, umsetzt.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in der Literatur eine neue Stilrichtung, die den bisher vorherrschenden Schreibstil ablöste und erneuerte. Dies geschah in Folge der großen gesellschaftlichen Umbrüche dieser Zeit. Revolutionen, technische Neuentdeckungen und ein neues Denken beeinflussten den Wandel maßgeblich. Das Streben nach Wissen und die neue Lust am Empirischen veranlasste die Schriftsteller, ihre Romane und Gedichte nicht mehr nur dem Schönen zu widmen, sondern der Wirklichkeit, dem Realen, mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Immer genauer wurden die Beschreibungen bei Schriftstellern wie Émile Zola oder Honoré Balzac. Während in Ländern wie Frankreich und Deutschland schon lange nach diesen neuen, naturalistischen Gesichtspunkten geschrieben wurde, entwickelte sich diese neue Strömung in Spanien erst unter dem Einfluss des Krausismus während der 1. Spanischen Republik, ab 1873.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Tristana- ein Roman des Realismus

3. Der Wirklichkeitseffekt nach Roland Barthes

4. Der Wirklichkeitseffekt an Beispielen aus Tristana

5. Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht das literaturtheoretische Konzept des „Wirklichkeitseffekts“ nach Roland Barthes und analysiert dessen Anwendung im realistischen Roman „Tristana“ von Benito Pérez Galdós anhand von detaillierten Textbeschreibungen.

  • Literarischer Realismus und Naturalismus
  • Die Erzähltheorie nach Roland Barthes
  • Strukturalistische Analyse von Erzählungen
  • Bedeutung von „überflüssigen“ Details im Text
  • Rezeption von Raum- und Personenbeschreibungen

Auszug aus dem Buch

Der Wirklichkeitseffekt an Beispielen aus Tristana

Detaillierte Beschreibungen finden sich in vielen verschiedenen Szenen im Buch von Galdós, zum Beispiel bei der Einführung der Charaktere, der Einordnung der Szenen in bestimmte Orte oder um den Leser in bestimmte Räume treten zu lassen. Personenbeschreibungen dienen hierbei dazu, dem Leser ein Bild von einer Welt zu schaffen, die er kennt oder die er sich vorstellen kann, er soll sich ein Bild von der handelnden Person machen, sie vielleicht mit jemandem verbinden, den der Leser kennt. Tristana wird anfangs nur sehr wenig beschrieben, für den Leser scheint sie somit eher unscheinbar, obwohl sie doch die Hauptfigur des Romans darstellt. Sie wird als Inbegriff der Reinlichkeit gesehen, um Tristana zu beschreiben, benutzt Galdós folgende Worte:

La otra […] era joven, bonitilla, esbelta, de una blancura casi inerosímil de puro alabastrina; las mejillas sin color, los negros ojos más notables por lo vivarachos y luminosos que por lo grandes; las cejas increíbles, como indicadas en arco con la punta de finísimo pincel; [...]

Man könnte meinen, dass diese Details hätten weggelassen werden können, andererseits ist diese Beschreibung sehr wichtig um dann im weiteren Verlauf die Entwicklung der Person Tristana zu sehen. Gut verdeutlicht wird diese Entwicklung unter anderem im Briefwechsel zwischen Tristana und Horacio, dieser erstreckt sich über eine lange Zeit und irgendwann kommt es immer mehr zu einem Monolog von Tristana, da sie gar keine Antworten mehr von ihrem Geliebten erhält. Auch hier werden viele „unwichtige“ Details eingeschoben die die Wirklichkeit abbilden, denn so wird deutlich, dass Horacio sich mehr und mehr von Tristana löst und sie in ihren Monologen ihre Talente selbst erkennt, sich selbst neu entdeckt und schließlich den Entschluss fasst, mehr aus ihrem Leben machen:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung verortet das Werk im historischen Kontext des spanischen Realismus und führt in die Fragestellung zur Anwendung von Roland Barthes' Theorie ein.

2. Tristana- ein Roman des Realismus: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Handlung des Romans von Benito Pérez Galdós und ordnet das Werk stilistisch sowie biografisch in die Epoche ein.

3. Der Wirklichkeitseffekt nach Roland Barthes: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Roland Barthes zur strukturalen Analyse von Erzählungen erläutert, insbesondere die Funktion von als überflüssig geltenden Details.

4. Der Wirklichkeitseffekt an Beispielen aus Tristana: Dieser Teil führt die theoretischen Ansätze direkt am Beispiel der Personen- und Raumbeschreibungen im Roman „Tristana“ aus.

5. Fazit: Das Fazit reflektiert die Anwendbarkeit der Theorie von Barthes und stellt die literarische Ästhetik gegen die rein strukturalistische Analyse.

Schlüsselwörter

Wirklichkeitseffekt, Roland Barthes, Realismus, Tristana, Benito Pérez Galdós, Strukturalismus, Erzähltheorie, Literaturwissenschaft, Personenbeschreibung, Detailreichtum, spanische Literatur, Fiktion, Mimesis, Ästhetik, Naturalismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das literarische Phänomen des „Wirklichkeitseffekts“ nach Roland Barthes am Beispiel des Romans „Tristana“ von Benito Pérez Galdós.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der literarische Realismus, die strukturalistische Erzähltheorie, die Bedeutung von Beschreibungen in der Fiktion sowie die Wirkung von Details auf den Leser.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu zeigen, wie durch scheinbar unwichtige Details eine Illusion von Wirklichkeit erzeugt wird und inwiefern diese Details für den Leser anders fungieren als für eine strukturalistische Analyse.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die strukturalistische Theorien (Barthes, Genette) auf ausgewählte Textstellen des Romans anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in Barthes' Konzept und die anschließende praktische Anwendung auf konkrete Charakter- und Atelierbeschreibungen in „Tristana“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Wirklichkeitseffekt, Realismus, Strukturalismus, Erzähltheorie, Überflüssige Details und Mimesis.

Warum betrachtet der Autor „überflüssige“ Details als entscheidend?

Weil diese Details laut Barthes nicht der Handlung dienen, sondern dem Leser das Gefühl vermitteln, eine „reale“ Welt zu betrachten, was den Realitätseindruck perfektioniert.

Welche spezifische Rolle spielt Horacios Atelier in der Analyse?

Das Atelier dient als Paradebeispiel für eine überbordende Aufzählung von Gegenständen, die jenseits jeder erzählerischen Notwendigkeit zur Konstruktion des Wirklichkeitseffekts beiträgt.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Wirklichkeitseffekt in Benito Pérez Galdós Roman "Tristana"
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Romanische Philologie)
Autor
Sandra Pein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
9
Katalognummer
V310413
ISBN (eBook)
9783668090484
ISBN (Buch)
9783668090491
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirklichkeitseffekt Spanisch Literaturwissenschaft Realismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Pein (Autor:in), 2013, Der Wirklichkeitseffekt in Benito Pérez Galdós Roman "Tristana", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310413
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  9  Seiten
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