Der schwedische Wohlfahrtsstaat im Überblick. Innovationspolitik, Vollbeschäftigung und Wohnungspolitik


Hausarbeit, 2015

12 Seiten, Note: 1,5

Anonym


Leseprobe

Gliederung

0. Einleitung

1. Aufrechterhaltung eines leistungsfähigen Innovationssystems (NIS)
1.1 Nationale Innovationssysteme (NIS)
1.2 Schwedens Innovationspolitik
1.3 OECD über Schwedens Innovationspolitik

2. Der schwedische Wohlfahrtsstaat und die Vollbeschäftigung
2.1 Ziele der Wirtschaftspolitik
2.2 Der Wohlfahrtsstaat und Schweden
2.3 Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen in Schweden
2.4 Signifikanz der Vollbeschäftigung

3. Bezahlbare Wohnräume für alle Schweden
3.1 Entwicklungen der schwedischen Wirtschaftspolitik
3.2 Wohnungspolitische Ziele

I. Literaturverzeichnis

0. Einleitung

Das Königreich Schweden ist mit ca. 9,6 Millionen Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von 22 Einwohnern pro km² ein dünn besiedeltes Skandinavisches Land, welches die parlamentarische Demokratie als Regierungssystem befolgt. Schweden trat bereits in den 30er Jahren den langen Weg zu einem Wohlfahrtsstaat ein und wird heute als Vorbild angesehen. Der schwedische Wohlfahrtsstaat bewies trotz vieler Krisen und Veränderungen, dass ein Land das primäre Ziel, nämlich das Wohlergehen seiner Bürger nicht außer Acht lassen muss um erfolgreich zu sein. Wohlfahrtstheoretiker sehen Schweden in vielen Bereichen, vor allem in den Bereichen Gleichstellung bzw. soziale Gerechtigkeit und Innovationen am weitesten fortgeschritten. Das Hauptziel dieser Hausarbeit ist es, dem Leser Informationen in den Themen: Innovationspolitik, Arbeitslosigkeit und Wohnräume zu übermitteln. Diese drei Themenblöcke sind wichtige Herausforderungen, welche in Schweden zur Diskussion stehen. Der erste Abschnitt befasst sich mit der „Aufrechterhaltung eines leistungsfähigen Innovationssystems“. Hier wird zunächst auf den Begriff „Nationale Innovationssysteme (NIS)“ eingegangen. Im Anschluss der Definition wird die Innovationspolitik Schwedens betrachtet und die Beurteilung der OECD mit einbezogen.

Unter der Überschrift „Der schwedische Wohlfahrtsstaat und die Vollbeschäftigung“, werden im zweiten Abschnitt die allgemeinen Ziele der Wirtschaftspolitik behandelt, der Wohlfahrtsstaat Schweden dargestellt und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen Schwedens vorgestellt. Die Signifikanz der Vollbeschäftigung wird vertieft und zum Abschluss werden Grafiken der OECD gezeigt, welche den Verlauf der Arbeitslosigkeit in Schweden mit der, der OECD vergleichen. Der letzte Abschnitt „Bezahlbare Wohnräume für alle Schweden schaffen“ beinhaltet die Entwicklung der schwedischen Wohnungspolitik und führt die wohnungspolitischen Ziele Schwedens auf.

1. Aufrechterhaltung eines leistungsfähigen Innovationssystems

Im folgenden Abschnitt wird zunächst auf den Begriff „Nationales Innovationssystem“ kurz: NIS, eingegangen. Im Anschluss wird kurz auf die Innovationspolitik Schwedens geblickt.

1.1 Nationale Innovationssysteme (NIS)

Der bedeutende deutsche Wirtschaftstheoretiker Friedrich List warf im 19.Jahrhundert mit seinen wirtschaftspolitischen Überlegungen eine Reihe von Fragen auf, mit denen sich die Entwicklungstheorie seit Mitte des 20. Jahrhunderts befasst. Als Pionier der Überlegung, wie ein optimales Nationales Innovationssystem umgesetzt und ausgestaltet sein muss, um Technologieimporte und heimische Technologieentwicklung bestmöglich zu befördern, gab er der Wirtschaft die Möglichkeit sich an seiner Entwicklungstheorie zu orientieren und diese wirtschaftspolitisch anzuwenden. Die Idee von List zielte darauf hinaus, dass unterentwickelte Länder neben der Protektion junger Industrien eine Reihe von Politikmaßnahmen ergreifen sollten, welche die Industrialisierung und das Wirtschaftswachstum ermöglichen und vorantreiben. Ein Großteil der Maßnahmen hatte das Ziel des Erlernens und des Anwendens neuer Technologien (Freeman 2009: 27). Unter einem System wird die Beziehung von Elementen verstanden. Ein Innovationssystem hingegen wird unterschiedlich und oft sehr allgemein definiert. Was die meisten Definitionen gemeinsam haben ist, dass es sich bei einem nationalen Innovationssystem um die Gesamtheit handelt, welche das Ziel verfolgt Innovationen durch Strukturierung der Beziehungen zwischen ihnen und durch bestehende Vernetzungen und institutionelle Regelungen, hervorzubringen. Der primäre Zweck eines nationalen Innovationssystems ist die Schaffung, Verbreitung und Nutzbarmachung von Wissen innerhalb eines Landes. Akteure sind hierbei private und öffentliche Unternehmen sowie Forschungsinstitute, Universitäten, öffentliche Auftraggeber als Nachfrager für neue Produkte und Dienstleistungen, private Einzelerfinder usw. Die Beziehungen zwischen diesen Elementen können kulturellen und sozialen, politischen, technischen, rechtlichen und finanziellen Charakter haben. Nationale Innovationssysteme entwickeln sich im Zeitablauf und werden hauptsächlich durch bestehende, historisch gewachsene Formen der Zusammenarbeit bestimmt. Sie bilden das Resultat „menschlicher Handlungen“ (Kohlhammer 2007).

1.2 Schwedens Innovationspolitik

Schweden investiert seit Jahren mehr als 3% seines BIP in Forschung und Entwicklung. Der Forschungs- und Entwicklungsanteil am BIP lag im Jahr 2012 über 3,4%, was Schweden zu den führenden Staaten der Welt, hinsichtlich Investitionen in dem Bereich, machte. Laut „Innovation Union Scoreboard (IUS)“ führte Schweden im Jahre 2013 zum dritten Mal in Folge die EU-Staaten an. Bereits 2012 wurde das Gesetz „Research and Innovation“ vorgestellt, welches eine schrittweise jährliche Erhöhung der öffentlichen Mittel für Forschung und Innovation von 2012 bis 2016 vorsah. Verglichen mit dem Jahr 2012 soll die Höhe der Fördermittel im Jahre 2016 um ca. 450 Millionen Euro höher liegen. Die gesamten Mittel belaufen sich auf 1,3 Mrd. Euro (Bundesministerium für Bildung und Forschung). Ein signifikanter Teil der schwedischen Innovationspolitik ist die ausgeprägte Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien bei Unternehmen, privaten Nachfragern und Behörden (Edler 2007: 98).

1.3 OECD über Schwedens Innovationsentwicklung

Die OECD schrieb in ihrem Bericht über die schwedische Innovationspolitik im Jahre 2012, dass Schweden seit dem 19. Jahrhundert schrittweise eine starke Technologienation wurde. Die schwedische Entwicklung über ein Jahrhundert wird als beeindruckend beschrieben. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts durchlebte die schwedische Wirtschaft, durch die Implementierung von Innovationen im Bereich Stahl und moderner Fabriken, sowie Pläne für das Eisenbahnwesen, eine Reihe von Wandlungen. Begleitet wurden diese Innovationen durch die Ausweitung des Exports (landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Güter, Eisen) und dem Import von Maschinen, Ausrüstungen und technischem Knowhow aus Großbritannien. Um 1930 entwickelten sich „Entwicklungsblöcke“ rund um Technik, Haushaltswaren und Automobile (Volvo, Saab u.a.). Eine tragende Säule in dieser Phase der Entwicklung war die Kommunikation zwischen ihnen und anderen Ländern, wie Großbritannien, sowie große industrielle Firmen und Arbeitsvereinigungen. Die OECD hebt hervor, dass Schweden sich den Veränderungen angepasst hat und deshalb Erfolg hatte. Der Erfolg zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass Schweden eines der höchsten pro Kopf Einkommen in der OECD Area hat. Um jedoch weiterhin international Konkurrenzfähig bleiben zu können, muss Schweden, so der OECD Report, die Multifaktorproduktivität pflegen und eine nachhaltige Steigerung ihrer Arbeitsproduktivität erlangen. Wie in Abschnitt 2.2 Schwedens Innovationspolitik beschrieben, investiert Schweden hohe Beträge in Forschung und Entwicklung. Dieses sei nach Auswertung der OECD auch nötig, denn Schweden sei sich darüber Bewusst, dass ihr Wohlstand an einem kontinuierlichen Fluss von Innovationen hängt, welche zum Großteil in ihrem eigenen Land entwickelt und vertieft werden. Ergebnisse der SWOT Analyse der OECD zur schwedischen Innovationspolitik zeigen, dass Schweden eine Reihe von Möglichkeiten hat ihre Vorbilds Funktion weiterhin zu erhalten und von der Globalisierung zu profitieren. Einige Möglichkeiten würden sich vor allem dadurch bieten, wenn Schweden die Entwicklung von größeren und herausragenden Spitzenforschungszentren an top Universitäten nachhaltig fördert, kleinere Firmen auf unterschiedliche Weise unterstützt, weitere Bemühungen im Bereich Dienstleistung anstrebt und neue Herangehensweisen und Übungen in Innovationsbeschaffung ausarbeitet, welche sich an die neue Umwelt anpassen. Besondere Stärken der schwedischen Innovationspolitik seien zudem hohe Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnik, die schnell wachsende Innovationsdienstleistungen, die Spezialisierung in globalen Ketten und die Teilnahme an internationalen und industriellen Verbindungen (OECD Reviews of Innovation Policy Sweden 2012).

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der schwedische Wohlfahrtsstaat im Überblick. Innovationspolitik, Vollbeschäftigung und Wohnungspolitik
Hochschule
Hochschule Bremen  (Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Auslandsvorbereitung
Note
1,5
Jahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V310417
ISBN (eBook)
9783668091252
ISBN (Buch)
9783668091269
Dateigröße
1064 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufrechterhaltung, innovationssystems, wohlfahrtsstaat, vollbeschäftigung, bezahlbare, wohnräume, schweden
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Der schwedische Wohlfahrtsstaat im Überblick. Innovationspolitik, Vollbeschäftigung und Wohnungspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310417

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