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Machtpolitik im Urteil des Thukydides. Vergleich des Melier-Dialoges und der Mytilene-Debatte

Titel: Machtpolitik im Urteil des Thukydides. Vergleich des Melier-Dialoges und der Mytilene-Debatte

Hausarbeit , 2015 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Saskia-Stella Dibowski (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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In der vorliegenden Hausarbeit soll die Konzeption von Macht bei Thukydides genauer erörtert werden. Die Fragestellung soll dabei sein, ob eine Bewertung von Machtpolitik stattfindet und ob über die Macht selbst geurteilt wird. Zu diesem Zweck soll erstens die Machtpolitik zentraler politischer Akteure betrachtet werden. Auf Grund der Quellenlage bieten sich die athenischen Staatsmänner Perikles, Kleon, Nikias und Alkibiades zur Untersuchung an. Im Vordergrund wird Perikles stehen. Der Zweck dieser betrachtung soll sein, eine Aussage darüber treffen zu können, was bei Thukydides einen guten Staatsmann ausmacht und welche Rolle individuelle Akteure in der Dynamik der Macht spielen.

Um überhaupt generelle Thesen über Werk und Autor aufstellen zu können, muss sich mit der Frage befasst werden, in wie weit sich mit dem Inhalt des Werkes „der Peloponnesischen Krieg“, Schlüsse auf die Meinung des Thukydides ziehen lassen. Aus diesem Grund wird die Problematik des Wiedergegebenen ebenfalls in diesem Kapitel behandelt. Im dritten Kapitel soll an Hand der Mytilene-Debatte die Dynamik von Macht und dessen Auswirkungen sowie der Rechtsgedanke der Athener untersucht werden. Ziel der Betrachtung soll ein Verständnis über die Art und Weise sein, in der Macht wirkt, sowohl auf denjenigen, der sie ausübt, als auch auf denjenigen, der sie erfährt. Im vierten Kapitel wird der Melier-Dialog Gegenstand der Überlegung. Diese Episode wird häufig als Inhaltlicher Höhepunkt des gesamten Werkes bezeichnet, denn sie lässt Schlüsse auf das Wesen von Macht zu wie Thukydides sie sah.

Zweck der Bearbeitung soll es sein, eine Aussage über das Zusammenspiel von Macht und Recht in Zusammenhang mit den Naturgesetzen treffen zu können. Im fünften Kapitel soll die Radikalisierung der athenischen Machtpolitik verdeutlicht werden, dass sich eine absolut neue Stufe im Bewusstsein des Machtdenkens der Athener entwickelt hat. In der anschließenden Betrachtung sollen die erarbeiteten Ergebnisse zusammengefasst werden und die Fragestellung soweit wie möglich beantwortet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die athenischen Strategen im peloponnesischen Krieg

2.1. Perikles

2.2. Die Problematik des Wiedergegebenen

3. Mytilene-Debatte

4. Melier-Dialog

5. Radikalisierung der athenischen Machtpolitik

6. Bewertung und Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konzeption von Macht bei Thukydides anhand der historischen Akteure und ausgewählter Schlüssepisoden, um zu erörtern, ob der Autor eine explizite moralische Bewertung von Machtpolitik vornimmt oder Macht als wertfreie Größe begreift.

  • Analyse der machtpolitischen Rollen athenischer Staatsmänner (Perikles, Kleon, Nikias, Alkibiades)
  • Untersuchung der Dynamik von Macht und Recht in der Mytilene-Debatte
  • Deutung des Melier-Dialogs als inhaltlicher Höhepunkt zur Natur von Macht
  • Erörterung der Radikalisierung des athenischen Machtdenkens (Pleonexie)
  • Kritische Reflexion der methodischen Problematik der Redewiedergaben bei Thukydides

Auszug aus dem Buch

4. Melier-Dialog

Thukydides Dialogform stellt den Melierdialog nicht nur rein rhetorisch in den Mittelpunkt des Werkes, sondern bildet dessen inhaltlichen Höhepunkt, indem er Einsicht in das Wesen der Menschen und des Staates gewährt. Thukydides beginnt seine Darstellung mit der Belagerung der Insel Melos durch die Athener. Die Insel Melos welche eine Gründung Spartas sei, hatte sich bisher geweigert den Athenern Untertan zu sein. Deswegen sollte sie unterworfen werden. Die Neutralität von Melos ist eines der wichtigsten Aspekte in dem Melier-Dialog. Zu Beginn schickte Athen Gesandte zu Verhandlungen, die jedoch vor Behörden und dem Rat der Adligen nur sprechen durften. Anscheinend beruhte das Interesse der Athener darauf, dass sie die Melier überzeugen wollten und sie nicht vor vollendete Tatsachen stellen wollten.

Dies hätte nämlich zu einem Kampf geführt, der wahrscheinlich auf beiden Seiten mit Verlusten verbunden wäre. Das Interesse der Melier bezog sich auf ihre Neutralität, die sie weiterhin erhalten wollten, weshalb sie auch die Gesandten der Athener nicht vor dem Volk sprechen ließen, damit sie sich nicht verführen ließen. Die Festlegung der Dialogform entschieden die Athener, die somit auch die Richtung anzugeben wussten wie sich die Verhandlung entwickeln sollte. Diese drohten sogar mit einem Abbruch der Verhandlungen, wenn die Melier sich nicht mehr auf ihre Rettung zu konzentrieren vermochten, sondern viel mehr sich an Vermutungen der Absichten Athens aufhielten. Die Melier gaben nach und äußerten: „Es ist natürlich und verzeihlich, wenn man in solcher Not zu mancherlei Worten und Gedanken Zuflucht nimmt; diese Versammlung hier gilt allerdings unserer Rettung, und daher entwickle sich die Verhandlung, wenn euch recht ist, in der Art, wie ihr sie fordert.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die machtpolitische Problematik des Peloponnesischen Krieges ein und definiert die Fragestellung nach der Bewertung von Macht bei Thukydides.

2. Die athenischen Strategen im peloponnesischen Krieg: Hier werden die Charaktere und Strategien führender athenischer Politiker analysiert, wobei besonders auf die Rolle des Perikles und die methodischen Grenzen der Quellen eingegangen wird.

2.1. Perikles: Es wird die politische Rolle des Perikles als lenkende Kraft der athenischen Demokratie und sein Einfluss auf den Verlauf des Krieges beleuchtet.

2.2. Die Problematik des Wiedergegebenen: Dieses Unterkapitel diskutiert die methodische Herausforderung, dass die bei Thukydides überlieferten Reden vermutlich eine interpretative Neuschöpfung des Autors darstellen.

3. Mytilene-Debatte: Die Analyse zeigt, wie Machtverhältnisse und das Streben nach Machterhalt die Debatte über das Schicksal der Bündner bestimmten.

4. Melier-Dialog: Das Kapitel untersucht den Höhepunkt des thukydideischen Machtdenkens, bei dem das Recht gegenüber der Macht des Faktischen in den Hintergrund tritt.

5. Radikalisierung der athenischen Machtpolitik: Hier wird der Prozess der zunehmenden Radikalisierung Athens und die Entwicklung der sogenannten Pleonexie-Theorie dargestellt.

6. Bewertung und Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass Macht bei Thukydides als eine dem moralischen Diskurs entzogene, neutrale und dynamische Größe erscheint.

Schlüsselwörter

Thukydides, Machtpolitik, Peloponnesischer Krieg, Perikles, Mytilene-Debatte, Melier-Dialog, Realpolitik, Pleonexie, Macht und Recht, Antike Geschichtsschreibung, Athener Demokratie, Historische Analyse, Naturgesetze der Macht, Radikaler Imperialismus, Politische Strategie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Darstellung und Konzeption von Macht im Werk „Der peloponnesische Krieg“ des Historikers Thukydides.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Rolle einzelner politischer Akteure, der Einfluss der sophistischen Rhetorik auf die Machtausübung sowie die Spannungsfelder zwischen Recht, Moral und den Naturgesetzen der Macht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob Thukydides eine explizite Bewertung der athenischen Machtpolitik vornimmt oder ob er Macht als ein wertfreies, naturgegebenes Phänomen darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse der thukydideischen Texte, ergänzt durch politikwissenschaftliche und historische Sekundärliteratur zu den behandelten Debatten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Strategen-Profile, die Mytilene-Debatte und den Melier-Dialog sowie die theoretische Radikalisierung des athenischen Imperialismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Machtpolitik, Pleonexie, Thukydides, Macht und Recht sowie athenischer Imperialismus.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Perikles?

Der Autor ordnet Perikles als maßgeblichen Gestalter ein, dessen Kontrolle über das Volk zwar eine Demokratie vorgab, in der Praxis jedoch eine Herrschaft durch den „Ersten Mann“ darstellte.

Was ist das Kernfazit in Bezug auf den Melier-Dialog?

Das Fazit lautet, dass im thukydideischen Denken bei einem Zusammenstoß von Macht und Recht stets die Macht siegt, da sie die einzige reale Basis zwischenstaatlicher Beziehungen bildet.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Machtpolitik im Urteil des Thukydides. Vergleich des Melier-Dialoges und der Mytilene-Debatte
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Seminar für Alte Geschichte)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,3
Autor
Saskia-Stella Dibowski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
21
Katalognummer
V310427
ISBN (eBook)
9783668091290
ISBN (Buch)
9783668091306
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte Thukydides Politik Macht Antike Machtpolitik Perikles Mytilenedebatte Melierdialog Radikalisierung Heraklit Kleon Alkibiades Nikias Mytilene Melier Tyrannes Diodotos Rengakos Aristoteles Peloponnesischer Krieg Plutarch Kagan Donald Deininger
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Saskia-Stella Dibowski (Autor:in), 2015, Machtpolitik im Urteil des Thukydides. Vergleich des Melier-Dialoges und der Mytilene-Debatte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310427
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Leseprobe aus  21  Seiten
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