Mit Netzwerkarbeit gegen Bewegungsschwächen und Bewegungsmangel von Grundschulkindern


Praktikumsbericht / -arbeit, 2004

17 Seiten, Note: Grundstudium, keine Benotung


Leseprobe

Gliederung

Einleitung Mit Netzwerkarbeit gegen Bewegungsschwächen und Bewegungsmangel von Grundschulkindern

1. Begriffsdefinition Bewegungsschwächen bei Kindern

2. Mögliche Folgen von Bewegungsschwäche und Bewegungsmangel

3. Ursachen, die zu Bewegungsschwächen führen können
3.1. Bedeutung der Eltern
3.2. Medien und elektronisches Spielzeug
3.3. Motorisierung
3.4. Außenräume
3.5. Schulen
3.6. Abschließende Betrachtung

4. Kann Netzwerkarbeit Bewegungsschwächen und Bewegungsmangel in der Grundschule M. reduzieren ?
4.1. Definition Netzwerkarbeit
4.2. Die soziale Struktur im Stadtteil Hannover – List

5. Wie kann ein Netzwerk aufgebaut werden?
5.1. LehrerInnen als Kooperationspartner gewinnen
5.2. Eltern als Kooperationspartner gewinnen
5.3. SchülerInnen zu mehr Bewegung motivieren
5.4. Pausenhofnutzung
5.5. Offene Bewegungsangebote
5.6. Sponsoren für ergonomische Einrichtung finden
5.7. Institutionen im Stadtteil zur Zusammenarbeit bewegen
5.8. Verkehrssituation
5.9. Zurückeroberung von Spielräumen

6. Resümee

7. Literatur:

Im theoretischen Teil meines Praktikumberichtes werde ich über das Thema „ Mit Netzwerkarbeit gegen Bewegungsschwächen und Bewegungsmangel von Grundschulkindern“ schreiben, um herauszuarbeiten, ob sozialpädagogische Arbeit, an der Grundschule M. geeignet wäre, Bewegungsschwächen bei Kindern einzudämmen und vorzubeugen und ob solch ein Vorhaben an dieser Grundschule realisierbar ist.

Theoretischer Teil :

Mit Netzwerkarbeit gegen Bewegungsschwächen und Bewegungsmangel von Grundschulkindern

Ich habe mich für das Thema Bewegungsschwächen bei Kindern schon seit längerer

Zeit interessiert, da ich nebenberuflich als Übungsleiterin beim Kinderturnen arbeite. Auf dem Schulhof und im Schulkindergarten deckten sich meine Beobachtungen mit meinen Erfahrungen im Turnverein. Interessant fand ich den Unterschied zwischen Hortkindern und den übrigen Kindern. Während fast alle Hortkinder sehr beweglich und körperlich gut in Form waren, hatte ein auffallender Anteil der übrigen Schulkinder Bewegungsprobleme und war zum Teil dicker. Außerdem beobachtete ich, dass ein großer Anteil der Kinder, die weder im Hort noch in der Betreuung angemeldet waren, entweder sehr unsicher, dick oder bewegungsauffällig waren.

Deshalb stellte sich mir die Frage, was die Ursache für diese Bewegungsschwächen sind und welche Strategien sozialpädagogischer Arbeit dem entgegengesetzt werden können.

In meiner Arbeit definiere ich zuerst Bewegungsschwächen, um danach auf die weitreichenden, möglichen Folgen, die durch Bewegungsmangel entstehen können, aufmerksam zu machen. Im Folgenden verweise ich auf die Ursachen, die Bewegungsmangel zu einem ernstzunehmenden Problem werden ließen, um aufzuzeigen, dass diese Ursachen sehr vielfältig sind und sich nicht nur in Teilbereiche einordnen lassen. Dabei kristallisierte sich für mich heraus, dass Netzwerkarbeit eine geeignete Strategie wäre, um der Entwicklung zu begegnen, weshalb ich danach Netzwerkarbeit definiere und mich damit beschäftige, wie Netzwerkarbeit in der Grundschule M. eingesetzt werden könnte. Abschließend ziehe ich ein Resümee, ob sozialpädagogische Arbeit geeignet ist, der Problematik zu begegnen und an der GS Mengendamm realisierbar ist.

1.Begriffsdefinition Bewegungsschwächen bei Kindern

Als Bewegungsschwächen können Koordinationsschwächen, Gleichgewichtsschwächen, schwacher Muskeltonus, schwache Sprungkraft, geringe Reaktionsschnelligkeit und geringe Ausdauer bezeichnet werden.(Internet 1)

Diese Schwächen entstehen hauptsächlich durch mangelnde Bewegung. Weitere Defizite, die durch zu wenig Bewegung entstehen, sind unter anderem Haltungsschwächen, ein leistungsschwaches Herz- Kreislauf-Atmungssystem und Übergewicht (vgl.Hutzler,D., 2004) Untersuchungen zeigen, dass 40% bis 60% aller Grundschulkinder unter Haltungsschwächen, 20% bis 30 % unter leistungsschwachen Herz- Kreislauf-Atmungssystemen, 30% bis 40 % unter Koordinationsschwächen und 20% bis 30 % unter Übergewicht leiden (Internet 2)

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte verweist auf Untersuchungen, die zeigen, dass bereits ungefähr ein Drittel der Grundschulkinder motorische Leistungsschwächen zeigt. Mittlerweile befinden sich ein Viertel aller Kinder, die nach der Geburt als risikofrei eingestuft worden sind, bis zum 9. Lebensjahr in einer Therapie. Von 1976 bis 1996 sind Zehnjährige im Schnitt 7,8 Prozent schwerer geworden. Die Zahl der Übergewichtigen in diesem Alter hat sich im gleichen Zeitraum auf 31,3 % fast verdoppelt. In städtischen Ballungsgebieten mit einem hohen Anteil sozial schwacher Familien liegt der Anteil sogar bei rund 50 Prozent. (Internet 3)

2. Mögliche Folgen von Bewegungsschwäche und Bewegungsmangel

Die möglichen negativen Folgen von Bewegungsschwächen und Bewegungsmangel sind vielfältig und können körperliche und seelische Schäden hervorrufen, sowie das Sozialverhalten beeinflussen.

Als mögliche körperliche Schäden können z. b. mangelnde Mineraldichte und mangelnde Festigkeit der Knochen (Knochenerweichung) oder Fettsucht, mit möglicher Folgekrankheit Diabetes genannt werden.

Seelische Störungen, die aus Bewegungsstörungen resultieren, betreffen, nach einer Studie von Losse und Henderson (Internet 4), Kinder durch vermehrte Selbstwertprobleme, Ängste, Depressionen, soziale Kontaktstörungen und schulische Lernprobleme. Nach Zimmer kann durch Bewegungsschwäche zusätzlich eine gewisse Misserfolgswahrscheinlichkeit hervorgerufen werden. Andauernde Misserfolge könnten verstärkte Ablehnung im sozialen Umfeld bewirken und dadurch Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder hervorrufen, die sich durch auffälliges Verhalten, durch Aggressivität, durch Passivität oder durch völlige Unterwerfung bemerkbar machen kann. "So kann die motorische Schwäche zu einem ernsten Problem werden und zu Zweifeln am eigenen Wert - auch auf nichtsportlichen Gebieten - führen" (Zimmer R., Cicurs, H., 1987).

3. Ursachen, die zu Bewegungsschwächen führen können .

Die Gründe für die Entstehung von Bewegungsauffälligkeiten sind vielfältig und sowohl im privaten, familiären Rahmen, als auch im institutionellen und gesamtgesellschaftlichen Bereich zu anzusiedeln. Ich weise hier auf die wichtigsten Ursachen hin, ohne dabei Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

3.1. Bedeutung der Eltern

Einseitige kognitive Förderung : Viele Eltern denken heute oft schon früh und intensiv über die schulische und berufliche Zukunft ihrer Kinder nach, daher werden oft schon im Säuglingsalter Trainingsprogramme absolviert, um die kognitiven Fähigkeiten der Kinder zu fördern. Ab dem Kleinkindalter werden diese Kinder in verschiedenen Einrichtungen pädagogisiert und (über)fördert, hetzen unter Termindruck von einem Kurs zum nächsten , um dort von Erwachsenen auf die Vorstellungen ihrer Eltern eingestimmt zu werden .Meist wird der Weg zu diesen Kursen weder zu Fuß, noch per Fahrrad erledigt, sondern mit dem Auto. Im Schulalter setzt sich diese Entwicklung fort, neben Kursen muss für die Schule gelernt werden, evtl. wird auch noch Nachhilfeunterricht in den Wochenplan integriert, um gute schulische Leistungen zu gewährleisten. Auch der Schulweg wird unter Termindruck nicht zu Fuß bewältigt, sondern mit dem Auto. An Elternabenden wird immer wieder deutlich, welch geringen Wert der Sportunterricht im Bewusstsein dieser Eltern einnimmt, oft wird gefordert, den Sportunterricht zugunsten „wichtiger“ Fächer, wie Mathematik oder Deutsch, zu kürzen oder sogar abzuschaffen.

Überbehütete Kinder: Manche Eltern wollen ihre Kinder in gesteigerter Form vor allen körperlichen Schäden schützen, ohne dabei zu begreifen, dass sie ihren Kindern wichtige Erfahrungen, die sie zu selbstbewussten und lebenstüchtigen Menschen machen, vorenthalten. Diese Kinder dürfen aus Sicherheitsgründen keine Körpererfahrungen machen, werden überall hin begleitet und befinden sich in einem Netz aus Sicherheitsvorkehrungen. Dadurch sind sie in ihrer Motorik unterentwickelt, sehr unsicher und in Folge wesentlich unfallgefährdeter als Gleichaltrige.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Mit Netzwerkarbeit gegen Bewegungsschwächen und Bewegungsmangel von Grundschulkindern
Hochschule
Hochschule Hannover
Veranstaltung
Berufsorientiertes Seminar
Note
Grundstudium, keine Benotung
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V31055
ISBN (eBook)
9783638321686
ISBN (Buch)
9783640193790
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Das hier ist der theoretische Teil meines Praktikumsberichtes. Ich habe mein Praktikum an einer Grundschule absolviert, im Hortbereich, im Schulkindergarten und in der Betreuung für die Verlässliche Grundschule.
Schlagworte
Netzwerkarbeit, Bewegungsschwächen, Bewegungsmangel, Grundschulkindern, Berufsorientiertes, Seminar
Arbeit zitieren
Anja Schumacher Antonijevic (Autor:in), 2004, Mit Netzwerkarbeit gegen Bewegungsschwächen und Bewegungsmangel von Grundschulkindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31055

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