Die Taschenuhr


Unterrichtsentwurf, 2002
11 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Beschreibung der Taschenuhr

2. zeitliche Einordnung der Taschenuhr in die gesellschaftlichen Zusammenhänge

3. Einstieg in das Thema und der kognitive Konflikt

4. Möglichkeiten der Weiterführung des Themas

5. Anhang
5. 1. Anhang 1
5. 2. Anhang 2

6. Literaturverzeichnis

1. Beschreibung der Taschenuhr

Die Taschenuhr wurde um 1900 von

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Primator“ hergestellt. Es handelt sich

hierbei um eine Herrenuhr mit einem

Gehäuse aus 14- karätigem Gold.

Zur Verzierung des Gehäuses wurde ein

Streifenmuster eingearbeitet. Für eventuelle

Gravuren ließ man auf einem der Deckel

eine kreisrunde glatte Fläche.

Seitlich befindet sich eine Krone zum

Aufziehen der Uhr und ein Ring zum

Befestigen einer Kette.

(siehe Bild rechts)

Durch hineindrücken der Krone öffnet sich der

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Deckel und das Ziffernblatt kommt zum

Vorschein. Dieses ist weiß und darauf

befinden sich schwarze Ziffern von 1 bis 12.

Über den schwarzen Ziffern sind kleinere

blaue Ziffern von 13 bis 24 zu erkennen, sowie

einzelne Kästchen zur Minutenunterteilung.

Im unteren Teil des Ziffernblattes findet man

ein integriertes kleines Ziffernblatt für die

Sekundenanzeige. Zum besseren Ablesen der

einzelnen Sekunden sind darauf die Ziffern 10,

20, 30, 40, 50 und 60 vermerkt.

Im oberen Bereich des Ziffernblattes ist der Herstellername „Primator“ in schwarzer Schrift aufgedruckt.

Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger sind ebenfalls aus Gold.

Durch Herausziehen der Krone lassen sich Minuten- und Stundenzeiger einstellen.

(siehe Bild links oben)

Zum Öffnen des anderen Deckels befindet sich eine kleine Wölbung im Rand. Dahinter

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

erkennt man auf vergoldeter Metalloberfläche verschiedene Gravuren. Einerseits ineinander übergehende Kreise mit verschiedenen Symbolen wie Kreuz, Männerbüste, Mann mit Schwert und Schild, Pferd etc.

Andererseits Bergriffe zur genaueren

Identifikation des Uhrwerks:

- Chronometre Primator
- Spiral Breguet
- Ancre
- 16 Rubis

Im Deckel befinden sich auch Gravuren,

die die Herstellungsnummer und die

Qualität des Goldes ausweisen.

(siehe Bild rechts)

2. zeitliche Einordnung der Taschenuhr in die gesellschaftlichen Zusammenhänge

Die von uns ausgewählte Taschenuhr liegt mit ihrem Herstellungsdatum um 1900 genau in der Blütezeit der technischen Vollkommenheit und der Verbreitung der Taschenuhren.

Die damals schon industrielle Fertigung führte vor allem zu einer Preisgünstigkeit, die es auch den ärmeren Leuten ermöglichte, eine Taschenuhr zu besitzen.

Diese Entwicklung führte auf der einen Seite dazu, dass „die Taschenuhr im Volksbewusstsein seinen Symbolwert [verlor]“, der zuvor „gleichbedeutend mit Wohlstand, ‚Zeitbewusstsein’ und männlicher Würde [war]“[1]. Auf der anderen Seite entstand ein vorangeschrittener gesellschaftlicher „Lernprozess in Richtung auf eine kontinuierliche Zeitdisziplin“[2], die die Menschen von öffentlichen Uhren unabhängiger werden und sie die Zeit aktiv wahrnehmen ließ, was auch an dem Wandel der Uhr vom akustischen zum visuellen Medium lag.

Von dem Zeitpunkt an richteten sich die Menschen in nahezu allen Lebensbereichen nur noch nach der Uhr. Diese Selbstkontrolle zeigt sich auch an der Einführung des Tagebuchs als Erziehungsmittel, „durch das die Kinder nicht nur gezwungen würden, vor sich und ihren Eltern über jede Stunde Rechenschaft abzulegen, sondern sie auch zu einem bewussten, an der Uhr orientierten Zeiteinhalten veranlasse“[3].

Durch die Industrielle Revolution entstand eine Art Diktat durch die Uhr, dem jeder unterworfen war. „Zeit ist Geld“ war die Devise, und diese machte 1893 die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung durch den Reichstag notwendig. Die Betrachtung der „Zeit als wertvolle Ressource, (…), zeigt sich (…) in ihrer Bereitschaft, sich eine eigene Taschenuhr zuzulegen“[4].

Je höher sich Wirtschaft und Wissenschaft entwickelten, desto deutlicher wurde die Notwendigkeit, auch kleinere Zeiträume exakt erfassen und unterteilen zu können.

Eine Folge davon war die Ausstattung der Taschenuhren mit Sekundenzeigern, die „ein Indiz für das Bedürfnis nach Zeitsicherheit“[5] ist.

Die zunehmende Bedeutung der Uhr führte zu einem Gefühl der Zeitknappheit und des Termindrucks, wodurch die Ablösung durch die Armbanduhr unumgänglich wurde, denn „der ‚nervöse’ Blick auf die Uhr [ließ] nicht mehr zu, dass man umständlich an der Jackentasche herumnesteln musste, um über die Uhrzeit informiert zu sein“[6].

[...]


[1] Lühning, A.: Gemessene Zeit, Seite 38

[2] Neumann, Norbert: Lerngeschichte der Uhrenzeit, Seite 113

[3] Campe, J. H.: Robinson der Jüngere, Text 2, Seite 63

[4] Neumann, Norbert: Lerngeschichte der Uhrenzeit, Seite 171

[5] Neumann, Norbert: Lerngeschichte der Uhrenzeit, Seite 172

[6] Reinke, U.: Hausuhren – Gebrauchsuhren, Seite 59

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Taschenuhr
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Didaktik der Geschichte)
Veranstaltung
Einführung: Historisches Lernen in der Primarstufe
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
11
Katalognummer
V31060
ISBN (eBook)
9783638321730
Dateigröße
682 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit enthält neben einem theoretischen Teil auch einige konkrete pratkische Anregungen für die praktische Umsetzung im Sachunterricht.
Schlagworte
Taschenuhr, Einführung, Historisches, Lernen, Primarstufe
Arbeit zitieren
Daniela Arend (Autor), 2002, Die Taschenuhr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31060

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