Gewalt an der Schule - was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können. Teil I: Was wir über Gewalt in der Schule wissen


Referat (Ausarbeitung), 2004
17 Seiten, Note: mit gut bewertet

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Definition von Gewalttätigkeit

3. Durchgeführte Erhebungen

4. Wie entwickeln sich Gewaltprobleme?

5. Wie oft treten Gewaltprobleme auf?

6. Faktoren
6. 1. In welchen Altersstufen taucht Gewalttätigkeit auf?
6. 2. Vergleich der Gewalt zwischen Jungen und Mädchen
6. 3. Äußere Auffälligkeiten
6. 4. Verhalten von Lehrern und Eltern
6. 5. Einfluss der Erziehung auf gewalttätiges Verhalten
6. 6. Lage und Größe der Schule, Größe der Klasse
6. 7. Gruppenmechanismen
6. 8. Zusammenfassung des Einflusses verschiedener Faktoren auf das Gewaltvorkommen

7. Dauer der Gewalttäter bzw. Gewaltopferrolle

8. Nehmen Gewaltprobleme zu?

9. Leitfaden zu Identifizierung möglicher Gewaltopfer und Gewalttäter
9. 1. Opfer sein – mögliche Anzeichen
9. 2. Gewalttäter sein – mögliche Anzeichen

10. Zusammenfassung der Ergebnisse, Schlussfolgerungen, Ausblick

11. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Gewalt unter Schulkindern ist ein sehr altes Phänomen, und jeder ist wohl sicherlich in seiner Kindheit mit Gewalt konfrontiert worden, die meisten sogar als Täter und als Opfer.

In den 1970er Jahre wurden in Skandinavien erste systematische Untersuchungen zum Thema „Gewalt“ durchgeführt. Erst Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre begann eine Thematisierung des Themas in anderen Ländern wie Japan, England, Holland, Kanada, Australien.

Anhand von Erhebungen, die während des letzten Jahrzehnts landesweit in Norwegen durchgeführt wurden und bei denen ¼ der relevanten Altersgruppe befragt wurde, versucht Olweus im ersten Teil seines Buches folgenden Fragen auf den Grund zu gehen:

- Nimmt Gewalt zu oder ab?
- Gibt es Gewalt eher in ländlichen oder städtischen Gegenden?
- Eher in großen oder in kleinen Schulen?
- Häufiger unter Jungen oder unter Mädchen?
- Woran erkennt man Täter und Opfer?

Sein Buch ist untergliedert in 4 Teile:

1. Überblick über bekannte Fakten des Problems Gewalttäter/Gewaltopfer unter Schulkindern (Grundlage: 4 Forschungsprojekte. 3 groß angelegte Erhebungen, ein Längsschnittprojekt mit 900 Jungen aus dem Großraum Stockholm, das in den 70er Jahren begonnen wurde und noch andauert)

Leitfaden zur Identifizierung von potentiellen Tätern und Opfern

2. Darstellung eines Interventionsprogramms (sehr handlungsorientiert)
a. Verhinderung von unmittelbarer (offene körperliche und verbale Gewalt) und

mittelbarer (soziale Isolierung, Ausgrenzung) Gewalt

b. Herstellung besserer Beziehungen der Schüler untereinander

c. Schaffen von Bedingungen, die Gewalttätern und -opfern ein besseres

Zurechtkommen innerhalb und außerhalb der schulischen Umgebung

ermöglichen

3. Zusammenfassung der positiven Auswirkungen des Interventionsprogramms

4. praktische Ratschläge zur Durchführung des Programms in bestimmten Schularten

2. Definition von Gewalttätigkeit

„mobbing“ ist das norwegische und dänische Wort für Gewalttätigkeit und kommt von dem englischen Wort „mob“. In Schweden heißt das Wort „mobbing. Als deutsche Übersetzung nimmt Olweus in seinem Buch das Wort „mobben“.

Gewalttätigkeit meint Gewalt-Situationen, in denen ein einzelner oder auch eine Gruppe einen anderen quält. Olweus definiert „Mobben“ wie folgt:

„Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler oder Schülerinnen ausgesetzt ist.“(Olweus, 2002, Seite 22)

„Negative Handlungen“ liegen dann vor, wenn jemand einem anderen absichtlich Verletzungen oder Unannehmlichkeiten zufügt. Hier gibt es drei Formen:

1. verbal: drohen, spotten, hänseln, beschimpfen
2. körperlich: treten, stoßen, festhalten...
3. mimisch: Fratzen schneiden, Gesten, jemanden isolieren, ausgrenzen

Meist wird ein Schüler von einer Gruppe von zwei, drei Schülern gemobbt.

Mobben liegt nur dann vor, wenn ein Kräfteungleichgewicht herrscht, das bedeutet, der Gemobbte ist hilflos und kann sich nicht wehren.

3. Durchgeführte Erhebungen

1. 130.000 8-16-jährige Schüler aus 715 Schulen in Norwegen

(fast ¼ der Altersgruppe)

2. 17.000 Schüler der Klassen 3 bis 9 aus drei schwedischen Städten

(zum Ländervergleich)

3. 2500 Schüler der Klassen 4 bis 7 aus Bergen

4. Daten von 300-400 Lehrern und 1000 Eltern

Bei den Fragebögen wurde auf folgende Punkte geachtet:

- Genaue Definition von Gewalt
- Bezug auf einen bestimmten Zeitraum
- Sehr spezifische Antwortalternativen (z. B. 1x pro Woche, nicht oft)
- Fragen über Reaktionen auf Gewalt

4. Wie entwickeln sich Gewaltprobleme?

In jedem Klassengefüge finden kleinere, oft spielerische Auseinandersetzungen statt. Befindet sich nun aber ein potentieller Gewalttäter unter den Kindern, so erfolgt eine Steigerung der aggressiven Interaktionen. Der Gewalttäter wird versuchen, oft auch mit seiner körperlichen Überlegenheit, sich gegenüber den anderen zu behaupten und sie sich gefügig zu machen.

Gibt es nun auch noch ein potentielles Opfer in der Klasse, meist ein schwächerer, ängstlicher, etwas zurückgezogener Junge, der sich nicht an den Auseinandersetzungen beteiligt, so wird er die ideale Zielscheibe für den Gewalttäter. An ihm kann der Gewalttäter besonders gut seine Stärke und Überlegenheit demonstrieren.

Der Gewalttäter verleitet dann seine Freunde und andere Jungen, ebenfalls auf dem Opfer herumzuhacken und hat Spaß daran, zuzusehen, wie die anderen tun, was er angeleitet hat. Das Opfer wird nach und nach immer mehr ausgegrenzt, weil “einige Jungen befürchten, ihren eigenen Status zu mindern oder Verachtung und Missbilligung auf sich zu ziehen, wenn sie mit dem Prügelknaben zusammen sind.“ (Olweus, 2002, Seite 48)

Ein weiterer Gruppenmechanismus ist „ein abgeschwächtes Gefühl individueller Verantwortlichkeit“ (Olweus, 2002, Seite 52), d.h. der einzelne Schüler hat ein vermindertes Schuldgefühl, wenn mehrere Schüler an der Tat beteiligt sind.

5. Wie oft treten Gewaltprobleme auf?

Der Aussage „hin und wieder oder öfter mit Gewalt konfrontiert zu sein“ stimmten ca.15 % der Schüler zu, davon waren ca. 9% Opfer, ca. 7% Täter und ca. 1,6 % Opfer und Täter. Ca. 5% der Schüler gaben an, etwa 1x pro Woche in eine Gewalthandlung verwickelt zu sein, davon ca. 3% als Opfer und ca. 2% als Opfer und Täter.

Auch wenn 60 bis 79 % der Schüler überhaupt nicht an Gewalttaten beteiligt sind, kann man dennoch feststellen, „dass Gewalt ein erhebliches Problem an (norwegischen) Schulen darstellt“ (Olweus, 2002, Seite 26).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Gewalt an der Schule - was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können. Teil I: Was wir über Gewalt in der Schule wissen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für pädagogische Psychologie)
Veranstaltung
Trainingsverfahren zur Erhöhung der Sozialkompetenz bei Lehrerinnen und Lehrern
Note
mit gut bewertet
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V31064
ISBN (eBook)
9783638321778
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit befasst sich mit dem folgenden Buch: Olweus, Dan: Gewalt in der Schule- Was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können, Bern, 2002, Seite 9- 66
Schlagworte
Gewalt, Schule, Lehrer, Eltern, Teil, Trainingsverfahren, Erhöhung, Sozialkompetenz, Lehrerinnen, Lehrern
Arbeit zitieren
Daniela Arend (Autor), 2004, Gewalt an der Schule - was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können. Teil I: Was wir über Gewalt in der Schule wissen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31064

Kommentare

  • Gast am 19.3.2012

    Interessant. den Text sollte jeder mal gelesen haben... vor allem die Mobber...

Im eBook lesen
Titel: Gewalt an der Schule - was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können. Teil I: Was wir über Gewalt in der Schule wissen


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden