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Karl der Große und Papst Leo III.

Title: Karl der Große und Papst Leo III.

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 29 Pages , Grade: 1 (sehr gut)

Autor:in: Herwig Baum (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Als Karl der Große am Weihnachtstag des Jahres 800 zum Kaiser gekrönt wurde, stellte dies einen Kulminationspunkt einer bereits Tradition gewordenen Allianz dar: Bereits zwei Menschenalter vorher waren zwischen den Repräsentanten des austrischen Adelshauses der Karolinger sowie den römischen Bischöfen besondere Beziehungen geknüpft worden.
Die auf dieser Basis gelieferte gegenseitige Unterstützung sollte eine enorme Rolle beim Aufstieg beider genannter Institutionen spielen. So gelang es nicht nur den Karolingern aufgrund des eingeholten Responsums des Papstes Zacharias im Jahre 751 die Merowinger vom fränkischen Königsthron zu verdrängen, auch bei der tatsächlichen Durchsetzung der karolingischen Königsgewalt, wie der Einebnung lokaler Sonderherrschaften, wie sie im zerbröckelnden Merowingerreich entstanden waren, spielte die päpstliche Hilfe eine Rolle.
Andererseits hatte auch das Papsttum von der Unterstützung durch die Franken immer wieder profitiert: Nicht nur bildete die Pippinische Schenkung des Jahres 754 die Grundlage des späteren Kirchenstaates, sondern auch hatten die Italienfeldzüge Pippins der Jahre 754 und 756 sowie die 774 durch Karl vorgenommene Eroberung des Langobardenreiches das Papsttum von einer existentiellen Bedrohung befreit.
Letztendlich erscheint die Erringung einer Machtposition, wie sie das Papsttum später innehaben sollte, ohne die Verbindung mit den Frankenherrschern (und später den deutschen Kaisern als deren Rechtsnachfolgern), als ausgeschlossen.
Wie bereits erwähnt, stellten die Ereignisse des 25.12.800 einen Höhepunkt im Zusammenwirken beider Kräfte dar.
Die Darstellung der rechtlichen Grundlagen, der Vorgeschichte sowie der unmittelbaren Folgen der Kaiserkrönung sind Thema dieser Seminararbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Erhebung Karls des Großen zum Kaiser

2.1. Rechtliche Grundlagen des Verhältnisses zwischen Frankenkönig und Papst

2.2. Die Vorgeschichte der Kaiserkrönung: Der Putsch in Rom

2.3. Die Krönung

3. Das Nachspiel: Der Konflikt mit Byzanz und die Anerkennung des abendländischen

Kaisertums durch Ostrom

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert das komplexe Machtverhältnis zwischen Karl dem Großen und Papst Leo III. im Vorfeld und im Kontext der Kaiserkrönung im Jahr 800. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit die Krönung als ein geplanter politischer Akt oder als Überraschungsmoment zu verstehen ist und welche Rolle das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis zwischen fränkischem Königtum und dem Papsttum spielte.

  • Rechtliche Grundlagen der Allianz zwischen Frankenreich und Papsttum
  • Die innenpolitische Krise in Rom und der Putsch gegen Leo III.
  • Der Ablauf und die zeremonielle Bedeutung der Kaiserkrönung
  • Die diplomatische Reaktion des byzantinischen Reiches auf das westliche Kaisertum

Auszug aus dem Buch

2.2. Die Vorgeschichte der Kaiserkrönung: Der Putsch in Rom

Aus dem im Papstbuch überlieferten Zitat „(Leo) natione Romanus ex patre natus Atzuppio“ geht hervor, dass Leo in Rom geboren worden war. Über seine Abkunft wurden, vor allem basierend auf seinem nichtrömischen Vaternamen, verschiedene Vermutungen angestellt, die von der Annahme, er entstamme einem süditalienisch-griechischen Geschlecht bis zur Herleitung des Vaternamens aus islamischen Wurzeln reichen.

Daraus, dass keine Quelle in irgendeiner Form seine Verwandten erwähnt, konnte auf seine Nichtadligkeit geschlossen werden. Sein Aufstieg in der kurialen Laufbahn hatte sich im Rahmen des vestiarum, der päpstlichen Kammer für die kostbaren liturgischen Gewänder und Geräte, vollzogen.

Gegen diesen als Außenseiter empfundenen Papst formierte sich eine Opposition, die für ihn dadurch sehr gefährlich wurde, da sich Personen, die Schlüsselstellungen in der päpstlichen Bürokratie innehatten, daran beteiligten. Schließt man sich der genannten Ansicht Caspars an, dass Papst Leo bereits durch die mit seiner Wahlanzeige mitgesandten Schlüssel des Petersgrabes sowie durch das vexillum eine Intensivierung des Verhältnisses beabsichtigt hatte, so erscheint diese Initiative plausibel als ein Versuch, gegen die innenpolitische Bedrohung sich der überlegenen politischen und militärischen Potenz des patricius Romanorum zu versichern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Tradition der Allianz zwischen den Karolingern und dem Papsttum als Grundlage für den Aufstieg beider Institutionen.

2. Die Erhebung Karls des Großen zum Kaiser: Dieses Hauptkapitel untersucht die rechtlichen Grundlagen des Bündnisses, die Hintergründe des Putsches gegen Leo III. und die genauen Umstände der Krönung in Rom.

3. Das Nachspiel: Der Konflikt mit Byzanz und die Anerkennung des abendländischen Kaisertums durch Ostrom: Das letzte Kapitel analysiert die diplomatischen Spannungen und den späteren Anerkennungsprozess durch das oströmische Reich sowie die politische Konsolidierung nach 800.

Schlüsselwörter

Karl der Große, Papst Leo III., Kaiserkrönung, Frankenreich, Byzanz, Papsttum, Mittelalter, Rom, Amtsverständnis, Zeremoniell, Allianz, Herrschaft, Rechtsgrundlagen, Politik, Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der politischen und rechtlichen Dynamik zwischen dem fränkischen Herrscher Karl dem Großen und Papst Leo III. um das Jahr 800.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Entwicklung des Bündnisses, die innenpolitischen Unruhen in Rom, die Kaiserkrönung selbst und die außenpolitischen Folgen für das Verhältnis zu Byzanz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Vorgeschichte, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die unmittelbare Bedeutung der Ereignisse um die Kaiserkrönung wissenschaftlich darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Analyse zeitgenössischer Quellen wie der Reichsannalen, des Papstbuches und des Paderborner Epos sowie auf die Auswertung der einschlägigen Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Rechtsverhältnisses, die detaillierte Schilderung des Putsches in Rom und die Krönungsfeierlichkeiten, inklusive der byzantinischen Reaktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kaiserkrönung, Papsttum, Frankenreich, Byzanz und Herrschaftslegitimation geprägt.

Warum war die Wahl des Ortes Paderborn für das Treffen zwischen Karl und Leo so bedeutsam?

Paderborn diente als Machtdemonstration und unterstrich Karls Rolle als militärischer Sieger und christlicher Missionar, was die Abhängigkeit des Papstes vom fränkischen Schutz verdeutlichte.

Welche Rolle spielten die Vorwürfe gegen Leo III. im Rahmen des Putsches?

Die Vorwürfe dienten der römischen Adelsopposition primär als Vorwand, um den verlorengegangenen Einfluss auf die Stadt Rom zurückzugewinnen.

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Details

Title
Karl der Große und Papst Leo III.
College
LMU Munich  (Historische Fakultät)
Course
Hauptseminar
Grade
1 (sehr gut)
Author
Herwig Baum (Author)
Publication Year
2000
Pages
29
Catalog Number
V31073
ISBN (eBook)
9783638321846
ISBN (Book)
9783638682961
Language
German
Tags
Karl Große Papst Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Herwig Baum (Author), 2000, Karl der Große und Papst Leo III., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31073
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