Diese Arbeit konzentriert sich auf die Bedeutung der ‚nontransaction information’ für die zukünftige Entwicklung von Aktien- und Devisenmärkten. Mit ‚nontransaction information’ werden die nicht einfach beobachtbaren, nicht veräußerbaren Informationen erfasst, die einen Einfluss auf die Preisbildung von Wertpapieren ausüben. (vgl. Coval und Shumway (2001): 1889) Angesiedelt ist die Arbeit in einem marktmikrostrukturellen wissenschaftlichen Kontext. Inhaltlich lehnt sie sich an das Paper von Paul C. Tetlock (2007) „Giving Content to Investor Sentiment: The Role of Media in the Stock Market“ an und stellt seine Studie den Forschungsergebnissen von Cutler et al. (1989), Antweiler und Frank (2004) und Coval und Shumway (2001) gegenüber.
Die zentrale Fragestellung der Arbeit lautet: Welche Auskunft geben ‚nontransaction information’, wie die Nachrichten in Internetforen zu Finanzthemen, der Geräuschpegel auf dem Handelsparkett oder die mediale Berichterstattung, über die zukünftige Entwicklung des Marktes?
Der Aufbau der Arbeit unterliegt folgender Struktur:
Kapitel 2 erläutert die theoretischen Grundlagen und bettet die Arbeit in seinen wissenschaftlichen Kontext ein. Kapitel 3 stellt die Theorien von Antweiler und Frank (2004), Coval und Shumway (2001) und Tetlock (2007) gegenüber; allesamt untersuchen den Einfluss der ‚nontransaction information’ auf die Marktentwicklung. Kapitel 4 schließt mit einer Schlussbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
3. Die Bedeutung der ‚nontransaction information’ für die zukünftige Entwicklung von Aktien- und Devisenmärkten
3.1 Antweiler und Frank (2004): Der Zusammenhang zwischen Diskussionsintensität in Internetforen und Aktienmarktentwicklung
3.2 Coval und Shumway (2001): Der Zusammenhang zwischen Geräuschpegel auf dem Handelsparkett und Entwicklung des Devisenmarktes
3.3 Tetlock (2007): Der Zusammenhang zwischen medialer Berichterstattung und Aktienmarktentwicklung.
3.3.1 Tetlock’s pessimistischer Medienfaktor
3.3.2 Pessimistischer Medienfaktor und Aktienmarktentwicklung
3.3.3 Die Prognosekraft pessimistischer Berichterstattung für die Aktienmarktentwicklung
3.3.4 Die Prognosekraft der Aktienmarktentwicklung für die pessimistische Berichterstattung
3.3.5 Die Prognosekraft pessimistischer Berichterstattung für die Entwicklung der Renditen kleiner Aktien
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von sogenannten „nontransaction information“ – also nicht direkt handelbaren Informationen wie medialer Berichterstattung, Internet-Diskussionen oder dem Geräuschpegel auf dem Handelsparkett – als Indikatoren für zukünftige Marktbewegungen an Aktien- und Devisenmärkten.
- Analyse des Einflusses von Internetforen auf die Aktienmarktentwicklung
- Untersuchung der Relevanz der Geräuschkulisse auf dem Parkett für die Volatilität
- Konstruktion und Prognosekraft eines pessimistischen Medienfaktors (Sentiment-Analyse)
- Gegenüberstellung verschiedener Finanzmarkttheorien und -studien
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Nach dem Börsencrash von 1929 kam unter Ökonomen Zweifel an der Brauchbarkeit von Prognosemodellen zur zukünftigen Entwicklung des Aktienmarktes auf. Im Jahre 1932 hielt Alfred Cowles, ein Geschäftsmann aus Colorado und interessiert an der quantitativen Ökonomik, in Cincinnati, Ohio, einen Vortrag mit dem Titel „Can Stock Market Forecasters Forecast?“ Cowles beschäftigte die Frage, ob es möglich sei, den zukünftigen Verlauf von Aktienkursen und -indizes zu prognostizieren. Der Text seiner Ausführungen wird 1933 in der neu gegründeten Zeitschrift Econometrica veröffentlicht und zu einem Klassiker der modernen Finanzliteratur. Seitdem ist eine beachtliche Menge an Studien zur Marktentwicklung publiziert worden, die verschiedenste Indikatoren für ein zukünftiges Steigen, Gleichbleiben oder Sinken der Kurse anführen.
Diese Arbeit konzentriert sich auf die Bedeutung der ‚nontransaction information’ für die zukünftige Entwicklung von Aktien- und Devisenmärkten. Mit ‚nontransaction information’ werden die nicht einfach beobachtbaren, nicht veräußerbaren Informationen erfasst, die einen Einfluss auf die Preisbildung von Wertpapieren ausüben. (vgl. Coval und Shumway (2001): 1889) Angesiedelt ist die Arbeit in einem marktmikrostrukturellen wissenschaftlichen Kontext. Inhaltlich lehnt sie sich an das Paper von Paul C. Tetlock (2007) „Giving Content to Investor Sentiment: The Role of Media in the Stock Market“ an und stellt seine Studie den Forschungsergebnissen von Cutler et al. (1989), Antweiler und Frank (2004) und Coval und Shumway (2001) gegenüber.
Die zentrale Fragestellung der Arbeit lautet: Welche Auskunft geben ‚nontransaction information’, wie die Nachrichten in Internetforen zu Finanzthemen, der Geräuschpegel auf dem Handelsparkett oder die mediale Berichterstattung, über die zukünftige Entwicklung des Marktes?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Prognostizierbarkeit von Aktienkursen ein, definiert „nontransaction information“ und erläutert die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die historischen und theoretischen Hintergründe, wie beispielsweise Keynes’ „animal spirits“ oder die Theorien von DeLong et al. zu „noise traders“, dargelegt.
3. Die Bedeutung der ‚nontransaction information’ für die zukünftige Entwicklung von Aktien- und Devisenmärkten: Das zentrale Hauptkapitel analysiert empirische Studien zu Internetforen, Geräuschpegeln auf dem Parkett und medialen Stimmungseinflüssen auf die Aktienmarktentwicklung.
4. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die untersuchten nicht-transaktionalen Informationen reliable Indikatoren für die Marktentwicklung darstellen.
Schlüsselwörter
Nontransaction Information, Aktienmarkt, Devisenmarkt, Sentiment-Analyse, Noise Trader, Diskussionsintensität, Geräuschpegel, Medienfaktor, Prognosekraft, Volatilität, Dow Jones, Börsenpsychologie, Investorenstimmung, Finanzmarkttheorie, Kapitalmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie Informationen, die nicht direkt aus Handelsdaten stammen – wie etwa Diskussionen in Foren oder die mediale Stimmung –, Vorhersagen über die Entwicklung von Aktien- und Devisenmärkten ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Marktmikrostruktur, dem Einfluss von Investorenstimmung (Investor Sentiment) und der quantitativen Analyse von Medieninhalten und Handelsgeräuschen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, welche Auskunft „nontransaction information“ über die zukünftige Marktentwicklung gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die verschiedene empirische Studien (unter anderem von Tetlock, Antweiler/Frank sowie Coval/Shumway) gegenüberstellt und deren Regressionsmodelle zur Vorhersage von Renditen und Volatilität erläutert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert drei spezifische Einflussfaktoren: Diskussionsintensität in Internetforen, den Geräuschpegel auf dem Handelsparkett (CBOT) und den Einfluss eines aus der Presse (WSJ) generierten „pessimistischen Medienfaktors“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Nontransaction Information, Investor Sentiment, Noise Trader, Marktvolatilität und die Prognosekraft medialer Berichterstattung.
Wie beeinflusst die mediale Stimmung den Dow Jones Index laut Tetlock?
Eine Erhöhung des Pessimismusfaktors in der analysierten WSJ-Kolumne führt statistisch signifikant zu einer Senkung der Renditen des Dow Jones am Folgetag.
Was ist das Ergebnis bezüglich kleiner Aktien im Vergleich zum Dow Jones?
Die Untersuchung zeigt, dass eine negative Investorenstimmung einen länger anhaltenden negativen Einfluss auf die Renditen kleinerer Aktien hat als auf den Dow Jones Industrial Average.
- Arbeit zitieren
- Peter Kastlunger (Autor:in), 2009, Die Bedeutung der 'nontransaction information' für die zukünftige Entwicklung von Aktien- und Devisenmärkten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310790