Der Zusammenhang zwischen dem möglicherweise eher transformationalen Führungsstil von weiblichen Führungskräften und dem daraus resultierenden positiven Einfluss dessen auf den Change-Prozess wurde bisher wenig untersucht. Diese Arbeit befasst sich auf Basis theoretischer Grundlagen und mittels Experteninterviews N=9, mit einem positiven Zusammenhang zwischen transformationaler Führung von Führungskräften als Change Agents und dem Erfolg von Change-Prozessen. Außerdem wird der geschlechtsspezifische Unterschied im Führungsverhalten von Männern und Frauen betrachtet. Des Weiteren wird untersucht, ob Frauen aufgrund ihres eher transformationalen Führungsverhaltens im Vergleich zu Männern die besseren Change Agents sind.
Die Ergebnisse zeigen, dass der transformationale Führungsstil von Führungskräften als Change Agents den Change-Prozess unterstützt, sich aber auch eine Mischung der Führungsstile positiv auf den Prozess auswirken kann. In dieser Untersuchung konnte kein Unterschied im Führungsverhalten von Männern und Frauen aufgezeigt werden. Demzufolge konnte ein eher transformationaler Führungsstil von weiblichen Führungskräften nicht bewiesen werden. Damit sind Frauen nicht aufgrund ihres Führungsstils die besseren Change Agents, können jedoch aufgrund ihrer geschlechtsspezifischen Andersartigkeit einen positiven Einfluss auf den Change-Prozess nehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Theorie
1.1 Grundlagen des Change Managements
1.2 Führungskräfte als Change Agents
1.3 Transformationale Führung im Change Management-Prozess
1.4 Frauen als transformationale Führungskräfte und Change Agents
2 Fragestellung und Hypothesen
3 Methodik
3.1 Datenerhebung
3.1.1 Experteninterviews – Eine Einführung in die qualitative Forschung
3.1.2 Auswahl der Interviewpartner
3.1.3 Interviewleitfaden
3.1.4 Durchführung der Interviews
3.2 Datenaufbereitung
3.2.1 Transkription der Interviews
3.2.2 Kategorienbildung und Kodierung der Daten
3.3 Datenauswertung
3.3.1 Qualitative Inhaltsanalyse
3.3.2 Inhaltliche und typisierende Strukturierung
4 Darstellung und Diskussion der Ergebnisse
5 Schlussbetrachtung
5.1 Implikationen
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem transformationalen Führungsstil von Frauen und deren Wirksamkeit als Change Agents in Veränderungsprozessen. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob weibliche Führungskräfte aufgrund ihres tendenziell transformationalen Führungsstils den Change-Prozess erfolgreicher gestalten können als männliche Kollegen.
- Grundlagen des Change Managements und die Rolle des Change Agents.
- Analyse der transformationalen Führung als Erfolgsfaktor im Change-Prozess.
- Untersuchung von geschlechtsspezifischen Unterschieden im Führungsverhalten.
- Empirische Überprüfung mittels Experteninterviews (N=9).
- Diskussion über die Bedeutung von heterogenen Teams in Veränderungsprojekten.
Auszug aus dem Buch
1.2 Führungskräfte als Change Agents
Führungskräfte sind stark an der Entwicklung und Kommunikation der Vision und gleichermaßen an dem Einbezug der Betroffenen beteiligt (Kotter, 1996). Sie sind in die Steuerung und Durchführung der organisationalen Veränderung involviert, wodurch die Führungskraft zum Change Agent wird (Schuler & Moser, 2014). Die Aufgaben des Managers wandeln sich vom rein Befehlenden hin zu einer Führungskraft, die seinen Mitarbeitern kraftvolle Impulse gibt, diese lenkt und damit den Change-Prozess erfolgreich macht (Doppler, 2003).
Ein Change Agent ist laut Reiß, von Rosenstiel und Lanz (1997) „eine Person […], die im Rahmen von ablaufenden Änderungen Prozesse bewusst und gezielt auslöst bzw. steuert. Der Change Agent hilft, die Ziele der Organisation zu identifizieren und Veränderungsstrategien zu erarbeiten. Während der Umsetzung wird Kontakt zu den beteiligten Parteien gehalten“ (S. 431).
Eine weitere, idealisierte, Definition liefern auch Greif et al. (2004). Demnach ist der Change Agent „ein engagierter, an den Veränderungen aktiv beteiligter Aktivist, der nicht durch Top-down-Einflussnahme, sondern durch Förderung einer breiten Partizipation aller Bereiche und Ebenen möglichst von allen getragene Analysen und Lösungen zu entwickeln hilft. Durch partizipative Methoden kann er dazu beitragen, Veränderungswiderstände und Konflikte zu überwinden“ (S. 205).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Theorie: Vermittelt die theoretischen Grundlagen zum Change Management, der Rolle der Führungskraft als Change Agent sowie der transformationalen Führung und dem Kontext Frauen in Führung.
2 Fragestellung und Hypothesen: Leitet auf Basis der Theorie die zentralen Hypothesen ab, die den Zusammenhang von transformationaler Führung, geschlechtsspezifischem Führungsverhalten und dem Erfolg von Change-Prozessen betreffen.
3 Methodik: Beschreibt das methodische Vorgehen der qualitativen Sozialforschung durch Experteninterviews, deren Durchführung, Transkription sowie die deduktive und induktive Kategorienbildung.
4 Darstellung und Diskussion der Ergebnisse: Präsentiert und interpretiert die erhobenen Daten, prüft die Hypothesen und diskutiert die geschlechtsspezifischen Tendenzen beim Umgang mit Change-Prozessen.
5 Schlussbetrachtung: Fasst die Erkenntnisse zusammen, leitet Handlungsempfehlungen für die Praxis ab und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Change Management, Change Agent, Transformationale Führung, Frauen in Führung, Führungskräfte, Organisationsentwicklung, Geschlechterforschung, Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Führungsverhalten, Organisationsveränderung, Partizipation, Vision, Mitarbeiterbeteiligung, Unternehmenswandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob Frauen aufgrund ihres Führungsstils effektivere „Change Agents“ bei organisatorischen Veränderungsprozessen sind als Männer.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf Change Management, transformationaler Führung, dem geschlechtsspezifischen Vergleich von Führungsstilen und der Rolle der Führungskraft als Change Agent.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu ergründen, ob ein Zusammenhang zwischen dem transformationalen Führungsverhalten von Frauen und einem positiven Einfluss auf Change-Prozesse besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf Experteninterviews mit neun Führungskräften und einer anschließenden qualitativen Inhaltsanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Hypothesenbildung, eine detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens und die Darstellung der empirischen Ergebnisse aus den Interviews.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe umfassen Change Management, Change Agent, transformationale Führung, Geschlechterunterschiede und Organisationsentwicklung.
Warum konnte Hypothese H2a nicht bestätigt werden?
Der Großteil der befragten Experten sah in der Praxis keinen eindeutigen geschlechtsspezifischen Unterschied im Führungsverhalten; die Unterschiede wurden eher als individuell oder personenabhängig wahrgenommen.
Welche Rolle spielt die „Mischung der Geschlechter“ laut den Ergebnissen?
Die Experten bewerten eine Mischung von Geschlechtern in Projektgruppen als sehr positiv, da so unterschiedliche Kompetenzen und Herangehensweisen zu einer ganzheitlicheren Gestaltung des Veränderungsprozesses führen.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Kilb (Autor:in), 2015, Sind Frauen in Führung bessere Change Agents?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310806