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Helden und Heldinnen: Frauen und Männer des Sturm und Drang

Title: Helden und Heldinnen: Frauen und Männer des Sturm und Drang

Intermediate Examination Paper , 2004 , 25 Pages , Grade: 2-

Autor:in: Ralf Klossek (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Der Sturm und Drang ist eine Strömung, die ausschließlich als Entwicklung
der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts anzusehen ist. Namensgeber ist
das gleichnamige Werk von Friedrich Maximilian Klinger (1752-1831).
Der Sturm1 war 1770 etwas junges, aufbrausendes, etwas das keinen
Kompromiss zuließ. Das emphatische Gefühl im ewigen Streit mit der Pflicht
und der sprichwörtlich deutschen Disziplin. Vor allem aber war der Sturm
männlich, zumindest könnte man dies annehmen, wenn man den Großteil der
späteren Forschung über diese literarische Epoche betrachtet. Über die zweite
Seite, die weibliche Version des Sturm, gibt es indes nur wenig zu hören und
zu lesen. Frauen kommen aber auch in der männlichen Sturm-Literatur vor,
meist in passiven Rollen. Andererseits schrieben Frauen auch über die
Männer ihrer Zeit, und gewiss nicht bewundernd und unterwürfig. Andere
Perspektiven ergeben andere Themen und andere Ideen. Im Folgenden
werde ich also in mehreren Phasen beide Seiten zu ihrem Teil kommen
lassen, die speziellen Intentionen der weiblichen/ männlichen Sturm-Autoren
beleuchten und miteinander vergleichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist der Sturm und Drang?

2.1 13 Aspekte des Sturm und Drang

2.2 Politisch-gesellschaftlicher Hintergrund

2.3 Entstehung: Das neue Menschenbild

2.4 Die Phasen der Sturm-Bewegung

3. Der männliche Sturm und Drang

3.1 Johann Wolfgang Goethe: Götz von Berlichingen (1773)

3.2 Friedrich Schiller: Die Räuber (1781)

3.3 Heinrich Leopold Wagner: Die Kindermörderin (1776)

5. Frauen im Sturm und Drang: Männerphantasien

5.1 Die brave Jungfrau

5.2 Die Mäzenin

5.3 Die verkannte Muse: Goethes Schwester

5.4 Die Verführte

6. Der weibliche Sturm und Drang

6.1 Biographie Christiane Karoline Schlegel (1739-1833)

6.2 Christiane Caroline Schlegel: Düval und Charmille (1778)

6.3 Biographie Johanne Sophie Albrecht (1757-1840)

6.4 Johanne Sophie Albrecht: Theresgen (1781)

7. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede innerhalb der literarischen Strömung des Sturm und Drang. Das primäre Ziel ist es, den männlich dominierten Fokus der bisherigen Forschung zu erweitern, indem die Perspektiven und das literarische Schaffen rebellischer Autorinnen dieser Epoche analysiert und den Werken ihrer männlichen Zeitgenossen gegenübergestellt werden.

  • Analyse des männlichen Menschenbildes und der Heldenkonzepte im Sturm und Drang
  • Untersuchung von Frauenbildern als Männerphantasien in der zeitgenössischen Literatur
  • Darstellung der Rolle und des kreativen Ausdrucks von Frauen im literarischen Umfeld
  • Kritische Analyse spezifisch weiblicher Themen wie Ehe- und Familienfeindlichkeit
  • Gegenüberstellung von männlichen und weiblichen Perspektiven auf gesellschaftliche Repression

Auszug aus dem Buch

6.4 Johanne Sophie Albrecht: Theresgen (1781)

In Theresgen geht es um die gleichnamige Protagonistin, ein junges Bauernmädchen. Theresgen rettet den Grafen Adolf, Herr ihres Dorfes, vor dem Ertrinken in einem Teich, und verliebt sich in ihn. Später wirbt Franz, der Bruder ihrer Freundin Lehngen, um Theresgen. Die kann aber ob ihrer bedingungslosen Liebe zum Grafen Franz nicht annehmen.

Das Drama nimmt seinen Lauf, als Theresgen immer stärker von allen Seiten zur Hochzeit mit Franz gedrängt wird. Von ihrem Stiefvater Heinrich, Lehngen, deren Bräutigam Andres, und schließlich auch vom Grafen selbst. Der Graf erkennt schließlich Theresgen als seine Retterin, und möchte ihr zum Dank die Hochzeit finanzieren. Aus Angst vor einer Zwangsheirat, oder davor, dass die nicht standesgemäße Liebe bekannt werden könnte, tötet sich Theresgen schließlich durch einen Sprung in den Teich.

In diesem außergewöhnlichen Schauspiel wird die Vaterfigur auf mehreren Ebenen angegriffen, bzw. ausgehöhlt. Zunächst ist nicht nur der Vater Gesprächspartner, sondern Theresgen hat in Lehngen eine gute Freundin. Die auf Gehorsam abzielende Vater-Tochter-Beziehung spielt kaum eine Rolle. Die Reden des Vaters werden so entmachtet, sie werden beinah unwichtig. Die Vaterfigur wird weiterhin aufgespalten in zwei Personen: In den despotischen, frauenfeindlichen, und Besitzansprüche stellenden Stiefvater und den gutmütigeren Grafen Adolf. Beide handeln aber so, dass sie Theresgens Begehren zuwider handeln, ob bewusst (Stiefvater) oder unbewusst (Graf). Dadurch wird das väterlich/ männliche Prinzip zu etwas feindlichem für die bedrängte junge Frau.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der einseitigen, männlich geprägten Betrachtung des Sturm und Drang und Darlegung der Zielsetzung.

2. Was ist der Sturm und Drang?: Definition und Einordnung der Epoche sowie Darstellung ihrer gesellschaftlichen und geistesgeschichtlichen Rahmenbedingungen.

3. Der männliche Sturm und Drang: Analyse von zentralen männlichen Dramen der Zeit und ihrer Protagonisten als Ausdruck der zeitgenössischen Sturm-Themen.

5. Frauen im Sturm und Drang: Männerphantasien: Untersuchung der zeitgenössischen Wahrnehmung und literarischen Darstellung von Frauen durch männliche Autoren.

6. Der weibliche Sturm und Drang: Porträt weiblicher Autorinnen und detaillierte Analyse ihrer Werke als Gegenentwurf zur männlichen Dominanz.

7. Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit weiterer Forschung zum Wirken von Frauen im Sturm und Drang.

Schlüsselwörter

Sturm und Drang, Literaturgeschichte, Frauenbild, Männerphantasien, Geschlechterrollen, Feministische Literaturwissenschaft, Dramatik, Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, Kindsmord, Ehekritik, Selbstbestimmung, Emanzipation, Patriarchat, Sophie Albrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Strömung des Sturm und Drang im 18. Jahrhundert, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der geschlechtsspezifischen Analyse liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Analyse des männlichen Heldenbildes, die Darstellung von Frauen als Projektionsflächen männlicher Phantasien sowie die Aufarbeitung weiblicher Perspektiven auf Unterdrückung, Ehe und Familie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, die männlich dominierte Forschung zum Sturm und Drang zu hinterfragen und die literarischen Leistungen und Themen von Autorinnen dieser Zeit sichtbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung aktueller Forschungsergebnisse sowie der Interpretation primärliterarischer Texte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung männlicher Dramen, die Analyse der Frauenbilder in diesen Werken sowie die detaillierte Vorstellung und Interpretation spezifisch weiblicher Texte der Epoche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sturm und Drang, Geschlechterrollen, Emanzipation, Ehekritik und Patriarchat.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Frau in den Werken von Sophie Albrecht von jener in den Dramen von Goethe oder Schiller?

Während Frauen bei den männlichen Stürmern oft als passive Opfer oder Projektionsflächen fungieren, zeichnet Albrecht ihre Protagonistinnen als aktive Individuen, die ihre Selbstbestimmung fordern und an den patriarchalen Strukturen leiden.

Warum wird im Fazit von „schwarzen Flecken“ in der Forschung gesprochen?

Der Autor weist darauf hin, dass das Wirken weiblicher Autoren im Sturm und Drang in der Literaturgeschichte lange vernachlässigt wurde und daher noch erheblicher Forschungsbedarf besteht.

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Details

Title
Helden und Heldinnen: Frauen und Männer des Sturm und Drang
College
University of Hannover  (Seminar für Deutsche Literatur und Sprache)
Course
FLS 2: Zwischen Wanderbühne und höfischem Nationaltheater. Theatergeschichte und Dramenliteratur im Kulturwandel des 18. Jahrhunderts
Grade
2-
Author
Ralf Klossek (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V31081
ISBN (eBook)
9783638321914
Language
German
Tags
Helden Heldinnen Frauen Männer Sturm Drang Zwischen Wanderbühne Nationaltheater Theatergeschichte Dramenliteratur Kulturwandel Jahrhunderts Thema Sturm und Drang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ralf Klossek (Author), 2004, Helden und Heldinnen: Frauen und Männer des Sturm und Drang, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31081
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