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Das Krankheitsbild der Alkoholabhängigkeit. Geschichte, Ätiologie und Folgeschäden

Titel: Das Krankheitsbild der Alkoholabhängigkeit. Geschichte, Ätiologie und Folgeschäden

Akademische Arbeit , 2011 , 57 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dörthe Badenschier (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es, grundlegende Aspekte der Alkoholabhängigkeit aufzuzeigen: Die Darstellungen des Phänomens der Alkoholabhängigkeit, der Epidemiologie und der Ätiologie geben Auskunft über Hintergründe dieser Krankheit. Die Folgeschäden sowie die Behandlungsinhalte und -formen im deutschen Suchthilfesystem vertiefen dieses detaillierte Vorwissen zur Alkoholabhängigkeit, welches die Basis der hier bearbeiteten Thematik darstellt.

Die verschiedenen Facetten der Alkoholabhängigkeit werden in den folgenden Kapiteln näher beleuchtet und in Beziehung zu Deutschland gesetzt. Die Betrachtungen beginnen mit dem Phänomen der Alkoholabhängigkeit (vgl. Kap. 2), wobei die Geschichte als Krankheit (vgl. Kap. 2.1) und die Begriffsbestimmung, wann eine Abhängigkeit, ein Missbrauch bzw. eine Sucht vorliegt (vgl. Kap. 2.2), abgeklärt werden. Daraufhin werden die Epidemiologie der Alkoholabhängigkeit (vgl. Kap. 3) und die Ätiologie anhand verschiedener Erklärungsmodelle (vgl. Kap. 4) dargestellt. Es handelt sich hierbei zunächst um das sozialwissenschaftliche, die psychologischen (lerntheoretisch, kognitiv, psychoanalytisch und persönlichkeitstheoretisch) und um das (neuro-)biologische Erklärungsmodell (vgl. Kap. 4.1-4.3). Daraufhin wird das biopsychosoziale Erklärungsmodell der Alkoholabhängigkeit (vgl. Kap. 4.4) beschrieben, welches das gängige Modell in der Praxis dargestellt, da es die zuvor beschriebenen Erklärungstheorien integriert. Zum Schluss werden die Folgeschäden der Alkoholabhängigkeit (psychisch, sozial und physisch) (vgl. Kap. 5) beschrieben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Alkoholabhängigkeit

2 Das Phänomen der Alkoholabhängigkeit

2.1 Geschichte der Alkoholabhängigkeit als Krankheit

2.2 Begriffsbestimmungen: Abhängigkeit – Missbrauch – Sucht

3 Epidemiologie der Alkoholabhängigkeit

4 Ätiologie der Alkoholabhängigkeit

4.1 Das sozialwissenschaftliche Erklärungsmodell

4.2 Die psychologischen Erklärungsmodelle

4.2.1 Das lerntheoretische Erklärungsmodell

4.2.2 Das kognitive Erklärungsmodell

4.2.3 Das psychoanalytische Erklärungsmodell

4.2.4 Das persönlichkeitstheoretische Erklärungsmodell

4.3 Das (neuro-)biologische Erklärungsmodell

4.4 Das biopsychosoziale Erklärungsmodell

5 Folgeschäden der Alkoholabhängigkeit

5.1 Psychische Folgeschäden

5.2 Soziale Folgeschäden

5.3 Physische Folgeschäden

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, grundlegende Aspekte der Alkoholabhängigkeit wissenschaftlich aufzuarbeiten. Dabei stehen die Phänomenologie, die epidemiologischen Hintergründe, die verschiedenen ätiologischen Erklärungsmodelle sowie die vielfältigen psychischen, sozialen und physischen Folgeschäden im Fokus, um eine fundierte Wissensbasis für die Suchthilfe zu schaffen.

  • Historische Entwicklung des Krankheitskonzepts bei Alkoholabhängigkeit
  • Differenzierung der Begriffe Abhängigkeit, Missbrauch und Sucht
  • Multifaktorielle Erklärungsmodelle der Entstehung (biopsychosozialer Ansatz)
  • Analyse der Folgeschäden im Kontext des ICF-Modells

Auszug aus dem Buch

2.1 Geschichte der Alkoholabhängigkeit als Krankheit

Schon seit dem Altertum ist Alkohol unter den Menschen sehr weit verbreitet, doch auch schon seit Urgedenken ist diese Substanz „ein umstrittenes Getränk“ (Feuerlein 1979, S. 1 und vgl. Mann 1999, S. 183). Im Laufe des 16. Jahrhunderts kommt es durch umfassende gesellschaftliche Veränderungen zum Statusverlust des ungehemmten Alkoholkonsums. Dieser verliert seine Selbstverständlichkeit, woraufhin Menschen mit Alkoholproblemen zunehmend moralisch verurteilt und zusammen mit Verrückten und Kriminellen von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Im Jahre 1774 benannte der amerikanische Arzt Benjamin Rush den Alkoholismus erstmals als Krankheit des Willens. Durch ihn wurde die Entwicklung dahingehend angestoßen, diese Krankheit aus dem medizinisch-psychologischen Blickwinkel zu betrachten und dementsprechend zu behandeln. (Vgl. Schabdach 2009, S. 29 und vgl. Lindenmeyer 1999, S. 1) Durch die Aussage, dass die „... Begierde nach häufiger Trunkenheit eine durch die chemische Natur der alkoholischen Getränke hervorgerufene Krankheit ...“ (Soyka und Küfner 2008, S. 4) sei, wurde der schottische Arzt Thomas Trotter im Jahre 1780 zum „Vater des Krankheitskonzepts des Alkoholismus“ (ebd.). Der Arzt Magnus Huss aus Schweden bezeichnete im Jahre 1852 mit dem Begriff des Alkoholismus die körperlichen Folgeschäden, die durch übermäßigen Alkoholkonsum entstehen (vgl. Soyka und Küfner 2008, S. 1).

Das Bündel dieser Gedanken griff der amerikanische Physiologe Elvin Morton Jellinek auf und entwickelte im Jahre 1942 das Krankheitsmodell der Alkoholabhängigkeit, dem heutige Behandlungsansätze zugrunde liegen (vgl. Soyka und Küfner 2008, S. 16 und vgl. Lindenmeyer 1999, S. 1). Dieses Krankheitsmodell klassifiziert alkoholabhängige Menschen nach Typen und untergliedert die Krankheitsentwicklung der Alkoholabhängigkeit in Phasen (vgl. Feuerlein 2000c, S. 17f.). Obwohl das Modell bis heute kontrovers diskutiert wird, beeinflusste es die Entscheidung des Bundessozialgerichts vom 18. Juni 1968, dass nicht nur die Alkoholfolgekrankheiten, sondern auch der Alkoholismus als solcher in Deutschland als Krankheit anerkannt wurde. Diese Entscheidung ist von großer Bedeutung für das Verständnis und das Selbstverständnis alkoholkranker Menschen, denn sie wirkt der bis heute nicht gänzlich ausgeräumten Bagatellisierung und Moralisierung des Alkoholkonsums in unserer Gesellschaft entgegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Alkoholabhängigkeit: Einleitung in die Thematik, die das Ziel der Arbeit sowie den Aufbau der Kapitelfolge beschreibt.

2 Das Phänomen der Alkoholabhängigkeit: Erörterung der historischen Entwicklung der Krankheit sowie definitorische Abgrenzung der Begriffe Abhängigkeit, Missbrauch und Sucht.

3 Epidemiologie der Alkoholabhängigkeit: Darstellung der Risikoklassen des Konsums und statistischer Daten zur Verbreitung der Alkoholabhängigkeit in Deutschland.

4 Ätiologie der Alkoholabhängigkeit: Wissenschaftliche Analyse der Ursachen durch verschiedene Modelle, inklusive eines integrativen biopsychosozialen Erklärungsrahmens.

5 Folgeschäden der Alkoholabhängigkeit: Untersuchung der weitreichenden psychischen, sozialen und physischen Konsequenzen der Abhängigkeit für Betroffene und ihr Umfeld.

Schlüsselwörter

Alkoholabhängigkeit, Sucht, Alkoholmissbrauch, Ätiologie, Epidemiologie, biopsychosoziales Modell, ICF, Folgeschäden, Prävention, Behandlung, Suchthilfe, Co-Abhängigkeit, Psychische Erkrankungen, Diagnosekriterien, Trinkkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit liefert einen fundierten Überblick über das Krankheitsbild der Alkoholabhängigkeit, von der historischen Einordnung bis hin zur modernen biopsychosozialen Betrachtung der Entstehungsursachen und Folgeschäden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die theoretische Herleitung der Abhängigkeitsentstehung, die epidemiologische Situation in Deutschland sowie die detaillierte Analyse der negativen Auswirkungen auf die körperliche, psychische und soziale Lebensführung der Betroffenen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, das komplexe Vorwissen zur Alkoholabhängigkeit zu bündeln, um damit eine tragfähige Basis für das Verständnis von Behandlungsformen im deutschen Suchthilfesystem zu legen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der systematischen Zusammenführung verschiedener wissenschaftlicher Erklärungsmodelle, insbesondere unter Einbeziehung des biopsychosozialen Modells der Weltgesundheitsorganisation.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Phänomenologie, die Epidemiologie, die ätiologische Ursachenforschung (soziologisch, psychologisch, biologisch) sowie die detaillierte Untersuchung der resultierenden Folgeschäden auf verschiedenen Ebenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Alkoholabhängigkeit, biopsychosoziales Modell, ICF, Ätiologie und Suchthilfe aus.

Welche Rolle spielen die Teufelskreise bei der Suchtentstehung?

Sie dienen als Erklärungsmodell für die Aufrechterhaltung der Abhängigkeit, indem sie aufzeigen, wie somatische, intrapsychische und psychosoziale Belastungen als Pseudo-Bewältigungsstrategie zum erneuten Konsum führen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Gesellschaft?

Die Arbeit kritisiert eine liberale und teils verharmlosende deutsche Trinkkultur, die als Risikofaktor für die Entstehung und Chronifizierung von Alkoholabhängigkeit fungiert.

Ende der Leseprobe aus 57 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Krankheitsbild der Alkoholabhängigkeit. Geschichte, Ätiologie und Folgeschäden
Hochschule
Fachhochschule Kiel
Note
1,0
Autor
Dörthe Badenschier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
57
Katalognummer
V310830
ISBN (eBook)
9783668133631
ISBN (Buch)
9783668133662
Sprache
Deutsch
Schlagworte
krankheitsbild alkoholabhängigkeit geschichte ätiologie folgeschäden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dörthe Badenschier (Autor:in), 2011, Das Krankheitsbild der Alkoholabhängigkeit. Geschichte, Ätiologie und Folgeschäden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310830
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Leseprobe aus  57  Seiten
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