Konzepte von Tod, Jenseits und Sterbehilfe in den fünf Weltreligionen


Seminararbeit, 2015
23 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Hinduismus
1. 1. Tod - Jenseits
1.2. Sterbehilfe

2. Buddhismus
2. 1. Tod - Jenseits
2. 2. Sterbehilfe

3. Judentum
3. 1. Tod - Jenseits
3. 2. Sterbehilfe

4. Christentum
4. 1. Tod - Jenseits
4. 2. Sterbehilfe

5. Islam
5. 1. Tod - Jenseits
5. 2. Sterbehilfe

6. Ethikunterricht

Literaturliste

Im Sinne der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit auf das „Gendern“ verzichtet!

Einleitung

Seit es in den Beneluxstaaten und in einigen Einrichtungen der Schweiz die Möglichkeit der Tötung auf Verlangen bzw. des ärztlich assistierten Selbstmordes gibt, wird immer wieder aufs Neue diese Thematik kontrovers in den verschiedensten Ländern diskutiert.

Zumal auch einerseits mit dem Aufkommen von immer mehr Möglichkeiten der Hightech-Medizin Leben zu erretten oder zu verlängern die Angst vieler steigt, nicht in Ruhe sterben zu können, andererseits das Prinzips der Selbstbestimmung des Menschen sich immer mehr in den Vordergrund spielt und fast zum wichtigsten Faktor, der unter allen Umständen berücksichtigt werden muss, entwickelt hat.

Natürlich prallen bei diesen Diskussionen unter anderem auch die unterschiedlichen Sichtweisen der verschiedensten Religionen bzw. Weltanschauungen auf einander, wie wir es erst wieder im Juli 2014 in Großbritannien erlebt haben.[1]

Im Folgenden soll zuerst einmal die Einstellung zum Sterben und Tod der fünf großen Weltreligionen aufgezeigt werden.

Auch der jeweiligen Vorstellung des Lebens nach dem Tode wird Raum gegeben, da sie nicht unbedeutend für Befürwortung oder Ablehnung der Sterbehilfe in ihren verschiedensten Facetten darstellt.

Diesem folgt dann ein Überblick über die jeweiligen ethischen Begründungen bezüglich der Sterbehilfe. Wobei unter aktiver Sterbehilfe das gezielte Töten eines Menschen und unter ärztlich assistierten Suizid das zur Verfügungstellen eines tödlichen Mittels von einem Arzt verstanden werden soll. Im Unterschied dazu ist unter passiver Sterbehilfe der Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen und unter indirekter Sterbehilfe die Verabreichung von schmerzlindernden Mitteln unter Inkaufnahme der dadurch verursachten Lebensverkürzung zu verstehen.

Abschließend wird noch ein Blick auf die mögliche Einbindung in den Ethikunterricht geworfen.

1. Hinduismus

Den Hinduismus an und für sich gibt es nicht. Der Begriff fasst nur die indischen Religionen zusammen und macht diese daher für uns fassbarer.[2] Der Hinduismus ist die drittgrößte Religion und vor allem in Indien und den umliegenden Ländern anzutreffen.

1. 1. Tod - Jenseits

Gemeinsam ist allen indischen Religionen, dass sie an das Karma, das ewige Weltgesetz und die damit verbundene Seelenwanderung glauben. Der Tod wird als Transformationsvorgang gesehen, auf den man sich vorbereiten soll.[3] Dieser Übergang wird z. B. in der Bhagavad Gita (BG) mit dem Ausziehen eines alten und dem Anziehen eines neuen Kleides verglichen, wobei der unsterbliche Kern eines Menschen deutlich zum Ausdruck gebracht wird, der durch nichts zerstörbar ist:

„Wie ein Mensch alte Kleider ablegt und zu anderen, neuen greift, so legt der Körperhaber alte Körper ab und geht <in> andere, neue <ein>. Nicht schneiden ihn Schwerter, nicht brennt ihn der läuternde <Feuergott>, auch nicht nässen ihn die Wasser, nicht dörrt ihn der Wind aus. Unschneidbar ist er, unbrennbar ist er, unnäßbar und undörrbar, beständig, alldurchdringend [in alles <hinein>gegangen], feststehend, nicht abweichend ist er, urewig. Erscheinungslos ist er, undenkbar ist er, unverwandelbar wird er genannt. Daher, so ihn wissend, darfst du nicht klagen.“ (BG 2,22-25)

Es gibt Zeichen für den nahenden Tod und die Aufgabe des Sterbenden ist es, sich rituell vorzubereiten, sich nicht dagegen zu wehren und den Tod anzunehmen.

Der Sterbende soll, wenn möglich, von einem Brahmanen rituell begleitet werden. Die Angehörigen haben für eine Umgebung zu sorgen, die es dem Sterbenden ermöglicht gelassen zu sterben und nicht dafür, dass das Stereben unbeschwerlicher oder leichter wird.[4] Wichtig ist, dass der Sterbende positive Gedanken hegt, weil sich dies günstig für die Wiedergeburt (Reinkarnation) auswirkt. In der Bhagavad Gita steht sogar, dass alleine damit das Eingehen in Vishnu erreicht werden kann:

„Wer in der Todesstunde mein gedenkend scheidet aus dem Leib, Der gehet in mein Wesen ein, darüber kann kein Zweifel sein. An wessen Wesen immer er gedenkt, wenn er den Leib verläßt, In dessen Wesen geht er ein und paßt sich dessen Wesen an. Zu allen Zeiten denke drum an mich allein und kämpfe frisch! In mich versenk' Sinn und Verstand, dann gehst du sicher ein in mich. „An wessen Wesen immer er gedenkt, wenn er den Leib verläßt, in dessen Wesen geht er ein und paßt sich dessen Wesen an.“[5] (BG 8,5-7)

Allerdings ist es auch möglich, dass es nicht unbedingt zu einer Höherentwicklung kommen muss, denn nicht alle Menschen tun das Richtige und so gibt es auch den Gedanken der Wiedergeburt als Strafe für schlechte Taten (BG 12,7). So wird z. B. durch Suizid der Kreislauf der Reinkarnation hinausgezögert und man wird, ob der schlechten Tat, auf einer niederen Stufe wiedergeboren.[6] Selbsttötung ist nämlich verboten. Abgesehen vom schlechten Karma, das man dabei auf sich lädt, weil man rituell nicht begleitet und unvorbereitet gewaltsam seinem Leben ein Ende gesetzt hat, sollte man ja gelassen dem Tod entgegensehen und ihn weder herbeisehnen noch verwünschen.[7] Allerdings wurde lange Zeit der Suizid von Witwen, die bei der Verbrennung ihres verstorbenen Ehemannes den eigenen Tod suchten oder der Tod eines Asketen als etwas Ehrenvolles betrachtet.[8]

Für die Hindus beginnt mit dem Tod ein neues Leben, denn es folgt die nächste Wiedergeburt. Wobei das nächste Leben durch die guten und schlechten Taten (Karma) des Menschen bestimmt wird.[9] Das Karma überdauert den Tod und haftet am feinstofflichem Körper.[10] Je nachdem ob man gutes oder schlechtes Karma angesammelt hat, wird man in eine der fünf Daseinsbereiche hineingeboren:

„als Gott im Himmel, als Gandharva oder Apsaras (himmlische Musikanten oder Nymphen) im Luftraum, als Mensch oder Tier auf der Erde, als Dämon in der Unterwelt oder als Folterteufel und Gequälter in der Hölle.“[11]

Allerdings kann nur der Mensch aus dem Kreislauf der Wiedergeburt (Samsara) befreit werden und nur dann, wenn alles Karma aufgebraucht ist.[12]

In den Richtungen im Hinduismus, in denen eine persönliche Beziehung nur zu einem bestimmten Gott gelebt wird, gibt es jedoch auch die Anschauung, dass der verehrte Gott auch einen schlechten Menschen direkt erretten kann.[13]

Nach dem Eintritt des Todes muss der Leichnam alsbaldigst verbrannt werden. Bei dieser Verbrennung wird das Leben erneuert, durch die Hitze der Lebensatem befreit und kann so in den Kosmos aufsteigen[14]. Das Selbst (Atman) verlässt mit dem Karma behaftet den Körper, um dann wieder in einen anderen Körper zu schlüpfen.[15] Anschließend ist es wichtig, dass zumindest die Asche in den Ganges oder in einen anderen heiligen Fluss gestreut werden kann, damit es eine gute Chance für die Wiedergeburt oder für das Sein im Paradies des Gottes Shiva gibt. Besser wäre es allerdings direkt in Benares zu sterben.[16]

Die, die es nicht geschafft haben aus dem Samsara auszusteigen, warten dann auf das baldige Wiedergeborenwerden.[17]

1.2. Sterbehilfe

Da Suizid grundsätzlich verboten ist, ist es natürlich auch klar, dass Hindus der Tötung auf Verlangen oder dem ärztlich assistierten Selbstmord negativ gegenüber eingestellt sind.

Heller bezieht sich bei ihren Ausführungen bezüglich der Sichtweise der Sterbehilfe im Hinduismus auf die Dharma Literatur, die die brahmanische Position das Verhalten der Menschen regelnd wiederspiegelt. Demnach hat das Leben für Hindus einen hohen Stellenwert und ist ausgerichtet auf die endgültige Erlösung (Moksha). Im Zentrum steht das für alle vorgeschriebene Nicht-Verletzen, wie es auch im Gesetzbuch des Manu 10,63 geschrieben steht und natürlich auch die Gewaltlosigkeit. Allerdings gibt es unter bestimmten Umständen Ausnahmen, wie z. B. das Selbstopfer einer Witwe oder der Suizid eines Samnyasin, dessen einziges Bestreben nur mehr darin liegt, Moksha zu erreichen. Bereits in den ältesten Schriften wurde für alte Menschen eben diese Möglichkeit genannt. Falls man seine Aufgabe erfüllt hat, über 70 Jahre, hinfällig und krank ist, wäre z. B. Sterbefasten erlaubt, obwohl man prinzipiell für Suizid z. B. für 60.000 Jahre in die Hölle verbannt wird,[18] da dieser Suizid gewaltfrei geschieht, denn verhungern bedeutet keine aktive Gewaltanwendung, sonder ist passiv.[19]

Sowohl der durch einen Arzt herbeigeführte Tod, als auch eine künstliche Verlängerung des Lebens wird negativ bewertet, da es einen gewaltsamen Eingriff darstellt und sich schlecht auf das Karma aller, die daran beteiligt sind, auswirkt.

Wobei aber z. B. Ghandi diese Sichtweise nicht vertreten hat, sondern für ihn das Töten eines schwer leidenden Menschen, für den es keine Hoffnung mehr zu geben scheint, als gewaltlos, im Sinne von Mitleid habend, darstellt. Trotzdem wird nur von einer Minderheit aktive Sterbehilfe befürwortet.[20]

Auch die passive Sterbehilfe wird kontrovers diskutiert. Wenn man z. B. etwas gegen Schmerzen unternimmt, die ja Folgen aus dem früheren Leben darstellen, Schmerzmittel in der letzten Phase des Lebens einnimmt, wirkt sich dies ebenfalls negativ auf das Karma aus und man muss die Schmerzen dann eben im nächsten Leben erdulden.[21]

2. Buddhismus

Aus dem Hinduismus ist durch das Wirken von Siddhartha Gautama (Buddha) die viertgrößte Weltreligion, der Buddhismus, hervorgegangen, der vor allem in Ost-, Südost- und Südasien verbreitet ist.

2. 1. Tod - Jenseits

Die verschiedenen Strömungen im Buddhismus gehen davon aus, dass der eigene Körper als ein Werkzeug zu betrachten ist, der erfüllt ist vom unbegrenzten und unzerstörbaren Bewusstseinsstrom.[22] Alles Leben unterliegt ständiger Veränderung durch den Tod. Es ist ein ewiger Kreislauf.[23] Der Tod ist Zeichen der Vergänglichkeit und des Leides, wobei das Sterben sich im Samsara ständig wiederholt.

Die mutwillige Schädigung des anderen, wie auch des eigenen Körpers, wird grundsätzlich negativ gesehen und ist, mit Ausnahme der rituellen Suizide im ostasiatischen Buddhismus, verboten.[24]

Die Unterstützung vor dem Sterben ist besonders wichtig, damit der Übertritt in eine andere Existenzform erleichtert werden kann.[25] Dem Sterbenden soll die Angst vor dem Sterben genommen werden. Man ruft dazu einen religiösen Meister, der dem Sterbenden gut zuredet und meditative Texte ins Ohr flüstert. Außerdem wird der Sterbende so hingelegt, wie Buddha gestorben ist, damit möglichst das Bewusstsein aus dem linken Nasenloch den Körper verlassen kann um eine gute Wiedergeburt erreichen zu können.[26]

Das Tibetische Totenbuch dient z. B. besonders dieser Vorbereitung auf das Sterben und die Begleitung von Sterbenden. Zwischen Tod und Reinkarnation werden hier mehrere Zwischen-zustände zu Lebezeiten und danach beschrieben. So kann sogar unter anderem z. B. durch das Hören eines bestimmten Kapitels daraus die Befreiung vom Leiden ermöglicht werden, indem ein Lama der Leiche dieses Kapitel 49 Tage lang vorliest.[27]

Im Tod verlässt nämlich das Bewusstsein den Körper. Danach darf der Tote eine halbe Stunde nicht angerührt werden, damit die Wiedergeburt nicht gefährdet ist. Das Ziel aber ist letztlich nicht wiedergeboren zu werden, aus dem Samsara durch Selbsterlösung auszusteigen und ins Nirvana einzugehen.[28] Im Gegensatz zum Hinduismus stehen aber hinter dem Karma nicht die Taten selbst, sondern die dahinter liegende Absicht, die Intention, im Vordergrund.[29]

Ebenso anders sah Buddha das Atman. Die Seele löst sich für ihn mit dem Tod auf, da alles vergänglich ist und somit auch diese nicht den Tod überdauert. Nach dem Tod gibt es nur sich immer wieder verändernde geistige Kräfte.[30]

Der Leichnam muss innerhalb von drei Tagen entweder begraben, verbrannt oder wie im Tibet oftmals üblich, den Geiern zum Fraß vorgeworfen werden. Wenn dies nicht möglich ist, kann man ihn erst wieder ab dem 49. Tag bestatten. Bis dorthin ist das Bewusstsein wieder soweit um dem Karma gemäß in einen neuen Körper wiedergeboren zu werden.[31]

In seiner 130. Rede führt Buddha aus, dass die in ihrem Leben Gutes gedacht und getan, nichts Heiliges getadelt und Rechtes geachtet und getan haben entweder nach der Auflösung der Körper wieder unter die Menschen zurück kehren oder in den Himmel gelangen. Die Schlechten kehren entweder ins Gespensterreich, in die Tierheit wieder oder:[32]

„Und auch jene lieben Wesen sind in Taten dem Schlechten zugetan, in Worten dem Schlechten zugetan, in Gedanken dem Schlechten zugetan, tadeln Heiliges, achten Verkehrtes, tun Verkehrtes; bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, kehren sie abwärts, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in höllische Welt wieder.“[33]

Aus dieser Hölle, gibt es erst dann ein Entrinnen, wenn durch das Quälen im Feuer das ganze böse Werk gesühnt ist und man stirbt. Außer dieser ersten Ebene, kann die Wiedergeburt auch noch auf zwei anderen Ebenen geschehen:

„Die zweite ist die der Götter, die noch manifest sind, die dritte die derjenigen Götter (Devas),die alles dies hinter sich gelassen haben. Dennoch sollte der Gläubige danach streben, alle diese Ebenen schließlich zu überwinden.[34]

Wollte man ins Nirvana, wo dann die Existenz endgültig völlig verlischt, gelangen, so war dies ursprünglich nur durch Mediation, Askese und Zölibat möglich. D. h., dass nur wenige Erleuchtung finden können. Alle die, die diese Sichtweise vertreten, werden im Hinayana-Buddhismus zusammengefasst. Im Mahayana-Buddhismus können alle die Erleuchtung erlangen, die die Grundregeln des Buddhismus einhalten.[35]

Diese Sichtweise wurde stärker, da es doch mehr Menschen gelingen müsste, erleuchtet zu werden. So wandte man sich z. B. – die Aussichtslosigkeit ins Nirvana so zu gelangen erkennend –der Amida Verehrung zu und hoffte, dass man in dessen Reich hingeboren werde um von diesem reinen Land aus ins Nirvana zu gelangen. Zuerst war dies zwar auch nur für Mönche und Nonnen möglich, später dann aber auch für Laien.[36]

Ist man aus dem Samsara endgültig befreit und erreicht man das Nirvana, stellt dies letztlich ein spirituelles Ereignis dar.[37] Erleuchtete sind zwar nicht mehr dem Samsara unterworfen, allerdings gibt es die Möglichkeit, um anderen Menschen nützlich zu sein, den Sterbevorgang so zu steuern, dass man wieder wiedergeboren wird.[38]

2. 2. Sterbehilfe

Suizid ist im Buddhismus verboten und somit wird auch aktive Sterbehilfe oder ärztlich assistierter Suizid nicht gut geheißen, denn das schlechte Karma, das zu Leiden geführt hat, würde durch ein vorzeitiges Ende die Wiedergeburt beeinflussen und es käme im neuen Leben wieder zum Tragen.[39] Man kann seinem Karma nicht entfliehen. Wenn man die Leiden nicht auf sich nimmt, muss man diese eben in seinem nächsten Leben durchleiden.

Aus Mitleid oder Liebe kann aus buddhistischer Sicht ein töten oder ein sich-töten-lassen nicht geschehen, denn wenn jemand liebt kann er nicht töten. Noch dazu häuft man mit der Anstiftung zum Töten zusätzlich schlechtes Karma an und kann sein negatives Karma auch nicht abarbeiten.[40]

Wenn ein Arzt dem Leben frühzeitig aus Mitleid ein Ende setzen würde, würde er für sich und auch für den Sterbenden ein schlechtes Karma bewirken.[41] Denn letztlich verabscheut der Arzt oder derjenige der einem aktiv beim Suizid hilft das Leiden, nimmt es nicht an und indem er gegen Leiden und Schmerzen vorgeht verletzt er somit das Gebot der Gleichmut, die man gegenüber allem, was einem begegnet, haben sollte. Allerdings Erleuchtete dürfen aus Mitleid die Normen übertreten, denn nur sie sind in der Lage begierdefrei und uneigennützig zu handeln.[42] So gesehen wird auch die passive Sterbehilfe kontroversiell diskutiert.

3. Judentum

Laut Schwikart kann man unter Judentum die Zugehörigkeit einerseits zum jüdischen Volk, andererseits zur jüdischen Religion verstehen, was ja ursprünglich eine Einheit gebildet hatte, aber seit der Vertreibung der Juden so nicht mehr gegeben ist.[43] Im Folgenden sei mit „Juden“ die Anhänger des JHWH-Glaubens zu verstehen. Das Judentum stellt die kleinste, damit fünftgrößte Religion, dar und ist vorwiegend in den USA und in Israel vertreten.

3. 1. Tod - Jenseits

Das Leben ist Geschenk von JHWH und der menschliche Körper steht im Dienst JHWHs und muss bei guter Gesundheit gehalten werden, damit ein hohes Alter erreicht werden kann.[44] Wer nach den Geboten lebt und von JHWH gesegnet ist, wird auch wie Abraham sehr alt werden (Gen 25,8). Tag und Stunde des Todes bestimmt Gott, denn in den Sprüchen der Väter heißt es:

[...]


[1] Vgl. Umfrage: Mehrheit von britischen Gläubigen für Sterbehilfe, in: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59399/Umfrage-Mehrheit-von-britischen-Glaeubigen-fuer-Sterbehilfe [abgerufen am 3.2.2015].

[2] Vgl. Elsas, Christoph: Sterben, Tod und Trauer in den Religionen und Kulturen der Welt, Berlin: EB-Verlag, Dr. Brandt 2007, 26.

[3] Vgl. Bleck, Julia: Der Tod in verschiedenen Religionen, in: Http://www.fundus.org/pdf.asp?ID=12970 [abgerufen am 1.2.2015].

[4] Vgl. Faust Kallenberg, Susanna / Repp, Martin: Todesvorstellungen und Sterberiten in den Religionen. Religiöse Lehren und gelebtes Brauchtum, in: http://www.rpi-ekhn.de/cms/fileadmin/rpz/download/allgemein/Tod_und_Sterben_Materialsammlung.pdf [abgerufen am 2.2.2015].

[5] Bhagavad-Gîtâ = Mahâbhârata, Buch 6 (Bhîshmaparva), in: http://12koerbe.de/hanumans/gita-8.htm [abgerufen am 1.2.2015].

[6] Vgl. Mösgen Peter: Selbstmord oder Freitod? Das Phänomen des Suizides aus christlich-philosophischer Sicht, Eichstätt: BPB-Verlag diritto 1999, 71.

[7] Vgl. Faust: [abgerufen am 2.2.2015].

[8] Vgl. Der Freitod im Hinduismus, in: http://www.freitod.net/ [abgerufen am 2.2.2015].

[9] Vgl. Grabner-Haider: Ethos der Weltkulturen. Religion und Ethik, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG 2006, 56.

[10] Vgl. Elsas: 26.

[11] Grabner-Haider: 56.

[12] Vgl. ebd.: 57.

[13] Vgl. Faust: [abgerufen am 2.2.2015].

[14] Vgl. Elsas: 26.

[15] Vgl. Bleck: [abgerufen am 1.2.2015].

[16] Vgl. Elsas: 53.

[17] Vgl. Tebhart, Franjo: Jenseitswelten. Leben nach dem Tod, Köln: Parragon, 2006, 49.

[18] Vgl. Heller, Birgit: Sterbehilfe im Hinduismus und Buddhismus: Gut Sterben unter den Bedingungen von Karma und Wiedergeburt, in: Moser, Marcia E. / Sieprath, Maud E. (Hg.): Zwischen Leben und Tod: Religionswissenschaftliche Perspektiven auf Sterben und Sterbehilfe, Berlin 2008, 53–56.

[19] Vgl. Der Freitod im Hinduismus: [abgerufen am 2.2.2015].

[20] Vgl. Heller: 59.

[21] Vgl. Klinik Hirslanden: Pflege – Sterben – Religion. Mitarbeiterhandbuch für den Umgang mit Sterbenden und Angehörigen aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen, in: http://www.palliative-ostschweiz.ch/fileadmin/user_upload/04aktuelles/fachartikel/2012_HZU_Brosch_Sterben_und_Tod.pdf [abgerufen am 3.2.2015].

[22] Vgl. Bleck: [abgerufen am 1.2.2015].

[23] Vgl. Elsas: 27.

[24] Vgl. ebd.: 28.

[25] Vgl. ebd.: 27.

[26] Vgl. Schwikart, Georg: Tod und Trauer in den Weltreligionen, Kevelaer: Lahn-Verlag 2010, 68.

[27] Vgl. Faust: [abgerufen am 2.2.2015].

[28] Vgl. Tebhart: 51.

[29] Vgl. Bleck: [abgerufen am 1.2.2015].

[30] Vgl. Slimm, Hans-Joachim: Und ich sah einen neuen Himmel. Jenseitsvorstellungen in den Religionen der Welt, Ostfildern: Patmos Verlag der Schwabenverlag AG, 2012, 35.

[31] Vgl. Schwikart: 72.

[32] Vgl. Buddha: M. 130. (XIII,10) Devadūta Sutta (Die Götterboten), in: http://www.palikanon.de/majjhima/m130n.htm [abgerufen am 4.2.2015].

[33] Ebd.: [abgerufen am 4.2.2015].

[34] Slimm: 36.

[35] Vgl. Schwikart: 62.

[36] Vgl. Faust: [abgerufen am 2.2.2015].

[37] Vgl. Slimm: 35.

[38] Vgl. Bleck: [abgerufen am 1.2.2015].

[39] Vgl. Klöckler, Michael, u. a.: Wörterbuch Ethik der Weltreligionen. Die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 21996, 209.

[40] Vgl. Greger, Wolfgang: Selbstmord, Sterbehilfe (ärztlich assistierter Suizid) aus buddhistischer Sicht, in: http://www.palikanon.com/diverses/fragen/suizid.html [abgerufen am 1.2.2015].

[41] Vgl. Klöckler: 209.

[42] Vgl. Heller: 64.

[43] Vgl. Schwikart: 20.

[44] Vgl. Elsas: 41.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Konzepte von Tod, Jenseits und Sterbehilfe in den fünf Weltreligionen
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Institut für Katechetik und Religionspädagogik)
Veranstaltung
Ethik der Religionen und Kulturen
Note
1
Autor
Jahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V310842
ISBN (eBook)
9783668093386
ISBN (Buch)
9783668093393
Dateigröße
577 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tötung auf Verlangen, ärztlich assistierter Suizid, Tod – Jenseits im Hinduismus, Suizid – Sterbehilfe im Hinduismus, Tod – Jenseits im Buddhismus, Suizid – Sterbehilfe im Buddhismus, Tod – Jenseits im Judentum, Suizid – Sterbehilfe im Judentum, Tod – Jenseits im Christentum, Suizid – Sterbehilfe im Christentum, Tod – Jenseits im Islam, Suizid – Sterbehilfe im Islam, Ethikunterricht, Thema Tod
Arbeit zitieren
Mag. theol. Ottilie Kumpitsch (Autor), 2015, Konzepte von Tod, Jenseits und Sterbehilfe in den fünf Weltreligionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310842

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