Angebot und Bedeutung öffentlicher Förderkredite für mittelständische Unternehmen

Ein aktueller Überblick


Seminararbeit, 2015

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und TabeMenverzeichnis

Abkurzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Forderkredite? Was? Wieso? Woher?

3. Uberblick uber aktuelle Kreditprogramme
3.1. KFW Unternehmerkredit
3.2. KFW Erneuerbare Energien „Standard“
3.3. KFW Energieeffizienzprogramm
3.4. L-Bank Wachstumsfinanzierung
3.5. L-Bank Energieeffizienzfinanzierung - Mittelstand
3.6. L-Bank Grundungsfinanzierung

4. Die Bedeutung offentl. Forderkredite fur den Mittelstand

5. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: KMU Definition

Abbildung 2: Hausbankenprinzip

Abbildung 3: Anteile des Mittelstandes

Abkurzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Das Thema der Forderkredite ist ziemlich komplex und wenn man sich nicht weift wie und wo orientieren, kann es auf einen auch schon mal wie ein grofter weiter Dschungel wirken.[1] Es gibt unglaublich viele Forderprogramme (ca. 1500 - 2000 aktuell in Deutschland) und auch etliche Forderinstitute in der Bundesrepublik Deutschland.

Das groftte Institut ist die KfW, egal ob Klempnerei in Norddeutschland oder eine Schreinerei im tiefsten Schwarzwald, sie ist bundesweit mit Fordermitteln aktiv. Zu- satzlich gibt es in jedem Bundesland noch eigene Landesforderinstitute (in Baden- Wurttemberg ist dies die L-Bank).

Um einen Uberblick zu verschaffen, wird hier auf die entsprechenden gewerblichen Forderkredite genauer eingegangen. Fur den Mittelstandler als Privatperson sind ebenfalls die „privaten Forderkredite1' von Interesse gerade im Bezug auf die eigene Wohnimmobilie, diese bleiben hier aber aufgrund des Umfangs auften vor.

Das Thema Forderung umfasst jedoch nicht nur Kredite, es wird viel umfassender ge- fordert als es zunachst aussieht, es gibt aufter Krediten vier weitere wichtige Themen- felder.[2] Fur viele ist zum einen die Beratung ein relevantes Thema (z.B. in kaufmanni- scher Hinsicht oder grundsatzlich in der Existenzgrundung), dies wird groftteils durch Behorden (z.B. BAFA) ubernommen. Fur schnell wachsende Unternehmen sind auch Beteiligungsgesellschaften eine wertvolle Forderung, diese erhalten auf einen befris- teten Zeitraum Anteile an dem Unternehmen und stellen somit „Eigenkapital“ zur Ver- fugung. Ein weiterer Pfeiler im Forderumfeld sind die Burgschaftsbanken, welche auf Landesebene organisiert sind. Bei Unternehmen, bei denen die Stellung von Sicher- heiten nicht moglich bzw. fur die Bank nicht ausreichend ist, treten die Burgschafts­banken in Aktion und ubernehmen Burgschaften fur die entsprechend ausgereichten Darlehen an das Unternehmen. Der letzte Pfeiler sind sogenannte Projektgesellschaf- ten, durch sie wird die Abwicklung gewisser Programme ubernommen, dies geschieht meist im Auftrag von Ministerien, die Projekttrager haben hier die „Vermittlerfunktion“ zwischen den Ministerien und den Unternehmen. Hier wird nun ebenfalls nicht detail- lierter auf diese Themen aufgrund des Umfangs eingegangen.

Auch die EIB wird aufgrund des Umfangs nicht naher betrachtet.

Im ersten Teil der Arbeit geht es zuerst um die Definition des Mittelstandes. Wer gehort uberhaupt zum Mittelstand und warum gibt es hier gewisse Abgrenzungen. Im Weite- ren stellt sich dann die Frage, wie kommt man an einen Forderkredit und wo kann man diesen entsprechend beantragen.

Mit einem aktuellen Uberblick wird sich der zweite Teil befassen. Es wird uber die je- weils drei groAten Forderkreditprogramme der Bundesrepublik Deutschland und des Bundeslandes Baden-Wurttemberg berichtet.

Die Bedeutung der Forderkredite wird entsprechend zum Schluss behandelt. Hier wird in ganzlichem Umfang darauf eingegangen, fur wen diese Forderung wichtig ist, wa- rum es sie uberhaupt gibt und wer alles davon profitiert. Es ist nicht nur fur den Unter- nehmer und dessen Unternehmen von Bedeutung.

2. Forderkredite? Was? Wieso? Woher?

Um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, sollte erst mal geklart werden, was uberhaupt ein Forderkredit ist und wie sich der Mittelstand definiert.

Es wird immer uber den Mittelstand gesprochen, jeder kennt ihn aber keiner weiA so genau, wo er anfangt und wo er aufhort, es gibt jedoch eine quantitative MessgroAe, die den Mittelstand definiert, es sind die sogenannten KMU Kriterien.[3] An dieser Defi­nition wird entsprechend fur die meisten Forderprogramme auch entschieden, ob ein Unternehmen die Forderung bekommt oder nicht. In Deutschland gibt es vom IfM Bonn die Mittelstandsdefinition. Anhand dieser Definition muss die Mitarbeiteranzahl unter 500 liegen. Zum Zweiten darf der Jahresumsatz maximal 50 Mio. EUR betragen. Al- lerdings findet diese Definition international keine Anerkennung und ist somit fur die Forderkredite nicht von Relevanz. Die fur die Forderprogramme und international gul- tige Definition der EU-Kommission macht sich wie folgt fest:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: KMU Definition[4]

D.h. hat ein Unternehmen mehr als 250 Mitarbeiter kann es nicht mehr auf die Forder- kredite fur KMU zuruckgreifen. Und muss dann auf die Hausbank Oder externe Geld- geber zuruckgreifen. Jedoch uber die Definition eines GU besteht ebenfalls noch die Moglichkeit auf KfW Mittel zuruckzugreifen, allerdings nicht zu den Konditionen die fur die KMU gelten.

Ein Forderkredit ist eine Moglichkeit fur den Mittelstand sich gunstig Fremdkapital zu besorgen. Wie es der Name schon innehat, wird damit der Mittelstand anhand von zinssubventionierten Krediten gefordert.

Ganz wichtig ist naturlich, wo man den Forderkredit beantragen kann, es besteht zwar die Moglichkeit direkt nach Frankfurt zur KfW zu gehen und dort nachzufragen.[5] Einen Kredit bekommt man so allerdings nicht. Es gilt das sogenannte „Hausbankenprinzip“. Der Unternehmer der einen Forderkredit mochte, beantragt diesen bei seinem Bank- berater und bekommt uber diesen Weg Zugang zu den Forderkrediten.

Das Schaubild stellt die Beantragung bei der KfW dar, bei der L-Bank gilt analog das gleiche System.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Hausbankenprinzip[6]

Nun steht aber letztendlich die Frage im Raum warum bekommt der Mittelstand diese Moglichkeit des „gunstigen“ Geldes und warum brauchen wir in Deutschland diese FordermaAnahmen? Genaues hierzu findet sich in Kapital vier dieser Arbeit wieder.

3. Uberblick uber aktuelle Kreditprogramme

Um hier nicht ins Uferlose, zu geraten wird es auf die nach FOrdervolumen gemessen drei grOftten FOrderkredite der KfW und L-Bank begrenzt, beginnend mit dem grOftten Programm nach Volumen sortiert. Es wird jeweils der gunstigste und der teuerste Zins- satz mit aufgefuhrt, als relevantes Datum gilt der 03.06.2015 bzw. die zu diesem Da­tum gultigen Konditionen der KfW[7] bzw. der L-Bank[8].

Die beste Kondition ist die sogenannte A-Kondition, dieses System geht bis zum Buch- staben I.[9] Je nach Bonitat des Unternehmens und der Besicherung des Vorhabens ergibt sich hier eine Preisklasse fur den Kunden. Anhand diesem risikogerechten Zins- system erhalt das Unternehmen eine entsprechend faire Kondition. Den vergunstigten Sollzins bekommt der Unternehmer fur die komplette Kreditlaufzeit, jedoch maximal zehn Jahre, heiftt bei Laufzeiten von 15 oder 20 Jahren werden nur die ersten zehn Jahre gefOrdert.

Zusatzlich auch abhangig von der Gesamtlaufzeit erhalt der Kreditnehmer die MOg- lichkeit der tilgungsfreien Anlaufzeit zwischen 0 und 3 Jahren.[10] Heiftt in dieser Zeit mussen vorerst nur die Zinsen fur den Kredit bezahlt werden.

Das gesamte FOrdervolumen der KfW im Jahre 2014 im mittelstandischen Bereich be- lauft sich auf die Summe von 19.924 Mio. EUR.[11] Bei der L-Bank wurden Mittel in HOhe von 2.962 Mio. EUR zur Verfugung gestellt.[12]

Bei allen Kreditprogrammen ist zu beachten, dass der Antrag bei der Hausbank vor dem Beginn des Vorhabens eingegangen ist. Ansonsten ist keine FOrderung mOglich.

3.1. KFW Unternehmerkredit

FOrdervolumen 2014: 6.870 Mio. EUR

Der Unternehmerkredit, das mit Abstand grOftte FOrderprogramm nach Volumina ist fur Unternehmen und freiberuflich Tatige die bereits mindestens funf Jahre am Markt bestehen geeignet.[13] In den ersten funf Jahren kann ein Unternehmen jeweils auf die Grundungsprogramme zuruckgreifen. Es kann alles was zur unternehmerischen Ta- tigkeit dazugehOrt finanziert werden. Sowohl Investitionen (z.B. Grundstuckserwerb o­der Fahrzeuge) als auch Betriebsmittel (z.B. Marketingmaftnahmen oder Personalkos- ten). Pro Vorhaben ist ein Volumen von 25 Mio. EUR fOrderbar. Die Finanzierung bietet bis zu drei tilgungsfreien Anlaufjahren je nach Laufzeit an. Es kOnnen auch Auslands- vorhaben deutscher Unternehmen damit finanziert werden.

A-Kondition: 1,00% nom. p.a.

I-Kondition: 8,20% nom. p.a.

3.2. KFW Erneuerbare Energien „Standard“

FOrdervolumen 2014: 3.879 Mio. EUR

Das zweitgrOftte FOrderprogramm der KfW bezieht sich auf die Finanzierung der Nut- zung erneuerbarer Energien fur die Strom- und Warmeerzeugung.[14] Ein typisches Fi- nanzierungsbeispiel ware eine Biogasanlage oder Windkraftanlage an Land (On­shore). Es werden allerdings keine gebrauchten Anlagen gefOrdert. Nicht nur Unter­nehmen und Freiberufler kOnnen auf diese FOrdermOglichkeit zuruckgreifen, sondern auch Landwirte und auslandische Unternehmen, sofern sich dieses mehrheitlich in Pri- vatbesitz befindet. Auch hier ist das FOrdervolumen auf 25 Mio. EUR begrenzt.

A-Kondition: 1,30% nom. p.a.

I-Kondition: 8,20% nom. p.a.

3.3. KFW Energieeffizienzprogramm

FOrdervolumen 2014: 3.171 Mio. EUR

Eine Inanspruchnahme dieses FOrderprogrammes, ist fur Unternehmen geeignet die eine Energieeffizienzmaftnahme planen.[15] Grundsatzlich wird vor Beantragung emp- fohlen einen Energieberater zu kontaktieren. KMUs erhalten uber das BMWi noch Zu- schusse fur eine qualifizierte Energieberatung. GefOrdert werden alle Investitionsmaft- nahmen die wesentliche Energieeinspareffekte erzielen (z.B. Gebaudehullen, Maschi- nenpark oder Anlagentechnik). Wie auch bei den anderen beiden KfW Programmen

[...]


[1] Vgl. Roland Betz, Offentliche Fordermittel - Unternehmen und Existenzgrunder, 3. Aufl., See-

feld/Obb. 2008, S. 13

[2] Vgl. Oliver Schonschek, Gefordert werden will gelernt sein, http://www.mittelstandswiki.de/wis- sen/Fordermittel_fur_KMU,_T eil_1 [Zugriff: 10.06.2015]

[3] Vgl. Cornelia Langer/ Klaus Eschenburg/ Rainer Eschbach, Rating und Finanzierung im Mittelstand - Leitfaden fur erfolgreiche Bankgesprache, 1. Aufl., Wiesbaden 2013, S. 11

[4] Vgl. Europaische Kommission (Hrsg.), Die neue KMU Definition, http://ec.europa.eu/enterprise/poli- cies/sme/files/sme_definition/sme_user_guide_de.pdf [Zugriff: 10.06.2015]

[5] Vgl. KfW Bankengruppe (Hrsg.), KfW-Unternehmerkredit, https://www.kfw.de/Download-Center/For- derprogramme-(lnlandsforderung)/PDF-Dokumente/6000o0oi88-Merkblatt-037-047.pdf [Zugriff: 01.06.2015]

[6] Vgl. KfW Bankengruppe (Hrsg.), Die KfW stellt sich vor, https://www.kfw.de/PDF/Download-Cen- ter/Konzernthemen/KfW-im-Uberblick/GP_2014_deutsch_112014_final.pdf [Zugriff: 01.06.2015]

[7] Vgl. KfW Bankengruppe (Hrsg.), Konditionen Anzeiger, https://www.kfw-formularsammlung.de/Kon- ditionenanzeigerlNet/KonditionenAnzeiger [Zugriff: 03.06.2015]

[8] Vgl. L-Bank (Hrsg.), Konditionenubersicht, https://www.l-bank.de/lbank/download/doku- ment/100715.pdf [Zugriff: 03.06.2015]

[9] Vgl. L-Bank (Hrsg.), Das risikogerechte Zinssystem, https://formulare.virtuelles-rathaus.de/serv- let/de.formsolutions.FiHServlet?param1=08212000-01-0005&query=1&knr=08212000-01&temp- late=KF778611 LB&print=1 &dire ktsta rt=1 &save=1 &reset=1 &z=d.pdf [Zugriff: 07.06.2015]

[10] Vgl. KfW Bankengruppe (Hrsg.), KfW-Unternehmerkredit, https://www.kfw.de/Download-Center/F6r- derprogramme-(Inlandsf6rderung)/PDF-Dokumente/6000000188-Merkblatt-037-047.pdf [Zugriff:

01.06.2015]

[11] Vgl. KfW Bankengruppe (Hrsg.), FOrderreport 2014, https://www.kfw.de/PDF/Unternehmen/Zahlen- und-Fakten/KfW-auf-einen-Blick/F6rderreport/KfW-F6rderreport_12_-2014.pdf, S. 4 [Zugriff: 01.06.2015]

[12] Vgl. L-Bank (Hrsg.), Geschaftsbericht 2014, https://www.l-bank.de/lbank/download/doku- ment/212909.pdf [Zugriff: 01.06.2015]

[13] Vgl. KfW Bankengruppe (Hrsg.), KfW-Unternehmerkredit, https://www.kfw.de/Download-Center/FOr- derprogramme-(InlandsfOrderung)/PDF-Dokumente/6000000188-Merkblatt-037-047.pdf [Zugriff: 01.06.2015]

[14] Vgl. KfW Bankengruppe (Hrsg.), KfW-Erneuerbare Energien „Standard“, https://www.kfw.de/Down- load-Center/FOrderprogramme-(InlandsfOrderung)/PDF-Dokumente/6000000178-Merkblatt-270- 274.pdf [Zugriff: 01.06.2015]

[15] Vgl. KfW Bankengruppe (Hrsg.), KfW-Energieeffizienzprogramm, https://www.kfw.de/Download- Center/FOrderprogramme-(InlandsfOrderung)/PDF-Dokumente/6000002221_M_242_243_244.pdf [Zugriff: 01.06.2015]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Angebot und Bedeutung öffentlicher Förderkredite für mittelständische Unternehmen
Untertitel
Ein aktueller Überblick
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V310860
ISBN (eBook)
9783668095199
ISBN (Buch)
9783668095205
Dateigröße
581 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Firmenkunden, Mittelstand, Förderkredite, Fördermittel, Corporate, KFW, L-Bank, Wachstumsfinanzierung, Gründungsfinanzierung, Öffentliche
Arbeit zitieren
Pascal Colin Berlis (Autor:in), 2015, Angebot und Bedeutung öffentlicher Förderkredite für mittelständische Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310860

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