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Was versteht man unter dem Wort „Gemütlichkeit“? Semantische Interpretation und Finden einer chinesischen Äquivalenz

Titel: Was versteht man unter dem Wort „Gemütlichkeit“? Semantische Interpretation und Finden einer chinesischen Äquivalenz

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 31 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Weiyi Shan (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dem vorliegenden Beitrag hat die Verfasserin versucht, semantische Interpretation der Definition von Gemütlichkeit im Duden und die Analyse des Lemmas in Leipziger Datenbank durchzuführen und Konnotationen anhand des Sprachusus zu vergleichen. Zuletzt kommen die chinesischen Äquivalenzen von der Verfasserin vor.

Die Verfasserin hat bei der Untersuchung bemerkt, dass die Erklärungen des Lemmas Gemütlichkeit im Duden Deutsches Universalwörterbuch gemeinsame sprachliche Kontexte der signifikanten Kookkurrenzen und Nachbarn besitzt.

Mit der Durchführung der kontrastiven Analyse wurden Übereinstimmungen und Verschiedenheiten der Konnotation von Gemütlichkeit als Ergebnisse gefunden. Obwohl Gemütlichkeit zum Nationalcharakter gehören kann, löst sie bei allen Menschen ähnliche emotionale Reaktionen aus, die kulturunabhängig sind.

Da eine chinesische Äquivalenz des Lemmas Gemütlichkeit in deutsch-chinesischen Wörterbüchern fehlt, zielt der vorliegende Beitrag hinsichtlich des denotativen und konnotativen Wortinhaltes darauf ab, eine inhaltlich und pragmatisch entsprechende Äquivalenz herauszufinden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 THEORETISCHE ANSÄTZE

2.1 LEXIKOLOGIE UND LEXIKOGRAPHIE

2.1.1 Definition und Untersuchungsgegenstand

2.1.2 Wörterbuch und Wörterbuchbenutzung

2.3 DATENBANK „DEUTSCHER WORTSCHATZ“ LEIPZIG

2.4 THEORIEN FÜR ÜBERSETZUNG UND ÜBERSETZUNGSPROBLEME

2.4.1 Äquivalenz in der Übersetzungswissenschaft

2.4.2 Übersetzungsprobleme und -schwierigkeiten

3 UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE

3.1 DEFINITION UND ERKLÄRUNG DER GEMÜTLICHKEIT IM DUDEN

3.2 DAS LEMMA GEMÜTLICHKEIT IN DER DATENBANK „DEUTSCHER WORTSCHATZ“

3.2.1 Allgemeine Informationen zum Lemma Gemütlichkeit

3.2.2 Signifikante Kookkurrenzen für Gemütlichkeit

3.2.3 Signifikante linke und rechte Nachbarn von Gemütlichkeit

3.2.4 Visualisierung von signifikanten Kookkurrenzen

3.3 KONTRASTIVE ANALYSE ANHAND DES SPRACHUSUS IN DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH

3.3.1 Übereinstimmungen der lexikalischen und kulturspezifischen Bedeutung zwischen Deutschland (unter bestimmten Fällen auf Bayern beschränkt) und Österreich

3.3.2 Divergenzen der kulturspezifischen Bedeutung zwischen Deutschland und Österreich

3.4 SUCHE NACH EINER CHINESISCHEN ÄQUIVALENZ

3.4.1 (Denotative und konnotative) inhaltliche Äquivalenz

3.4.2 Die Pragmatik der Äquivalenz

3.4.3 Die anderen Kriterien der Äquivalenz

4 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die semantische Analyse des Begriffs „Gemütlichkeit“, um dessen Bedeutungsvielfalt in Deutschland und Österreich zu ergründen und für chinesische Deutschlerner treffende Äquivalenzen zu identifizieren.

  • Semantische Interpretation des Begriffs „Gemütlichkeit“ auf Basis von Duden-Definitionen.
  • Kontrastive Analyse der Verwendung des Begriffs in Deutschland (einschließlich regionaler Unterschiede wie Bayern) und Österreich.
  • Einsatz der Datenbank „Deutscher Wortschatz“ zur Untersuchung signifikanter Kookkurrenzen und Wortumgebungen.
  • Identifikation und methodische Herleitung chinesischer Äquivalenzen für verschiedene Bedeutungsvarianten.
  • Untersuchung der historischen und kulturellen Entwicklung des Begriffs im Kontext von Freizeitkultur und Gesellschaftsveränderungen.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Allgemeine Informationen zum Lemma Gemütlichkeit

In der Datenbank „Deutscher Wortschatz“ kommt der Begriff Gemütlichkeit 958 Mal vor und zählt zu der 13. Häufigkeitsklasse, hat insofern eine relativ niedrige Frequenz. Wie im Duden verdichtet sich Gemütlichkeit auch im Sachgebiet „Gefühle“ und hat Synonyme vom „Sich Wohlfühlen“ und „Harmonie“. Die Datenbank unterstützt den Benutzer bei der Suche nach passenden Anwendungsbeispielen:

Beleg 1: Diese, wenn man so will tragikomischen Momente eines leicht aus der Gemütlichkeit gekippten Alltags gehören zu den großen Leistungen des Romans. (Quelle: www.falter.at, 2010-12-30)

Durch das Wort „gekippten“ werden eine negative Einstellung zum Alltag und eine positive Zuschreibung der Gemütlichkeit gezeigt. Es ist aber paradox, dass Gemütlichkeit einerseits die Auszeiten aus der täglichen Routine vertritt und dass der Begriff selbst noch eine alltägliche Erscheinung bleibt.

Beleg 2: Die stereotype Gemütlichkeit der Amerikaner macht sich vor allem im Verkehr bemerkbar. (Quelle: www.saarbruecker-zeitung.de, 2011-01-22)

Hier ist mit der stereotypen Gemütlichkeit gemeint, dass die Bewohner eine spezifische Lebensform und -einstellung besitzen. Sowohl positiv als auch negativ werden diese kulturellen Merkmale, dieser „Nationalcharakter“ von anderen wahrgenommen. Diese verdichtete Vorstellung der Lebensqualität bleibt für sie ein festes, klischeehaftes Bild und manchmal ein ungerechtfertigtes Urteil.

Beispiel 3: Die Ungeduld passt gar nicht zu Ihrer Gemütlichkeit. (Quelle: www.bernerzeitung.ch, 2010-12-22)

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in das Forschungsobjekt „Gemütlichkeit“ inklusive der Fragestellungen und des methodischen Vorgehens bei der kontrastiven Analyse.

2 THEORETISCHE ANSÄTZE: Erläuterung der Grundlagen der Lexikologie und Lexikographie sowie Darstellung von Theorien zur Übersetzungsäquivalenz und -problematik.

3 UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE: Detaillierte Analyse des Begriffs durch Duden-Definitionen, Kookkurrenz-Auswertungen aus der Datenbank „Deutscher Wortschatz“ und kontrastive Untersuchung der Bedeutung in Deutschland und Österreich sowie die Erarbeitung chinesischer Äquivalente.

4 FAZIT: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse über die drei Hauptbedeutungen von Gemütlichkeit und Reflektion über die erarbeiteten chinesischen Entsprechungen.

Schlüsselwörter

Gemütlichkeit, Lexikologie, Lexikographie, Kontrastive Analyse, Übersetzungsäquivalenz, Kookkurrenz, Deutscher Wortschatz, Kulturmuster, Sprachusus, Semantik, Deutsch, Chinesisch, DaF-Unterricht, Sprachvergleich, Bedeutungsvielfalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der semantischen Bedeutung des deutschen Begriffs „Gemütlichkeit“, untersucht dessen kulturelle Einbettung in Deutschland und Österreich und sucht nach passenden Äquivalenzen im Chinesischen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Lexikologie, die kontrastive Sprachbetrachtung, die Bedeutung von kulturellen Stereotypen sowie die Problematik der übersetzerischen Äquivalenzfindung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die lexikalischen Unterschiede des Begriffs in Deutschland und Österreich zu analysieren und methodisch begründete chinesische Äquivalenzen zu formulieren, die den denotativen und konnotativen Gehalt berücksichtigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Verfasserin nutzt eine Kombination aus lexikographischer Analyse (Duden), empirischer Auswertung korpuslinguistischer Daten („Deutscher Wortschatz“ Leipzig) und einer kontrastiven Untersuchung der Sprachverwendung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die detaillierte Untersuchung der Wortbedeutungen im Duden, die Auswertung von Wortumgebungen (Kookkurrenzen) und die anschließende kontrastive Analyse inklusive der Herleitung chinesischer Entsprechungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben dem Kernbegriff „Gemütlichkeit“ sind „kontrastive Analyse“, „Übersetzungsäquivalenz“, „Lexikologie“ und „kulturelle Identität“ maßgebliche Schlagworte.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „gemütlich“, „bequem“ und „angenehm“ ein Ausgangspunkt für diese Arbeit?

Die Verfasserin beschreibt, dass die Unterscheidung dieser Adjektive im Studium als schwierig empfunden wurde, was den Anstoß gab, dem spezifischen Charakter von „Gemütlichkeit“ wissenschaftlich auf den Grund zu gehen.

Welche Rolle spielt die Datenbank „Deutscher Wortschatz“ bei der Untersuchung?

Die Datenbank ermöglicht eine schnelle und übersichtliche Analyse von Kookkurrenzen, die zeigen, in welchen Kontexten (z.B. Geselligkeit, Trinken, Atmosphäre) „Gemütlichkeit“ häufig verwendet wird.

Wie begründet die Autorin die Suche nach neuen chinesischen Äquivalenzen?

Die Autorin stellt fest, dass gängige Wörterbücher oft nur unzureichende oder rein adjektivische Entsprechungen liefern, die den substantivischen Gehalt oder die pragmatische Nuance des Wortes nicht vollständig erfassen.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Was versteht man unter dem Wort „Gemütlichkeit“? Semantische Interpretation und Finden einer chinesischen Äquivalenz
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften)
Veranstaltung
Lexikologie
Note
1,7
Autor
Weiyi Shan (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
31
Katalognummer
V310878
ISBN (eBook)
9783668122727
ISBN (Buch)
9783668122734
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linguistik Lexikologie lexikalische Bedeutung kontrastive Analyse chinesische Äquivalenz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Weiyi Shan (Autor:in), 2015, Was versteht man unter dem Wort „Gemütlichkeit“? Semantische Interpretation und Finden einer chinesischen Äquivalenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310878
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Leseprobe aus  31  Seiten
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