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Politisch-ökologische Problemfelder bei der Entstehung von Land Sharing-Strukturen im tropischen Südamerika

Titel: Politisch-ökologische Problemfelder bei der Entstehung von Land Sharing-Strukturen im tropischen Südamerika

Bachelorarbeit , 2015 , 75 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tim Schneider (Autor:in)

Umweltwissenschaften
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit stellt zunächst das Konzept des Land Sharing vor, welches die Vereinbarkeit von Landwirtschaft und Naturschutz auf derselben Fläche für möglich hält. Bildlich wird es als Mosaik aus unterschiedlich intensiv genutzten Flächen und natürlichen Habitaten dargestellt. Dieses soll durch kleinbäuerliche Landwirtschaft und agrarökologische Anbaumethoden erreicht werden, was zu Ernährungssouveränität (lokal produzierte, qualitativ, quanitativ und kulturell adäquate und selbstbestimmte Ernährung) führt.

Die peruanische Region Madre de Dios wird auf Ansätze und Akteure hin untersucht, die für oder gegen eine Entwicklung zugunsten des Land Sharing stehen. Aus der Perspektive der Politischen Ökologie werden dafür lokale Konflikte um den Umgang mit der Natur und der Art der Landwirtschaft durch lokal und global agierende Akteure analysiert. Dabei werden die lokalen Ressourcenkonflikte um Gold, Holz und Land in einen globalen Kontext gestellt.

Das Ende stellt den Versuch einer Prognose der lokalen Entwicklungen dar, und auch die Bedingungen, die für eine Land Sharing zugewandte Entwicklung benötigen würde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Hinführung und thematische Einordnung

1.2. Zur Gliederung

1.3. Ziel dieser Arbeit

1.4. Auswahl des Untersuchungsgebietes

1.5. Methodik

1.6. Selbstverortung und persönliche Motivation

2. Theorie und konzeptueller Kontext

2.1. Politische Ökologie

2.1.1. Entstehung und Definition

2.1.2. Forschungsschwerpunkte

2.1.3. Theoretischer Bezug und Methodik

2.2. Land Sharing

2.2.1. Land Sharing vs. Land Sparing

2.2.2. Ökologische Grundlagen und Argumentation von Land Sharing

2.2.3. Kleinbäuerliche Landwirtschaft und Agrarökologie

2.2.4. Die Grüne Matrix

2.3. Land Sharing und Politische Ökologie

3. Land Sharing-Strukturen in Madre de Dios - Peru

3.1. Politischer Überblick

3.2. Landeskundlicher Überblick

3.2.1. Naturräumlicher und administrativer Überblick

3.2.2. Sozioökonomischer Überblick

3.2.3. Aktuelle umweltrelevante Entwicklungen

3.3. Charakterisierung der Landwirtschaft in Madre de Dios

3.4. Existenz von Land Sharing-Strukturen in Madre de Dios

3.4.1. Land Sharing-Akteure in Madre de Dios

3.4.2. Naturschutz in Madre de Dios aus der Perspektive des Land Sharing

3.4.3. Landschaftliche Fragmentierung und landwirtschaftliche Matrix

4. Einfluss politisch-ökologischer Problemfelder auf die Entstehung von Land Sharing

4.1. Illegaler Holzeinschlag

4.2. Expansion der Siedlungs-, Straßen- und Landwirtschaftsflächen

4.3. Informeller und illegaler Goldabbau

5. Ausblick

5.1. Perspektiven für Madre de Dios

5.2. Land Sharing-Perspektiven in Madre de Dios

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politisch-ökologischen Problemfelder bei der Entstehung von Land Sharing-Strukturen im peruanischen Departamento Madre de Dios, um aufzuzeigen, wie sich diese Faktoren auf das Potential für einen sozial verträglichen und ökologisch nachhaltigen Naturschutz auswirken.

  • Analyse des Land Sharing-Konzepts im Vergleich zu konventionellen Naturschutzmodellen
  • Untersuchung der politisch-ökologischen Konfliktfelder in der Region Madre de Dios
  • Bewertung der Rolle von KleinbäuerInnen und lokalen Akteuren als zentrale Träger für eine "Grüne Matrix"
  • Reflexion der Machtverhältnisse zwischen extraktivistischen Industrien und agrarökologischen Bewegungen
  • Diskussion der Auswirkungen von Infrastrukturprojekten und globalen Marktpreisen auf lokale Ressourcen

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Land Sharing vs. Land Sparing

Bei der Land Sharing vs. Land Sparing-Debatte stehen sich zwei Konzepte gegenüber, die die Lösung derselben Probleme zum Ziel haben, dabei allerdings unterschiedliche Vorgehensweisen und Argumentationsstränge verfolgen. Beim Diskurs um die beiden Konzepte wird häufig auch die dabei auftretende Polarisierung durch die unterschiedlichen Ideale der zwei Parteien kritisiert (Fischer 2012).

Als Ausgangslage wird von beiden Konzepten eine wachsende Weltbevölkerung genannt, die bis 2050, je nach Schätzungen variierend, auf ca. 9 Milliarden Menschen anwachsen wird (United Nations 2011, S. xix) und zunehmend energie- und flächenintensive Nahrungsmittel (wie tierische Produkte) nachfragt. Damit einher geht eine Zunahme des Nahrungsmittelverbrauchs bis zu diesem Zeitpunkt um etwa 70% (Schutter 2014, S. 8) bei einer wachsenden Weltwirtschaft und Expansion des kapitalistischen Systems. Infolge dessen wächst der Druck auf die noch zur Verfügung stehenden Flächen „intakter Natur“. Bei beiden Konzepten wird die aktuelle Verschärfung globaler Umweltprobleme wie Klimawandel, Artensterben, Entwaldung sowie die fortbestehende Armuts- und Hungerproblematik als Ausgangssituation betont, die sich in erheblichem Maße im globalen Süden bzw. in den Tropen abspielt und auswirkt, weshalb sich die Debatte um die Vereinbarkeit von Artenschutz und Landwirtschaft überwiegend auf die Tropen konzentriert (Tscharntke et al. 2012; World Food Programme 2014; UNDP 2014; Perfecto et al. 2009).

Land Sharing ist aus der Kritik am (1995 erstmals von US-Amerikanischen Wissenschaftler Paul E. Waggoner erwähnten) Land Sparing hervorgegangen (Clausing 2013, S. 93). Deshalb soll hier zunächst das Land Sparing-Konzept erklärt und die Kritik daran, aus der Perspektive der Land Sharing-BefürworterInnen, dargestellt werden. Diese Herangehensweise führt ebenfalls zu einer Dichotomie zwischen den beiden Konzepten, die im Diskurs über Land Sharing vs. Land Sparing kritisiert wird. Eine differenziertere Darstellung kann aufgrund des Umfangs dieser Arbeit nicht geleistet werden und ist auch für die Fragestellung der Arbeit nicht von Bedeutung, da sich diese nicht mit der Debatte, sondern ausschließlich mit Land Sharing befasst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die globale Krisensituation und die Relevanz des Land Sharing-Konzepts sowie die Ziele und methodische Vorgehensweise der Arbeit vor.

2. Theorie und konzeptueller Kontext: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Politischen Ökologie und des Land Sharing-Konzepts sowie deren konzeptuelle Kompatibilität.

3. Land Sharing-Strukturen in Madre de Dios - Peru: Hier wird der Untersuchungsraum vorgestellt, indem die sozioökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen sowie die Akteurslandschaft in Madre de Dios analysiert werden.

4. Einfluss politisch-ökologischer Problemfelder auf die Entstehung von Land Sharing: Das Kapitel untersucht kritisch, wie illegaler Holzeinschlag, Infrastrukturausbau und Goldabbau die ökologische Qualität und soziale Voraussetzungen der Region beeinflussen.

5. Ausblick: Der Ausblick diskutiert mögliche Perspektiven für die Region Madre de Dios im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen und notwendige politische Rahmenbedingungen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert das Potential sowie die Herausforderungen von Land Sharing als neues Naturschutzparadigma.

Schlüsselwörter

Land Sharing, Politische Ökologie, Madre de Dios, Agrarökologie, Naturschutz, Ernährungssouveränität, Goldabbau, Amazonasbecken, Nachhaltigkeit, Land Sparing, Kleinbäuerliche Landwirtschaft, Ressourcenkonflikte, Artenvielfalt, Grüne Matrix, Fragmentierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Hindernisse für die Etablierung von Land Sharing als Naturschutzkonzept im peruanischen Amazonas-Departamento Madre de Dios.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Landwirtschaft, der Einfluss der Politischen Ökologie auf lokale Ressourcenkonflikte sowie die Bedeutung kleinbäuerlicher Wissenssysteme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie politisch-ökologische Problemfelder die Entstehung von Land Sharing-Strukturen beeinflussen und welche Rolle dabei Akteurskollektive spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, die wissenschaftliche Fachpublikationen, NGO-Berichte sowie regionale und lokale Zeitungsberichte aus Peru miteinbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Politische Ökologie, Land Sharing) dargelegt, anschließend wird die Situation in Madre de Dios analysiert und schließlich die Auswirkungen von Holzeinschlag und Goldabbau auf Landnutzungsstrukturen untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Land Sharing, Agrarökologie, Madre de Dios, Politische Ökologie, Ernährungssouveränität und Ressourcenkonflikte.

Warum wird Madre de Dios als Untersuchungsgebiet gewählt?

Die Region bietet sich an, da sie einerseits eine extreme Biodiversität aufweist und andererseits seit dem Bau der Interoceánica durch einen rasanten, extraktivistischen Erschließungsprozess geprägt ist, der Land Sharing-Strukturen maßgeblich beeinträchtigt.

Welchen Stellenwert nimmt der Goldabbau in der Untersuchung ein?

Der Goldabbau ist als das dominierende politisch-ökologische Problemfeld identifiziert, das durch Umweltzerstörung, soziale Polarisierung und Landnutzungskonflikte die Umsetzung nachhaltiger Agrarkonzepte massiv behindert.

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Details

Titel
Politisch-ökologische Problemfelder bei der Entstehung von Land Sharing-Strukturen im tropischen Südamerika
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institute for Environmental and Social sciences and Geography)
Note
1,3
Autor
Tim Schneider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
75
Katalognummer
V310919
ISBN (eBook)
9783668096622
ISBN (Buch)
9783668096639
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Ökologie Land Sharing wildlife friendly farming nature conservation peasant farming family farming agroecology Peru Madre de Dios Amazon development globalisation bäuerliche Landwirtschaft Agrarökologie Amazonas Naturschutz Entwicklung Nachhaltig soziale Konflikte illegaler Goldabbau tropische Landwirtschaft nachhaltige Landwirtschaft Mensch-Umwelt-Beziehungen Indigene Ernährungssouveränität Ernährungssicherheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tim Schneider (Autor:in), 2015, Politisch-ökologische Problemfelder bei der Entstehung von Land Sharing-Strukturen im tropischen Südamerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310919
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Leseprobe aus  75  Seiten
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