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Der Faktor Alter im Rahmen von Zweitspracherwerbsprozessen. Ein Versuch der Differenzierung und Charakterisierung von jungen und alten Lernern

Titel: Der Faktor Alter im Rahmen von Zweitspracherwerbsprozessen. Ein Versuch der Differenzierung und Charakterisierung von jungen und alten Lernern

Seminararbeit , 2014 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Argumentation unternimmt den Versuch, mehrere ausgewählte Aspekte innerhalb von Zweitspracherwerbsprozessen im Hinblick auf das Lebensalter der betreffenden Lerner theoretisch zu beschreiben. Ein Teilziel ist es, den von Lenneberg angestoßenen Diskurs um die CPH multiperspektivisch zu beleuchten, um schlussendlich die Bedeutsamkeit, wenn gar die bloße Existenz dieser Periode, in Ansätzen hinterfragen zu können. Ferner soll eine vorsichtige Charakterisierung alter und junger Lerner gewährleistet werden, wobei besonders die zu erwartenden Unterschiede im Vergleich der beiden Gruppen herausgestellt werden sollen.

Betrachtet man die Gruppe von Menschen genauer, die sich einem Zweitspracherwerb unterziehen, so wird recht schnell deutlich, dass auch hier scharfe Differenzierungen in vielerlei Perspektiven unternommen werden müssen, um sie eingehender zu charakterisieren: Liegt zum Beispiel eine außenständige, das heißt: extrinsische Motivation vor, indem Menschen zum Beispiel politisch verfolgt und deshalb zur Migration und der damit verbundenen Zweitsprachlichkeit gezwungen werden, oder sind eigenantriebliche, das heißt: intrinsische Faktoren, durch zum Beispiel Interesse am Reisen, fremden Kulturen oder Ähnlichem der Katalysator für den betreffenden Zweitsprachprozess?

Neben diesem gilt es zu unterscheiden, ob Sprachlerner ungesteuert, demnach durch die mehr oder minder abrupte Integration in die neue Sprachkultur lernen, oder durch einen gesteuerten Erwerbsprozess im Rahmen von didaktisch aufbereiteten Seminaren und Fremdsprachunterrichten mit der fremden Sprache vertraut gemacht werden sollen.
Über diesen und noch vielen weiteren essentiellen Faktoren konnte sich eine einzelne Variable innerhalb der Zweitspracherwerbsforschung als besonders intensiv umforschter Modifikator des Lernerfolgs manifestieren: Das Alter des betreffenden Lerners.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbetrachtungen

1.1 Warum lernen wir Sprachen? - Ein Abriss

1.2 Die CPH als Spielverderber?

1.3 Vorgehen und Einordnung dieser Arbeit

2. Zweitspracherwerb: Alte vs Junge

2.1 Sprache mit Schatten: Akzent

2.2 Lerngeschwindigkeit

2.3 "Wo ein Wille ist..." - Zur Rolle der Motivation

2.4 Methodik – Der Schlüssel zum Erfolg?

3. Schlussfolgerungen

3.1 Rückschlüsse zur CPH

3.2 Der Alte ist kein Sonderfall

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Lebensalters auf den Zweitspracherwerb unter kritischer Hinterfragung der sogenannten "Critical Period Hypothesis" (CPH). Ziel ist es, zu eruieren, inwieweit das Alter tatsächlich als determinierender Faktor für den Lernerfolg fungiert oder ob der Spracherwerb durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener individueller und methodischer Parameter beeinflusst wird.

  • Kritische Analyse der "Critical Period Hypothesis" (CPH) von Eric H. Lenneberg.
  • Vergleich von jungen und alten Lernern hinsichtlich Akzentfreiheit und Lerngeschwindigkeit.
  • Bedeutung von intrinsischer und extrinsischer Motivation im Zweitspracherwerb.
  • Untersuchung des Einflusses der Lehrmethodik und des kognitiven Abrufs von Sprachwissen.
  • Einordnung des alten Lerners als Individuum statt als wissenschaftlicher Sonderfall.

Auszug aus dem Buch

2.4 Methodik – Der Schlüssel zum Erfolg?

Wenn also immersive Lernsituationen gepaart mit großem persönlichen Antrieb offenbar die günstigsten Voraussetzungen für einen gelingenden Zweitspracherwerb besitzen, so stellt sich die Frage, ob diese Lernstrategie auch die geeignetste in Fremdsprachenkursen für ältere Menschen ist. Überhaupt ist die Reflexion einer erfolgversprechenden Methode gerade für ältere Menschen ein häufig hinterfragtes Feld.

Sicher ist, dass sich typische Lernerfahrungen im Laufe der letzten Jahrzehnte im schulischen Rahmen stark verändert haben. Probanden der Studie von Berndt, die ihre Schullaufbahn in den 40er bis 50er Jahren absolvierten, genossen mehrheitlich eine klassisch-humanistische Bildung, die zentral durch das Lehrprinzip der Grammatik-Übersetzungs-Methode ausgezeichnet war. Im Gegensatz zu heute eher üblichen kommunikativen Lehransätzen bei Sprachübungen für junge Menschen machten diese Personen älteren Jahrgangs in ihrer Jugend demnach vorwiegend Spracherfahrungen über Deklinationstabellen und Übersetzungsübungen.

Diese drei Interview-Stimmen zeigen deutlich auf, dass die Simulation von immersiven Sprachlern-Kontexten, die im Falle von jüngeren Lernen zu sehr guten Lernergebnissen führen konnten, wenig Anerkennung bei alten Menschen zu besitzen scheint. Die Pädagogik für Menschen höheren Alters, die Geragorik, muss hier feststellen, dass sich bewährte Lernkonzepte scheinbar nicht Generationen übergreifend anwenden lassen.

Ein Erklärungsversuch für diese Beobachtung ist eine anerkannte Hypothese der Gehirnforschung, nach der die Reaktivierung von bereits bekanntem Wissen besonders gut durch den Rückgriff auf die zum früheren Zeitpunkt verwendete Methode gelingen kann. Sie stützt sich ferner auf die Erkenntnis, dass ein Vergessen im Sinne von restlosem Auslöschen von einmal verinnerlichten Informationen schlichtweg nicht möglich ist. Die Begründung hierfür fußt auf der Retrieval-Failure-Theorie, die besagt, dass Wissen (und somit auch Sprachwissen) im Gehirn auf Kategorieebenen abgelegt wird. Die angewendete Methode wird nun sinnbildlich zum Navigationsgerät, das die gesuchte Information im Hirn auffinden möchte. Das aber kann nur gelingen, wenn die Methode des Abrufens auch mit der Methode des früheren Speicherns übereinstimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbetrachtungen: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Zweitspracherwerbs ein und stellt die "Critical Period Hypothesis" (CPH) als zentralen, kontrovers diskutierten Erklärungsansatz vor.

2. Zweitspracherwerb: Alte vs Junge: Hier erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung beider Altersgruppen anhand der Faktoren Akzent, Lerngeschwindigkeit, Motivation und methodischer Ansätze.

3. Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, relativiert die CPH und kommt zu dem Schluss, dass der alte Lerner keinen Sonderfall darstellt, sondern das Ergebnis eines individuellen Zusammenwirkens vieler Faktoren ist.

4. Fazit: Das Fazit betont die notwendige Komplexität zukünftiger Forschungsmodelle, um den individuellen Spracherwerb erfolgreich prognostizieren zu können.

Schlüsselwörter

Zweitspracherwerb, Critical Period Hypothesis, CPH, Sprachakzent, Lerngeschwindigkeit, Motivation, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Grammatik-Übersetzungs-Methode, Geragorik, Retrieval-Failure-Theorie, Sprachforschung, Bilingualität, Spracherwerb, Altersfaktor.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob das Alter eines Menschen den Erfolg beim Erlernen einer zweiten Sprache maßgeblich bestimmt und hinterfragt dazu die wissenschaftliche Theorie einer "kritischen Periode".

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Entwicklung von Akzenten, die Lerngeschwindigkeit, die Rolle der persönlichen Motivation sowie die Bedeutung gewählter Lehrmethoden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die "Critical Period Hypothesis" zu beleuchten und zu klären, ob ältere Lerner tatsächlich systematisch benachteiligt sind oder ob sie lediglich unter anderen Bedingungen und Voraussetzungen lernen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin/der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender empirischer Studien, um die verschiedenen Einflussfaktoren auf den Zweitspracherwerb multiperspektivisch zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret untersucht?

Der Hauptteil gliedert sich in vier "Meßpunkte": Den Einfluss auf den Akzent, die Geschwindigkeit des Erwerbs, die Motivationsstruktur der Lernenden und die Wirksamkeit didaktischer Methoden bei unterschiedlichen Altersgruppen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit zeichnet sich besonders durch Begriffe wie Zweitspracherwerb, CPH, Motivation, Geragorik und Retrieval-Failure-Theorie aus.

Warum wird die CPH im Text als "Spielverderber" bezeichnet?

Der Begriff spielt darauf an, dass Lennebergs Theorie das Ende der Pubertät als Grenze für den erfolgreichen Spracherwerb postuliert, was für ältere Sprachlernende eine entmutigende Perspektive darstellt.

Welche Rolle spielt die Retrieval-Failure-Theorie bei älteren Lernern?

Diese Theorie erklärt, dass ältere Lerner Schwierigkeiten haben können, wenn moderne, kommunikative Lehrmethoden nicht mit den "Speichermethoden" übereinstimmen, die sie in ihrer eigenen Schulzeit erlernt haben.

Ist ein alter Lerner nun ein Sonderfall?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der ältere Lerner kein Sonderfall ist, sondern ein Individuum, dessen Lernerfolg von einer Vielzahl an Faktoren wie Motivation und Vorerfahrung abhängt.

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Details

Titel
Der Faktor Alter im Rahmen von Zweitspracherwerbsprozessen. Ein Versuch der Differenzierung und Charakterisierung von jungen und alten Lernern
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Alter und Zweitspracherwerb
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V310946
ISBN (eBook)
9783668093720
ISBN (Buch)
9783668093737
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alter Zweitspracherwerb Daz Daf Sprache Lenneberg CPH crytical period
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2014, Der Faktor Alter im Rahmen von Zweitspracherwerbsprozessen. Ein Versuch der Differenzierung und Charakterisierung von jungen und alten Lernern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310946
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Leseprobe aus  16  Seiten
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