Diese Arbeit hat zum Ziel, die Notwendigkeit des Einsatzes von Formen offenen Unterrichts in der Schule didaktisch zu begründen. Dazu soll es zunächst Aufgabe sein, die Ziele schulischer Bildung klar und verbindlich zu formulieren. Anschließend soll untersucht werden, inwiefern sich diese Ziele in den direkten Arbeitsanweisungen von Lehrerinnen und Lehrern, den Lehrplänen, niederschlagen. Nun soll versucht werden, nach adäquaten Unterrichtsformen zu suchen, die der Realisierung schulischer Bildungziele möglichst effektiv gerecht werden. Dabei geht diese Arbeit speziell auf die Möglichkeiten offener Unterrichtsformen ein. Da die Arbeit nur einen sehr geringen Umfang haben soll, ist es speziell im Bereich der Findung der Zielsetzungen schulischen Unterrichts und der Untersuchung der Lehrpläne unmöglich, eine umfassende Erarbeitung anzubieten. Deshalb beschränke ich mich hier auf wenige Konzepte und untersuche lediglich die Lehrpläne zweier Bundesländer (Nordrhein - Westfalen und Thüringen). Auch die Auseinandersetzung mit den Formen offenen Unterrichts kann nicht erschöpfend sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Zielsetzung und Beschränkungen der Arbeit
2. Über die Zielsetzungen schulischen Unterrichts
2.1. Der Bildungsauftrag der Schule: Lebensvorbereitung als Leitziel
2.2. Kennzeichnung des Allgemeinbildungsbegriffs
2.2.1. Der Allgemeinbildungsbegriff nach KLAFKI
2.2.2. Die Entwicklungsaufgaben im Jugendalter aus entwicklungspsychologischer Sicht
2.3. Die doppelte Verbindlichkeit der Didaktik nach KLINGBERG
2.4. Der Begriff der Kompetenz – Realisierung der Allgemeinbildungsforderung in ausgewählten deutschen Schullehrplänen
2.4.1. Der Bildungsauftrag im Lehrplan des Bundeslandes Nordrhein - Westfalen
2.4.2. Das Kompetenzmodell im Lehrplan des Bundeslandes Thüringen
3. Die konkrete Umsetzung der Ziele von Schule
3.1. Betrachtung zieladäquater Formen des Unterrichts
3.2. Betrachtung offener Unterrichtsformen im Einzelnen
3.2.1. Wochenplanunterricht
3.2.2. Freie Arbeit
3.2.3. Projektunterricht
3.2.4. Stationslernen
3.2.5. Offener Unterricht
4. Schlussfazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit, offene Unterrichtsformen einzusetzen, um schulische Bildungsziele effektiv zu erreichen. Dabei wird analysiert, wie moderne didaktische Anforderungen und Kompetenzmodelle in Lehrplänen verankert sind und inwieweit konventioneller Frontalunterricht den Zielen einer mündigen Lebensvorbereitung gegenübersteht.
- Grundlagen und Ziele schulischer Bildung sowie Allgemeinbildung nach Klafki
- Entwicklungspsychologische Aspekte des Jugendalters
- Die „doppelte Verbindlichkeit der Didaktik“ nach Klingberg
- Analyse von Kompetenzmodellen in den Lehrplänen von Nordrhein-Westfalen und Thüringen
- Vergleichende Betrachtung von Formen des offenen Unterrichts wie Wochenplan, Freie Arbeit und Projektunterricht
Auszug aus dem Buch
3.1. Betrachtung zu zieladäquaten Formen des Unterrichts
Nachdem die Ziele schulischen Unterrichts grundlegend formuliert worden sind, kann nun überlegt werden, wie diese Ziele in der konkreten Unterrichtssituation erreicht werden können. Dies bedarf zweifellos einer geeigneten Auswahl an Unterrichtsinhalten. Dabei darf man aber nicht stehen bleiben, sondern man muss sich auch über die Methoden und Formen des Unterrichts selbst Gedanken machen. In demselben Maße, wie die Auswahl der fachlichen Unterrichtsinhalte nicht beliebig ist, darf auch die Auswahl der Unterrichtsform nicht beliebig sein.
Den größten Anteil der Lernsituationen in deutschen Schulen nimmt auch heute noch der lehrergesteuerte Frontalunterricht ein. Es lässt sich kaum anzweifeln, dass diese Unterrichtform den Schülern in kürzester Zeit eine so große Menge an Fachwissen darbieten kann wie kaum eine andere Unterrichtsmethode und erscheint vielen Betrachtern – ebenso wie vielen Lehrern – dadurch als äußerst effektiv. Nicht so eindeutig zu beantworten ist hingegen die Frage, was Frontalunterricht und Lehrerzentrierung leisten können im Hinblick auf die vorangehend skizzierten Bildungsziele von Schule, die doch soviel mehr verlangen, als die Vermittlung fachwissenschaftlicher Unterrichtsinhalte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zielsetzung und Beschränkungen der Arbeit: Einführung in die Thematik der Begründung offener Unterrichtsformen unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen und eingegrenzter Untersuchungsschwerpunkte.
2. Über die Zielsetzungen schulischen Unterrichts: Erarbeitung der Grundlagen schulischer Bildung, des Allgemeinbildungsbegriffs nach Klafki sowie entwicklungspsychologischer Anforderungen an Jugendliche.
3. Die konkrete Umsetzung der Ziele von Schule: Kritische Auseinandersetzung mit dem Frontalunterricht und Vorstellung verschiedener offener Unterrichtsformen zur Förderung der Mündigkeit.
4. Schlussfazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass offene Unterrichtsformen notwendig sind, um Schüler allseitig auf die Bewältigung ihres Lebens vorzubereiten.
Schlüsselwörter
Offener Unterricht, Allgemeinbildung, Lebensvorbereitung, Kompetenz, Schullehrpläne, Mündigkeit, Frontalunterricht, Schülerorientierung, Wochenplanunterricht, Freie Arbeit, Projektunterricht, Stationslernen, Didaktik, Selbstbestimmung, Lernkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Begründung, warum offene Unterrichtsformen notwendig sind, um die übergeordneten Ziele schulischer Bildung in der heutigen Zeit zu erreichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Allgemeinbildungsbegriff, die Rolle des Lehrers, die Analyse aktueller Lehrpläne hinsichtlich Kompetenzorientierung sowie die didaktische Einordnung verschiedener Unterrichtsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Diskrepanz zwischen traditionellem Frontalunterricht und den anspruchsvollen Bildungszielen (wie Mündigkeit und Lebensvorbereitung) aufzuzeigen und die Eignung offener Unterrichtsformen zur Überbrückung dieser Lücke zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse pädagogischer Fachliteratur (z. B. Klafki, Klingberg) und der komparativen Auswertung von Lehrplänen der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Thüringen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Bildungsauftrags und eine methodische Analyse, in der verschiedene offene Unterrichtsformen wie Wochenplanarbeit und Projektunterricht auf ihren Beitrag zur Zielerreichung geprüft werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Allgemeinbildung, offener Unterricht, Mündigkeit, Kompetenz und Schülerorientierung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich der Frontalunterricht laut Autor von den Zielsetzungen der Schule?
Der Autor argumentiert, dass der Frontalunterricht zwar effektiv in der reinen Wissensvermittlung ist, aber kaum Möglichkeiten zur Entfaltung von Selbstbestimmung, sozialem Lernen und vernetztem Denken bietet, welche für eine mündige Lebensgestaltung notwendig sind.
Warum spielt die „doppelte Verbindlichkeit“ bei der Unterrichtsplanung eine Rolle?
Nach Klingberg muss Didaktik sowohl die Sachstruktur des Gegenstandes als auch die Bedürfnisstruktur der Schüler berücksichtigen; ein reiner Fokus auf den Lehrplanstoff vernachlässigt die individuellen Voraussetzungen der Lernenden.
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- Jens Junek (Author), 2004, Begründung der Notwendigkeit des Einsatzes von offenen Unterrichtsformen aus der Sicht eines allgemeinbildenden didaktischen Unterrichtskonzepts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31097