Idee und Abbild in Platons Ideenlehre. Erkennen ist Erinnerung


Seminararbeit, 2012
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zur Person Platons

3 Platons Ideenlehre (Zwei-Welten-Theorie)

4 Das Höhlengleichnis Platons

5 Platons Naturphilosophie

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis
7.1 Bücher
7.2 Zeitungen/Zeitschriften/ Artikel
7.3 Internetseiten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Abbild und Urbild

Abbildung 2 - Platons Ideenlehre

Abbildung 3 - Platons Höhlengleichnis

1 Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit, welche im Rahmen des Seminars „Naturphilosophie in der Antike“ entstanden ist, geht es um die Zwei-Welten-Theorie und Ideenlehre von Platon.

Zunächst einmal werde ich einige Worte über die Person Platons verlieren, ohne dabei genau auf seine Biographie einzugehen. Mir ist dabei ein allgemeiner Überblick wichtig, um eine Einordnung seiner philosophischen Position vorzunehmen und eventuelle Anknüpfungspunkte herauszuarbeiten.

Der Fokus der Arbeit liegt jedoch auf den Erläuterungen der Zwei-Welten-Theorie. Mit diesem Kernthema werde ich auch auf das Höhlengleichnis von Platon genauer einge- hen.

- Was meint Platon damit?
- Was will er damit erreichen oder verdeutlichen?
- Wie müssen wir uns dieses Bild vorstellen?

Dies sind einige zentrale Fragen, auf die ich eine Antwort finden möchte.

Weiterhin werde ich erläutern, welche Auswirkungen die Ideenlehre Platons auf seine Naturphilosophie hatte.

Nach diesem allgemeinen Überblick über die Lehre von Platon und seine Philosophie werde ich am Ende der Arbeit die Bedeutung des Philosophen in unserer heutigen Zeit erläutern. Aus welchem Grund verwenden wir den Begriff „platonisch“ und meinen wir damit wirklich die Auffassung von Platon und seinem Höhlengleichnis?

2 Zur Person Platons

Platon zählt zu den bedeutendsten Philosophen der Antike.

Er wurde 428/427 v. Chr. als Sohn einer vornehmen und wohlhabenden Aristokratenfamilien in Athen geboren.

Platon hatte zwei Brüder, Glaukon und Adeimantos, und eine Schwester namens Poto- ne.

Als junger Mann verschrieb er sich der Politik, wurde jedoch von der politischen Führung Athens stark enttäuscht.

Platon war Schüler des Philosophen Sokrates und später Lehrer von Aristoteles. Nach der Hinrichtung seines Lehrers Sokrates, dessen Lehre er sich anschloss, machte er sich auf Reisen, welche ihn unter Anderem nach Ägypten und Sizilien führten. Er gründete, nach seiner Rückkehr um 387 v. Chr die erste Hochschule in Athen und zählte zu den bekanntesten griechischen Philosophen. In seiner Akademie wurden die Fächer Astronomie, Biologie, Mathematik, politische Theorie, Harmonielehre und na- türlich Philosophie gelehrt.

Er nahm in seiner Ideenlehre sokratische Fragestellungen auf, aber auch Teile der „vorsokratischen“ Philosophie. Platon ging davon aus, dass Erkennen und Erkenntnisgewinnung Erinnerung ist.

In seiner Ideenlehre teilt er diese in zwei Welten beziehungsweise Reiche ein. Auf der einen Seite das Reich der Ideen und auf der anderen

Seite das Reich der Gegenstände beziehungsweise der Lebewesen.

Platon hatte keine Kinder und war auch nie verheiratet. Er starb im hohen Alter von circa 80 Jahren.

3 Platons Ideenlehre (Zwei-Welten-Theorie)

Die Ideenlehre ist ein Kernstück der Philosophie Platons. Er geht von der Situation aus, dass wir alle ins Leben geworfen sind und unterscheidet zwischen Schein und Sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Abbild und Urbild

Was ist der Unterschied zwischen einem Begriff (Gegenstand) und einer Idee? (vgl. Abb.2)

Die „platonische Idee“ bezeichnet im Gegensatz zum heute verwendeten Begriff nicht einen Einfall oder einen Gedanken, sondern ist ein „wesenhaft eingestaltiges immer Seiendes, das in den vielen Einzelnen zur Darstellung kommt.“1

Platon geht davon aus, dass Ideen existierende Begriffe sind und Begriffe sind Einheiten zu einer Vielheit. Er spricht weiterhin der Idee eine reale Existenz zu. Prof. Dr. L. W.2macht in der Vorlesung vom 04.01.2012 deutlich, dass wir auch heute noch oft Platons Meinung im Alltag gebrauchen. So ist für uns „oben“ im- mer mit „besser“ gleichzuzusetzen. Und auch Platon setzt den Aufstieg nach oben mit dem Weg der Erkenntnisgewinnung gleich. Ein Beispiel ist Platons Höhlengleichnis, in dem es darum geht, dass Menschen nicht die Realität, sondern lediglich ein Abbild dieser sehen und nur bei dem Aufstieg aus der Höhle nach draußen die Wahrheit erkennen. Mehr zu Platons Höhlengleichnis lesen Sie im nächsten Gliederungspunkt.

Platon behauptet weiterhin: Ideen sind schön. Die Schönheit kommt bei Platon zweimal zum Ausdruck:

- Schönheit ist Eigenschaft von Ideen und
- Ideen haben die Eigenschaft schön zu sein.

Außerdem kommt er zu dem Schluss Philosophen sind Wissenschaftler. Laut Platon gewinnt man eine Einführung in die Philosophie über das Schöne, welches durch das sinnlich Reizende ausgelöst wird.

Bei Platon spielt auch die Kunst eine wichtige Rolle. Wobei er den Kunstbegriff sehr weit fast. Kunst ist für ihn jedes denkbar handwerkliche Produkt. Doch schöne Künste sind für ihn undenkbar. Platon macht dies an dem Beispiel eines Bettes deutlich. Die Vorstellung was ein Bett ist, führt zu einer Vielfalt und einiger Unterschiede. Denn je- der stellt sich ein anderes Bett vor. Jeder der ein Bett herstellt, gibt eine Antwort auf die Frage. „Was ist ein Bett?“. Ein Künstler macht dies im Gegenzug jedoch nicht. Denn wenn dieser ein Bett abbildet, kann man darin nicht schlafen, so Platon. Der Künstler richtet sich nicht auf die Idee, sondern auf die Dinge in der Welt. Platon behandelt alle Künstler sozusagen wie Impressionisten. Er kommt zur Aussage: „Kunst ist Reproduk- tion der Scheinwelt“.

Platon sucht nach Allgemeinbegriffen, nach dem, was unterschiedlichen Dingen der gleichen Art gemeinsam ist. All diese Allgemeinbegriffe - Platon nennt sie die „Ideen“ haben ein selbstständiges Sein außerhalb der einzelnen Dinge. Eine Handlung ist zum Beispiel „gerecht“, wenn der Mensch die Teilhabe an ihrem Urbild, der „Idee der Gerechtigkeit“, erkennt. Es existierten also einerseits die Ideen, die unsichtbar, ewig und vollkommen sind, anderseits die vielen sinnlich wahrnehmbaren Dinge, die sich wandeln und somit vergänglich sind.

Für Platon haben die Ideen eine eigene Wirklichkeit. Diese besteht parallel neben der Sinneswelt.

Aus den immateriellen und geistigen Urbildern werden in der Realität Abbilder geschaffen. Diese Urformen nennt er Ideen. Es existieren also zum Beispiel die Ideen eines Baumes oder eines Menschen.

[...]


1http://platon-heute.de/ideenlehre.html, 15.08.2012, 14:32 Uhr.

2Institutsdirektor, Lehrstuhlinhaber für Bildtheorie und Phänomenologie und Universitätsprofessor der Friedrich-Schiller-Universität Jena, WS 2011/12, Vorlesung „Einführung in die Philosophie“, 04.01.2012.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Idee und Abbild in Platons Ideenlehre. Erkennen ist Erinnerung
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
„Naturphilosophie in der Antike“
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V310973
ISBN (eBook)
9783668098817
ISBN (Buch)
9783668098824
Dateigröße
1547 KB
Sprache
Deutsch
Reihe
Aus der Reihe: e-fellows.net stipendiaten-wissen
Schlagworte
idee, abbild, platons, ideenlehre, erkennen, erinnerung
Arbeit zitieren
Tim Reukauf (Autor), 2012, Idee und Abbild in Platons Ideenlehre. Erkennen ist Erinnerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310973

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