Viktor Kaplan hatte im Jahre 1920 das Landgut Rochuspoint in Unterach am Attersee erworben, es durch Grundkauf flächenmäßig vergrößert, weiter ausgebaut und ausgestattet. Mit Bienenhaus, kleinem Wasserkraftwerk, Werkstätten, Almhütte, Schwimmteich, Kinoraum, zahlreichen Tieren und Pflanzen, sowie mit einem Automobil. Zusammen mit einer treuen Schar von Dienstleuten war es eine kleine heile Welt, die vor allem durch die mütterlich sorgende Frau des Hauses über viele Jahre zu einem heimeligen Wohn-, und Erholungsort für die Familie Kaplan, mit zwei Töchtern und insgesamt 13 Enkelkindern, gemacht wurde. Auch zahlreiche Gäste, Verwandte, Freunde und Geschäftspartner waren dort gerne zu Besuch, für welche die von Kaplan erworbene Villa Rosenmann in Unterach ebenfalls als Quartier verwendet wurde. Ihr Dank an die Gastgeber fand oft einen literarischen oder zeichnerischen Niederschlag in den vier Gästebüchern, die mir das Ehepaar Gerhild (eine Enkelin Kaplans) und Ing. Heimo Maurer, beide leider schon verstorben, dankenswerterweise für diese Schrift zur Verfügung stellten.. Der von der Regionalentwicklung Mondseeland zusammen mit der Gemeinde Unterach im Jahre 2008 verwirklichte Viktor-Kaplan-Themenweg, bietet auf insgesamt 12 Stationen Erklärungen zur Landschaft, zur Geschichte der Wasserkraftnutzung und vor allem einen Überblick über das Leben und das Werk Viktor Kaplans. Dieser Weg führt auch zum Landsitz Rochuspoint und eröffnet dem interessierten Wanderer ein Fenster in vergangene Zeiten, als sich hier viele interessante Leute zur Erholung und zum Gedankenaustausch trafen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Rochuspoint
1.1 Lagepläne, Bilder
1.2 Herkunft des Namens Rochuspoint
1.3 Geschichte des Landsitzes
1.4 Villa Rosenmann
2 Gäste auf Rochuspoint
2.1 Elov Englesson
2.2 Franz Karollus
2.3 Alfred Lechner
2.4 Jaroslav Slavik
2.5 Heinz Storek
2.6 Herbert Storek
2.7 Siegfried Theiß
2.8 Josef Ferdinand von Habsburg-Lothringen
2.9 Walter Voith
2.10 Hermann Voith
3 Gästelisten 1921 - 1934
4 Auswahl prominenter Gäste nach 1934
4.1 Bruno Brehm
4.2 Franz Karl Ginzkey
4.3 Robert Hohlbaum
4.4 Werner Kraus
5 Besondere Gäste
5.1 Hoher Besuch in Unterach
5.2 Die Dauergäste „Schnucki“ und „Mucki“
6 Der Kaplanthemenweg
7 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert die Geschichte des Landgutes Rochuspoint in Unterach am Attersee, welches 1920 vom Erfinder der Kaplanturbine, Viktor Kaplan, erworben wurde. Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung dieses Anwesens als Erholungsort für die Familie Kaplan sowie als Treffpunkt für einen bedeutenden Kreis von Verwandten, Freunden, Geschäftspartnern und prominenten Gästen darzustellen, wofür die überlieferten Gästebücher als zentrale Primärquelle dienen.
- Historische Entwicklung des Landsitzes Rochuspoint von den Anfängen bis in die Gegenwart.
- Biografische Skizzen und Wirken der zahlreichen, international vernetzten Gäste Kaplans.
- Analyse der Gästebuch-Einträge als Zeugnisse literarischer und künstlerischer Gastfreundschaft.
- Darstellung des familiären Umfelds und des täglichen Lebens auf dem Anwesen.
- Dokumentation des Viktor-Kaplan-Themenwegs als Ort der wissenschaftsgeschichtlichen Erinnerung.
Auszug aus dem Buch
1.2 Die Herkunft des Namens Rochuspoint
Die Nachschau im Ortsnamenbuch Oberösterreich ergab: Die Deutung von Alfred Mück in der Chronik von Unterach 1990, S. 110, wonach Rochus von Roggen (Getreide) abgeleitet wurde, ist nicht mehr erwähnt. Mücks Auslegung stammt aus den 30er Jahren des 20. Jhdts. Der im Ortsnamenbuch enthaltene neue Forschungsstand kommt allerdings über Vermutungen auch nicht hinaus und nennt den „Spinnrocken“ als eventuellen Namensgeber, womit die Spinnstube bezeichnet worden sein könnte. Demnach ist die Herkunft des Namens immer noch nicht eindeutig belegt. Gegen die Ableitung vom Spinnen spricht der Umstand, dass damals auf den meisten Bauernhöfen gesponnen wurde und daher eine Namensgebung nach der Tätigkeit des Spinnens kein besonderes Identifizierungsmerkmal darstellten konnte. Volksetymologisch wird das Erstglied des Namens als Heiligenname Rochus aufgefasst.
Rochus = San Rocco = Pestpatron) handelt es sich vermutlich um eine Quarantäne-Station aus der Pestzeit des 15. Jahrhunderts. („Point“ aus althochdeutsch „biunti“ = „Umzäuntes“, der allgemeinen Weide entzogenes Land, besonders am Waldrand). Dafür spricht der abgelegene Ort auf einem leicht abgrenzbaren Grundstück außerhalb des Dorfes, wo dort und rundherum keine nennenswerte Besiedlung war, sowie das erstmalige Auftreten des Namens in der Pestzeit. Auch der Rochushof der Stieglbrauerei in Salzburg-Maxglan steht mit seinem Namen in Verbindung mit der Pest und dem Pestpatron; er war seinerzeit ein Pest-Spital. Zur endgültigen Klärung der Herkunft des Namens Rochuspoint sind weitere Nachforschungen erforderlich.
Zusammenfassung der Kapitel
Rochuspoint: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte des Landsitzes, von den Ursprüngen als Bauerngut bis hin zum Erwerb durch Viktor Kaplan, sowie die Herkunft des Namens Rochuspoint.
Gäste auf Rochuspoint: Hier werden die zahlreichen Besucher vorgestellt, die das Anwesen besuchten, darunter Pioniere der Turbinenentwicklung und enge Freunde der Familie Kaplan.
Gästelisten 1921 - 1934: Dieses Kapitel listet chronologisch die Gäste auf, die sich zu Lebzeiten Kaplans in die vier vorhandenen Gästebücher eintrugen.
Auswahl prominenter Gäste nach 1934: Dieser Abschnitt widmet sich den prominenten Persönlichkeiten aus Literatur und Zeitgeschichte, die nach dem Tod Kaplans das Anwesen besuchten.
Besondere Gäste: Ein Kapitel über ungewöhnliche Aspekte der Gastfreundschaft, wie die Anekdoten um angeblichen hohen Besuch und die tierischen Bewohner des Anwesens.
Der Kaplanthemenweg: Dieser Teil beschreibt die Einrichtung und die Stationen des Wanderwegs, der in Unterach am Attersee dem Leben und Werk Viktor Kaplans gewidmet ist.
Schluss: Ein abschließender Blick auf die Bedeutung der Erinnerung an diesen geschichtsträchtigen Ort und die Bedeutung der Gedenkjahre für das Vermächtnis Kaplans.
Schlüsselwörter
Viktor Kaplan, Rochuspoint, Unterach am Attersee, Kaplanturbine, Gästebücher, Regionalgeschichte, Franz Karollus, Alfred Lechner, Jaroslav Slavik, Bruno Brehm, Franz Karl Ginzkey, Robert Hohlbaum, Werner Krauß, Technikgeschichte, Erfinder.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Historie des Landsitzes Rochuspoint in Unterach am Attersee, der ab 1920 das private Domizil des Erfinders der Kaplanturbine, Viktor Kaplan, war.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Fokus stehen die Geschichte des Anwesens, das Wirken Viktor Kaplans in seiner privaten Umgebung sowie die Dokumentation der vielfältigen Gäste, die das "kleine Paradies" besuchten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das gesellschaftliche und wissenschaftliche Umfeld, das Kaplan um sich scharte, anhand der Gästebücher und historischer Unterlagen nachvollziehbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor nutzt primär archivalische Quellen, Gästebücher, Korrespondenzen sowie Literatur zur Regional- und Technikgeschichte zur Rekonstruktion der Ereignisse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Geschichte des Anwesens, biografische Porträts der Gäste, chronologische Gästelisten und die Dokumentation des späteren Gedenkweges.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Viktor Kaplan, Rochuspoint, Kaplanturbine, Unterach, Technikgeschichte und Gästeaufzeichnungen.
Welche Rolle spielte die "Villa Rosenmann" für das Anwesen?
Die Villa Rosenmann wurde von Viktor Kaplan ebenfalls erworben und diente als wichtiges Quartier für die zahlreichen Gäste, die in Rochuspoint nicht untergebracht werden konnten.
Welche Bedeutung hatten die "Dauergäste" Schnucki und Mucki?
Es handelte sich um zwei Kapuzineraffen, die als tierische Begleiter auf dem Anwesen für Unterhaltung sorgten und Kaplan sogar in einer international verbreiteten Anekdote über seine Korrespondenz berühmt machten.
- Arbeit zitieren
- Dr. Martin Gschwandtner (Autor:in), 2015, Viktor Kaplan in Unterach. Der Landsitz Rochuspoint und die Gäste des berühmten Erfinders, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311046