In dieser Arbeit soll davon ausgegangen werden, dass neue Gattungen durch Transformation und Vermischung entstehen. So wird ihrem Leser ein Überblick über moderne und postmoderne Theorien zum Thema Genrevermischung und Hybridisierung gegeben.
Es erfolgt ein kurzer Einblick in diverse Definitionsversuche für die Begriffe Gattung und Genre, die lediglich dem Verständnis halber dargestellt, aber nicht Hauptgegenstand dieser Arbeit sein werden. Von größerem Interesse ist die Frage, ob und wie die Einordung in ein Genre zur heutigen Zeit noch möglich ist, wenn Genres sich weiterentwickeln und hybridisieren.
An der BBC-Serie "Doctor Who" werden Indikatoren kenntlich gemacht und Beispiele für mögliche Vermischungen aufgezeigt. Grundlage dieser Ausführungen wird ein Einblick in das Science-Fiction-Genre sein, in welches die Serie eingeordnet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. WAS IST EIN GENRE?
3. DAS SCIENCE-FICTION-GENRE
4. ZEITREISEN
5. GENREVERMISCHUNGEN
6. ANHALTSPUNKTE FÜR GENREVERMISCHUNGEN IN ‚DOCTOR WHO‘
6.1. DER DOKTOR
6.2. DIE WERKZEUGE
6.3. DIE GEGNER
6.4. ÜBERGÄNGE IN DER ZEIT
7. SCHLUSSFOLGERUNGEN
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie durch die Transformation und Vermischung bestehender literarischer Gattungen neue Genres entstehen und wie die Einordnung von Werken in der heutigen Zeit, die von Hybridisierung geprägt ist, weiterhin möglich bleibt. Am Beispiel der BBC-Serie ‚Doctor Who‘ werden spezifische Indikatoren für solche Genre-Verschmelzungen aufgezeigt.
- Grundlagen der Gattungs- und Genretheorie
- Entwicklung und Merkmale des Science-Fiction-Genres
- Analyse von Genre-Hybridisierung und Transformation
- Fallbeispiel: Genre-Elemente in ‚Doctor Who‘
- Methoden der textuellen Analyse nach Seibel und Ryan
Auszug aus dem Buch
6.1. DER DOKTOR
Der Timelord ist einer der letzten existierenden seiner Spezies. Neben dem ‚Master‘ und seiner Enkelin sind keine weiteren ‚Exemplare‘ bekannt. Äußerlich unterscheidet den Doktor nichts von den Menschen, sodass er seine wahre Abstammung und Identität vor den Menschen verschleiern kann. Aber der Protagonist selbst ist – in dem hier untersuchten Sinne – ein Hybrid. Er mag von außen wirken wie ein Mensch, hat allerdings eine andere Anatomie und andere Fähigkeiten. Die Spezies ‚Timelord‘ ist mit zwei Herzen ausgestattet und durch ihre besondere Verbindung zu der Zeit, haben sie die Fähigkeit der Regeneration.
Im Falle ihres bevorstehenden Todes haben sie die Möglichkeit, einen neuen Zyklus anzutreten. Dabei verändert sich sowohl ihr Charakter als auch ihr Aussehen. Dementsprechend sind sie fähig, über eintausend Jahre alt zu werden, obwohl sie wie die Menschen altern. William Hartnell, der den Doktor 1963 verkörperte, erkrankte 3 Jahre später so stark, dass er aus der Serie aussteigen musste. Die Produzenten suchten einen neuen Darsteller und erklärten den Schauspielerwechsel durch eine Regeneration.
Daraus entstand die Fähigkeit, sich in einem Regenerationszyklus zwölf Mal regenerieren zu können. Seit 1963 gab es mehr als ein Dutzend Schauspielerwechsel. Damit die Produzenten die Serie trotz dessen fortsetzen können, bekam der Doktor in einem Special nach der 7. Staffel der Neuauflage noch einen Regenerationszyklus geschenkt. Somit hat er die Möglichkeit, sich noch zwölf Mal zu regenerieren und die Produzenten theoretisch die Möglichkeit, die Serie noch weitere 50 Jahre fortzuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit der Gattungsdefinition im Kontext der modernen Literatur, in der „altes“ mit „neuem“ kombiniert wird, um Innovation zu erzeugen.
2. WAS IST EIN GENRE?: In diesem Kapitel werden diverse theoretische Definitionsversuche zu Genre und Gattung dargestellt, wobei die Rolle der Rezeptionshaltung und systematischer Ordnungsbegriffe im Vordergrund steht.
3. DAS SCIENCE-FICTION-GENRE: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft und die historische Entwicklung des Science-Fiction-Genres anhand einer Chronologie, die von frühen utopischen Schriften bis zur modernen Fiktion reicht.
4. ZEITREISEN: Der Fokus liegt hier auf dem Subgenre der Zeitreisen, dessen Merkmale sich von maschinellen Konstruktionen (wie bei H.G. Wells) hin zu übernatürlichen Elementen in der Popkultur gewandelt haben.
5. GENREVERMISCHUNGEN: Hier wird die Hybridisierung als zentrales Phänomen der Postmoderne betrachtet und theoretische Systeme zur Identifikation von Genre-Kontaminationen vorgestellt.
6. ANHALTSPUNKTE FÜR GENREVERMISCHUNGEN IN ‚DOCTOR WHO‘: Das Kapitel analysiert die Serie ‚Doctor Who‘ und untersucht den Doktor, seine Werkzeuge sowie seine Gegner auf genrefremde Einflüsse.
6.1. DER DOKTOR: Dieser Abschnitt beschreibt den Doktor als biologischen und narrativen Hybriden, dessen Regenerationsfähigkeit ein wesentliches Element für die Langlebigkeit der Serie darstellt.
6.2. DIE WERKZEUGE: Der Fokus liegt auf der TARDIS und dem Überschall-Schraubenzieher als technologische Artefakte, die transformative Eigenschaften besitzen und zur Genremischung beitragen.
6.3. DIE GEGNER: Hier werden Antagonisten wie die Cybermen und Weeping Angels analysiert, die Elemente aus Horror- und Maschinen-Narrativen in die Science-Fiction-Serie integrieren.
6.4. ÜBERGÄNGE IN DER ZEIT: Das Kapitel beschreibt die narrative Einbindung historischer Motive und anderer Genrezugänge durch Zeitübergänge und Zeitreisen innerhalb der Serie.
7. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Genre-Theorie und bestätigt, dass trotz zunehmender Hybridisierung eine Einordnung in ein Genre weiterhin möglich und notwendig bleibt.
Schlüsselwörter
Genre, Gattung, Genrevermischung, Hybridisierung, Science-Fiction, Doctor Who, Literaturtheorie, Transformation, Postmoderne, Zeitreise, Rezeptionshaltung, Kontamination, Narrative, Erzählmuster, Systematik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung literarischer Genres und untersucht, wie moderne Medien durch die Vermischung verschiedener Gattungselemente neue, hybride Strukturen erschaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die Gattungs- und Genretheorie, die Konzepte der Hybridisierung und Transformation sowie die praktische Anwendung dieser Theorien auf das Beispiel der Fernsehserie ‚Doctor Who‘.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, ob und wie eine Genre-Einordnung in der heutigen Zeit noch möglich ist, wenn Genres durch kontinuierliche Weiterentwicklung und Vermischung ihre Grenzen verwischen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es wird ein theoretischer Rahmen aus verschiedenen literaturwissenschaftlichen Ansätzen (u.a. von Seibel, Fowler und Ryan) genutzt, um Merkmale für Genre-Transformationen systematisch zu identifizieren und auf das Fallbeispiel anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Genre-Definition und eine detaillierte Analyse der BBC-Serie ‚Doctor Who‘, wobei spezifische Charaktere, technische Hilfsmittel und Gegner auf ihre genrefremden Einflüsse hin untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Genre-Hybridisierung, Transformation, Science-Fiction, Gattungstheorie und die spezifische Analyse von Narrativen in ‚Doctor Who‘.
Warum ist der Doktor als Figur ein Beispiel für Hybridisierung?
Der Doktor ist insofern ein Hybrid, als er biologisch nicht rein menschlich ist (Timelord mit zwei Herzen) und in der Erzählung verschiedene Identitäten sowie technische Fähigkeiten vereint, die traditionelle Genre-Grenzen überschreiten.
Welche Rolle spielt die TARDIS in Bezug auf Genre-Elemente?
Die TARDIS ist kein reines mechanisches Raumschiff, sondern ein „beseeltes“ Wesen, das sich regeneriert. Diese Verbindung von Biologie und Technologie stellt eine spezifische Transformation innerhalb des Science-Fiction-Rahmens dar.
Wie nutzen die Weeping Angels das Genre Horror in der Serie?
Die Weeping Angels agieren als steinerne Statuen, die nur dann agieren können, wenn sie nicht beobachtet werden. Sie verkörpern Urängste vor Dunkelheit und Unbekanntem, wodurch Elemente des Horror-Genres in die Science-Fiction-Serie einfließen.
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- B.A. Susann Greve (Author), 2014, Das Phänomen der Genrevermischungen und die BBC-Serie "Doctor Who" in der Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311090