Sinn-los fernsehen. Wirkung vom Medium Fernsehen auf die Sinnesentwicklung im infantilen Stadium


Essay, 2014
18 Seiten, Note: 1.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Was bedeutet
2.1 Fernsehen? S.
2.2 Sinn?

3 Die zwölf Sinne - Definition, Bedeutung, Wirkungen des Fernsehens
3.1 Kategorie 1 - vernachlässigte Sinne.
3.1.1 Tastsinn
3.1.2 Wärmesinn
3.1.2 GeruchssinnS.
3.1.3 GeschmackssinnS.
3.1.4 Eigenbewegungsinn
3.1.5 Gleichgewichtssinn
3.2 Kategorie 2 - manipulierte und degenerierte SinneS.
3.2.1 HörsinnS
3.2.2 Sehsinn
3.2.3 Ich-Sinn.
3.2.4 Gedankensinn.
3.2.5 SprachsinnS.
3.2.6 Lebenssinn. .

4 KonsequenzenS.
4.1 Erklärung..
4.2 Tabellarische Übersicht

5 FazitS.

6 Quellen.
6.1 Buchquellen
6.2 Internetquellen.

Vorwort

Die folgende Auseinandersetzung mit der Thematik „Sinn-los Fernsehen“ handelt nicht von der Sinnhaftig- oder Sinnlosigkeit des Fernsehschauens, sondern der Auswirkung des Fernsehens auf die menschlichen Sinne. Die Formulierung „sinn-los“ verweist vielmehr auf die sinneseindrucks-arme Tätigkeit des Fernsehens. Inhaltliche Grundlage ist „Der gefrorene Blick“ von Rainer Patzlaff, der sich wissenschaftlich fundiert und leidenschaftlich kritisch mit den negativen Konsequenzen des Massenmedien-Konsums, insbesondere im Kindesalter, auseinandersetzt.

Ergänzend sind die Erkenntnisse des Seminares „Sinne- & Sinneserfahrungen“ sowie Literatur Rudolf Steiners und Neil Postmans Buch „Das Verschwinden der Kindheit“. Dabei soll eine Verquickung von nüchterner Definition, wissenschaftlichmedizinischer Information, metaphorischer Wortbedeutung und anthroposophischen Erkenntnissen mit pädagogischem Anliegen stattfinden.

Fernsehen hat nicht, wie man denken könnte, nur Auswirkungen auf den Seh-Sinn, sondern auch auf alle anderen Sinne.

Zu allen zwölf Sinnen, den fünf klassischen aristotelischen sowie den sieben weiteren, die Rudolf Steiner ergänzte, werden Definition, Bedeutung des Sinnes und eventuelle Symptome erklärt.

Zur besseren Übersicht sind die zwölf Sinne unterteilt in solche, die durch exzessiven Fernsehkonsum „nur“ vernachlässigt werden (Kategorie 1), und solche, die massiv manipuliert und degeneriert werden (Kategorie 2).

An die Analyse schließt sich die Auswertung an, die in einem Fazit mündet.

Doch zunächst soll die Definition aufschlüsseln, was sich hinter dem Titel der Hausarbeit „Sinne und Fernsehen“ verbirgt und dem zu Folge Klarheit schaffen, was Gegenstand des Aufsatzes is

Was bedeutet…

„Fernsehen“?

Man tut und sagt es oft, doch wie würde man die Tätigkeit des Fernsehens jemandem beschreiben, der es nicht kennt? Was machen wir eigentlich wenn wir fernsehen?

Bei dem Wort „Fernsehen“ handelt sich um eine Nominalkomposition, die sich aus „Ferne“ und „Sehen“ zusammensetzt. Dies suggeriert, der Zuschauer würde in die Ferne schauen. De facto ist das Blickfeld beim Fernsehen auf das Format des Gerätes begrenzt, das sich in der Regel nur wenige Meter vom Zuschauer entfernt befindet. Die Bezeichnung „Fernsehen“ ist daher irreführend und die Bedeutung lässt sich nicht aus dem Wort selbst erschließen.

Die umgangssprachlichen Bezeichnungen „vor der Glotze sitzen“*1 a und „in die Röhre starren“*1 b erscheinen in diesem Falle adäquater.

Rein formal betrachtet, ist fernsehen eine beliebte Freizeitbeschäftigung, bei der der oder die Zuschauer meist still und bequem sitzen oder liegen und visuelle und arkustische Reize aufnehmen, die vom Fernsehgerät ausgehen.

„Sinn“?

„Sinn“ ist hier nicht als Lebensaufgabe, Erfüllung oder Nutzen misszuverstehen.

Gemeint sind - rein physiologisch betrachtet - Fähigkeiten, Reize wahrzunehmen und zwischen ihnen zu differenzieren. Die über das Sinnesorgan aufgenommene Information „über äußere und innere Zustände“*² wird dem Zentralnervensystem übermittelt und dort verarbeitet, worauf eine entsprechende Reaktion folgt. Diese Fähigkeit ist sowohl dem Menschen als auch Tieren gegeben und dient grundsätzlich dem Überleben. Bekannt sind die fünf klassischen aristotelischen Sinne: Riechen, Schmecken, Sehen, Hören und Tasten, denen jeweils ein spezifisches Organ zuzuordnen ist. Aber „Tatsächlich hat der Mensch zwölf Sinne. […] Daß man nur fünf, sechs oder sieben Sinne in der gewöhnlichen Wissenschaft unterscheidet, rührt allein davon her, daß diese fünf, sechs oder sieben Sinne besonders auffällig […]“*3

So ergänzte Steiner die fünf aristotelischen Sinne durch sieben weitere Sinne, die nicht nur äußere Reize, sondern innere Zustände und Wahrnehmungen des Anderen beinhalten. Dazu zählen der Ich-Sinn, Gedankensinn, Sprachsinn, Eigenbewegungssinn, Lebenssinn, Wärmesinn und Gleichgewichtssinn. Alle Sinne spielen zusammen und ergänzen sich. Was ein Sinn erlebt, „können wir mit den elf anderen [Sinnen] verbinden, […]“*4. Fällt einer von ihnen weg, erhöht sich die Aktivität der anderen Sinne, es findet eine gewisse Kompensation statt. Dieses Phänomen kann man beim Verzehr von Essen beobachten: Man schließt die Augen, um die volle Aufmerksamkeit dem Geschmack widmen zu können. Bei bewussten Sinneserfahrungen spielt die Aufmerksamkeit und Fokussierung also eine zentrale Rolle. So handelt es sich bei Sinneserfahrungen nicht um einen passiv-rezeptiven *5 a Vorgang, sondern auch um einen aktiv-produktiven. *5 b.

Sinne sind viel mehr als rein funktionale Systeme des Körpers: Sie sind der „Modus sich mit der Welt in ein Verhältnis zu setzen“*6 und ermöglichen die Verbindung mit uns, unserer Leiblichkeit, dem Geistigen und der Welt. Ohne Sinne wäre weder Orientierung noch Begegnung möglich. Sie sind die „Membran zwischen Außen und Innen“*7. Somit tragen sie in bedeutendem Maße zu unserer Gesundheitsbildung und-erhaltung bei, weshalb man von einer salutogenetischen Wirkung spricht.

Ist die Möglichkeit nicht gegeben, dass sich die Sinne dem Alter entsprechend entwickeln und verfeinern können, kommt es zu psychosomatischen Symptomen.

Ein entscheidender Faktor ist in diesem Zusammenhang der Fernseher, da er massiv die Sinnesentwicklung hemmt. Jeder Sinn kann geschult werden, aber auch verkümmern. „Das kleine Kind ist ganz und gar Sinnesorgan. Es bildet seinen Leib an und mit den Sinneseindrücken, die es empfängt […]“.*8 a

Einem Kind sollte daher eine „sinn-volle“ Erlebniswelt geboten werden, in der es die Sinnesempfindungen wahrnehmen, differenzieren und verarbeiten lernt. Denn sie sind „darauf angewiesen, alle Erfahrungen sinnlich konkret, >>handgreiflich<< machen zu können“.*8 b Pädagogisches Ziel der Sinnesschulung ist generell, das Vertrauen in sich und den eigenen Körper zu stärken und ein reflektiertes, vielseitiges Weltbild beim Kind entstehen zu lassen.

Die zwölf Sinne Definition, Bedeutung, Einwirkung des Fernsehens

Im folgenden Abschnitt werden alle zwölf Sinne mit ihrer Funktion und Bedeutung vorgestellt. Im Anschluss an die Definition wird untersucht, welche Konsequenzen das Fernsehen auf jeden einzelnen der Sinne hat.

Es gibt diverse Möglichkeiten, die Sinne zu unterteilen - nach Steiner und Aristoteles; nach oberen, unteren und mittleren Sinnen und noch viele mehr. Doch wie zu Beginn kurz erklärt, sind die zwölf Sinne in diesem Zusammenhang zur besseren Übersicht in die zwei folgenden Kategorien unterteilt:

- Die erste Kategorie umfasst Tast-, Wärme-, Geruchs-, Geschmacks-, Eigenbewegung- und Gleichgewichtssinn, welche durch exzessiven Fernsehkonsum „nur“ vernachlässigt werden. Sie werden genau wie die anderen Sinne einzeln erklärt, jedoch zusammenfassend betrachtet.
- Kategorie 2 beinhaltet die übrigen sechs Sinne, welche durch das Fernsehen massiv manipuliert und degeneriert werden. Dazu zählen Hörsinn, Sehsinn, Ich-Sinn, Gedankensinn, Sprachsinn sowie der Lebenssinn.

Kategorie 1 Sinne, die durch TV-Konsum vernachlässigt werden

Tastsinn

Über den Tastsinn nimmt der Mensch den physischen Kontakt zu etwas wahr.

Jedoch ertastet man bei einer Berührung nicht bloß das andere, sondern sich selbst. Die Finger fühlen sich bei Berührung einer Spitzendecke eher kribbelig an, während sie beim Anfassen eines Edelstahl-Löffels kalt werden.

Der Tastsinn ist der wirklichkeits-konstruierende Sinn, durch ihn entwickeln Kinder ein sogenanntes Form- & Hüllengefühl. Er dient nicht nur der Annäherung, sonder auch Abgrenzung - sowohl im physischen als auch übertragenen Sinne.

[...]


1 a/ 1b DUDEN, Online-Quelle, „Synonyme zu Fernsehen“

2 DAS MODERNE LEXIKON IN ZWANZIG BÄNDEN; Definition „Sinn“ Band 17, S. 213

3 RUDOLF STEINER, Vorträge über Erziehung, 8. Vortrag, 29.August 1919 Stuttgart, S. 124

4 RUDOLF STEINER, Vorträge über Erziehung, 8. Vortrag, 29.August 1919 Stuttgart, S. 131

5 a/ 5b/ 6 SCHIEREN, Seminar Sinne- & Sinneserfahrungen, Alanus Hochschule Alfter, HS 2013

7 DAS MODERNE LEXIKON IN ZWANZIG BÄNDEN; Definition „Sinn“ Band 17, S. 213 8a / 8b RAINER PATZLAFF, Der gefrorene Blick, S. 85/ 88

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Sinn-los fernsehen. Wirkung vom Medium Fernsehen auf die Sinnesentwicklung im infantilen Stadium
Hochschule
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter  (Bildungswissenschaften)
Veranstaltung
Kunst-Pädagogik-Therapie
Note
1.0
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V311252
ISBN (eBook)
9783668099920
ISBN (Buch)
9783668099937
Dateigröße
1001 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sinn-los, wirkung, medium, fernsehen, sinnesentwicklung, stadium
Arbeit zitieren
Bachelor Käthe Schaeffer (Autor), 2014, Sinn-los fernsehen. Wirkung vom Medium Fernsehen auf die Sinnesentwicklung im infantilen Stadium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311252

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