Zu den Vorläufern der Schreibwerkstatt

Eine Betrachtung der Geschichte der Schreibwerkstatt


Forschungsarbeit, 2015

12 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Zum Begriff Schreibwerkstatt.

2. Geschichte der Schreibwerkstatt….
2.1 Georg Kerschensteiner (1854-1932)….
2.2 Maria Montessori (1870-1952)….
2.3 Celestin Freinet (1896-1966).

3. Andere Formen von pädagogischen Werkstätten...

Literatur …..

Abstract

Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit den Vorläufern der Schreibwerkstatt. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht eine ausführliche Betrachtung von den Vorläufern der Schreibwerkstatt. Methodisch ist die vorliegende Arbeit zur Ermittlung der Vorläufer der Schreibwerkstatt eher theoretisch angesiedelt. Die Arbeit soll ferner einen Einblick in die Schreibwerksatt ermöglichen.

1. Zum Begriff Schreibwerkstatt

In einem ersten Schritt wird auf den Begriff Schreibwerksatt eingegangen. Zuerst sei hierbei darauf verwiesen, dass es keine einheitliche Definition und Verwendung für den Begriff Schreibwerkstatt gibt. Aus diesem Grund werden verschiedene Begriffsdefinitionen durchgegangen. Um den Begriff Schreibwerkstatt näher zu beleuchten, wird eingangs darauf eingegangen, wie ein Workshop aussieht. Im Anschluss daran werden die verschiedenen Begriffsdefinitionen von Schreibwerkstatt dargestellt und aufgearbeitet. In diesem Sinne definiert WALLRABENSTEIN (1994, 216ff.)[1] den Begriff Workshop wie folgt:

„Der Workshop kann als eine der interaktivsten und lerneraktivsten Lehr/ Lernformen gelten. Wie der Begriff besagt (Werkstatt), entstammt auch dieses Konzept einem wirtschaftlichen Kontext. Es nimmt die Vorstellung auf, dass eine Gruppe von Menschen sich gemeinsam, planvoll und organisiert der Herstellung eines Produktes widmet.“[2]

Kennzeichnend ebenfalls für die Werkstatt ist die Begrenzung des zeitlichen, organisatorischen und inhaltlichen Rahmens.

In diesem Zusammenhang macht NICKEL (2005, 137)[3] darauf aufmerksam, dass die Werkstatt als ein Fertigungsort aufzufassen sei, in dem durch manuelle, handwerkliche Aktivitäten Gebrauchsgüter produziert werden. Im Rahmen der Reformpädagogik wurde der Begriff Werkstatt auf dem Gebiet der Pädagogik eingebracht. Hierzu zählen beispielsweise Georg Kerschensteiners, der die Werkstatt als eine Arbeitschule bezeichnet hat und andere Bezeichnungen waren auch bei Celestin Freinet mit Atelier, Maria Montessoris mit vorbereitende Umgebung oder Helen Parkhurts mit Laboratorien.

Zur Definition des Begriffs Schreibwerkstatt, lässt sich den Ausführungen von BRÄUER (2000)[4] entnehmen, dass sich die Schreibwerkstatt sowohl als ein Ort für das Sammeln und Kommunizieren von den individuellen Erfahrungen der Lerner als auch als Methode für den prozessorientierten Unterricht verstehe. Sehr genauer und treffender charakterisiert jedoch eine weitere von POMMERIN, u.a. (1996, 54 f.)[5] vorgenommene Definition über die Besonderheiten der Schreibwerkstatt, dass die Schreibwerkstatt eine Art Aufsatzunterricht sei, der zeitlich und räumlich abgegrenzt sei. Hierbei sollte aber noch die Zeit flexibel eingeteilt werden, d.h. es solle keine 45 Minuten Einheiten geben. Hierin werden authentische Texte mithilfe von kreativen Methoden produziert und verarbeitet. Kennzeichnend für die Schreibwerkstatt ist es, dass darin alle Teilnehmer beim Vorlesen, Befragen und Korrigieren mitmachen sollten. Alle Texte, die in der Schreibwerkstatt behandelt werden, sollten sichtbar gemacht werden, indem die Erkenntnisse und Probleme, die damit zu tun haben, wie z.B. Rechtschreibung, Satzbau, an der Pinnwand als Wandzeitung dargestellt werden. Eine weitere Auseinadersetzung mit dem Thema Schreibwerkstatt liefern nachfolgende Ausführungen von WERDER (2001)[6], dass eine Schreibwerkstatt eine kreative Gruppe sei, um Texte zu stimulieren, produzieren, bearbeiten und zu deuten.

In diesem Sinne weist POGNER (2010, 1583-1587)[7] darauf hin, dass Schreibwerkstätten folgende Ziele haben könnten:

-„konkrete LeserInnen informieren und zu bestimmten Einsichten, Gedanken, Meinungen und Handlungen animieren,
- Meinungen und Gedanken ausdrücken, die schwer auszudrücken sind,
- […] sich mit dem Fremden auseinandersetzen,
- […] sich seiner eigenen Schreibprozesse bewusst werden und diese verbessern,
- Textsortenkonventionen kennen lernen, oder
- eine andere Sprache lernen, erwerben und benutzen.“

Die Schreibwerkstatt zielt darauf, den Teilnehmern der Schreibwerkstatt die Freiheit zu geben, eigene Texte zu schreiben und auf andere Texte zu reagieren. Die Kreativität sollte dabei gefördert werden. Für diesen Zweck sollten ferner die Textsortenkonven-tionen und feste Vorgaben dieser Kreativität nicht im Wege stehen. So POGNER (2010)[8].

Die Schreibwerkstatt bedient sich der Prozessdidaktik. Diese Didaktik bezieht sich nicht auf dem Endprodukt, sondern auf dem Prozess der Textproduktion mit den Komponenten Ideengenerierung, Planung, Umsetzung und Bearbeitung. Diese Komponenten verlaufen in den Modellen der Schreibforschung nicht linear, sondern rekursiv, d.h. es gibt keine Phasen, die aufeinander folgen (vgl. POGNER, 1994)[9].

Schwierigkeiten mit der Sprache, wie Wortschatz, Rechtschreibung und Grammatik werden in den Schreibwerkstätten behandelt. Schreibwerkstätten können nach kommunikativ-funktioneller Textproduktion vorgehen. BRINKER (1988, 6)[10] weist darauf hin, dass Texte seit der pragmatischen Wende als eine komplexe sprachliche Handlung betrachtet werden. Dabei wird angestrebt, eine kommunikative Beziehung zu den Lesern herzustellen. In diesem Fall werden die kommunikative Funktion von Texten und die Anpassung an die Leser in den Vordergrund gestellt.

Das kommunikative Schreiben bezieht sich (vgl. POGNER 1999)[11] auf die Kreativität, d.h. die Lerner sollten eher keine Reproduktionen von Texten leisten, sondern vielmehr neue Texte produzieren. Die Leser sollten in individuellen oder kollektiven Textproduktionsprozessen mitmachen, indem sie für das nötige Feedback sorgen, um die Texte der Schreibwerkstattsteilnehmer zu verbessern.

Schreibwerkstätten können somit mit kommunikativ-funktioneller Textproduktion oder mit Prozessdidaktik arbeiten. Sie beziehen sich auf die Kreativität der Teilnehmer bei der Textproduktion. Ferner motivieren sie dazu, „[…] mit der Sprache zu experimentieren, um eine Idee auszudrücken oder die gleichen Ausdrücke in verschiedenen Kontexten zu verwenden“. So SWARBRIK (1994, 143)[12].

In diesem Zusammenhang findet sich gleichfalls bei BÖTTCHER (2010, 30)[13] die folgende Definition über die Schreibwerkstatt:

„Die Schreibwerkstatt ist eine optimale Realisierungsmethode des kreativen Schreibens. Sie vermittelt mit dem Begriff Werkstatt das Handwerkliche, Technische, Experimentelle des Schreibens.“[14]

[...]


[1] WALLRABENSTEIN, W. (1994): Offene Schule- offener Unterricht. Ratgeber für Eltern und Lehrer. 4., aktueller Auflage. Reinbek. Rowohlt.

[2] Ebd.

[3] NICKEL, I. (2005): Von Kerschensteiner bis zur Lernwerkstatt. Theorie und Praxis einer ganzheitlichen Berufsorientierung. Schneider Verlag Hohengehren

[4] BRÄUER, G. (2000): Schreiben als reflexive Praxis. Fillibach Verlag. Freiburg im Breisgau.

[5] POMMERIN, G. u.a. (1996): Kreatives Schreiben, Handbuch für den deutschen und interkulturellen Sprachunterricht in den Klassen 1-10. Beltz Verlag. Weinheim und Basel.

[6] WERDER (2001): Lehrbuch des kreativen Schreibens. Schibri-Verlag. Milow.

[7] POGNER, K.-H. (2010): Kreatives Schreiben und Schreibwerkstatt, [in:] Krumm, Hans-Jürgen, u.a. [Hrgs.] Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Ein internationales Handbuch. 2. Halbband, Berlin, De Gruyter Mouton, 1583-1587

[8] POGNER, K.-H. (2010): Kreatives Schreiben und Schreibwerkstatt, [in:] Krumm, Hans-Jürgen, u.a. [Hrgs.] Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Ein internationales Handbuch. 2. Halbband, Berlin, De Gruyter Mouton, 1583-1587

[9] POGNER, K.-H. (1994): Texting: Toward a didactics of (second language) writing. In: Karl-Heinz Pogner (Hg.), More about Writing,115-139 (OWPLC 6.) Odense: Odense University.

[10] BRINKER, K. (1988): Bedingungen der Textualität. Der Deutschunterricht 3. 6-18.

[11] POGNER, K.-H. (1999): Schreiben im Beruf als Handeln im Fach. Tübingen, Narr.

[12] SWARBRIK, A. (1994): A la recherche du stylo perdu. In: Ann Swarbrik (Hg.), Teaching Modern Languages,16-150. London/New York, NY: Routledge.

[13] BÖTTCHER, I. (2010): Kreatives Schreiben: Grundlagen und Methoden; Beispiele für Fächer und Projekte; Schreibecke und Dokumentation. Berlin. Cornelsen Scriptor. (6. Auflage). Erste Auflage 1999

[14] Ebd.

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Details

Titel
Zu den Vorläufern der Schreibwerkstatt
Untertitel
Eine Betrachtung der Geschichte der Schreibwerkstatt
Hochschule
University of Oran  (Fremdsprachen)
Autor
Jahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V311280
ISBN (eBook)
9783668099098
ISBN (Buch)
9783668099104
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vorläufern, schreibwerkstatt, eine, betrachtung, geschichte
Arbeit zitieren
Mag. Mohamed Chaabani (Autor:in), 2015, Zu den Vorläufern der Schreibwerkstatt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311280

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