Zur Vielfalt von Schreibwerkstätten. Eine Untersuchung


Forschungsarbeit, 2015
16 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Zum Begriff Schreibwerkstatt.

2. Arten von Schreibwerkstätten.
2.1 Die literarisch orientierten Schreibwerkstätten….
2.2 Die wissenschaftlichen Schreibwerkstätten
2.3 Die interaktiven Schreibwerkstätten….

3. Organisationsformen von Werkstätten…

Literatur …..

Abstract

Die vorliegende Untersuchung thematisiert die Vielfalt von Schreibwerkstätten. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung richtet sich auf eine ausführliche Betrachtung zu den Arten von Schreibwerkstätten wie literarische wissenschaftliche und interaktive Schreibwerkstätten. In dieser Arbeit werden ferner Organisationsformen von Werkstätten dargestellt werden. Hierbei werden theoretische Grundlagen dazu herangezogen.

1. Zum Begriff Schreibwerkstatt

In einem ersten Schritt wird auf den Begriff Schreibwerkstatt eingegangen. Bei findet sich gleichfalls bei BÖTTCHER (2010, 30)[1] die folgende Definition über die Schreibwerkstatt:

„Die Schreibwerkstatt ist eine optimale Realisierungsmethode des kreativen Schreibens. Sie vermittelt mit dem Begriff Werkstatt das Handwerkliche, Technische, Experimentelle des Schreibens.“[2]

Diese Definition betont das Handwerkliche beim Schreibprozess. Textproduktion wird somit in einer Werksatt realisiert. Materialien und Methoden fördern dabei das Lernen des Schreibens. Dieser Prozess wird durch die Unterstützung des Leiters der Schreibwerksatt. Die Teilnehmer bekommen eine individuelle Förderung und Beratung. Dabei lernen sie das Schreiben Schritt für Schritt. Die Beobachtungen, die Kommentare, die Vorschläge und der Austausch von Ideen und Texten in der Schreibwerksatt tragen zur Förderung des Schreibens bei. Dadurch wird der Schreibprozess bewusster, so dass eigene Schwächen und Stärken beim Schreiben erkannt werden könnten. Das Schreiben in der Schreibwerkstatt könnte sowohl individuell als auch kooperativ erfolgen. Kooperativ schreiben bezieht sich auf das gemeinsame Schreiben eines Textes, d.h. produktiv-kooperativ oder kann das gemeinsame Reagieren auf Texte anderer Teilnehmer implizieren, d.h. reaktiv-kooperativ.

2. Arten von Schreibwerkstätten

Zum Lernen und Lehren des Schreibens kann die Schreibwerkstatt diese Fertigkeit fördern. In diesem Gedankengang lassen sich auf der anderen Seite die Schreibwerkstätten in verschiedenen Arten unterteilen. Nachfolgend wird auf die relevanten Formen eingegangen:

2.1 Die literarisch orientierten Schreibwerkstätten

Als Erstes wird auf die literarischen Schreibwerkstätten eingegangen. In Anlehnung an TIETGENS (1990)[3] sei die Literaturschreiwerkstatt ein Gesprächskreis und Seminar zugleich. Sie gibt die Möglichkeit zur Diskussion fremder und eigener Texte. Sie gilt als ein Forum für den Schreibenden. Ferner ermutigt die Literaturwerkstatt die Teilnehmer zum Schreiben, die bisher keine Texte geschrieben haben. Darin herrscht kein Zwang zum Schreiben. Charakteristisch auch für die Literaturschreibwerkstatt sei die Veröffentlichung der eigenen Anthologie. Darin stehen der künstlerische Ausdruck und die Arbeit an literarischen Produkten im Vordergrund. Ihr Ziel besteht darin, neben dem Praktizieren vom Schreiben und Lesen und die Veröffentlichung von literarischen Texten. Die literarischen Schreibwerkstätten befassen sich in der Hauptsache mit dem kreativen Schreiben. In diesem Sinne sei darauf verwiesen, dass sich das kreative vom freien Schreiben unterscheidet. Während die Schreibenden beim freien Schreiben die Wahl, wo, wann, worüber und in welcher Form sie schreiben, haben, ist das kreative Schreiben ein Prozess, der vom Lehrer angeleitet ist. Allerdings steht dabei der subjektive Ausdruck im Vordergrund. So TIETGENS (1990).

In diesem Sinne kommt der Kreativität eine vorrangige Rolle zu. In der Schreibwerkstatt sollten ab und zu Probleme über die Kreativität zwischen dem Leiter und den Teilnehmern diskutiert werden. Kreativität sei laut POMMERIN, u.a. (1996)[4] an folgenden Merkmalen zu erkennen;

Als erstes Merkmal sei die Originalität angeführt. Sie bedeutet, etwas Neues zu schaffen. zweitens kommt die Erfindungsgabe und Entdeckungsgabe. Beim ersten Fall geht es darum, noch nie Dagewesene zu erfinden und beim zweiten Fall handelt es sich darum, etwas Unbekanntes zu finden. Als drittes Merkmal sei die Offenheit erwähnt. Sie bezieht sich nämlich auf die Toleranz mit den sprachlichen Abweichungen, die beim Schreiben vorkommen können. Als viertes Charakteristikum findet sich die Produktivität und Gedankenflüssigkeit. Es geht hierbei um das produktive Denken und die Assoziationen, die anhand von Reizwörtern entstehen. Als fünftes Merkmal sei die Flexibilität zu benennen. Es geht darum, die Fähigkeit zu besitzen, gedanklich in neue Schreibsituationen zu versetzen. BÖTTCHER (2012, 23)[5] unterscheidet sechs Methoden zum kreativen Schreiben. Es geht nämlich um Folgendes: Assoziative Verfahren, z.B. der Einsatz von Clustern, Assoziogrammen; Schreibspiele, d.h. spielerisch mit dem Schreiben von Geschichten umgehen; Schreiben nach Vorgaben, Regeln und Mustern; Schreiben zu und nach literarischen Texten; Schreiben zu Stimuli und Weiterschreiben an kreativen Texten.

2.1 Die wissenschaftlichen Schreibwerkstätten

Die wissenschaftliche Schreibwerkstatt befasst sich in der Hauptsache mit dem wissenschaftlichen Schreiben, das sich durch folgende Merkmale auszeichnet (vgl. KRUSE, (2007, 106f)[6]:

In einer wissenschaftlichen Arbeit sollte man einfache Sätze gebrauchen, d.h. verschachtelte Sätze sind zu vermeiden. Des Weiteren empfiehlt es sich, auf den Substantivstil zu verzichten, d.h. Substantivierungen sollten weitgehend in verbalen Konstruktionen verwandelt. In einer wissenschaftlichen Arbeit sollten die benutzen Begriffe beibehalten und nicht durch Synonyme ersetzt werden, denn dies könnte eine Verwirrung bei dem Leser auslösen. Die Beschreibungen, Erklärungen oder Feststellungen sollten präziser formuliert werden. Z.B. anstatt zu sagen „es gibt ziemlich viel“ sollte eine genaue Angabe in Prozentzahlen angegeben werden. Weitere Wörter wie „es gibt gewisse Methoden“ oder “es gibt eventuelle Methoden“. In diesem Sinne sollen diese Methoden genannt werden. Dabei geht es auch um die Vermeidung von elliptischen Verkürzungen. Weitere Ausdrücke im journalistischen und literarischen Stil, die durch ihre unvollständigen Formulierungen sind zu vermeiden. In der Regel sind Metaphern in wissenschaftlichen Texten verpönt. Hingegen könnten sie sparsam verwendet werden und sie sollten als solche bezeichnet werden, um Zweideutigkeit auszuschließen. Die persönlichen Informationen, die in Form von Anmutungen oder Erzählungen haben in einer wissenschaftlichen Arbeit nicht zu suchen. Der Ich-Stil kann in diesem Sinne durch den Einsatz von Passivform ersetzt werden. Im Weiteren sind ästhetische und poetische Formulierungen in der Wissenschaftssprache ein Tabu. Weitere nicht wissenschaftliche Ausdruckweisen, wie Ironie oder Humor sollten nicht verwendet werden. Alle Gedanken, die wenig mit dem behandelten Thema zu tun haben. In diesem Sinne können ebenfalls Nebengedanken in Fußnoten angeführt werden. Allerdings können mit sparsamem Maß Exkurse eingesetzt werden. Sie dienen nämlich nur als Hintergrundinformationen für die zu behandelte Problematik. Durchgehend sollte die wissenschaftliche Arbeit in Präsens verfasst werden. Demgegenüber finden sich in wissenschaftlichen Einleitungen, die ein historisches Thema behandeln, das Perfekt oder das Präteritum. Allerdings wird man ausschließlich Präsens benutzen, wenn man sich auf Aussagen von anderen beruft.

2.3 Die interaktiven Schreibwerkstätten

Seit der Einführung des Computers in den achtziger Jahren haben im Allgemeinen die Arten von Kommunikationen geändert und vor allem spielte dabei die Fertigkeit Schreiben eine relevante Rolle. So KRUMM (1989, 5)[7]. Es könnten virtuelle Schreibwerkstätten ins Leben gerufen werden. Ihre Bestandteile sind die elektronischen Medien wie E-Mail, Wikis und Social Software. Außerdem befinden sich die Teilnehmer solcher Schreibwerkstätten nicht in der gleichen Einrichtung, um Texte gemeinsam zu verfassen (vgl. PLATTEN, 2008)[8]. Das Schreiben am Computer erfolgt anders als bei den anderen normalen Schreibmitteln. Hierbei vollzieht es sich in erster Linie, worauf SCHMITZ (2003, 256)[9] hinweist, als ein zielorientiertes Problemlösen, d.h. andere Ziele des Schreibens, wie Abschreiben oder Niederschreiben stehen nicht im Mittelpunkt des Schreibprozesses. Außerdem bietet der Computer den Lernenden die Möglichkeit, mit der Schrift zu experimentieren. In einem weiteren Punkt sei er ein wichtiges Mittel zum Erlernen des Schreibens. In diesem Gedankengang führt ARENHÖVEL (1994)[10] aus, dass die Kinder dadurch schnelle Texte schreiben können als durch die Handschrift. Zudem macht der Computer die Schrift bei Kindern und Erwachsenen gleich, denn mit der Hand zeichnen sich Unterschiede in dieser Hinsicht ab. So POSTMAN (1983)[11].

[...]


[1] BÖTTCHER, I. (2010): Kreatives Schreiben: Grundlagen und Methoden; Beispiele für Fächer und Projekte; Schreibecke und Dokumentation. Berlin. Cornelsen Scriptor. (6. Auflage). Erste Auflage 1999

[2] Ebd.

[3] TIETGENS, H. (1990): Zur Vielfalt von Schreibwerkstätten, eine Auswertung der Arbeitspläne mittelständischer Volkshochschulen. Pädagogische Arbeitstelle des Deutschen Volkshochschulverbands.

[4] POMMERIN, G. u.a. (1996): Kreatives Schreiben, Handbuch für den deutschen und interkulturellen Sprachunterricht in den Klassen 1-10. Beltz Verlag. Weinheim und Basel

[5] BÖTTCHER, I. (2012): Kreatives Schreiben. Berlin. Cornelsen. (Siebte Auflage)

[6] KRUSE, O. (2007): Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12., neu bearbeitete Auflage. Campus Concept. Frankfurt am Main, New York.

[7] KRUMM, H.J. (1989): Thema Schreiben. Fremdsprache Deutsch. 1/89: 5-8.

[8] PLATTEN, E. (2008 ): Gemeinsames Schreiben im Wiki-Web- Aktivitäten in einer untutorierten Schreibwerkstatt für fortgeschrittene Deutschlernende. Zeitschrift für interkulturellen Fremdsprachenunterricht. http://zif.spz.tu-darmstadt.de/jg-13-1/beitrag/Platten1.htm. Zugriff am: 11.03.2013

[9] SCHMITZ, U. (2003): Schreiben und neue Medien. Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch 1. Teilband. (Hrg.) Bredel, U. u.a. Ferdinand Schöningh. Paderborn, München, Wien und Zürich.

[10] ARENHÖVEL, F. (2003): Computereinsatz in der Grundschule. Donauwörth. 1994. In: Schmitz, U. Schreiben und neue Medien. Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch 1. Teilband. (Hrg.) Bredel, U. u.a. Ferdinand Schöningh. Paderborn, München, Wien und Zürich.

[11] POSTMAN, N. (2003): Das Verschwinden der Kindheit. Frankfurt am Main. In: Schmitz, U. Schreiben und neue Medien. Didaktik der deutschen Sprache. Ein Handbuch 1. Teilband. (Hrg.) Bredel, U. u.a. Ferdinand Schöningh. Paderborn, München, Wien und Zürich.

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Details

Titel
Zur Vielfalt von Schreibwerkstätten. Eine Untersuchung
Hochschule
University of Oran  (Fremdsprachen)
Autor
Jahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V311281
ISBN (eBook)
9783668099135
ISBN (Buch)
9783668099142
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vielfalt, schreibwerkstätten, eine, untersuchung
Arbeit zitieren
Mag. Mohamed Chaabani (Autor), 2015, Zur Vielfalt von Schreibwerkstätten. Eine Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311281

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