Das Suchtpotential von Nikotin ist mit Kokain und Heroin vergleichbar, weshalb viele Süchtige beim Entzug auf Hilfsmittel in Form von Nikotinpflastern oder Kaugummis angewiesen sind. Eine weitere Interventionsmöglichkeit Raucher zu Nichtrauchern zu machen, ist die Raucherentwöhnung mittels Hypnose. Aus diesem Grund soll im folgenden Verlauf die wissenschaftliche Literatur nach Studien durchsucht werden, die die Wirksamkeit von Hypnose im Zusammenhang mit der Rauchentwöhnung untersuchen, sodass eine wissenschaftlich fundierte Aussage über die Wirksamkeit von Hypnosetherapien zur Bekämpfung von Nikotinsucht getroffen werden kann.
Der Konsum von Tabakprodukten wurde bereits vor fünfeinhalbtausend Jahren von den Ureinwohnern Amerikas betrieben. Romanus Pane, ein spanischer Mönch bringt das Gewächs im Jahr 1496 über den Seeweg auf die iberische Halbinsel. In Europa wird Nicotiana tabacum zunächst als Zierpflanze kultiviert.
Mediziner wie Jean Nicot berichteten zwischen 1530 und 1600 von einer durch das Rauchen der Blätter ausgelösten Rauschwirkung und tragen somit zur Entwicklung der heutigen Konsumformen des Tabaks bei. Es manifestiert sich in der damaligen Medizin der Glaube, Tabak könne in der Phytotherapie als Heilmittel bei Pest, Lausbefall, Konzentrationsschwäche sowie zur Aktivierung der Lebenskraft eingesetzt werden. London entwickelt sich zu einer Metropole des Tabaks und trägt zur Etablierung des Tabakrauchens als Kulturform in der breiten europäischen Bevölkerung bei.
Heutzutage sind durchschnittlich sechs Millionen Todesfälle weltweit auf den Genuss von Tabakprodukten zurückzuführen. Deutschlandweit können rund 140.000 Todesfälle jährlich auf den Tabakkonsum zurückgeführt werden. Das vermeintliche Allheilmittel Tabak hat sich zu einem der am weitest verbreiteten Suchtmittel des 21. Jahrhunderts entwickelt. Nahezu jedem Konsumenten sind die gesundheitlichen Langzeitschäden bewusst, doch macht es der Suchtstoff Nicotin vielen Betroffenen schwer das Rauchen aufzugeben. Französische Studien belegen, dass Raucher selbst im Zustand der Bewusstlosigkeit an Entzugserscheinungen leiden, die sich während einer Narkose durch vermehrte Unruhephasen bemerkbar machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik
3. Ergebnisse
4. Diskussion
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Wirksamkeit der Hypnosetherapie als alternative Methode zur Raucherentwöhnung auf Basis einer systematischen Literaturanalyse wissenschaftlich zu bewerten und mit konventionellen pharmakologischen Ansätzen zu vergleichen.
- Historische Entwicklung und Verbreitung des Tabakkonsums
- Suchtdynamik von Nikotin und gesundheitliche Folgen
- Systematischer Review klinischer Studien zur Hypnosetherapie
- Vergleich der Wirksamkeit von Hypnose gegenüber konventionellen Methoden
- Ökonomische und therapeutische Aspekte der Hypnosetherapie
Auszug aus dem Buch
2. Methodik
Für diesen systematischen Review wurde eine Literaturrecherche in der Cochrane Library, Embase, Medline und PsycINFO unter Berücksichtigung der Suchkriterien „cigarette AND nicotine AND smoking AND tobacco AND hypnosis AND hypnotherapy AND aversive“ durchgeführt. Es wurde nach klinischen Studien gesucht, die die Wirksamkeit von Hypnose im Zusammenhang mit der Raucherentwöhnung untersuchen. Die berücksichtigten Studien mussten über Raucheinstellungsraten mindestens sechs Monate nach der Hypnosebehandlung berichten. Hypnosetherapie wurde als ein von außen induzierter Zustand der bewussten Aufnahmefähigkeit interpretiert in dem es dem Individuum möglich ist Strategien und Anregungen zur Rauchentwöhnung Folge zu leisten.6 Es wurden insgesamt 102 potentielle Studien gefunden. 66 dieser Studien wurden ausgeschlossen da es sich nicht um randomisiert kontrollierte Studien handelte. 24 Studien wurden ausgeschlossen, da die Untersuchung der bestehenden Nikotinabstinenz weniger als sechs Monate nach der Behandlung stattfand. In acht Studien waren die Ergebnisse der Raucherentwöhnung sowie die Durchführung der selbigen unzureichend dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Tabakkonsums, die gesundheitlichen Risiken von Nikotin und führt in die Hypnosetherapie als mögliche Interventionsform ein.
2. Methodik: Hier wird das systematische Vorgehen bei der Literaturrecherche beschrieben, einschließlich der Suchkriterien und der Ausschlusskriterien für die Auswahl der untersuchten klinischen Studien.
3. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Daten der vier verbleibenden Studien und vergleicht verschiedene therapeutische Designs sowie die erreichten Nichtraucherquoten.
4. Diskussion: Hier erfolgt eine kritische Würdigung der Ergebnisse, ein Vergleich mit pharmakologischen Ansätzen und eine Analyse der ökonomischen Vorteile der Hypnose.
5. Schlussfolgerung: Das abschließende Kapitel fasst die Eignung der Hypnose als nebenwirkungsfreie Alternative zusammen und identifiziert den Bedarf an normierten Therapiekonzepten.
Schlüsselwörter
Hypnosetherapie, Raucherentwöhnung, Nikotinabhängigkeit, Tabakkonsum, systematischer Review, klinische Studien, Nichtraucherquote, Entzugserscheinungen, Gesundheitsökonomie, Rauchentwöhnung, alternative Therapieformen, Nikotinabstinenz, randomisiert kontrollierte Studien, Verhaltenstherapie, Tabak.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Effektivität von Hypnose als alternative therapeutische Methode, um Rauchern bei der Raucherentwöhnung zu helfen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie des Tabakkonsums, dem Suchtpotenzial von Nikotin, dem Vergleich verschiedener Hypnosestudien und der Bewertung der Erfolgsraten im Vergleich zu konventionellen Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, eine wissenschaftlich fundierte Aussage zur Wirksamkeit von Hypnosetherapien bei der Bekämpfung der Nikotinsucht zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führte einen systematischen Review durch, bei dem Datenbanken wie Cochrane, Medline und PsycINFO nach klinischen Studien durchsucht wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Auswahl der Studien, der tabellarischen Gegenüberstellung der Ergebnisse und der anschließenden Diskussion der Daten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen gehören Raucherentwöhnung, Hypnosetherapie, systematischer Review, Nikotinabstinenz und Wirksamkeitsanalyse.
Gibt es signifikante Unterschiede bei der Anwendung der Hypnose?
Ja, die Studien zeigen eine große Varianz in den therapeutischen Designs, von Gruppensitzungen bis zu Einzelberatungen, sowie unterschiedliche Follow-up-Zeiträume.
Welcher Vorteil wird der Hypnosetherapie gegenüber Pharmaka zugeschrieben?
Ein wesentlicher Vorteil ist die Nebenwirkungsfreiheit der Hypnose im Vergleich zu nikotinhaltigen Produkten, die toxikologisch bedenklich sein können.
Wie bewertet der Autor die Datenlage?
Der Autor weist darauf hin, dass die Anzahl der Probanden in den ausgewerteten Studien als verhältnismäßig gering einzustufen ist und eine biochemische Überprüfung selten stattfand.
Wird die Hypnosetherapie als wirtschaftlich vorteilhaft angesehen?
Ja, der Autor stellt fest, dass Hypnose unter finanziellen Aspekten konventionellen Interventionen häufig überlegen ist, wenngleich die Kostenübernahme durch Krankenkassen variiert.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Science Max Ande (Autor:in), 2015, Hypnosetherapie als alternative Therapieform zur Raucherentwöhnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311286